Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 25 › Seite 390

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 9. Dezember 1913, Seite 390

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Unzucht · Regiſter

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SE Der „Tutheranet

ein solches Land, da immer Sommer, nimmer Kummer, immer
Freud' und Ergötzlichkeit, nimmer Leid und Traurigkeit woh⸗
net, da liebliches Wesen und Freude die Fülle ist zur Rechten
Gottes immer und ewiglich. Wer in dieser Hoffnung dahin—
geht, über die wird sein der Friede Gottes, der höher ist als
alle Vernunft; der bewahre auch unsere Herzen und Sinne in
Christo IEsu! Amen.

(Aus einer Predigt Johann Konrad Dannhauers

aus dem Jahre 1661.)

Die Schuld in der Synodalkasse.

Die Sammlung zur Tilgung dieser Schuld ist in allen
Distrikten der Synode begonnen worden. Faft allenthalben hat
man nach den eingelaufenen Berichten mit dem von der Nord—
Illinois-Pastoralkonferenz empfohlenen Plan einen Versuch ge—
macht, und wo das geschehen ist, hat man überraschend gute
Resultate erzielt. Auch wo man zu diesem Zwecke Hauskollek⸗
ten und Kuvertkollekten erhoben hat, ist eine über Erwarten
große Bereitwilligkeit offenbar geworden. Wir lassen einige
Berichte folgen, die uns in letzter Zeit von verschiedenen Prä—
sides zugegangen sind.

Aus dem Atlantischen Distrikt meldet Präses Schulze:
„Die Pastoren haben überall erklärt und beschlossen, alles zu
tun, was sie vermöchten. Es wird wohl aus unserer Mitte
unser redlich Teil aufgebracht werden.“

Aus dem Ostlichen Distrikt schreibt Präses Walker:
„Die Sache ist auf allen unsern Distriktskonferenzen besprochen
worden, und man ist auch überall mit Freuden darauf einge—
gangen, und, wie ein Visitator mir schrieb, wenn der Erfolg
dem Enthusiasmus entspricht, der sich auf der Konferenz zeigte,
dann wird's gut werden. Letzteres dürfen wir, glaube ich, mit
gutem Grunde hoffen und erwarten. Man macht beim Sam⸗
meln allerdings nicht nur erfreuliche Erfahrungen. An solchen
fehlt es, Gott Lob, nicht; doch muß man auch manche Ent⸗—
täuschungen erfahren. Mancher will sich die Sache erst ‚über—
legen'. Aus dem Überlegen wird dann leicht ein Vergessen.
Dadurch sollte sich jedoch keiner entmutigen lassen, sondern ge—
trost weiter sammeln; Gott wird ähn dann auch wieder erfreu—
liche Erfahrungen machen lassen. So ist es mir ergangen; so
wird es andern auch ergehen. Darum getrost anhalten, bis
das gesteckte Ziel erreicht ist. Es ist Gottes Sache, und Gottes
Kinder werden Gottes Sache nicht im Stiche lassen.“

Aus dem Mittleren Distrikt, der §10,000 aufzubringen
versucht, schreibt Präses Wefel, daß alle Konferenzdistrikte, von
denen Nachrichten eingelaufen sind, ihren Teil übernommen
haben.

Aus dem Michigan-Distrikt teilt Präses Engelder fol—
gendes mit. „Ein Visitator schreibt: Für die Synodalkassen—
schuld geht's bei uns über Erwarten gut. Ich habe von der
Kanzel um Beiträge gebeten. Ich gab unter anderm an, wenn
jedes komnrunizierende Glied zirka 25 Cents brächte, dann täten
wir ungefähr, was uns zukäme. Ich erinnerte an unsere gute
Ernte und an die knappe Ernte vieler Schwestergemeinden. Bis
jetzt habe ich, ohne auch nur eine Anfrage zu tun, 875.00 be—
kommen, hoffe aber, auf über §100.00 zu kommen.“ Später:
„Jetzt sind es §125.00.“ „P. N. N. meinte ja auf der Konferenz,
er dürfe es nicht wagen, jetzt seiner Gemeinde damit zu kom⸗—

men. Er hat es von der Kanzel vermeldet und an demselben
Tage 545.00 bekommen.“ Später: ‚Jetzt hat er 590.00.“
„P. N. N. hat §74.00 an den Kassierer geschickt und meint, das
sollte reichen für wenn nicht, dann würde man nochmals
anpacken. In den Gemeinden des Saginaw Valley hofft man
53000.00 aufzubringen. Von einer Gemeinde wird geschrie—
ben: „Nach Recht und Gerechtigkeit hätte man von hier etwa
5250.00 erwartet. Wir haben aber jetzt schon §350.00 beifam⸗
men und hoffen, es auf 5800.00 zu bringen. Es ist aber eine
Arbeit, diese ganze weitläufige Gemeinde abzufahren! Vor
vier Wochen werden wir kaum damit fertig werden.“ Ein Pastor
berichtet, daß, als er die Sache bekanntgemacht habe, eine Witwe,
die er wohl nicht angesprochen hätte, ihm 520.00 gab. Er hat
von sieben Personen §119.00 bekommen, von denen er nur zwei
angefragt hatte. Ein anderer: „R. hatte 5200.00 als Ziel ge—
nommen. Am Sonntag kamen bei einer Kuvertkollekte p5332:00
ein. Aus Detroit wird geschrieben: „Meine Gemeinde wird
nächsten Sonntag eine Extrakollekte an den Ausgangstüren er—
heben. Auch die Kollekte in der Kirche ist dafür bestimmt.
Diesen Vorschlag hat ein Vorsteher aus freien Stücken gemacht,
als er hörte, daß seit dem letzten „Lutheraner“ die Not in der
Synodalkasse noch gestiegen ist.) Die Gemeinde beschloß es
einstimmig.“ Die Kollekte betrug §570.00. Ist wohl nicht ge⸗—
nug? Next time we'll do better.“ ‚Die meisten Gemeinden sind
an der Arbeit. Eine unserer kleineren Gemeinden hat 5105.00
kollektiert, mehr als ihren Anteil.““

Im Süd⸗Illinois-Distrikt geht das Werk rüstig
voran. Präses Kleinhans meldet folgendes: „Die Sache wurde
in Centralia auf der Synode eingehend erörtert; Resultat: man
hielt die von unserm Distrikt erbetene Summe, als Teil der
Gesanitkollekte, für viel zu gering und meinte, wir sollten leicht
das Doppelte aufbringen. Und es zeigt sich, daß manche Ge⸗
meinden nicht bloß den ihnen zugedachten Teil, sondern das
Doppelte, ja mehr als das Doppelte aufbringen! Meine lieben
Gehilfen, die Visitatoren, sorgen mit dafür, daß die Sache nicht
einschläft, und wir suchen immer noch den Pastor, der für Til—
gung dieser Synodalschuld nicht arbeiten will. Ein junger
Pastor, der an einer Landgemeinde steht, sagte mir: Meine
Leute sind fast alle reich und im Vergleich mit der großen Armut
unsers Heilandes in den Tagen seines Fleisches sind sie wirk—
lich alle reich; so habe ich sie auch alle angebettelt.“ Eine
alte Mutter, die sich für besonders gesegnet hält und von ihrem
Segen gerne mitteilt, brachte ihrem Pastor gleich 100 Dollars
und wollte damit gleichsam für neun Arme niitbezahlen. Ich
freue mich, daß wenigstens in unserm Distrikt sich ein reges
Interesse zeigt, und ich bin fest überzeugt, daß unsere lieben
Christen nicht bloß die Schuld abtragen, sondern auch dafür
sorgen werden, daß in Zukunft das für diese Kasse nötige Geld
regelmäßig einkommt.“

Aus den Berichten, die bei Präses Daib aus dem Wis⸗
consin-Distrikt eingelaufen sind, geht hervor, daß man in
allen Visitationskreisen die Sache ernstlich erwogen hat und in
einer großen Zahl von Gemeinden schon emsig am Sanimeln ist.
Eine Gemeinde bringt eine Gabe für diesen Zweck, obwohl sie
dieses Jahr schon zwei Kollekten für die Synodalkasse erhoben
hat. Eine andere Gemeinde hofft §1000.00 aufzubringen. In
andern arbeitet man nach beiden Plänen: man hat eine Extra—

1) Die Schuld stand im Oktober auf 8584,000.

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