Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 72, Nummer 11 › Seite 204
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 23. Mai 1916, Seite 204
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Kirchengemeinſchaften. 4„99
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8Ver TuthsranesS
in unsern Vereinen „nichts los sei“, und daß sich Glieder des⸗
wegen zurückziehen wollen. Lasse ein christlicher Verein sich durch
solche Redensarten nicht verleiten, gegen sündliche Vergnügungen
nachgiebig zu werden, sondern wenn es nicht gelingt, solche Glieder
durch freundliche Vorstellungen und durch Belehrung aus Gottes
Wort zum Bleiben zu bewegen, so lasse man sie fahren und be⸗
gnüge sich lieber mit wenigeren Gliedern, als daß man den ganzen
Verein in Gefahr bringt. Man belehre die jungen Christen auch,
daß das Leben ein höheres Ziel hat als bloße Vergnügungen.
Wer nur nach Belustigungen hascht, hat den wahren Zweck des
Lebens, die Vorbereitung auf die Ewigkeit, noch nicht erkannt und
ist auf einem verkehrten Wege. Endlich liegt auch die Gefahr
nahe, daß durch die Zugehörigkeit zu vielen Vereinen die jungen
Leute dem Familienleben im Elternhause entfremdet werden, so
daß sie sich dort schließlich nicht mehr heimisch fühlen, sondern ihre
Abende lieber auswäxts zubringen. Vergessen wir nicht, daß die
Familie und die christliche Gemeinde die ältesten, von Gott selbst
gestifteten Vereine sind. Werden diese recht gepflegt, so wird es
wohl stehen um die Kirche und um den Staat.
(Zeuge und Anzeiger.)
Ein gnter kurzer Traktat wider die Logen. Traktate gegen
die Logen sind leider immer noch nötig. Von Traktaten fordert
man ja, daß sie kurz, packend und schlagend sind. Als einen
solchen Traktat kann man einen kleinen Artikel bezeichnen, der
kürzlich unter der überschrift „Späne“ im Lutheran Herald er-
schien. In einzelnen Wörtern und kurzen Sätzen, die in Ab⸗
ständen und mit Zwischenräumen gedruckt sind, daß jede Aussage
ganz und wirkungsvoll ins Auge fällt, werden die Anklagen gegen
die Loge erhoben. Zugleich werden aus einer ihrer eigenen Haupt—
schriften Belege dafür angeführt, daß sie das in der Anklage gegen
sie Erhobene selber sagen und sich dessen sogar rühmen, daß also
über die Anklage kein Zweifel bestehen kann, ihnen nichts ange-⸗
dichtet wird; und durch eingeklammerte Schriftstellen, die natür—
lich nachzulesen sind, wird das Licht des göttlichen Wortes auf
dieses Institut geworfen. Er lautet:
„Freimaurerei. Ihre Religion. — Nicht Christentum. —
Gefällt den Feinden Christi. — Zeugnisse von ihren Hauptver⸗
tretern. — Mackeys Eneyclopedia of Masonry, 1897. — Der
Artikel „Die Religion der Freimaurerei“ sagt: „Freimaurerei ist
allerdings eine Religion. (2 Mos. 20, 1—7.) — Freimaurerei
ist nicht Christentum. (Gal. 1, 6—17.) — Ees ist nichts darin,
was einem Juden anstößig sein könnte.“ (1 Kor. 1, 23.) — „Alle
wahre Maurerei zielt auf Religion.“ (Joh. 14, 6.) — Sie heißt
auf ihrem gastfreien Schoße Leute jeglichen Glaubens willkom⸗
men.“ (Tit. 3, 10.) — „Ihre Religion ist die allgemeine, die
natürliche, in welcher alle Menschen übereinstimmen.“ (1 Kor.
2, 14.) „Freimaurerei ist allerdings eine religiöse Einrichtung.
Auf diesen Grund hin sollten religiöse Freimaurer für sie ein⸗
treten.“ — In dem Artikel über „Christlichmachung der Frei⸗
maurerci“ lesen wir in demselben Mackeys Eneyclopéedia of Fréee-
masonry: Manche „sind in den großen Fehler geraten, daß sie
den Meistermaurergrad ein christliches Institut genannt
haben“. (Matth. 15, 13. 14.) — „Die beiden“ (Freimaurerei und
Christentum) „unterscheiden sich in ihrer Entstehung; auch ihre
Geschichte ist eine ganz verschiedenartige.“ „Das Freimaurertum
ist älter als das Christentum. (Matth. 28, 31.) — ‚An ihrem
Altar können Leute von allerlei Religionen knien; Anhänger
irgendwelches Glaubens können ihre Glaubenssätze unterschreiben.“
„Ihre Allgemeinheit ist ihr Ruhm.“ (1 Joh. 5, 9—13). — „‚Wenn
Freimaurertum einfach einef christliche Einrichtung wäre, dann
könnten der Juded und der Mohammedaner, der Brahmane und
der Buddhist nicht mit gutem Gewissen an ihrer Erleuchtung teil⸗
nehmen.“ (2 Joh. 7. 11.) — Die obigen Aussagen sind sehr klar.
Und wie die Freimaurer der Wahrheit gemäß sagen, daß ein nicht
nicht.
an Christum Glaubender nicht mit gutem Gewissen“ an der christ⸗ 1
lichen Religion sich beteiligen könne, so sagen Christen, daß sie
an einer nichtchristlichen Religion nicht Anteil nehmen können. 4
(2 Kor. 6, 14—18.) Dies gilt von fast allen geheimen Gesell⸗
schaften.“ — Das ist gewiß kurz und bündig. C. P.
üver Missionar Arndts Arbeit in Hankow, China, berichtet
der Missionsdirektor der norwegischen Haugesynode, P. C. W.
Landahl, der jetzt auf Urlaub in Amerika ist. Er sagt, er habe
zu verschiedenen Malen Gelegenheit gehabt, Missionar Arndts
Er erteilt dem
Er be⸗
Arbeit in Schulen und Kapellen zu beobachten.
Missionar großes Lob wegen seines Fleißes und Eifers.
hauptet, Arndt habe in den zwei Jahren seiner Tätigkeit mehr
gearbeitet und mehr Erfolg seiner Arbeit gehabt als irgendein
Missionar in China; in der Schularbeit habe er in den zwei n
Jahren mehr getan als seine Synode in zwanzig Jahren. Er
berichtet, daß Arndt jeden Abend in einer der beiden Kapellen
predige, und beklagt es, daß unsere lutherische Kirche noch so
wenig Arbeiter auf dem riesig großen, zur Ernte reifen Felde in
China habe. (Z. u. A.)
Daß doch Billy Sunday käme!
fand man dieser Tage die Anzeige, daß eine Delegation von
Pastoren und Geschäftsleuten nach Kansas City abreisen werde,
wo Billy Sunday gerade einen „Feldzug“ aufführt, um ihn in⸗
ständigst zu bitten, doch ja auch St. Louis mit einem „Feldzug“ 1
zu beglücken. Es wurde die Zeit der Abfahrt des Sonderzuges
und die Kosten der Reise angegeben und aufgefordert, es möchten
sich doch viele der Delegation anschließen, danrit man ja den ehr⸗
würdigen Herrn bewege zu kommen. Die Pastoren sollten wohl
die religiösen Beweggründe bei ihm ins Feld führen und die mit⸗
genommenen Geschäftsleute wahrscheinlich die noch stärker be—
wegenden. Aber es kam dann von Kansas City die schrecklich ent⸗
täuschende Nachricht, Sunday könne nicht versprechen zu kommen;
für die nächsten zwei Jahre sei seine Zeit schon vollständig belegt.
Armes St. Louis! Was waren denn jene Leute nach Kansas Cithy
gegangen zu sehen? War etwa Gott und der HErr Christus
selber da, daß seine treuen Diener in St. Louis ihm klagen .
wollten: Ach Gott, es geht gar übel zu! Sérr, hilf uns!?
Nein, es ist ein ganz gewöhnlicher Mensch und unter den Men⸗
schen weder der mächtigste noch gelehrteste noch verständigste. Hat
denn der ein Mittel, Menschen zu bekehren und die Kirche zux,
bauen, das andere Pastoren und Christen nicht haben? Nein,
ein anderes Mittel dazu als das Evangelium von Christo gibt es
Hat denn das Evangelium allerlei menschliche Nachhilfe
nötig, um wirksam zu sein, die nur Sunday dem armen Evan⸗
gelium zuwenden könnte? Nicht wenn es wahr ist, daß das Evan⸗
gelium von Christo selbst die Kraft Gottes ist, selig zu machen alle, 4
die daran glauben, Röm. 1, 16. Oder wollen denn jene Pastoren
öffentlich bekennen, daß sie untreu gewesen sind in ihrem Amt 4
oder unfähig zur Predigt des Evangeliums; oder daß sie dem
Evangelium selbst nicht viel zutrauen? Glücklicherweise berichten
die Zeitungen immer dabei, daß die Katholiken, Episkopalen,
Lutheraner und Unitarier sich an dieser Bewegung nicht beteiligen.
Diese Zusammenstellung mag uns nicht sehr gefallen; aber die
Welt und die Kirche erfährt doch, daß wir uns an der Narrerei
nicht beteiligen. Wenn Gott St. Louis gnädig ist, und alle Pasto⸗
ren das Ihre tun, nämlich fleißig und treulich das Evangelium
von Christo predigen, dann wird die Kirche in St. Louis schon ge⸗
deihen. Und vielleicht hat man, wenn man das die zwei Jahre
lang versucht hat, ein solches Vertrauen zum Evangelium ge— 4
wonnen, daß einen nicht mehr gelüstet nach den sehr zweifelhaften
Solange Christus seine
Erfolgen, die jede andere Methode erzielt.
Verheißung hält: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt
Ende“, ist kein einzelner Mensch in der Kirche unentbehrlich, am 2
wenigsten diese fahrenden „Evangelisten“. E. P.
In St. Louiser Zeitungen 3
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