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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 23. September 1856, Seite 17
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Synoden
„Gottts Mort und Xuthers ehr' vergehet nun und nimmermehr.
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Herausgegeben von der Deutschen Ev. Luther. Synode von Missouri,
— — — — —
IIIJ—.
—— —
Ohio und andern Staaten.
Redigirt von C. B. W. Wallher.
Jahrg. 13.
St. Louis, Mo., d
en 23. September 1856.
No. 3.
Bedingungen: Der vutheraner erscheint alle zvei Wochen einmai für ven jäbr⸗
lihen Subscriptionspreis von Einem Dollar für die auswartigen Unterschreiken, welche den⸗
In St. Louis wird jede einzelne
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Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo.,
—..—
——
Vorwort der Redaktion
zum
dreizehnten Jahrgang des „Lutheraner.“
(Fortsetzung.)
Welches ist nun die Lehre von der Kirche,
welche unsere evangelisch-lutherische Kirche als
die ihrige vorgelegt hat, da Kaiser und Reich
von ihr Grund forderte der Hoffnung, die in ihr
ist? Sie hat darüͤber folgendes Bekenntniß gethan:
„Von der Kirche. Es wird auch gelehret,
daß allezeit muͤsse Eine heilige christliche
Kirche sein und bleiben, welche ist die Ber ;
sammlung aller Gläubigen, bei welchen
das Evangelium rein gepredigt und die heiligen
Sacramente laut des Evangelii gereicht werden.
— Was die Kirche sei. Item, wiewohl die
christliche Kirche eigentlich nichts anderes
ist, denn die Versammlungealler Gläubi⸗
gemund Heiligen, jedoch dieweil in diesem
Leben viel falscher Christen und Heuchler sein,
auch öffentliche Sünder unter den Frommen blei⸗
ben, so sind die Sacrament gleichwohl kraftig,
obschon die Priester, dadurch sie gereicht werden,
nicht fromm sind, wie denn Christus selbst an-
zeigt Matth. 23: Auf dem Stuhl Mofis fitzen
die Pharisäer ꝛc.“
und 8.)
Hiermit bekennt unsere Kirche, daß die. Kirche
imeigentlichen Sinne des Wortes nichts an⸗
deres sei, als eine Versammlung von Glau bi⸗
geu und Heiligen,) und zwar al ler, sie
*) Eckerklärte, man sollte sben „heilige Versammuntung“
anstati „Versammiung der Heiligen. so knne man sich teicht
vergleichen! (Luthers Werke, XVI. 1671.
(Augsb. Conf. Artikel 7
Ä —
mögen sich nun befinden, wo es auch immer seiz zugesagt hat und deren Bürger und Hausgenoß
daß die falschen Christen und Heuchler nur man nach Gottes Wort werden und sein muß,
darunter, ihr nur beigemischt (im Lateini- will man nicht als „fremd von den Testamenten
schen heißt es: admixti) sind, aber nicht zu der Verheißung“ unrettbar verloren gehen.
ihr gehören, keine wirklichen Glieder derselben Unsere ev.-Iuth. Kirche ist damit der papisti⸗
sind; ferner, daß diese Kirche ihre Keunzeie schen entgegen getrrten, in welcher man einer
chen habe und diese seien das Evangelium, das sichtbaren Kirche alle Privilegien der heiligen
rein bei ihnen gepredigt, und die heil. Sacramente, christlichen allgemeinen (catholischen) Kirche zu—
die laut des Evangelii bei ihnen gereicht werden; geschrieben wissen wollte, und daher darau fest
und endlich, daß es eine solche Kirche allezeit hielt, daß auch die Heuchler, wenn sie nur
geben müsse. in die reine Lehre der Kirche änßerlich einstimm—
Hiernach ist es klar, unsere evangelisch-Iutheri-ten, zu der Kirche gehörten und Glieder
sche Kirche sagt in ibrem Grundbekenntniß nicht perselben seien. Dieß sehen wir auch klar und
nur nichts von einer sichtbaren aus wahren deutlich aus den Gegenschriften, welche die Pa⸗
Christen und Heuch ler n be stehe nden Kirche, pisten wider die Augsburgische Confession geschrie⸗
welche die wahre Kirche im eigentlichen Sinne ben haben. So schrieben die Papisten z. B. in
des Wortes sei und außer welcher niemand iprer „Confutation,“ in welcher sie die
selig werden könne, sondern sie verwirft Augsdurgische Confession sogleich auf Befebl des
auch mit diesem ibrem Bekenntniß diese Lehre Kaisers widerlegen wollten: „Der siebente Artikel
ausdrücklich, indem sie bekennt, daß die eigentlich der (Augsb.) Confession, darin gesagt wird, daß
die Kirche sei eine Versammlung der Heiligen,
kaun nicht ohne Nachtheil des Glaubens“ (ver⸗
stehe, des papistischen) „zugelassen werden, wenn
dadurch die Bösen und Sünder ganz aus der
Kirchen ansgeschlossen und abgesondert werden.“)
sogenannte Kirche von a llen Gläubigen auf
der Erde und nur von diesen gebildet werde und
daß die se nie zu bestehen aufhöre, sondern zu
allen Zeiten fortdaure. Mit anderen Worten,
ö sere evangelischlutherischeKirche
erklärtschoninihremerstenöffent⸗
un
*) Weil die elenden Menschen sich nicht getrauten, gerade⸗
heraus zu sagen, daß die Gottlosen ebenso gut Glieder der
Kirche seien, wie die Frommen, wenn sie sich nur zur sichtbaren
Kirche hielten, stellten sie sich, als glaubten sie, wenn man die
Kirche für die (Pemeinschaft allein der Heiligen erkläxe, so
wolle mau damit sagen: die wahre Kirche sei eint äußerlich
zusammenhaltende Schaar von lauter Frommen: wo Gott⸗
keine wahre Kirche; während doch
lichen Bekenntnißdieüberden gan⸗;
zen Erdboden zerstreute Gemeinde
der wahren Kinder Gottes nnd le⸗
bendigen Glieder am geistlichen
Leibe JEsn Ehristi für die Kirche,
welcher Christus so herrliche Ver⸗
beißungen gegeben, die Schlüssel des
Himmelreichs anvertraut und fortwährende Dauer
* —4
lose mit seien, da gebe es
die Lutberaner im 8. Artikel deutlich genug gesagt batten, daß
hieuieden freilich der wahren Kirche sich immer auch Heuchler
anhängen und beintischen Es ging eben den Lutberanern
damals, wie es ihnen jetzt geht. Man will sie nicht ver⸗
stehen, D. L.
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