Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 13, Nummer 3 › Seite 21
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 23. September 1856, Seite 21
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Geſangbuch 9
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gegen dieselbe befolgte Praxis „Consequenzen“
(nothwendige Folgen) „der missourischen Lehrr⸗
differenz uͤber Kirche und Amt“ gewesen sei!
Hicrzu kommt 3. noch, daß der neue Friedensan-
trag begleitet ist mit wüthenden Angriffen auf
unsere Synode von allen Seiten, sowohl in allen
Nummern des Informateriums, als in dem
ganzen Synodalbrief, welche beide Organe der
Buffalo-Synode zugleich eben jetzt mit kluger
Berechnung eine Menge Brandraketen in die be⸗
absichtigte „allgemeine Conferenz“ werfen, wo⸗
durch unsere Synode und ihre (das weiß der
Herzeuskündiger) aufrichtige und lantere Absicht
dabei verdächtigt, wir der Theilnahme daran
verlustig gemacht und, wo möglich, das ganze
Werk vereitelt werden soll.
Die Buffalo-Synode versichert zwar, daß ihre
Ausgeschlossenen, „ihres wohlbegründeten Wis—-
sens, mie um der streitigen Lehren willen gebannt
worden seien. Allein, dies zugegeben, so haben
hingegen wir nur um der unter uns streitigen
Lehre willen solche aufgenommen, welche nach
ihrem Bekenntniß um der Lehre willen Ge⸗
meinden der Buffalo⸗Synode verließen. Wären
wir mit der Buffalo-Synode in der Lehre einig,
nichts würde uns vermocht haben, ein von ihnen
sich trennendes oder gar ausgeschlossenes Glied
aufzunehmen. Und selbst bei der Lehrdifferenz
haben wir, „unseres wohlbegruͤndeten Wissens,“
keine aufgenommen, von denen wir nicht uͤberzeugt
worden wären, daß der über sie verhängte Bann
ein (nach unserer in Gottes Wort gegründeten und in
den Symbolen von unserer Kirche niedergelegten
Lehre) nicht rechtmäßiger war. Wir, fuͤr unsere
Person, müssen daher denjenigen auch aus
Deutschland Herrn Pastor Graban zugegangenen
theologischen kirchlichen Bedenken beistimmen,
nach welchen eine Vereinigung in der Lehre
der Beurtheilung der darauf gegründeten Pra-
ris und der respectiven Vereinigung auch hier⸗
über vor au sgehen sollte; oder — man schlage
die Sache ganz nieder und vereinige sich nur in
christlicher Friedensliebe über das gegenseitige
Verhalten in der Zukunft und harre und bete,
bis Gott sowohl in Lehre als in Praxis Einigkeit
schenkt.
Uns ist und bleibt die Lehre die Hauptsache.
Schreibt Herr Pastor Grabau, um uns herabzu⸗
setzen: „Missouri hat seine Lehre bereits für
immer abgeschlossen und für die einzig richtige
und haltbare in der Welt erklärt,“ so achten wir
dies für ein großes Lob und gestehen, es i st dem
so; denn wir sind keine Skeptiker (Zweifler.)
Wohl möchte es aber im Gegentheil ein übles
Zeichen sein, daß die Buffalo⸗Synode um keinen
Preis der Welt über die Lehre mit uns verhan⸗
deln will,
Wir erinnern hier an das Wort Luthers:
„Summa, meine Lehre ist das Hauptstück,
darauf ich trotze, nicht allein wider Fürsten und
Könige, sondern auch wider alle Teufel, und habe
sonst zwar nichts mehr, das mein Herz erhält,
staͤrkt und je länger je mehr trotziger macht.
Das andere Stück, mein Leben und persönlich
Wesen, weiß ich zu guter Maßen selbst wohl,
daß es fündlich und keines Trotzens ist: ich bin
ein armer Sünder, und lasse meine Feinde eitel
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Heilige und Engel sein. Wohl ihnen, so
sie es können erhalten. Nicht daß ich
vor der Welt und den Unchristen solches sein
will, sondern vor Gott und seinen
lieben Christen. Vor der Welt will ich
auch fromm sein, und bins, so sehr, daß sie nicht
werth sollen sein, mir die Schuhriemen aufzulö⸗
sen; sie sollen mir auch mit der Wahrheit nicht
beibringen, daß ich vor der Welt jemand zu nahe
lebe oder thue, wie ich wohl will ihnen beibrin-⸗
gen. Kurz, ich bin niemand zu demüthig und
niemand zu hochmüthig, gleichwie St. Paulus
sagt: Ich kann hoffärtig sein und kann auch de⸗
müthig sein, ich kann mangeln und kann auch
genug haben. Phil. 2, 3. Meiner Lehre
halben bin ich dem Teufel, Kaiser, König, Für⸗
sten und aller Welt viel, viel, viel zu stolz, steif
und hoffärtig; aber meines Lebens halben
bin ich auch einem jeglichen Kinde demüthig und
unterworfen. Wer das nicht gewußt hat, der
höre es jetzt.“ (Antwort auf des Königs in
England Lästerschrift. Luthers Werke. Hall. A.
XIX, 510 511.)
Handelte es sich also zwischen uns um Sünden
im gewöhnlichen Leben, so wollten wir gern ein
Gericht darüber leiden selbst von gerechten Heiden
nach den heiligen zehen Geboten; da es sich
hier aber um angebliche oder auch
um wirkliche Sündeu handelt, die
eine Folge unserer Lehre sein sollen,
um kirchliche Sünden, so begehren wir
(und wir meinen, mit dem vollkommenstem
Rechte), daß erst festgestellt werde, welches die
betreffende rechte Lehre sei; denn ist unsere
Lehre recht, so werden auch ihre nothwendigen
practischen Consequenzen recht sein; obwohl uns
nicht einfällt, zu leugnen, daß sich auch dabei
viel Sündliches mit eingemischt haben und von
uns viele Versehen, obwohl nur in Unwissenheit
und Schwachheit, nie aus Boshaftigkeit, begangen
worden sein mögen. —
Gott erbarme sich unser und unserer Gegner
und zeige einen Ausweg zum Frieden, den wir
(vorausgesetzt, daß wir dabei das urs unter den
trübseligsten Erfahrungen von Gott geschenkte
und anvertraute Kleinod der reinen evangelischen
Lehre nicht zu opfern und zu veruntreuen in
Gefahr kommen), wenn es möglich wäre, gerne
mit unserem armen trübseligen Leben erkaufen
würden.
Allgemeine Conferenz.
(Aus dem Lutheran Standard' übersctzt.)
In Gemäßheit der, eine Zeit lang in un serm
Blatte veröffentlichten, Aufforderung werden alle
Lutheraner, die sich ohne Rückhalt zur Unverän⸗
derten Augsb. Confession bekennen, eingeladen,
zu einer freien allgemeinen Conferenz über den
gegenwärtigen Zustand und Bedürfnisse der lu-
therischen Kirche in Amerika sich Mittwoch den
ersten October d. J. in der Stadt Columbus in
Ohio zu versammeln.
Die Brüder belieben sich bei ihrer Ankunft in
Capitol University, welche nördlich von den Eisen-
bahn-Depots liegt und von da gesehen werden
kann, zu melden.
An die Brüder, welche die Absicht
haben, der Conferenz bei⸗
zuwohnen.
Da Diejenigen, welche die vorgeschlagene All⸗
gemeine Conferenz aller zur Ungeänderten Augsb.
Confession sich bekennenden Lutheraner begünsti⸗
gen, sich größtentheils fur Columbus als Ort der
Zusammenkunft ausgesprochen haben; so haben
wir vorstehend eine förmliche Anzeige der Ver—
sammlung an dem genannten Ort einrücken
lassen. Einige wenige Brüder haben schriftlich
den Wunsch ausgesprochen, daß die Zeit der Zu⸗
sammenkunft, nemlich der erste October, möchte
verändert werden; auf Berathung jedoch haben
es die Freunde hier fuͤr nicht rathsam gehalten,
jetzt noch eine Aenderung zu machen, da Ver⸗
wirrung daraus entstehen könnte. Wir hoffen
daher, daß Alle es werden möglich machen kön⸗
nen, sich zur bestimmten Zeit mit uns einzufinden.
Damit die Conferenz im Stande sei, sich pünktlch
am Mittwoch Morgen zu versammeln, so werden
Alle wohl thun, sich so einzu richten, daß sie schon
Dienstag Abend hier sein können.
Auch ist es sehr zu wunschen, daß Alle, welche
zugegen zu sein beabsichtigen, uns alsbald schrift⸗
lich davon in Kenntniß setzen, damit wir genan
wissen, auf wie viele wir uns einzurichten haben.
Unsere Gemeinen sind nicht im Stande, sich ein-
zurichten, wenn sie nicht zeitig benachrichtigt
werden; wir wollen jedoch alle es uns angelegen
sein lassen, fur das Unterkommen der Brüder zu
sorgen, und ihren Aufenthalt in unscrer Mitte
sowohl angenehm als nützlich zu machen. Dem-
nach lassen die Freunde in Columbus an alle
trenen Lutheraner die herzliche Einladung erge⸗
hen, sich bei ihnen einzufinden und mit ihnen
Rath üͤber die verschiedenen Interessen unserer
geliebten Kirche in America zu pflegen.
Man beliebe bei seiner Ankunft in Columbus
im Universitäts-Gebäude vorzusprechen, welches
in geringer Entfernung nördlich von den Eisen⸗
bahn-Depots liegt, und in welchem eine Com⸗
mittee bereit sein wird, die Ankommenden an die
für ihren hiesigen Aufenthalt bestinmmten Plaͤtz e
zu führen.
Peter in der Fremde.
Folgendes lasen wir vor kurzem im Lutheran
Observer?:
Lieber Doctor, Erlauben Sie mir, durch die
Spalten Ihres trefflichen Blattes einige Beobach-
tungen (in Verbindung mit folgenden Quittungen)
mitzutheilen.
Ich verließ Leavenworth city, Kansas terri-
tory, am 17. Juli und kam Sonnabend Abend,
am 19. Juli in St. Louis an Sonntag
Morgen um 5 Uhr verließ ich das Boot, um eine
lutherische Kirche aufzusuchen. Ich ging zuerst
nach Concordia College, fand da keine Kirche,
kehrte wieder nach der Stadt zurück, wanderte
von Ort zu Ort bis beinahe 11 Uhr, als ich den
lang gesuchten Gegenstand fand. Beim Hinein-
gehen fand ich alle Sitze besetzt, einen ausge⸗
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