Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 16, Nummer 9 › Seite 65

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 13. Dezember 1859, Seite 65

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Buße. ö · Synoden

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M. ich sahe einen Engel
liegen mitten durch den Him⸗
mel, der hatte ein ewig Evan⸗

gelium, zu verkündigen denen,
die auf Erden sitzen und woh⸗
nen, und allen Heiden, und Ge⸗
schlechtern, und Sprachen, und

Völkern,
— Offenb. Joh. 14, 6.
—

I

M.d sprach mit großer Stim⸗
me: Fürchtet Gott, und gebet
ihm die Ehre; denn die Zeit
seines Gerichts ist kommen, und
betet an den, der gemacht hat
Himmel und Erde, und Meer,
und die Wasserbrunnen.

Offenb. Joh. 14, 7.

—

Redigirt von C. F. W. Walther.

Jahrgang 16.

St. Louis, Mo., den 13. December 1859.

Nb. 9.

71 Bedingungen: Der Lutheraner erscheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen Subseriw-
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welche Geschäftliches, Bestelungen, Abbestellungen, Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adresse: Ur. M. C.

voflgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird sede einzelne Nummer für 5 Cents verkauft. bartnel, care ofC. F. W. Walther, St. Louis, Mo.anherzu senden.

(Eingesandt von P. Beyer.)

Die Frühmette am heil. C hristtage.

Was schallen doch heute die Glocken schon?
Horch, auch der Orgel erhabener Ton!
Roch lagern die Schatten auf Stadt und Flur;
Was haben die Altlutheraner nur?

Zum Jubelfest läuten die Glocken ein,
Die Orgel will Audacht gebären und weih'n.
Roch deckten die Schatten des Todes die Welt,

Als die Kunde vom Jesuskind schallt' auf dem Feld.

Doch sieh', der Lichter hellschimmernder Kranz,
Die Vlumengewinde im festlichen Glanz,
Horch, dieser einstimmige frohe Chor —
Was haͤben die Altlutheraner vor?

Wie Sonnenschein mitten in Nacht und Grau'n,
Wie Blumen und Blüthen auf eisigen Au'n,
Wie einender Grundton in wilder Musik,
So ist uns des Jesuleins lieblicher Blick.

Was leuchtet des Predigers Angesicht?
Wie kommts denn nur, daß so begeistert er spricht?
Ich höre, er predigt von Kripp' und Kind; •
Wie thöricht die Altlutheraner sind!

Wär' Christus als Kindelein nicht gebor'n,
So wären die Kinder und alle verlor'n;
Run liegt er im Kripplein, ist wirklich ein Kind,
Und siegt über Hölle, Tod, Teufel und Sünd'.

Run schreckt uns der zürnende Gott nicht mehr;
Bersöhnt ist der Sünder unzähliges Heer;
Und Gott selbst im Fleische geoffenbart,
Streckt ihnen die Hand hin nach Kindesart.

Dies kündet der Diener des HErrn jetzt an,
Drob leuchtet sein Auge, deß freut sich der Mann;
Drum redet er diesmal vom Kindlein nur,
. Wie dorten die Engel auf Bethlehems Flur.

Sein Wort ist der erste Posaunenton
Im Chor zu dem Liede vom Guͤrrissohn,
Es ist der erwünschte, der erste Strahl
Des wonnigsten Tages im Jammerthal.

Und würdige Feier dem würdigen HErrn,
Von würdig Gewordenen möchten wir gern:
Drum fangen so früh schon, ohn' nichtigen Wahn,
Wir Altlutheraner den Festtag an.

(Eingesandt.)
Früchte buffaloischer Hierarchie.

Der Synodal⸗Baucassen⸗-Scandal.)

Die Buffalo-Synode lehrt: „Die Ge⸗
meinde verbindet sich dem Prediger mit ihrer
Treue und ihrem Gehorsam in allen Din-
gen, die nicht wider Gottes Wort sind.
Was aber wider und nicht wider Gottes Wort
sei, das entscheidet kein einzelnes Glied der
Kirche, sondern die Kirche selbst in ihren Symbo-
len, Kirchenorduungen und Synoden“ (auf
den Synoden haben aber auch nur wieder die
Pastoren die entscheidende Stimme.
of. 2. Synodal-Brief S. 141. u. 42).

Dagegen lehrt die Apologie: „Auch ziehen
sie (die Papisten) diesen Spruch zu den Ebräern

*) Während wir eben im Begriff waren, einen bereits
geschriebenen längeren Aufsatz über das Recht der Prediger,
ihren Gemeinden in Gottes Wort nicht Gebotenes zu gebie⸗
ten, unter die Presse zu geben, erhalten wir gegenwärtige
Einsendung. Wir legen daher unsere Arbeit zurück und thei⸗
len zuerst diesen Artikel mit, als eine vorausgehende aus dem
Leben genommene Illustration, zu der wir bald noch mehr
Text liefern werden. D. Red.

am 13, 14: Gehorchet denen, die euch fürge⸗
hen ꝛc. Dieser Spruch fordert, daß man soll
gehorsam sein dem Evangelio, denn er
giebt den Bischöfen nicht eine eigene Herr⸗
schaft oder Herrngewalt außer dem Evan-
gelio.“ —

Luther lehrt (Ausleg. der 1. Epistel Petri):
„Wir haben Einen Herrn, der ist Christus,
der unsere Seelen regiert. Die Bischöfe sollen
nichts thun, denn daß sie weiden. Da hat
nun St. Peter (1 Petr. 5, 3.) mit einem Wort
umgestoßen und verdammt alles Regiment, das
jetzt der Pabst fͤhrt, und schleußt klar, daß sie
nicht Macht haben, ein Wort zu gebie⸗
ten, sondern daß sie allein Knechte sollen sein
und sagen: das sagt dein Herr Chri—
st us, darum sollst du das thun.“ Fer⸗
ner (XIX, 83): „Darum sage ich, weder der
Pabst, noch Bischof, noch einiger Mensch hat
Gewalt, eine Sylbe zu setzen über einen
Christenmenschen, es geschehe denn mit seinem
Willen; und was anders geschieht, das
geschieht aus einem tyrannischen Geist.“

Welches schreckliche Elend jene schändliche
Papisten-Lehre Grabau's anrichtet, davon giebt
wiederum von neuem der ekelhafte, gemeine
Streit in einigen Gemeinden der Buffalo-Sy-
node, besonders zu Johannisburg, schlagenden
Beweis. Der Hergang der Sache ist folgender:
(die Thatsachen sind fast alle aus dem „Infor—
matorium“ selbst entlehnt.) ö

Die Gemeinde Johannisburg ist von P. v.
Rohr gegründet und 13 Jahre geweidet. Nach
ihm hat sie Past. Gram einige Zeit bedient. Ełs

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