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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 27. Dezember 1859, Seite 79
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Buße. ö
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Herrscherhaus wiederum in seinen heimathlichen
Gauen thront, so wie auch ein bleibendes Zeichen
Meiner Liebe zu Meiner Vaterstadt abzulegen,
dann aber auch ein Zeugniß zu geben, wie treu
Mein Wunsch immer sein und bleiben wird,
unter dem Beistande des Allmächtigen, Gottes⸗
furcht und Frömmigkeit in Seinem Volke zu
wecken, und wie eifrig Ich stets streben werde,
das Seelenheil Meiner Unterthanen zu fördern,
die allerheiligste Meiner Königspflichten. Und
heute, an dem Tage, an welchem vor 14 Jahren
die gnädige Vaterhuld des Allmächtigen dem
Lande, dem Herrscherhause und uns Eltern im
Thronfolger und Sohne das höchste Kleinod
schenkte, ja heute, an dem Tage, an welchem die
gnädige Vaterhand des Herrn durch die Geburt
des Kronprinzen fuͤr Mein Königreich, Mein
Koönigshaus und in Unsere Elternherzen den
Grundstein zu neuen Hoffnungen für Gegenwart
und Zukunft legte, will Ich nun den Grundstein
zu diesem Gotteshaus legen, und Ihm, der der
Grund⸗ und Ecksteinz unseres Glaubens und
unserer Seligkeit ist, will Ich diese Kirche weihen.
Den theuern Heilandsnamen soll sie tragen, denn
Christuskirche soll sie heißen, und Christusge-
meinde ihre Gemeine. Aber in Demuth und
Inbrunst bete Ich zu Gott dem Herrn, daß Er
diese qKirche und ihre Gemeinde in seinen gnädigen
Schutz nehmen möge; daß Er seine heilige Nähe
derselben stets offeubaren, und seinen theuren
Cohn, unsern göttlichen Heiland, in die Herzen
jedes einzelnen Gliedes der Gemeine eingehen
lasse, damit sie stets in Glauben, Leben und
WVerken eine treue und wahre Gemeinde Christi
werde, wie Ich auch gleiche Segnungen auf Mein
ganzes Volk herabflehe. Auch rufe Ich noch
den Allmächtigen an, das lautere Heilandswort
und das heilige Evangelium seines theuern
Sohnes aus dieser Kirche auch fernen Völkern
zukommen zu lassen, da es Mein Wille ist, daß
von nun an alle Missionare aus den Hannover⸗
schen Landen in ihr die geistlichen Weihen erhal⸗
ten sollen, und somit die Christuskirche eine
Quelle des Seelenheiles fur ihre eigene Gemeinde
und für ferne Welttheile werde. Mit diesen
heißen Gebeten für die Kirche, die Gemeinde
und Mein Volk, Ihn innig anflehend, daß das
Welfische Herrscherhaus mit seinen Landen in
vereinigter Glaubenswärme und Gottesfurcht
bis zu jenem Tage umschlingen möge, wo wir
Insammen vor unserem göttlichen Heilande er⸗
scheinen und durch sein theures Blut, welches
Er am Krenze für uns vergossen, die Segnungen
der Seligkeit erhalten, lege Ich den Grund stein
der Christuskirche im Namen Gottes des Vaters,
des Sohnes und des heiligen Geistes. —
—. ———
Kircheinweihungen.
Am 22. Sonntage p. Trinit. hatte die St.
paulsgemeinde zu Kingsville nahe Baltimore die
Freude, ihre neue Kirche einzuweihen. Diese
Freude wurde nicht um ein Geringes dadurch
erhöht, daß Herr Past. Keyl nebst vielen Glie⸗
dern seiner Gemeinde herzlichen Antheil daran
nahmen, und zwar indem ersterer die Einwei⸗
hungs-Predigt hielt, worin er über Ps. 26, 6—8.
vorstellte: Die Liebe der Frommen zum Hause
Gottes: I. Daß die Frommen gerne Gotteshäu⸗
ser aufrichten; II. Warum sie das Haus Gottes
lieb haben; und III. Womit sie diese Liebe be⸗
weisen.
Diese Gemeinde zählt ungefähr 20 Glieder;
sie wurde im Jahr 1851 von Herrn Past. Nord-
mann gegründet, welcher, wie die nachfolgenden
Pastoren, noch mehrere Gemeinden zugleich be
diente. Ihre Gottesdienste hielt sie immer in
gewöhnlichen Wohnhäunsern. Im Jahre 1856
kaufte sie einen Acker Landes, worauf ein Haus
stand, in welchem sie dann ihren Gottesdienst
hielt. Da aber dasselbe zu klein war, daher
viele während des Gottesdienstes stehen mußten,
und manche aus dieser Ursache die Kirche wenig
besuchten, so beabsichtigte man längst, eine ge⸗
räumige Kirche zu bauen. Weil aber fast sämmt⸗
liche Glieder Handarbeiter sind, bei denen es,
wie man zu sagen pflegt, aus der Hand in den
Mund geht und daher schon der Gehalt des Pa⸗
stors schwer aufzubringen war, so schien es un-
möglich die Baukosten aus eignen Mitteln zu be⸗
streiten. Doch da wir klar erkannten, daß sol-
ches Unkostenmachen kein Gottversuchen sei, da
uns die Noth dazu dringe, so gingen wir endlich
getrost ans Werk, auf Gott vertrauend, der
wohl Mittel und Wege zu finden weiß. Und
siehe! Er hat geholfen. Das Gebäude ist aus
Feldsteinen erbaut und ist 40 Fuß lang, 25 breit
und vom Fußboden bis unters Dach 12 Fuß
hoch. Kanzel, Altar n. s. w. ist noch nicht fertig.
Der Neubau wird mit der nöthigen Ausbesserung
des alten Hauses, welches zur Pfarrwohnung
dienen soll, wenn alles ganz fertig ist, ungefahr
auf 600 Dollar kommen. Die Gemeinde that
viele Handarbeit an dem Ban und brachte 150
Dollar dazu auf.
Am Schlusse des Gottesdienstes wurde eine
Collecte von 826,28 ge sammelt, wovon die an⸗
wesenden Glieder der Gemeinde in Baltimore
den größten Theil beigesteuert hatten. Außerdem
schenkte noch diese Gemeinde in Baltimore 829,13.
Die Gemeinde des Herrn Past. Bürger in Wash⸗
ington 820,50. Die Gemeinde des Herrn Past.
Brauer in Pittsburg 813,05.
Der Herr segne die milden Geber nach seiner
Verheißung. H. Grätzel, Pastor.
Weil nach dem Worte Gottes sich alle Glieder
mit freuen, wenn ein Glied herrlich gehalten
wird, so wollen wir nicht unterlassen, die l. Leser
des „Lutheraner“ davon zu benachrichtigen, daß
wir, die deutsche ev.-luth. Zions Gemeinde an
der Doe Creek, Hancock Co., Ja., durch die
Gnade Gottes die hohe Freude, unsere neuer⸗
baute Frame-Kirche am ersten Advent-Sonn-
tag dem Dienste des dreieinigen Gottes weihen
zu können, genießen durften. Gegen 18 — 20
Jahre war die Gemeinde auf die äußerst noth⸗
dürftigste Räumlichkeit zur Abhaltung ihres
Gottesdienstes beschränkt; um so größer aber ist
jetzt auch die Freude, neben der höchsten und
größesten Gabe Gottes, des reinen, lautern Wor⸗
tes und der ungefälschten Sacramente, auch ein
entsprechendes Gebäude zu haben.
Die Größe der Kirche ist 35 bei 50 F., sie ist mit
einem schönen Thurm geziert, dessen oberstes Ende
an Den erinnert, der für uns am Kreuze starb,
nun aber in der höchsten Höhe zur Rechten des
Vaters sitzt und von dort die sauererworbenen
Heilsgüter spendet denen, die im Glauben Sein
Kreuz auf sich nehmen und ihm nachfolgen wollen.
Der gnädige Gott hatte uns auch mit heiterem
Wetter begünstigt, daß viele aus den nahe gele⸗
genen luth. Gemeinden unsere Freude theilen und
durch ihr Beiwohnen erhöhen konnten.
Die Herren Pastoren Fricke und Schäfer hat⸗
ten die Güte, unserer Einladung zu folgen und
uns durch ihre Mitwirkung zu erbauen auf un⸗
sern allerheiligsten Glauben.
Past. Fricke predigte Vormittags über das
sonntägliche Evangelium Matth. 21, 1—9.
Past. Schäfer des Nachmittags über die Kirch⸗
weih-Epistel Offenb. 21, 2—5.
Der treue Gott gebe uns gnädiglich seinen Se⸗
gen, daß der ausgestreute Same möge hundert⸗
fältig Frucht bringen. Amen.
Am Montag versammelte sich die Gemeinde mit
den l. Gästen wieder, um auch den Kirchhof durch
Gottes Wort und Gebet einzuweihen. Gott gebe,
daß alle auf demselben Beerdigten auf den Ruf
des Sohnes Gottes mögen auferstehen zum ewi⸗
gen Leben. Amen! J. G. Kunz.
Auch in der nächsten Nähe von St. Louis, in
Caronde let, hatten die dasigen Lutheraner vor
kurzem die Freude, ihre neue Kirche feierlich ein⸗
weihen zu können. Es geschah dies am 4. Sonn⸗
tage des Advents durch Hrn. Past. Th. Brohm.
Die hiesige Concordia nahm an dieser Feier um
so herzlicher Theil, da die luth. Gemeinde in Ca-
rondelet schon längere Zeit von den Studenten
der Concordia allsonntäglich mit der Predigt des
Wortes Gottes bedient worden war und bis zu
Anstellung eines ständigen Predigers auch noch
ferner versorgt werden soll. Alle, welche Zion
lieben, wollen auch des kleinen Carondeleter Zion
gedenken und demselben Glück wünschen, daß es
wachse innerlich und äußerlich zur Ehre dessen,
der auch dieses Gemeinlein sich festiglich erwäh⸗
let hat. Amen!
Kirchliche Nachrichten.
Es wird hiermit die Anzeige gemacht, daß der
Candidat des heil. Predigtamtes, Herr Wil-
helm Achenbach aus Darmstadt, Großherzog⸗
thum Hessen, der seine theologischen Studien auf
dem Concordia⸗Collegium zu St. Louis, Mo.,
gemacht und darauf das vorgeschriebene Eramen
wohl bestanden, nachdem derselbe von der
deutschen ev. luth. IZmmanuelsgeme inde zu Grand
Rapids, Mich., einen ordentlichen Beruf erhal⸗
ten hatte, von dem Unterzeichneten im Austrage
des Präsidiums der Synode von Missouri Nördl.
Districts am 2. Sonnt. des Advents den 7. Dec.
d. J. feierlich nach unserer Agende ordinirt und
in sein Amt eingewiesen wurde. — So ziehe denn
das liebe Jesuskindlein, das ja auch heute noch
immer in seinem heil. Wort und in seinen Sa⸗
cramenten zu uns kommt, nun auch in dieser
Gemeinde, die nach dem Wegzug ihres vorigen
lieben Seelsorgers nun über ein ganzes Jahr hat
ohne eigenen Prediger müssen dastehen, mit desto
reicherem Segen ein und gede, daß bei seiner
anderen herrlichen Zukunft zum großen Gericht
auch hier Viele seien, die ihm entgegen gehen
können als eine Braut ihrem Bräutigam, ge⸗
schmuͤckt mit dem himmlischen Hochzeitskleide und
»der Lampen, Oel und Licht“ in ihren Händen.
Die Adresse des lieben Bruders ist:
REV. W. ACIENBACH,
Grand Rapids, Mich.
A. Hügli.
Nachdem die evangelisch⸗lutherische St. Jo-
hannisgemeinde zu Johannisburg bei Buffalo,
N. Y., sich von der Synode von Buffalo und da⸗
mit von ihrem frühern Pastor um falscher Lehre
und hierarchischer Praxis willen losgesagt, so hat
sie Herrn Pastor H. Hauser von Rainham, C.
W., ordentlich berufen. Dieser hat den Ruf
mit Bewilligung seiner bisherigen Gemeine an-
genommen und ist im Auftrage unsres Hochw.
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