Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 23, Nummer 6 › Seite 47

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 15. November 1866, Seite 47

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Anhang

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schen und vor ihren Strafen mehr fürchtest als
vor Gott und seinen Strasen — da stehts
schliumm mit dir. Du sollst dich aber nicht
fürchten vor denen, die den Leib nur tödten
können, die Seele aber nicht zu tödten vermö⸗
gen — du sollst dich vielmehr fürchten vor Gott,
der Leib und Seele verderben kann in die Hölle.
Sieh doch, wie die lieben Apostel gethan haben
und die heil. Märtyrer! Diese sollten auch
gehorchen den Menschen mehr als Gott — sie
thaten es nicht und litten darüber alle Martern.
Das bewunderst du — nicht wahr? Aber sel⸗
ber maͤgst du nicht dran? Armer Mensch, so
bist du auch noch nicht geschickt zum Reiche
Gottes. Wer Menschen, Strafen, Tod, Feuer,
Schwert mehr scheut als Gottes Gerichte, der
ist ein Götzendiener und hat kein Theil am
Reiche Christi. Also bedenke dich wohl! Noch
ist es Zeit. Dulde nicht, daß man Christo seine
Gewalt nimmt, dulde nicht, daß man dich deiner
christlichen Rechte beraube. Bekenne, streite,
leide darüber — es ist der Mühe und des
Schmerzes auf Erden werth. Ist dein Christus
dir nicht so viel werth, daß du für ihn Alles
gern hingibst?“

Die Mormonen in Illinois. Es
sollen 10,000 Joe-Smith-Mormonen in Illi—
nois und den angrenzenden Staaten sein.
Ihre bedeutendste Niederlassung ist Plano, ein
strebsamer Ort, etwa 50 Meilen von Chicago.
Dort residirt Joseph Smith, „Prophet, Priester
und König“ der Heiligen vom jüngsten Tag,
kraft der Handauflegung seines bekannten Va—
ters, „Joseph Smith der Märtyrer,“ wie ihn
die Getreuen nennen. Ohne Zweifel gab die
Ermordung des Mormonen-Propheten dem
Fortschritt dieser neuen und eigenthümlichen
Religion einen neuen Impuls. Smith ver—
theidigt auf's Entschiedendste das Princip der
Monogamie, und dies ist der Hauptunterschied
zwischen den Illinois- und Utah-Mormonen.
Joseph Smith ist nicht reich, und im Gegen—
satz zu dem Reichthum und weltlicher Gesinnung
Brigham Roung's, sucht er Etwas darin, in
seiner Haltung und Kleidung wirklich ärmlich
zu sein. Er trägt beinahe schäbige Kleider
und macht keinen Anspruch auf Gelehrsamkeit
und feinere Bildung. Seine Manieren sind
herzlich und ungeheuchelt, und seine Popula⸗
rität unter seinen Anhängern ist unbegränzt.
Die „Gentiles“ dortiger Gegend sprechen in
jeder Beziehung gut von dieser Gemeinde.
Sie ist moralisch, ordentlich und fleißig, so daß
sie einer Gesellschaft von Quäkern gleicht.

Außerdem ist es bemerkenswerth, daß, wäh—
rend die Mormonen Utahs größtentheils aus
Ausländern bestehen, die Mormonen in Illi—
nois fast sämmtlich Amerikaner und höher ge—
bildeke Leute sind, als die Heiligen am Salzsee.

Ausbreitung des Chiliasmus in
England. Dem „Observer' vom 9. Nov.
zufolge berichtet hierüber der Londoner Cor—
respondent des „American Presbyterian'? also:
„Unter der Geistlichkeit der herrschenden (der
Episcopal-) Kirche geht die allgemeine Erwar—
tung, daß die persönliche Wiederkunft Christi
nahe vorhanden sei und daß die Dinge schlim⸗

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mer und schlimmer werden müssen, bis daß er
kommt. Deshalb fügt man sich fast ohnt Mur⸗
ren in die Dinge, wie sie sind.“

Perpetua.

Als der Kaiser Severus (193—211 nach
Chr. Geb.) wider die Christen wüthete, wurden
in Karthago viele Männer und Frauen zu Blut—
zeugen der Wahrheit. Unter diesen war Per—
petua, eine junge vornehme Frau, die einen
Sängling an ihrer Brust trug. Als sie mit
vielen Andern in's Gefängniß geführt wurde,
folgte ihr Vater, der noch ein Heide war, nach,
und bat sie, ihren Glauben zu verleugnen; aber
sie sprach: „Ich kann nicht anders sagen, als
daß ich eine Christin bin.“ Anfangs war ihre
Gefangenschaft leidlich; die Christen durften sie
besuchen und mit ihr sich gemeinsam erbauen
aus dem Worte GOttes. Aber bald nachher
wurde ihr ein dumpfer, enger Kerker an⸗
gewiesen, und der Säugling von der liebenden
Mutter getrennt. Als sie verhört werden sollte,
ging ihr Vater, der seine Tochter zärtlich liebte,
noch einmal zu ihr: „Habe Mitleid mit meinen
grauen Haaren,“ bat er, „habe Mitleid mit
deinem Kinde, das dich nicht überleben kann,
laß dich erweichen, denn wenn du umkommst,
werden wir vor allen Menschen zu Schanden.“
Er küßte ihre Hände, warf sich ihr zu Füßen
und bat sie mit Thränen. Liebend neigte sich
Perpetua zu ihm herab und bat ihn, sich in den
göttlichen Willen zu fügen, sie könne, sie dürfe
nicht anders. Noch auf der Stätte des Ver—
hörs drängte sich ihr Vater bittend und weh—
klagend herzu, und der Richter ermahnte sie, sich
ihres Vaters und ihrts Kindes zu erbarmen.
„O wie jammert mich sein kummervolles Al⸗
ter,“ sprach sie, „aber dennoch — ich bin eine
Christin.“ Sie wurde verurtheilt, den wilden
Thieren vorgeworfen zu werden, und starb unter
langen Kämpfen mit hoher Freudigkeit. —

Lerne an diesem leuchtenden Vorbilde christ—
licher Glaubenstreue zunächst dein träges,
gleichgültiges, leidenscheues Herz, dann aber
auch den Sinn der Worte Christi verstehen
(Luc. 14, 26.): „So Jemand zu Mir kommt
und hasset nicht seinen Vater, Mutter, Weib,
Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein
eigen Leben, der kann nicht Mein Jünger sein.“

(Sonntagsbote.)

Sintemal ihr Gewissen sie bezeuget.
Nöm. 1.
Kaiser Nero in Rom, derselbe blutdürstige

Tyrann, welcher seine Gemahlin Oktavia, seine—

Mutter Agrippina, seinen Lehrer Seneka hin—
richten ließ, — er war es, unter dessen Regie⸗
rung und auf dessen Befehl die erste Christen⸗
verfolgung im römischen Reiche verhängt
wurde. Petrus starb in Rom am Kreuze,
Paulus starb in Rom durch das Schwert. Was
für ein Ende aber nahm Kaiser Nero? Seine
eigenen Unterthanen empörten sich wider ihn.
Man suchte ihn, — er floh. Als er endlich
nicht mehr ausweichen konnte, sprach er:
„schändlich habe ich gelebt, noch schändlicher
will ich sterben“ — und fiel in sein eigen

Schwert. — (Gideon.)

Missionsfest.

Am 19. Sonntag p. Trin. hatte die ev.⸗luth.
Gemeinde zu Prairie Town, Madison Co.,
die Freude, in ihrer Mitte ein Missionsfest
feiern zu können, woran auch die benachbarten
Gemeinden von Neu⸗Gehlenbeck und Dorsis
regen Antheil nahmen. Herr Professor Brauer
und Pastor Heineman wareu als Festprediger
eingeladen. Die Collecte von Vor- und Nach⸗
mittag betrug zusammen 68 Doll. und 40 Cts.
Bei dem günstigen Wetter konnten die Gäste,
welche weder Mittags noch Abends im Schul⸗
hause hinreichend Raum fanden, tm Freien
bewirthet werden.

Tobias Rösch, Past.

Kirchliche Nachrichten.

Am 21. Sonntag p. Trin. wurde Herr Past.
M. Tirmenstein, nachdem derselbe mit Bewil⸗
ligung seiner früheren Gemeinde in Port Rich⸗
mond, einen Ruf der nengegründeten ev.-luth.
Gemeinde in Providence, R. I., angenommen
hatte, von dem Unterzeichneten in sein Amt
eingeführt. Der HErr sei ihm Sonne und
Schild. Past. Otto Hanser.

Adresse: Rev. M. Tirmenstein,

care of Rev. Mr. Chr. Ruckert,
No. 92 North Main Str.,
Providence, R. J.

Das
Geheimniß der Bosheit

im
römischen Pabstthum,
aus seinen
Lehren und Werken dargethan.
Nach den zuverlässigsten Quellen.
Von C. J. H. Fick.

—

Wir beeilen uns, dieses wichtige, längst mit
Sehnsucht erwartete Buch unseres th. Pastor
Fick, das so eben die Presse verlassen hat und
bei A. Wiebusch u. Sohn dahier für den Preis
von 50 Cts. broschirt (Postporto 4 Cts.), und
75 Cts. (Postporto 8 Cts.) in Leinwand gebun⸗
den zu haben ist, den l. Lutheranerlesern nicht
nur anzuzeigen, sondern auf das dringendste
zum sofortigen Anschaffen und fleißigsten Durch⸗
lesen zu empfehlen. Je mehr in unseren Tagen
das Pabstthum mit aller Macht sich wieder auf—
rafft und dem Pabst und seinem antichristischen
Reich das durch die Reformation tödtlich ver—
wundete Horn wieder wächs't; je ernster die durch
den Pabst, als den rechten großen Widerchrist,
der Kirche drohende Gefahr dadurch wird, daß
es unserm Erzfeind, dem Teufel, gelungen ist,
selbst in die Kirche der Reformation, in die
Kirche vom reinen Wort und Sacrament eine
Richtung nach Rom hin hereinzubringen und
vielen entarteter Söhnen Luthers den Mund
zu stopfen, daß sie es nicht mehr wagen, mit
Luthern und der lutherischen Kirche den Pabst
frei und ungescheut als den rechten Antichrist
zu bekennen: desto mehr thut uns ein Buch noth,
welches klar und bündig das Geheimniß der
Bosheit in dem autichristischen Pabstthum nach—
weis't und vor Jedermanns Augen offen dar⸗
legt. Nun, diesen gottseligen Zweck erfüllt
gegenwärtiges Buch in meisterlicher, sieghafter
Weise und spricht sich darüber in der Einleitung

selbst also aus:

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