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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 15. Oktober 1868, Seite 30
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stätte des rühmlichst bekannten Orgelbauers
A. Pomplitz in Baltimore hervorgegangen,
ziert das Orgel⸗Chor und begleitet ebenso zart
und lieblich als kräftig den Gemeindegesang.
— Kurz. unsere neue Kirche ist,‚ was eine
Kirche sein soll, ein Tempel des HErrn Ze⸗
baoth, schön und prächtig geschmückt.
Am Sonntage der Einweihung Vormittags
hielt der der hiesigen Gemeinde unvergeßliche
Professor Brauer von St. Louis, ihr früherer
Pastor, die Weihpredigt über den Text Jos. 24,
V. 15.: „Ich und mein Haus wollen
dem HErrn dienen.“ Sein Thema war:
Die weise Wahl, dem HErrn zu die⸗
nen; wobei er die zwei Fragen beantwortete:
1. Was heißt, dem HErrn dienen?
2. Warum ist die Wahl, ihm zu die⸗
nen, eine weise? Nachmittags hielt Herr
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zur neuen Kirche, die sich bald füllte. Das
Weihgebet hielt der Pastor loei und die Predigt
über das Kirchweihevangelium Herr Pastor
Groß aus Buffalo, sein theurer Vorgänger,
noch vor einem Jahr Seelsorger hiesiger Ge⸗
meinde. Mit der Feier des heiligen Abeud⸗
mahls schloß der Haupt-Gottesdienst. Nach-⸗
mittags predigte Herr Pastor Brand aus Buf⸗
falo und Abends Herr Pastor Gottlieb aus
Port⸗Richmond, N. J., letzterer in englischer
Sprache.
Die Kirche selbst ist ein ihrem Zweck würdig
entsprechendes Gebäude. Sie macht nicht so
sehr einen imposanten, desto mehr aber einen
überaus lieblichen und anziehenden Eindruck.
Im byzantinischen oder dem sogenannten
Rundbogen⸗Styl erbaut, hat sie eine Tiefe von
72 Fuß; eine Breite von 40 Fuß; die Höhe
*— —ꝛͤ ͤö⁰Änres: — de.die
Festpredigt über Phil. 4, 4 — 7. Er ging von
dem Gedanken aus: In eine feine Kirche
gehören feine Christen, und wies nun
aus dem Text nach, was feine Christen
sind. Abends predigte in englischer Sprache
Herr Pastor Samuel Laird von der ersten eng⸗
üsch⸗luth. Gemeinde dahier über das Kirch—
weihevangelium, und zwar über die Worte:
„Heute ist diesem Hause Heil wider⸗
fahren.“ Die Predigt war vortrefflich.
Alle drei Gottesdienste, besonders der Vor⸗
mittags⸗ und Abendgottesdienst, waren so stark
besucht, daß die neue Kirche, in welcher 1600
Menschen bequem sitzen können, gedrängt voll
war und nicht nur alle Gänge mit Bänken be⸗
setzt werden, sondern auch eine ziemliche An⸗
zahl Zuhörer stehen mußten. Montag Abend
fand der Schlußgottesdienst statt, in welchem
Herr Pastor Wenzel von der zweiten deutsch⸗
luth. Gemeinde von Pittsburg über 1 Petri
2, 5. predigte. Derselbe redete vom Bau
eines geistlichen Hauses; 1. wie
man einen guten Grund legen und
fest, weit und hoch darauf bauen
müsse, und 2. wie über solchem Bau
aufgehe die Herrlichkeit des HErrn.
Dem treuen, barmherzigen Gott, der uns
Pittsburger in Jahrelangem Elend zusammen⸗
gehalten, ja, was den Bestand der Gemeinde
betrifft, gemehrt hat, sei Lob und Dank gesagt,
daß wir nun endlich wieder ein eigenes geräu⸗
miges und freundliches Gotteshaus haben,
darin wir ihm ungestört und ungehindert die⸗
nen können! Er helfe nun weiter, wie er bis
hieher geholfen hat, und segne uns und fördere
das Werk unserer Hände bei uns zu seines
Namens Ruhm und Preis! Amen.
J. A. F. W. Müller.
Mit jeder Nummer bringt der „Lutheraner“
neue Nachrichten von Kirchweihen, die hier
und dort innerhalb unsers Synodalkreises ge⸗
feiert worden sind. Wer sollte sich da nicht
von Herzen freuen und dem HErrn der Kirche,
der zum guten Pflanzen und Begießen so sicht⸗
lich sein Gedeihen gibt, nicht brünstig danken,
so oft dergleichen Nachrichten ihm durch den
„Lutheraner“ gebracht werden? — Der liebe
Leser erhält hiermit die Nachricht von einer
fröhlichen Kirchweihe, die wir kürzlich hier in
Richmond haben feiern durfen. Am 23. August
als am 11. Sonntage nach Trinitatis hatte die
ev.⸗-luth. Bethlehems-Gemeinde dahier die große
Freude, ihre neuerbaute Kirche dem Dienste
des Dreieinigen Gottes weihen zu können.
Morgens halb 10 Uhr versammelte sich die
Gemeinde nochmals in ihrem alten Kirchlein.
Unterzeichneter hielt eine Abschiedsrede, mit
welcher er den Beicht⸗Gottesdienst verband.
Hierauf zogen die Anwesenden in Procession
änden beträgt 22 Fuß und in der
Mitte 27 Füß; de erbaute
und mit einem vergoldeten Kreuz gezierte
Thurm hat eine Höhe van 105 Fuß. Die
Kirche im Innern weiter zu beschreiben, scheut
sich der Unterzeichnete, um nicht zu viel Raͤum
im „Lutheraner“ zu beanspruchen. Es genügt,
zu sagen, daß das Innere mit der ganzen Kirche
auf das schönste harmonirt. Die Kosten des
Baues belaufen sich auf circa 511000. Daß
die hiesige kleine Gemeinde unter den hier
herrschenden drückenden Verhältnissen eine
solche Kirche hat erbauen können, das hat Der
gethan, der die Herzen in seiner Hand hat und
sie wie Wasserbäche lenkt. Freilich lastet nun
eine Schuld von wenigstens 57000 auf der
kleinen Gemeinde und nach menschlicher Rechen⸗
kunst würde es trübe aussehen. Allein Gott
wird auch hier weiter helfen, nachdem er alles
so weit hat gedeihen lassen. Allen Schwester⸗
gemeinden, wie auch den einzelnen Brüdern,
die unser bei unserem Kirchbau so freundlich
gedacht haben, sei hiermit nochmals herzlich
edankt. Der HErr vergelte ihnen nach seiner
erheißung.
Da bereits in unserem Hülferuf im vorigen
Jahrgang des „Lutheraner“ ein kurzer Bericht
über die Gründung und den Fortgang hiesiger
Gemeinde gegeben worden ist, so will der Un⸗
terzeichnete hier nicht wiederholen.
So halte denn der Heérr seine schützende
Hand ferner über Kirche und Gemeinde. Er
lasse die hier ausgestreute Saat seins selig⸗
machenden Evangeliums lieblich aufgehen und
gebe zum Wachsthum nach innen und außen
sein Gedrihen. Amen.
L. Loch ner.
Die ev.⸗luth. Gemeinde zu Eisleben, Scott
Co., Mo., hatte am sechsten Sonntag nach
Trinitatis die Freude, ihre neuerbaute Kirche
dem Dienste des dreieinigen Gottes zu weihen.
Dieselbe ist aus Bruchsteinen erbaut, 40 Fuß
lang und 28 Fuß breit, mit einem netten
Thürmchen.
Obschon die Hitze am selbigen Tage sehr
groß war, so hatten sich doch viele Gäste aus
Nah und Fern eingefunden. Pastor Kücker
hielt die Beichtrede, der Unterzeichnete hielt
den Altar⸗Gottesdienst und sprach das Weih⸗
gebet, worauf Pastor Müller über Ebr. 10,
22—24. predigte. Am Nachmittage predigte
der Unterzeichnete über Ps. 93, 5. Auch hatte
sich Herr Lehrer Härtel aus Cape Girardeau
mit seinem Sängerchor eingefunden, und trug
durch Aufführung mehrerer Gesangstücke am
Vor⸗ und Nachmittage viel zur Erhöhung des
Festes bei. So sei denn diese Kirche sammt
der noch kleinen Gemeinde dem Schutze Gottes
befohlen; Er lasse Seine Augen stets über die⸗
selbe offen stehen, und lasse sie wachsen nach
Innen und Außen, damit vielen Seelen Heil
widerfahre und Seines Namens Ehre groß
werde an diesem Orte! F. W. John.
Kirchliche Nachrichten.
Am achten Sonntag nach Trinitatis, den
2. August d. J., hatte die evang.-lutherische
Immanuelsgemeinde zu Bay City die große
Freude, ihren jüngst berufenen und gewonne⸗
nen Pastor H. Partenfelder, der so eben sein
Triennium auf dem ersten theologischen Semi⸗
nar zu St. Louis absolvirt haste, unter sich
ordinirt und in sein Amt eingeführt zu sehen.
Der Unterzeichnete vollzog auf Anordnung des
hochwürdigen Herrn Präses O. Fürbringer die
Ordination und Einführung des lieben Bru⸗
ders, ohne die Mitwirkuug lieber Amtsbrüder
als Assistenten erlangen zu können. ö
Der HErr stehe dem jungen Hirten der auf⸗
blühenden Stadtgemeinde gnädig bei, sein Amt
Ihm, dem treuen Erzhirten Seiner Heerde, zu
allem Wohlgefallen auszurichten und viel Frucht
zum ewigen Leben zu wirken!
Frankenlust, den 12. Sept. 1868.
F. Sievers, Pastor.
Adresse: Rev. H. Partenfelder,
Bay City, Mich.
Nachdem Herr Pastor Polack von der durch
die Wegberufung des Herrn Pastor Riedel
vacant gewordenen Gemeinde in Cape Girar—
deau einen ordentlichen Beruf erhalten und
mit Zustimmung seiner früheren Gemeinde den⸗
selben angenommen hatte, ist derselbe im Auf⸗
trage des hochwürdigen Präsidiums westlichen
Districts am 12. Sonntage nach Trinitatis,
unter Assistenz des Herrn Pastor John, von
dem Unterzeichneten bei seiner neuen Gemeinde
eingeführt worden.
Des HErren Segen begleite ihn!
F. Köstering.
Adresse: Rev. G. Polack,
Cape Girardeau, Mo.
Herr Pastor J. M. Johannes hat einen
orrentlichen Beruf von zwei Gemeinden, näm⸗
lich von der St. Johannes-Gemeinde in Lacon,
Ill., und der Dreieinigkeits-Gemeinde, zehn
Meilen davon, erhalten, und denselben mit
Zustimmung seiner vormaligen Gemeinde in
New Wells, Mo., angenommen. Im Auftrage
des hochwürdigen Präsidiums westlichen Di⸗
strices ist derselbe von dem Unterzeichneten am
14. Sonntage nach Trinitatis in beiden Ge⸗
meinden feierlich in sein Amt eingeführt worden.
Der Schreiber Dieses hat die gedachten Ge⸗
meinden seit acht Monaten mit Wort und Sa⸗
crament bedient. Es ist dies ein ganz neues,
großes und hoffnungsreiches Arbeitsfeld. Der
gnädige Gott kröne das Werk des lieben Bru⸗
ders auf demselben mit seinem reichen Segen.
Paulus Heid.
Adresse: Rev. J. M. Johannes,
Lacon, IIl.
Der liebe Gott hat es uns endlich gelingen
lassen, unsere neue Kirche hier in Carver,
Minn., am 14. Sonntag nach Trin. feierlich
einzuweihen. Past. Horst predigte Vormittags
über das Kirchweih⸗Evangelium, Past. Fischer
hielt die Abschiedsrede, und Nachmittags pre⸗
digte derselbe über einen freien Text. Der Un⸗
terzeichnete hielt eine Predigt in englischer
Sprache. Der treue und barmherzige Gott
erhöre das Gebet seiner Kirche: „Hilf deinem
Volk und segne dein Erbe“!
Victor Both.
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