Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 25, Nummer 4 › Seite 31
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 15. Oktober 1868, Seite 31
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Synoden
Herr Pastor Johannes Karrer, früher an
der deutschen lutherischen Gemeinde zu Zions⸗
burg, Minnesota, uachdem er von meiner seit⸗
herigen Filiale, der deutschen, ev.⸗luth. Drei⸗
einigkeits-Gemeinde zu Town Richmond, Os⸗
ceola Co., Mich., (nahe bei Big Rapids, Mi⸗
chigan) berufen und diesem Rufe, als einem
von ihm für göttlich anerkannten, gefolgt war,
ist im Auftrage des hochwürdigen Präsidiums
nördlichen Districts unserer Synode am Mitt⸗
woch nach dem 14. Sonntage nach Trinitatis,
den 16. Sept. 1868, nach kirchlichem Brauche
vor versammelter Gemeinde von dem Unter⸗
zeichneten in sein neues Amt eingewiesen wor⸗
den. — Der HErr schenke auch diesem Seinem
Knechte Mund und Weisheit, daß er aus Gna⸗
den viele Frucht schaffe zum ewigen Leben!
Lisbon, Kent Co., Mich., 19. Sept. 1868.
Franz W. Schmidt, Pastor.
Adresse: Rev. Joh. Karrer,
Hersey P. O., Osceola Co., Mich.
Am 16. Sonntage nach Trinitatis wurde
Herr Pastor T. Nösch, früher in Prairietown,
Ill., nachdem er einen ordentlichen Beruf von
der ev.⸗luth. St. Pauls-Gemeinde in Town
Montpelier, Kewaunee Co., Wise., erhalten
und mit Zustimmung seiner frühern Gemeinde
angenommen hatte, von dem Unterzeichneten
im Auftrag des Ehrw. Herrn Vicepräses des
nördl. Districts unserer Synode Pastor Lochner
inmitten seiner neuen Gemeinde unter Ver⸗
pflichtung auf sämmtliche Bekenntnißschriften
unserer Kirche feierlich introducirt.
Gott der HErr sei ihm Sonne und Schild,
und lasse ihn, den Schwergeprüften, in diesem
nördlichen Klima recht dald seine sehr ge⸗
schwächte Gesundheit erstarken sehen, und viele
Frucht schaffen fürs ewige Leben!
Ahnepee, Kew. Co., Wisc., Oct. 1. 1868.
Ch. F. Keller.
Adresse: Rev. T. Rösch,
Ellisville P. O., Kewaunee Co., Wisc.
Füllsteine.
Zweierlei, was der Vernunft des natürlichen
Menschen durchaus widerspricht, muß auf
Grund der heil. Schrift mit unerschütterlichem
Glauben festgehalten werden. Das Eine ist,
daß der Tod Christi ein wahrer und wirklicher
gewesen sei und daß er seinen Geist in die
Hände seines himmlischen Vaters befohlen, die
Seelt sich also vom Leibe geschieden habe.
Das Andere ist, daß bei dieser Trennung
die persönliche Vereinigung der göttlichen und
menschlichen Natur in ihm dennoch unauf⸗—
gelös't geblieben sei.
Wer jenes leugnete, der leugnete auch die
Kraft des stellvertretenden und genugthuenden
Sühnopfers und dessen Vollendung im Tode
Christi, als der Sünde Sold; und dann be—
hielte natürlich der Tod, als der König der
Schrecken, seine alte Kraft über uns, theils in
der Furcht des Todes vor seinem Eintritt,
theils in dem Fühlen des Stachels und der
Bitterkeit des Todes im Gewissen als ein
Strafgericht Gottes bei seinem Eintritt, theils
in seiner Macht und Herrschaft nacch seinem
Eintritt, daß er uns nämlich in den ewigen
Tod der höllischen Pein hinabstürzt.
Wer dieses leugnete, der leugnete auch die
von Christo, dem Gotimenschen, vollbrachte
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Versöhnnng und Erlösung; denn wie der
Gottmensch für uns gelitten hat, gekreuzigt,
gestorben und begraben ist, so ist auch der
Gottmensch zur Höllen gefahren, auferstanden
und gen Himmel gefahren, um sich zur Rechten
Gottes zu setzen und wiederzukommen, zu
richten die Lebendigen und die Todten. Wäre
es möglich und denkbar, daß auch nur in einem
einzigen Augenblick und sonderlich in dem
seines Todes eine Trennung des Sohnes
Gottes von der zu persönlicher Vereinigung
an- und aufgenommenen menschlichen Natur
stattgefunden habe, so wäre seine Person zer⸗
rissen und also unsere Versöhnung und Er⸗
lösung unmöglich.
Wie das Händchen eines Kindleins eine
Perle ebenso fassen und behalten kann als die
Hand eines erwachsenen starken Mannes, also
kann ein Schwachgläubiger den ganzen
Christus im Evangelio ebenso fassen und be⸗
halten als ein Starkgläubiger.
So gewiß der Glaube an Christum nur
durch das Evangelium und Saerament un—
mittelbar gestärkt wird, so gewiß wird er da—
durch geschwächt, wenn der Gläubige nachläßt,
ihn durch die Liebe zu bethätigen.
An Gemeinden, Gemeindevorstäude, Pa⸗
storen und Kirchenliebhaber.
Daß gute Gemälde zu den schönsten und
besten Zierden eines dem Gottesdienste gewid—
meten Hauses gehören, wird gewiß nur ein
Schwärmer oder ein für alles Schöne un⸗
empfindlicher Mensch bestreiten. Wie alle gute
Künste, so soll nicht nur, so kann auch die
Malerei in den Dienst des HErrn treten. Ein
schönes, den Gekreuzigten oder sonst eine Per⸗
son oder Thatsache der heiligen Geschichte und
Offenbarung darstellendes Bild ist nicht nur
eine schon für die kleinsten Kinder lesbare
Schrift, sondern für jeden Beschauer eine ein⸗
drückliche Predigt. Fällt das Auge des in ein
Gotteshaus Eintretenden sogleich auf ein Ge⸗
mälde, welches einen heiligen Gegenstand an—
schaulich darstellt, so bereitet dieß sogleich die
rechte Stimmung in ihm vor. Wer hat je ein
wirklich gutes kirchliches Bild betrachtet, ohne
einen heilsamen und oft unauslöschlichen Ein⸗
druck davon zu erhalten? So ist denn zu wün⸗
schen, daß, da in unseren Gemeinden immer
mehr, auch schöne und große, Kirchen gebaut
werden, diese auch jenen Schmuck erhalten.
Hierzu bietet sich denn gegenwärtig eine gute
Gelegenheit dar. In unserem hiesigen Pre—
digerseminar befand sich bisher auch ein junger
Maler, welcher durch seine körperliche Schwäch⸗
lichkeit genöthigt worden ist, sein Studium, ob⸗
wohl mit schwerem Herzen, aufzugeben und sich
wieder seiner Kunst zu widmen; es ist dieß
Herr W. Wehle. Nach den Proben, welche
derselbe bereits von seiner Kunstfertigkeit ge⸗
liefert hat, fühlen wir uns gedrungen, denselben
allen denjenigen dringend zu empfehlen, welche
geneigt sind, eine Kirche oder auch ihr eigenes
Zimmer mit einem einen christlichen Gegen⸗
stand darstellenden Gemälde zu schmücken.
Unsere hiesige Kirche zum heiligen Creuz hat
ein von dem Genannten gemaltes Bild des Ge⸗
kreuzigten, welches alle unsere Kirchgänger
jeden Sonntag wahrhaft erbaut und mit Be⸗
wunderung erfüllt. Herr Wehle führt seinen
Pinsel nicht nur mit großer Fertigkeit, sondern
mit inniger Liebe zu den heiligen Gegenständen,
die er darzustellen sucht. Man merkt es seinen
Productionen an, daß sie der Hand eines
Mannes entkommen, dessen Herz zugleich mit⸗
arbeitet. Da Herrn Wehle außer der tech⸗
nischen Fertigkeit zugleich die Gabe der Erfin⸗
dung und Composition in seltenem Grade ver⸗
liehen ist, so ist er im Stande, irgend einen ge⸗
wünschten Gegenstand gewiß zu voller Befrie⸗
digung auszuführen. Nicht reich werden, son⸗
dern der Kirche noch immer dienen wollend,
stellt er seine Preise so niedrig, als es ihm mög⸗
lich ist. Möge denn die schoͤne Gabe, die der
HErr auch in diesem Künstler unserer Kirche
geschenkt hat, recht vielfach gebraucht werden!“
Man wende sich mit seinen Offerten an ihn
unter der Adresse: Mr. W. Wehle, Concordia
College, St. Louis, Mo. ö
—
Bitte.
Alle diejenigen, die übrige Exemplare des
fünften Berichtes der nördlichen Districts⸗
Synode vom Jahre 1859 und vom siebenten
Bericht der östlichen Districts-Synode vom
Jahre 1861 an Hand haben, werden hiermit
freundlich ersucht, dieselben an den Unterzeich⸗
neten einzusenden. M. C. Barthel.
Quittung und Dank.
Für arme Studenten erhielt durch Past. J. Rup⸗
precht in North Dover. O., von Herrn F. Schröder 32.00;
von Th. Hagemann 814.00; einen Theil der Collecte hei
Getegenheit des Missionsfestes in Collinsville 22.08 (für die
Brunnschen); durch Frau Anna Koch vom werthen Frauen⸗
verein in Minden, Ill., 320.25 3 durch M. Wege in Au⸗
gusta. Mo., von der Gemeinde daselbst 32.00; desgl. von
F. D. (verspätet) 81.00.
Für Brunn's Seminar, gesammelt auf dem Mis⸗
sionsfest zu Collinsville, 550.00. C. F. W. Walther.
Für den Seminarhaushalt: Von der Swats
Prairie-Gemeinde des Hrn. Past. Rösch 84.253 von Lehrer
Emmtrich in Lowell Pl; von den Herren Müllern Kalbfleisch
und Lange dahier 6 Faß Mehl; von den Herren Müllern
Brockschmidt und Co. 3 Faß Mehl; von Gärtner Bönig
dahier 353 von den Herren Müllern Leonhardt und Schu⸗
richt 12 Faß vom besten Mehl; von Heinz u. Sohn aus der
Bremer Gemeinde 25 Krautköpfe, 1 Bush. weiße Rüben,
1 Bush. Gurken, 1 Busy. Zwiebeln und 84; von Cobert
daselbst 1 Wagen voll Küchengemüse, 3 Faß Gemüse; von
Wiebracht sen. dahier 1 Faß Mehl; von Seifenfabrikant
Haas dahier 2 Kisten Seift.
Für arme Studenten: Durch Pastor Aulich auf
E. Wehrmanns Kindtaufe ges. 43.053 durch N. N. aus
Patterson von N. J. 810, für Demeiro; von Past. Claus
und einigen Gemeindegliedern 8103 vom Frauenverein in
Bremen 6 wattirte Decken, von dem in Lowell 7 wollene
Decken und von Frau Waltke daselbst 1 wollene Decke; durch
Past. Stamm Hochzeits-Coll. 318.50 für Hunziker; durch
Past. Th. Mießler collectirt auf der Hochzeit seines Bruders,
des Herrn Pastor Br. Mießler 812.05; desgl. 3 Stränge
Wolle von Frau Engel Meier. A. Crämer.
Fürdie Gemeinde in Champaign City, JIII.,
durch Herrn Pastor Stubnaßy in Fort Wayne von Gliedern
seiner Gemeinde nachträglich 83.75 erhalten zu haben, be⸗
scheinigt mit herzlichem Danke Th. Buszin, Pastor.
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