Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 63, Nummer 1 › Seite 13
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1. Januar 1907, Seite 13
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Lutheraner 1
tüchtigen und christlichen Mann in New Hork anstelle und ihm
eine Office miete, was mindestens jährlich zweitausend Dollars
erfordere.“
Es ist erklärlich, daß die damals noch sehr kleine New
Hork-Lokalkonferenz, deren Glied Schreiber dieses in jener Zeit
war, diese Sache in die Hände nahm und sich fleißig umsah nach
„einem gewandten, tüchtigen und christlichen Mann“, den man
als Emigrantenmissionar anstellen könnte. Gott lenkte ihr
Augenmerk auf P. Keyl, dessen Arzt, wie man erfuhr, erklärt
hatte, er müsse irgend eine Beschäftigung haben, wobei er sich
viel im Freien bewegen könne, wenn er wieder ein gesunder
Mann werden solle. Das war es ja gerade, was er als Emi—
grantenmissionar zur Genüge haben würde: tägliche Bewegung
im Freien. So wagte es die Konferenz in Gottes Namen, den
Versuch zu machen und ''. Keyl als Emigrantenmissionar auf
eigene Verantwortung hin anzustellen, wobei die einzelnen
Glieder sich persönlich verpflichteten, zunächst für ein Jahr für
seinen Gehalt zu sorgen. P. Keyl erkannte darin Gottes gnä—
dige Fügung, ihm aus seiner mißlichen Lage zu helfen, und
trat in die neue Arbeit ein. Nun durfte er zu seiner und zu
unser aller Freude es erfahren, was Gott mit ihm vorhatte,
als er ihn krank werden ließ und ihn dadurch nötigte, sein Anit
an seiner Gemeinde niederzulegen: Gott hatte ihn zum Emi—
grantenmissionar bestimmt. Wenn auch mit innerem Zagen,
so doch auch mit Lust und Eifer nahm er die neue Arbeit auf,
und siehe, bald zeigte es sich, daß er der rechte Mann war am
rechten Platz. Er lebte sich nicht nur mit Eifer und Geschick in
die ungewohnte Arbeit ein, sondern wurde dabei auch mehr und
mehr wieder ein gesunder Mann. H. H. Walker.
Zur kirchlichen Chronik.
Unser „Lutheraner“ beginnt mit der heutigen Nummer einen
neuen Jahrgang, den dreiundsechzigsten, und dank der freundlichen
Empfehlung und Bemühung vieler unserer Pastoren, Lehrer und
Gemeindeglieder in den letzten Wochen und Monaten wird er mit
dem neuen Jahre in einer ganzen Reihe von Familien regelmäßig
einkehren, in denen er bisher noch nicht gelesen worden ist. Möge
er allen alten und neuen Lesern im neuen Jahre zu reichem Segen
gereichen! Er hat für den neuen Jahrgang kein neues Progrannm,
sondern wird den alten Bahnen folgen und durch Lehrartikel seine
Leser in der Erkenntnis der heilsamen Lehre fördern und gründen,
vor falscher Lehre und seelenverderblichem Irrtum warnen, die be⸗
sonderen Gefahren, die dem Christenleben unserer Zeit und unsers
Landes drohen, nennen und nach Gottes Wort beleuchten, von dem
Ergehen der Kirche im allgemeinen und unserer Synode im be—
sonderen, insonderheit auch von dem Laufe des Evangeliums in der
Welt und dem großen Werke der Mission berichten, Ereignisse in
Kirche, Welt und Zeit ins Licht des göttlichen Wortes rücken, von
vergangenen Zeiten der schristlichen Kirche zur Lehre für die Gegen⸗
wart erzählen und sonst mancherlei bringen, was seine Leser
unterrichten, mahnen, erfreuen und trösten kann. Wollen sie
darum den „Lutheraner“ auch im neuen Jahre freundlich aufneh—
men und ihn andern empfehlen, vor allem aber diejenigen, die an
ihm arbeiten, mit treuer Fürbitte begleiten, damit sie ihres Amtes
in rechter Weise warten, und der „Lutheraner“ das sei und bleibe,
was er sein soll und sein will, ein rechter Lutheraner und Zeuge
der Wahrheit, zur Ehre des HErrn und zum Heil und Segen der
Gemeinde. L. F.
Noch in einer andern Weise können namentlich Pastoren un⸗
serer Synode den „Lutheraner“ fördern und dazu helfen, daß er
seine Aufgabe ausrichte und allen alles werde, nämlich, wenn sie
für ihn die Feder ansetzen und schreiben. Es hat ganz gewiß so
mancher in unserm Kreise von Gott nach dieser Richtung hin Gaben
empfangen, die sich zum gemeinen Nutzen erweisen sollten. Je
mehr an einem Blatte, das zunächst und vor allem für unsere Ge⸗
meinden bestimmt ist, mitarbeiten, desto mannigfaltiger kann der
Inhalt dieses Blattes gestaltet werden. Da könnte der eine einen
Lehrartikel schreiben, der andere aus der Mission berichten, beson⸗
ders wenn er sich auch amtlich damit befassen muß als Glied einer
Missionskommission, ein dritter könnte von einer Lehranstalt Mit⸗
teilungen machen, zumal unsere Synode dies ausdrücklich ange—
ordnet hat und es von denen, die an den Lehranstalten wirken,
erwartet, ein vierter könnte besondere Erfahrungen aus dem Amts⸗
und Gemeindeleben berichten ꝛc. Es braucht nicht immer eine
längere Abhandlung zu sein, sondern gerade kürzere Artikel sind
oft zweckentsprechend und erwümscht. Dabei darf man sich nicht
irre machen lassen, wenn auch einmal eine Einsendung nicht gleich
oder aus irgend einem Grunde überhaupt nicht erscheint. Der
Schreiber dieses hat auch schon manches für den „Lutheraner“ ge⸗
schrieben und dann doch nach erneuter Prüfung nicht drucken lassen.
— Bei dieser Gelegenheit möchten wir noch eins einmal zur
Sprache bringen. Es betrifft die Todesanzeigen und Ehrenge⸗
dächtnisse heimgegangener Prediger und Lehrer unserer Synode.
Nach bisherigem Gebrauche erscheint zuerst, freilich oft auch erst
nach einer Reihe von Wochen, eine kurze Todesanzeige und dann,
nach Verlauf von mehreren Monaten oder noch längerer Zeit, eine
ausführlichere Lebensbeschreibung, die dann öfters, weil nun doch
einmal schon geraume Zeit seit dem Todesfall verstrichen ist, noch
eine Zeitlang auf den Druck warten muß. Dabei ist es bei der
großen Ausdehnung unserer Synode ganz natürlich, daß manche
der Heimgegangenen der großen Mehrzahl der Leser kaum deni
Namen nach bekannt waren und also eine ausführlichere Lebens⸗
beschreibung kaum angezeigt ist, zumal wenn der Lebenslauf im
beschränkten Kreise verlaufen ist. Wir geben es deshalb unsern
Pastoren, die gewöhnlich mit der Verabfassung eines solchen Ehren⸗
gedächtnisses beauftragt werden, zu bedenken, ob es nicht besser
wäre, wenn in der Regel gleich mit der Todesanzeige die weiteren
Angaben über Lebensalter. Amtsalter, Berufsstätten ꝛc. des Ent⸗
schlafenen gemacht würden und so die Todesanzeige gleich zu einem
kurzen Lebenslauf gestaltet würde, wie ein solcher ganz gewiß von
jedem treuen Diener unserer Kirche in unserm Kirchenblatt ver⸗
öffentlicht werden soll. Würde eine solche Anzeige in dem rechten
Maße gehalten und gleich nach dem Begräbnis eingesandt wer⸗
den, so könnte sie auch immer gleich in der folgenden Nummer des
„Lutheraner“ erscheinen. Dabei soll es nicht ausgeschlossen sein,
daß das Leben solcher Männer ausführlicher geschildert wird, die
besonders mit der Geschichte unserer Synode verwachsen und jedem
Leser dieses Blattes dem Namen und vielen von ihnen persön⸗
lich bekannt waren, wie der treuverdiente Emigrantenmissionar
St. Keyl. L. F.
Wer die Holy Rollers' sind, möchte ein Leser des „Luthe⸗
raner“ gern wissen, da diese Schwärmer in seiner Nachbarschaft
ihr Unwesen treiben.
Orten, wo sich Gemeinden unserer Synode finden, sich zeigen. Wir
teilen mit, was wir in einem Wechselblatte über die Erweckungs⸗
versammlungen dieser neuen Sekte gelesen haben, demzufolge es
in diesen noch toller hergehen muß als seinerzeit in den berüchtig⸗
ten amp moctings“ der schwarzen Methodisten und Baptisten.
In dem Bericht heißt es: „Es ist etwas Gewöhnliches, gegen Ende
der Versammlung junge Frauen in den verschiedensten Stadien
der Hysterie anzutreffen und alle Teilnehmer in größter Aufregung
zu sehen. Regeneration“, Wiedergeburt, ist das Hauptziel des so⸗
Wir hören auch, daß sie au manchen andern
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