Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 66, Nummer 1 › Seite 5

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 11. Januar 1910, Seite 5

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Regiſter · Miſſion 8

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S er 2„Tuthevaned 5

ihr bei all enrer Werkheiligkeit sterben in euren Sünden. —
Nein, die Gerechtigkeit konimt nicht aus dem Gesetz, sondern
durch den Glauben an JEsum Christum, wie geschrieben steht:
„Christus ist des Gesetzes Ende; wer an den glaubet, der ist
gerecht“, Röm. 10, 4. Der Kern und Stern, das A und O
der ganzen christlichen Religion ist Christus.

Ach, es tut wahrlich not, daß wir in dieser letzten bösen
Zeit auch gerade im Hinblick auf den ganzen Logenschwarm
fleißig beten:

Hilf, daß der losen Spötter Hauf'

Uns nicht vom Wort abwende;

Denn ihr Gespött, samt ihnen drauf,

Mit Schrecken nimmt ein Ende.

Gib du selbst deinem Donner Kraft,

Daß deine Lehre in uns haft',

Auch reichlich bei uns wohne. —
S.

—

Aus der Anstalt für Schwachsinnige und Epileptische.

Das neue Heim für Schwachsinnige und Epileptische in
Watertown, Wis., ist am 12. Dezember vorigen Jahres einge⸗
weiht worden. Welch einem dringenden Bedürfnis wird da⸗
durch zum Teil abgeholfen! Etwa hundert Insassen können
darin beherbergt werden. Das ist freilich eine kleine Zahl,
wenn man bedeukt, daß nahezu vierhundert Anmeldungen aus
den Kreisen der Syunodalkonferenz vorhanden sind. Doch un⸗
sere Freude ist groß, daß der HErr diese Anstalt aus kleinen
Anfängen so weit gebracht hat. Er wird uns auch weiter
helfen. Ist doch das Werk, das in unserer Anstalt getrieben
wird, in erster Linie ein Missionswerk, das darin besteht, diesen
unsern armen Mitbrüdern und Mitschwestern das eine, das
not ist zu ihrer Seligkeit, zu bringen, ihnen die süße, selig⸗
machende Gotteswahrheit zu verkümdigen, daß IEsus Christus,
Gottes Sohn, auch für sie in diese Welt gekommen ist, sie ewig
selig zu machen. Der SErr hat diese Arbeit schon mit viel
Segen gekrönt, ja hat schon manche reife Frucht, manches arme
Kind, das in unserer Anstalt seinen Heiland kennen und lieben
gelernt hatte, durch einen seligen Tod in seine himmlische Her⸗
berge aufgenommen.

O daß die Liebe der Christen doch auch für dieses nützliche
und segenbringende Werk sich je mehr und mehr betätigen
möchte! In den letzten Jahren hat leider unsere Anstalt nicht
die Unterstützung erfahren, die wir beim Beginn unserer Arbeit
erhofft haben. Seit der übersiedelung von Watertown nach
Milwaukee haben wir mit einem großen Defizit in unserer
Haushaltskasse zu kämpfen. Dieses rührt zum Teil daher,
daß wir eine Anzahl Infassen haben, die ganz oder zum größ⸗
ten Teil auf die mildtätige Liebe ihrer Mitchristen angewiesen
sind, da sie Kinder armer Leute sind. Sollten wir sie deshalb
zurückweisen? Durften wir sagen: Solange ihr nicht die ge⸗
forderten 5150.00 für euren Unterhalt aufbringen könnt, blei⸗
ben euch unsere Türen verschlossen? Wir konnten es nicht
übers Herz bringen, so zu handeln, wenn wir auch oft voraus⸗
sahen, daß unsere Haushaltskasse dabei zu kurz kommen würde.
Ferner ist uns in manchen Fällen mehr Kostgeld versprochen
worden, als wir bekommen haben. Auch infolge bedeutender
Mehrausgaben für Miete in Milwaukee ist es gekommen, daß
im Laufe der Jahre sich ein großer Defizit ergeben hat. Dieses
Geld ist zeitweilig aus unserer Baukasse genommen worden in

der Hoffnung, daß die Gelder für den Haushalt mit der Zeit
besser fließen würden und wir dann die entstandene Schuld
würden zurückzahlen können. Diese unsere Hoffnung hat sich
bis jetzt nicht verwirklicht; im Gegenteil sind, wie ein jeder
aus den Quittungen unsers Kassierers ersehen kann, die Kol⸗
lekten für die Haushaltskasse weniger geworden.

Der Unterzeichnete ist darum von dem Direktorium der
Anstalt beauftragt worden, die große Not unserer Kasse den
Christen innerhalb der Synodalkonferenz, die seinerzeit uns
zu diesem Werk ermuntert und deren Kinder wir um JEsu
willen aufgenommen haben, ans Herz zu legen und sie zu bit⸗
ten, für unsere Anstalt ihre Gaben zu bringen. Wohl wird
es mir nicht leicht, dieses Bittgesuch angesichts der großen Aus⸗
gaben unsers Synodalkörpers auszusenden; aber meine Zu⸗
versicht besteht darin, daß der HErr IEsus weiß, wie dringend
unsere Not ist, und er ein über die Maßen reicher SErr ist,
reich iiber alle, die ihn anrufen. Er wird unser Werk, das
sein Werk ist, nicht untergehen lassen, sondern dafür die Chri⸗
stenherzen willig machen. Ihm sei unsere ganze Sache in
Gnaden befohlen!

Im Namen und Auftrag des Direktoriums der Anstalt
für Schwachsinnige und Epileptische

F. H. Eggers.

Bur kirchlichen Chronik.

Amerika.

An alle Pastoren unserer Synode möchte der Unterzeichnete
auch an dieser Stelle die herzliche Bitte richten, ihre Parochial⸗
berichte für das „Statistische Jahrbuch“ unverzüglich an ihn ein⸗
zusenden. Dieselbe Bitte geht an die Distriktspräsides, ohne deren
Berichte die Zusammenstellung der Parochialberichte und der Druck
überhaupt nicht beginnen kann, an die Vorsitzer der Missionskom⸗
missionen, die Direktoren der Lehranstalten, die Vorsteher der
Wohltätigkeitsanstalten, Kinderfreundgesellschaften und andere,
von denen ein Bericht erwartet wird. Die Arbeit der Zusammen⸗
stellung wird bedeutend erleichtert, und das Buch kann auch eher
erscheinen, wenn alle Berichte pünktlich und vollstän⸗
dig eingesandt werden. L. F.

„Laienbewegung.“ In kirchlichen Blättern ist jetzt wieder
viel von einer sogenannten „Laienbewegung zur Evangelisation
der Welt“ die Rede. Um diese Bewegung zu fördern, wurde kürz⸗
lich eine große Versammlung in Philadelphia abgehalten, an der
Leute aus allen Ständen, Rechtsgelehrte, Arzte, Handelsherren
und ihre Angestellten. Fabrikanten und Arbeiter ꝛc., sich beteilig⸗
ten. Im Laufe des Winters und Frühlings sollen noch in
75 Städten der Vereinigten Staaten ähnliche Versammlungen
abgehalten werden. In einem uns vorliegenden Bericht heißt es:
„Es sind nicht mehr bloß die Pastoren, die für die Predigt des
Evangeliums in der ganzen Welt eintreten, sondern die Laien
haben die Sache aufgenommen und zu ihrer Sache gemacht.
Die Laien verwenden zur Förderung der Sache ihren scharfen
praktischen Verstand, ihre Tatkraft und ihr Geld.“ — Es ist gut,
wenn wir uns vergegenwärtigen, wie weit eine „Laienbewegung“
echt biblisch ist und daher auch bei uns sich finden soll. Christi
Befehl, der Welt das Evangeliunm zu predigen, ist allerdings den
Laien, das heißt, allen Christen, gegeben, wie aus Matth. 28,
19. 20; 1 Petr. 2, 9 und vielen andern Schriftstellen klar her⸗
vorgeht. Evangelium in der Welt ausbreiten, das ist die eigent⸗
liche Aufgabe, die die Christen als Christen in der Welt haben.

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