Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 6, Nummer 3 › Seite 18

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1849-10-02, Seite 18

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Loge · rutheriſche ainche 1 · Leutheriſce airhe

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ster, sondern allein Christus, und sollt dich Christen bekennen. Aber wenn du es dafür hältest, daß des Luthers Lehre evangelisch und des Pabstes unevangelisch sei, so mußt du den Luther nicht so gar hinwerfen, du wirfest sonst seine Lehre auch mit hin, die du doch für Christus Lehre erkennest. Sondern also mußt du sagen: Der Luther sei ein Bube oder Heiliger, da liegt mir nichts an; seine Lehre aber ist nicht sein, sondern Christi selbst. Denn du siehest, daß die Tyrannen nicht damit umgehen, daß sie nur den Luther umbringen, sondern die Lehre wollen sie vertilgen, und von der Lehre wegen tasten sie dich billig an, und fragen dich, ob du lutherisch seist. Hie mußt du wahrlich nicht mit Rohrworten reden, sondern frei Christum bekennen, es hab ihn Luther, Claus oder Georg gepredigt. Also schreibt auch Paulus an Timotheum II, 1, 8.: Schäme dich nicht des Zeugnisses unseres HErrn, noch meiner, der ich um seinetwillen gebunden bin. Wenn hie Timotheo genug gewesen wäre, daß er das Evangelium bekennete, hätte ihm Paulus nicht geboten, daß er sich sein auch nicht schämen sollte; nicht als der Person Pauli, sondern als der um des Evangelii willen gebunden war. Wo nun Timotheus hätte gesagt: Ich halte es nicht mit Paulo noch mit Petro, sondern mit Christo, und wußte doch, daß Petrus und Paulus Christum lehrten, hätte er doch Christum selbst damit verleugnet. Denn Christus spricht Matth. 10. von denen, die ihn predigen: Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; wer euch verachtet, der verachtet mich. Warum das? Darum, daß sie seine Boten (die sein Wort bringen) also halten; darum ist's gleich, als er selbst und sein Wort also gehalten würden." (Werke. Hall. XX, 136. 137.)

Aus obiger Darlegung ist jedoch nun ferner klar, warum wir fort und fort bekennen müssen, daß die sogenannte evangelisch-lutherische Kirche keine andere, als die Eine heilige allgemeine christliche Kirche sei. Der einfache Grund ist, weil, wollten wir uns dies nehmen lassen, wir damit verleugnen würden, daß der Glaube, den wir bekennen und der in unseren Symbolen niedergelegt ist, der allgemeine christliche Glaube sei; denn ist er dies, sind unsere Bekenntnisse die Stimme der wahren Kirche (woran kein Lutheraner zweifelt und was auch nimmer widerlegt werden kann), so müssen diejenigen, welche diesen Glauben haben und bekennen, auch nothwendig die wahre Kirche sein; gestünden wir also zu, daß unsere Symbole nicht den Glauben der allgemeinen Kirche, sondern nur unsere unmaßgeblichen Meinungen enthalten, so machten wir uns damit selbst zu einer Secte.

Man wird freilich sagen, daß man ja der lutherischen Kirche die Eine heilige allgemeine christliche Kirche zu sein absprechen könne und dieselbe darum nicht zur Secte machen müsse, sondern für einen Zweig, für eine Abtheilung der ersteren, kurz, allein für eine Particularkirche anerkennen könne. Allein, wir wiederholen es, so willig wir eingestehen, daß die einzelnen Gemeinden, welche sich lutherisch in der That und Wahrheit nennen, Particularkirchen sind, auch daß die ganze Summe dieser sichtbaren rechtgläubigen Gemeinden*) doch nur eine Particularkirche ist, so ist doch die Summe dieser Gemeinden nicht die lutherische Kirche, zu der wir gehören wollen und die wir meinen, wenn wir von der lutherischen Kirche reden, sondern die Gesammtheit aller derer, welche, mögen sie nun den lutherischen Namen tragen oder nicht und mögen sie nun in einer sogenannten lutherischen Particularkirche sich äußerlich befinden oder nicht, den lutherischen Glauben in ihrem Herzen tragen und je nach der Stufe der Erkenntniß, auf welcher sie stehen, denselben auch bekennen. Wollten wir zugestehen, daß die lutherische Kirche, zu der wir uns allein bekennen und für die wir kämpfen, nur eine rechtgläubige Particularkirche sei, so würden wir uns selbst dessen schuldig geben, daß wir mit unserm ausschließenden Namen und mit unserem abgeschlossenen Bestehen Partheiungen, Spaltungen und Trennungen in der Kirche anrichteten, aber dies sei ferne von uns! wir wollen, wenn wir sogenannte lutherische Gemeinden zu sammeln trachten, nicht für eine Parthei in der Kirche (die wir etwa nur, wie der Reformirte seine reformirte, der Evangelische seine evangelische, der Methodist seine methodistische ꝛc. Kirche, für die beste achten), sondern für die allgemeine christliche Kirche wirken.

*) Daß sichtbare kirchliche Gemeinschaften auch nur in einem uneigentlichen Sinne Kirchen genannt werden, dies haben wir schon anderwärts dargelegt.

Nur Ein Weg wäre uns übrig, auf welchem wir unserer lutherischen Kirche ihre Katholicität nehmen lassen könnten, ohne uns Lutheraner damit selbst für Glieder und Diener einer Secte oder Parthei in der Kirche zu erklären, wenn wir nemlich annähmen, daß es mehrere Kirchen gäbe, welche wahre Kirchen seien, trotz des verschiedenen Glaubens und Bekenntnisses, das dieselben haben. Aber mag man in unsern Zeiten immerhin an den Verschiedenheiten der sogenannten Denominationen in der Lehre, als an einem lieblichen Farbenspiele der göttlichen Wahrheit, sich ergötzen, ja mögen jetzt die meisten sogenannten gläubigen Theologen selbst dem ärgsten Rationalismus seine Berechtigung mitten in der Kirche zugestehen, wir bleiben in Einfalt bei Gottes Wort, welches uns sagt: wie es nur Einen Gott, Einen Christus und Einen Weg zur Seligkeit gibt, so gibt es auch nur Einen Glauben, also Eine Wahrheit und Eine-Kirche, dieser Einen Wahrheit Pfeiler und Grundveste. Alles, was man jetzt vorgibt von möglicher Gemeinschaft des Lichtes und der Finsterniß, Christi und Belials, des Tempels Gottes und des Götzenhauses dieser Welt und der menschlichen Vernunft, das alles achten wir daher für des Teufels eitle Trügerei in diesen letzten finsteren Zeiten, damit, wo es möglich wäre, auch die Auserwählten verführt werden möchten in den Irrthum.

Es ist keine Lehre so närrisch oder schändlich, die nicht auch Zuhörer und Schüler finde.
Luther.

„Das Wissen blähet auf, aber die Liebe bessert. So aber sich jemand dünken läßt, er wisse etwas, der weiß noch nichts, wie er wissen soll. 1 Cor. 8, 1. 2.

Ueber diesen Spruch macht der alte Kirchenlehrer Bernhardus folgende schöne Bemerkung:

Du siehest, daß der Apostel die, welche viel wissen, nicht lobt, wenn sie die Art und Weise nicht wissen, wie sie wissen sollten; du siehest, die Frucht und den Nutzen des Wissens setzt er in die Art und Weise des Wissens. Was will er also anderes sagen, als daß du wissen sollest, in welcher Ordnung, mit welchem Fleiß und mit welchem Endzwecke man alles wissen müsse? In welcher Ordnung, daß du nemlich das zuvörderst wissest, was am meisten zur Erlangung der Seligkeit nöthig ist; mit welchem Fleiß, daß du das am eifrigsten zu wissen dich bemühest, was am heftigsten zur Liebe Gottes und des Nächsten bewegt; mit welchem Endzweck, daß du nichts zu eitler Ehre und zu deinem Ruhme, sondern alles zu deiner und anderer Seligkeit zu wissen begehrest.

(Eingesandt.)

Darf ein Christ sich den sogenannten geheimen Gesellschaften anschließen?

(Fortsetzung.)*)

P. Nach deiner natürlichen Geburt bist du eine armselige Creatur, Carl!

C. Ja, ein armer, verlorner und verdammter Sünder, wie unser Katechismus lehrt und ich von Herzen bekenne.

P. Untüchtig zu allem Guten —

C. Gott sei gelobt, daß das nun anders geworden.

P. Nicht wahr, du kannst dich nun deines lieben Heilandes getrösten, hast Frieden für deine Seele, freust dich der göttlichen Kindschaft, und des herrlichen Erbes, das uns beigelegt im Glauben, hast auch einen andern Geist in dir, und neues Leben und geistliche himmlische Kräfte zu allerlei gutem Werk, Gott zum Ruhme und Preis?

C. Wollt Gott, ich gebrauchte sie nur besser, aber da muß ich immer noch klagen, wie der heilige Apostel Röm. 7.

P. Wer muß nicht in diese Klagen mit einstimmen; aber es ist dennoch ganz anders und besser geworden. Kräfte zu einem gottseligen Leben sind noch da, und Lust dazu, sie zur Ehre Gottes anzuwenden, wenn es denn auch im Leben und Wandel nicht so geht, wie es sollte, sondern noch viel Schwachheit mit unterläuft.

C. Nun ja doch, aber was hat das mit den geheimen Gesellschaften zu thun?

P. Das ist's eben, was ich auch nicht einsehen kann, und wollt's gern von dir erfahren, denn du geberdest dich ja, als verdanktest du alles dies den geheimen Gesellschaften.

C. Das ist mir noch nie in den Sinn ge-

*) Durch eine sonderbare Verkettung der Umstände ist der Abdruck dieser Fortsetzung verzögert worden. D. R.

English translation AI translation

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ter, but Christ alone, and shalt confess thyself a Christian. But if thou holdest that Luther's doctrine is evangelical and the Pope's unevangelical, then thou must not cast Luther away so utterly, else thou castest away with him his doctrine also, which thou yet acknowledgest to be Christ's doctrine. But thus must thou say: Let Luther be a knave or a saint, that concerns me not; but his doctrine is not his, but Christ's own. For thou seest that the tyrants do not go about merely to kill Luther, but the doctrine they will destroy, and on account of the doctrine they rightly lay hands on thee, and ask thee whether thou be Lutheran. Here thou must verily not speak with reedy words, but freely confess Christ, whether Luther, Claus, or George hath preached Him. Thus also Paul writes to Timothy, II, 1, 8.: Be not thou therefore ashamed of the testimony of our Lord, nor of me His prisoner. If here it had been enough for Timothy that he confessed the Gospel, Paul would not have commanded him not to be ashamed of him also; not as of the person of Paul, but as of one who was bound for the Gospel's sake. Now if Timothy had said: I hold not with Paul nor with Peter, but with Christ, and yet knew that Peter and Paul taught Christ, he would yet have denied Christ Himself thereby. For Christ saith, Matth. 10., of those who preach Him: He that receiveth you receiveth me; and he that despiseth you despiseth me. Why so? Because they hold His messengers (who bring His Word) thus; therefore it is the same as if He Himself and His Word were thus held." (Works. Halle ed., XX, 136. 137.)

From the foregoing exposition, however, it is now further clear why we must confess continually that the so-called Evangelical Lutheran Church is no other than the One holy universal Christian Church. The simple reason is that, if we should let this be taken from us, we should thereby deny that the faith which we confess, and which is laid down in our Symbols, is the universal Christian faith; for if it is this, if our Confessions are the voice of the true Church (of which no Lutheran doubts, and which also can never be refuted), then those who have and confess this faith must necessarily also be the true Church; if we therefore should concede that our Symbols contain not the faith of the universal Church, but only our private opinions, we should thereby make ourselves a sect.

It will indeed be said that one can deny to the Lutheran Church that it is the One holy universal Christian Church, and need not on that account make it a sect, but can acknowledge it as a branch, as a division of the former, in short, merely as a particular church. But, we repeat it, however willingly we admit that the individual congregations which in deed and truth call themselves Lutheran are particular churches, and also that the whole sum of these visible orthodox congregations*) is yet only a particular church, nevertheless the sum of these congregations is not the Lutheran Church to which we desire to belong, and which we mean when we speak of the Lutheran Church, but the totality of all those who, whether they bear the Lutheran name or not, and whether they outwardly are in a so-called Lutheran particular church or not, carry the Lutheran faith in their hearts, and, according to the degree of knowledge on which they stand, also confess the same. Were we to concede that the Lutheran Church, to which alone we confess ourselves and for which we contend, is only an orthodox particular church, we should thereby declare ourselves guilty of causing, with our exclusive name and with our separate existence, factions, divisions and separations in the Church; but this be far from us! When we seek to gather so-called Lutheran congregations, we desire to labor, not for a party in the Church (which we should esteem the best only as the Reformed man does his Reformed, the Evangelical his Evangelical, the Methodist his Methodist, etc., church), but for the universal Christian Church.

*) That visible ecclesiastical communions are called churches even only in an improper sense, this we have already set forth elsewhere.

There would remain to us only One way by which we could let our Lutheran Church be deprived of its catholicity without declaring ourselves Lutherans thereby to be members and servants of a sect or party in the Church, namely, if we should assume that there were several churches which are true churches, in spite of the different faith and confession which they have. But though in our times men may take delight in the differences of the so-called denominations in doctrine, as in a lovely play of colors of the divine truth, yea, though now most of the so-called believing theologians concede even to the worst Rationalism its right in the midst of the Church, we abide in simplicity by God's Word, which tells us: as there is only One God, One Christ and One way to salvation, so there is also only One faith, therefore One truth and One-Church, the pillar and ground of this One truth. All that is now pretended of a possible fellowship of light and darkness, of Christ and Belial, of the temple of God and the idol-house of this world and of human reason, all this we therefore esteem the Devil's vain deceit in these last dark times, in order that, if it were possible, even the elect might be led into error.

There is no doctrine so foolish or shameful that it does not also find hearers and disciples.
Luther.

"Knowledge puffeth up, but charity edifieth. And if any man think that he knoweth any thing, he knoweth nothing yet as he ought to know. 1 Cor. 8, 1. 2.

Upon this saying the old church teacher Bernard makes the following fine remark:

Thou seest that the Apostle praises not those who know much, if they know not the manner in which they ought to know; thou seest, he places the fruit and profit of knowledge in the manner of knowing. What else then would he say, than that thou shouldst know in what order, with what diligence and to what end one must know all things? In what order, that thou knowest first of all that which is most needful for the attainment of salvation; with what diligence, that thou strivest most eagerly to know that which most strongly moves to the love of God and of the neighbor; to what end, that thou desirest to know nothing for vain honor and for thy glory, but all for thine own and others' salvation.

(Communicated.)

May a Christian join the so-called secret societies?

(Continuation.)*)

P. By thy natural birth thou art a miserable creature, Charles!

C. Yes, a poor, lost and condemned sinner, as our Catechism teaches and I from the heart confess.

P. Unfit for everything good —

C. God be praised, that this is now otherwise.

P. Is it not so, thou canst now comfort thyself with thy dear Savior, hast peace for thy soul, rejoicest in the divine sonship, and in the glorious inheritance which is laid up for us in faith, hast also another spirit in thee, and new life and spiritual heavenly powers for every good work, to the praise and glory of God?

C. Would to God I used them only better, but there I must still complain, as the holy Apostle, Rom. 7.

P. Who must not join in these complaints; but yet it has become wholly otherwise and better. Powers for a godly life are still there, and desire to employ them to the honor of God, even though in life and walk it goes not as it should, but much weakness still creeps in.

C. Well, yes, but what has that to do with the secret societies?

P. That is just what I also cannot see, and would gladly learn from thee, for thou behavest as if thou owedst all this to the secret societies.

C. That has never yet come into my

*) By a singular concatenation of circumstances the printing of this continuation has been delayed. Ed.