Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 6, Nummer 3 › Seite 23

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1849-10-02, Seite 23

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abendmahl 1 · SGeiz 5 · Union 2 · Union 3 · Synoden

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liebte, zu thun haben. Das ist eben das Element der Altlutheraner, in welchem sie sich gefallen, und das einzige Unterscheidungszeichen zwischen uns und ihnen; was aber vor Gott, dem Allliebenden, ein Greuel, und jedem guten Menschen ein Abscheu sein muß.“

Der liebe Leser sieht hieraus wohl zur Genüge, was für Herren diejenigen Prediger sind, welche durchaus lutherisch sein wollen und doch gemischte Gemeinden bedienen, und was für ein Geist in einer Conferenz und Synode herrsche, welche von solchen Predigern gebildet werden. Erst sagt man sich feierlich los von der falschen Kirche und sucht damit den Rechtgläubigen Sand in die Augen zu streuen; wenn aber die Rechtgläubigen auch entschiedene Reinigung von allem Falschen verlangen, ehe sie in eine kirchliche Gemeinschaft eingehen wollen, dann wirft man sich wieder mit der alten, „nie rostenden“ Liebe den Stimmführern der falschen Kirche in die Bruderarme, und spricht den Rechtgläubigen natürlich aus großer Liebe alle Liebe ab und erklärt das Wesen derselben für greulich und abscheulich vor Gott und allen „guten Menschen“. Es will uns bedünken, Hr. F. W. hätte unsere Erklärung, daß die Indianapolis-Synode sich noch „nicht als rechtgläubig bewiesen habe in Lehre und Praxis“, nicht besser selbst rechtfertigen können, als durch dieses sein Verhalten; obwohl wir auch dadurch die Ueberzeugung noch nicht verloren haben, daß es einzelne höchst ehrenwerthe wackere Männer in der Indianapolis-Synode gibt, mit welchen wir uns brüderlich verbunden fühlen, die bereits gegen die in der Synode noch fortdauernde Religionsmengerei Zeugniß abgelegt haben.

Damit aber Herr F. W. wisse, daß er nicht sowohl gegen uns, als vielmehr gegen die ganze rechtgläubige lutherische Kirche zu Felde gezogen ist, so höre er, was Luther schreibt, den er hoffentlich für einen echten Lutheraner halten wird. Luther schreibt nemlich also in seiner Warnungsschrift an die zu Frankfurt: „In Summa, daß ich von diesem Stücke komme, ist mirs erschrecklich zu hören, daß in einerlei Kirchen oder bei einerlei Altar sollten beider Theil“ (Lutheraner und Reformirte) „einerlei Sacrament holen und empfahen und ein Theil sollte gläuben, es empfahe eitel Brod und Wein, das andere Theil aber gläuben, es empfahe den wahren Leib und Blut Christi. Und oft zweifele ich, ob's zu gläuben sei, daß ein Prediger oder Seelsorger so verstockt und boshaftig sein könnte und hiezu stillschweigen und beide Theil also lassen gehen, ein jegliches in seinem Wahn, daß sie einerlei Sacrament empfahen, ein jegliches nach seinem Glauben ꝛc. Ist aber etwa einer, der muß ein Herz haben, das da härter ist, denn kein Stein, Stahl noch Demant, der muß freilich ein Apostel des Zorns sein.“ Diese Worte gelten insonderheit solchen Predigern, welche den lutherischen Glauben bekennen und doch Reformirten in ihrer Gemeinde das heilige Abendmahl reichen. Es gibt aber auch solche „liebe“ Leute, wie Herr Weyl, welche den lutherischen Glauben vom heiligen Abendmahl verwerfen und die dennoch in großer Duldsamkeit solchen das heilige Abendmahl zu reichen jeden Augenblick bereit sind, die für ihre Person glauben, daß der wahre Leib und das wahre Blut JEsu Christi im heiligen Abendmahl sei und da mündlich gegessen und getrunken werde. Solche sehen mit großem Selbstgefühl auf die „greulich und abscheulich“ intoleranten „Altlutheraner“ herab. Luther gibt aber solchen „lieben Boten“ auch ihr Theil, und zieht an das Tageslicht, welche „Liebe“ solche liberale Abendmahlsspender ihren lutherischen Communicanten eigentlich erweisen, indem er in der angeführten Schrift also fortfährt: „Türken und Juden sind viel besser, die unser Sacrament leugnen und frei bekennen, denn damit bleiben wir unbetrogen von ihnen und fallen in keine Abgötterei. Aber diese Gesellen müßten die rechten hohen Erzteufel sein, die mir eitel Brod und Wein geben, und ließen mich's halten für den Leib und Blut Christi, und so jämmerlich betrögen. Das wäre zu heiß und zu hart; da wird Gott zuschmeißen in kurzem. Darum, wer solche Prediger hat oder sich deß zu ihnen versiehet, der sei gewarnet vor ihnen, als vor dem leibhaftigen Teufel selbst.“ (Opp. XVII, 2446.)

„Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme Schaden an seiner Seele?“ Matth. 16, 26.

T***, ein reicher Financier in Paris, hatte eine eiserne Thüre an einem abgelegenen Keller machen lassen, in welchem er seine ungeheuren Schätze anhäufte. Er stieg alle Tage in denselben herab, um den Götzen Mammon daselbst nach seinem Gefallen zu betrachten. Seiner Gemahlin blieb dieser unterirdische Aufenthaltsort ihres Gatten unbekannt, indem er vorgab, er gehe täglich eine Stunde allein spazieren. Der Schlosser, der dazu ein besonderes künstliches Schloß ausgesonnen, gab ihm gleich anfangs deshalb folgende Warnung: „Nehmen Sie sich vor dieser Springfeder ja in Acht, sie ist fürchterlich. Wenn dieselbe hinter Ihnen abschnappt, so fallen Sie unvermeidlich in die Falle, die Sie andern legen wollen.“ — Es flossen einige Jahre hin, und der unersättliche Geizhals sah seinen Schatz, den er fleißig besuchte, mit jeder Woche immer noch größer werden. Er wälzte sich mit Wollust auf den vollen Geldsäcken herum, fand das größte Vergnügen daran, sie zu zählen und sie in dem dunkeln Keller in Ordnung zu stellen, in welchem er seinem Götzen eine Art von Frohndienst völlig darbrachte.

Eines Tages, da er, wie gewöhnlich, in seiner Entzückung die Vergnügungen des schmutzigen Geizes schmeckte, und von seinem häßlichen Götzen ganz bezaubert war, vergaß er die unglückliche Springfeder nach der ihm ertheilten Vorschrift gehörig fest zu machen. Sie sprang ab, und — da war er mit seinem Schatze und der Verzweiflung eingeschlossen. Er rief, er schrie, wie man sich leicht vorstellen kann; aber dieser Ort war eine Gattung von unterirdischem, für Lebende unzugänglichem Grabmal, aus welchem man das Rufen oder wohl gar das Brüllen eines in Verzweiflung mit dem Tode Kämpfenden nicht vernehmen konnte. Wahrscheinlich rang er da, von seinen Reichthümern umgeben, gefoltert von den Qualen aller Entbehrungen, seine Hände — und starb endlich in ängstlicher Wuth mitten unter seinen angehäuften Geldsäcken, die er nun gewiß gern alle für einen Trunk Wasser oder einen Bissen Brod hingegeben hätte. Er starb in einer langsamen Todesmarter. — Indeß hatte man ihn vermißt, und an allen Orten vergebens gesucht, weil kein Mensch diesen Schlupfwinkel kannte. Einige Tage nachher hörte der Schlosser von diesem Verschwinden. Er muthmaßete den schrecklichen Vorfall, ging und zeigte den geheimen Ort an, und man brach sofort die Kellerthüre mit eisernen Stangen auf. Welch ein entsetzlicher Anblick! Man fand T*** mit wundgeriebenen Händen auf seinen Geldsäcken verhungert daliegen!

Gottselige Natur-Betrachtung.

Ihr hohen Berg', ihr lehret mich,
Daß meine Augen heben sich
Zum Berg, davon mir Hülfe kömmt,
Und meiner sich mein Gott annimmt.

Auf diesem solle ganz allein
Beruhen das Vertrauen mein,
Und wie ein Berg bestehen fest:
Denn er die Seinen nicht verläßt.

Auch ihr, ihr tiefe rauhe Thal',
Warnt mich für allem Sündenfall,
Dadurch man in die tiefe Höll
Kann hingeworfen werden schnell.

Ihr Wasser wallet, daß auch ich
Laß Wasser fließen bitterlich
Aus meinen Augen Tag und Nacht,
Und meine Missethat betracht.

Ihr Brunnen weiset mich zur Quell
Für meine abgematt'te Seel,
Zu Christi Wunden und sein'm Wort,
Mich draus zu laben immerfort.

Ihr schönen Früchte auf dem Feld
Euch mir vor meine Augen stellt,
Daß ich darum Gott danken soll,
Und werd der Frücht' des Glaubens voll.

Ihr Bäum' im Wald, ihr saget mir,
Daß, wenn Gott strafte nach Gebühr,
Ihr allzuwenig würdet sein
Zu Ruthen für die Sünde mein.

Ihr starke Fels und große Stein
Dem Fels des Heils mich heißet sein
Ergeben, und in seiner Stärk
Verrichten meiner Hände Werk.

O Berg des Himmels! nimm einmal
Zu dir mich in dein'n Freudensaal,
O Fels des Heils! erhalte mich
Im Glauben dein beständiglich.
Joh. Mich. Dilherr (gest. 1669).

Wichtigkeit des heiligen Abendmahls.

Luther schreibt an einem Ort: „Wenn man nicht für wahr wüßte und gewiß wäre, daß das Sacrament ein groß gewaltig Stück wäre in der christlichen Kirche, so könnte oder sollte man es daran erkennen, daß der Teufel das Sacrament so sehr anficht und angefochten hat durch so viel Schwärmer, Rotten und Secten; denn der Teufel ficht ja die größten Stücke christlicher Lehr am meisten an.“

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liked, to do. That is precisely the element of the Old Lutherans, in which they take pleasure, and the only mark of distinction between us and them; which, however, before God, the All-loving, must be an abomination, and to every good man a loathing."

The dear reader sees from this well enough what sort of gentlemen those preachers are who wish by all means to be Lutheran and yet serve mixed congregations, and what kind of spirit prevails in a Conference and Synod which is formed of such preachers. First one solemnly renounces the false church and seeks thereby to throw sand in the eyes of the orthodox; but when the orthodox also demand decided cleansing from all that is false before they will enter into any church fellowship, then one throws oneself again, with the old, "never-rusting" love, into the brotherly arms of the leaders of the false church, and denies to the orthodox, naturally out of great love, all love, and declares their nature abominable and detestable before God and all "good men." It would seem to us that Mr. F. W. could not better have justified our declaration, that the Indianapolis Synod has still "not proved itself orthodox in doctrine and practice," than by this his behavior; although we have not even thereby lost the conviction that there are individual most honorable, brave men in the Indianapolis Synod with whom we feel ourselves fraternally united, who have already borne witness against the religious mixture still continuing in the Synod.

But that Herr F. W. may know that he has taken the field not so much against us as rather against the whole orthodox Lutheran Church, let him hear what Luther writes, whom he will hopefully hold for a genuine Lutheran. Luther writes namely thus in his warning writing to those at Frankfurt: "In sum, when I come to this point, it is dreadful to me to hear that in one and the same church, or at one and the same altar, both parties" (Lutherans and Reformed) "should take and receive one and the same sacrament, and one party should believe that it receives mere bread and wine, the other party, however, believe that it receives the true body and blood of Christ. And I often doubt whether it is to be believed that a preacher or pastor could be so hardened and wicked as to keep silence on this and let both parties go on thus, each in its own delusion, that they receive one and the same sacrament, each according to its own belief, etc. But if there be one who must have a heart that is harder than any stone, steel or diamond, he must surely be an apostle of wrath." These words apply especially to such preachers as confess the Lutheran faith and yet give the Holy Supper to the Reformed in their congregation. But there are also such "dear" people, like Herr Weyl, who reject the Lutheran faith concerning the Holy Supper and who nevertheless in great tolerance are ready at any moment to give the Holy Supper to such, who believe for their own person that the true body and the true blood of JEsus Christ is in the Holy Supper and is there orally eaten and drunk. Such look down with great self-complacency upon the "abominable and detestable" intolerant "Old Lutherans." But Luther gives such "dear Messengers" also their portion, and brings to the light of day what "love" such liberal dispensers of the Supper actually show to their Lutheran communicants, continuing in the writing cited thus: "Turks and Jews are much better, who deny our Sacrament and openly confess it, for thereby we remain undeceived by them and fall into no idolatry. But these fellows must be the right high arch-devils, who give me mere bread and wine, and let me hold it for the body and blood of Christ, and so miserably deceive. That would be too hot and too hard; God will smash in before long. Therefore, whoever has such preachers or expects such of them, let him be warned against them as against the devil in the flesh himself." (Opp. XVII, 2446.)

"For what is a man profited, if he shall gain the whole world, and lose his own soul?" Matt. 16:26.

T***, a rich financier in Paris, had had an iron door made at a remote cellar, in which he heaped up his immense treasures. He descended into it every day, in order to behold the idol Mammon there at his pleasure. His wife remained ignorant of this subterranean abode of her husband, since he pretended that he went out daily for an hour's walk alone. The locksmith, who had devised a special artful lock for it, gave him at the very beginning the following warning: "Take good heed of this spring, I beg you; it is fearful. If it snaps shut behind you, you will inevitably fall into the trap which you wish to lay for others." — Some years passed by, and the insatiable miser saw his treasure, which he diligently visited, grow every week greater still. He rolled with voluptuousness upon the full money-bags, found the greatest pleasure in counting them and arranging them in order in the dark cellar, in which he paid his idol a kind of forced service to the full.

One day, when he, as usual, in his rapture was tasting the pleasures of filthy avarice, and was quite bewitched by his hideous idol, he forgot to make the unlucky spring fast, according to the direction given him. It sprang off, and — there he was shut in with his treasure and with despair. He called, he screamed, as one may easily imagine; but this place was a kind of subterranean tomb, inaccessible to the living, from which one could not hear the calling or even the roaring of one struggling with death in despair. Probably he wrestled there, surrounded by his riches, tortured by the torments of every privation, wringing his hands — and died at last in anguished fury in the midst of his heaped-up money-bags, which he would now surely gladly have given all for a draught of water or a morsel of bread. He died in a slow torture of death. — Meanwhile he had been missed, and sought in vain in all places, because no man knew this hiding-place. Some days afterward the locksmith heard of this disappearance. He surmised the dreadful occurrence, went and pointed out the secret place, and they immediately broke open the cellar door with iron bars. What a dreadful sight! They found T*** with chafed-raw hands lying on his money-bags, starved to death!

Godly Contemplation of Nature.

Ye lofty mountains, ye teach me
That my eyes lift themselves
To the mountain, whence help comes to me,
And my God takes me to heart.

On this shall wholly alone
Rest this confidence of mine,
And stand fast like a mountain:
For He forsakes not His own.

Ye also, ye deep rough valleys,
Warn me against every fall into sin,
Whereby one into deep hell
Can be cast down swiftly.

Ye waters surge, that I also
May let water flow bitterly
From my eyes by day and night,
And consider my misdeed.

Ye fountains point me to the Spring
For my fainting soul,
To Christ's wounds and His Word,
To refresh me therefrom evermore.

Ye fair fruits upon the field
Set yourselves before my eyes,
That I should give God thanks therefor,
And become full of the fruit of faith.

Ye trees in the wood, ye tell me
That, if God punished as is due,
Ye would be all too few
For rods for my sin.

Ye strong rocks and great stones
Bid me be given up
To the Rock of salvation, and in His strength
To perform the work of my hands.

O Mountain of heaven! take me once
To Thee into Thy hall of joy,
O Rock of salvation! preserve me
In Thy faith steadfastly.
Joh. Mich. Dilherr (d. 1669).

The Importance of the Holy Supper.

Luther writes in one place: "If one did not know for certain and were not sure that the Sacrament is a great, mighty thing in the Christian Church, one could or should recognize it by this, that the devil so greatly assails the Sacrament and has assailed it through so many enthusiasts, factions and sects; for the devil assails indeed the greatest parts of Christian doctrine the most."