Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 6, Nummer 7 › Seite 55
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1849-11-27, Seite 55
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Kirchengemeinſchaften 3 · Predigtamt. — 17
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als solche zum heiligen Abendmahle zuläßt, ohne daß sie ihrem Irrthum zuvor entsagen. Wir bekennen es auch ungeheuchelt, daß es gegen unsere Gewissen streitet, wenn eine lutherische Synode Glieder aufnimmt, nachher zum Redacteur ihres Organs macht, die den 10. Artikel der Augsburgischen Confession verwerfen und nur einen geistlichen Genuß des heiligen Abendmahls glauben (nicht lehren?), wie dieses in Woodville, Ohio, bei einem Missionsfeste geschah. Wir bezeugen hier öffentlich, daß wir nun und nimmermehr von unserer Synode und Gesellschaft verlangten, irgend welche altlutherische Ceremonien, außer den Bekenntniß-Ceremonien der lutherischen Kirche, anzunehmen und den bereits angegebenen Uebelständen abzuhelfen, um Gottes und unseres Gewissens willen. Warum sucht man also in jenem ganzen Briefe alle Schuld der Trennung auf uns zu werfen? Wir können nicht umhin, unserer ehemaligen Gesellschaft allen Ernstes das achte Gebot vorzuhalten:
„Du sollst nicht falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten."
Damit überlassen wir es auch jedem wahrheitsliebenden Leser zum eigenen Urtheil, ob im Jahre 1846 die Trennung der bairischen Brüder von der Michigan-Synode durch „Meinungen unwesentlicher Art" herbeigeführt worden ist, oder nicht. —
Endlich möchten wir noch dem ungenannten Herrn, der da meint, daß es „Thorheit" sei, einer aus dem Heidenthum gesammelten Gemeinde eine zuvor bestimmte Form aufzudrängen, weil der Geist sich selbst eine Form schaffe ꝛc.,—kurz sagen: daß wir bis jetzt nicht nöthig hatten, unserer Heidengemeinde, die eine christliche durch Gottes Gnade geworden ist, von der „zuvor bestimmten Form" etwas aufzudrängen; daß diese sich vielmehr herzlich darüber, sowie über den Katechismus Lutheri, besonders aber über das reine Wort und Sacrament, das ihr verkündigt und gereicht wird, freut; daß wir ferner die Klugheit, die der geehrte Herr besitzt und empfiehlt, verschmähen, weil wir die Formen, die der Geist, von dem er (wenn wir nicht irren) redet, schafft, durch Gottes Gnade theilweise einsehen und kennen gelernt haben an den vielen Secten, die sich dieses Geistes rühmen; besonders aber an den Methodisten, die hier unter den Indianern arbeiten, die sich, wie wir Augenzeugen waren, eine Form schaffen, mit der wir nichts zu thun haben wollen; denn wir glauben, daß, wenn „der Geist" treibt, die Füße über die Kanzel vor der versammelten Gemeinde hinauszuhängen, ferner, wenn der Geist treibt, den Ofen während der Predigt über den Haufen zu werfen, die Lichter bei nächtlichen Versammlungen auszublasen, zwei und drei Mal zu taufen ꝛc. ꝛc. ꝛc., — daß derselbe Geist zwar ein Geist, aber nicht der Geist ist, der in der heiligen Schrift waltet.
Schließlich bitten wir den klugen Herrn, einstweilen, bis er uns aus der heiligen Schrift und den Symbolen unserer Kirche überwiesen hat, daß unsere zuvor bestimmte Form unbiblisch sei, uns unsere Thorheit zu gut zu halten; kann er aber dieses nicht, was wir von vorn herein zu bezweifeln uns erlauben, so halten wir ihm das Wort des Apostels 1 Tim. 3, 6. vor; bitten ihn auch, er möge Ehrlichkeit halber den lutherischen Namen ablegen.
J. J. F. Auch,
F. Maier, Missionare.
Revivals.
Der „Lutheran Standard" theilt in seiner vorletzten Nummer zwei merkwürdige Zeugnisse mit, das eine aus einem episcopalistischen, das andere aus einem methodistischen („New York Advocate and Journal") Blatt, gegen die in den Kirchen dieses Namens und auch in der sogenannten amerikanisch-lutherischen aufgekommenen „neuen Maßregeln". Wir können nicht unterlassen, eins derselben, das Zeugniß des Methodisten, auch unseren Lesern mitzutheilen. Es lautet, wie folgt:
„Es kann nicht geleugnet werden, daß das System, für unsere Kirche Recruten anzuwerben (of recruiting our church), durch Revivals (gewaltsame Aufregungen) arg gemißbraucht worden ist, und daß der Glaube unserer Prediger und unseres Volks an die Heilsamkeit solcher religiöser Erregungen gewaltig erschüttert worden ist. Der Plan, eine vorübergehende Aufregung zu erzwingen mit Hülfe von Männern, die das Aufregen handwerksmäßig betreiben, ist für die Kirche von den unglückseligsten Folgen gewesen. Es fand sich, daß fabrikmäßig Bekehrte auch nur ein Eintagsleben hatten und daß die erfolgreichen Arbeiten der Erregungsprediger die Classen mit Probegliedern füllten, die regelmäßigen Prediger aber nur eine desto größere Mühe und das undankbare Geschäft hatten, dieselben ihrer sorglosen und irreligiösen Glieder zu entledigen. Ebenso sind aus verschiedenen Ursachen die Camp-Meetings völlig unfruchtbar geworden und viele unserer scharfsichtigsten Prediger und Glieder haben nöthig gefunden, die Aufmerksamkeit von ihnen abzulenken."
Die Kinderprocession.
Am 3ten Dezember 1800 Morgens haben die Bewohner in der Gegend St. Wolfgang bei Hohenlinden nicht vermuthen können, daß es Mittags um ihre ruhigen Hütten herum so stürmisch hergehen werde zwischen den Kaiserlichen und den Franzosen; sie schickten daher, wie gewöhnlich, ihre Kinder in die Schule zum Küster, welcher von ihren einsamen Höfen zwei bis drei Stunden Weges entfernt im Walde wohnte. Nach gehaltener Morgenschule saßen die Kinder ganz ruhig in der Stube und verzehrten mit gutem Appetit ihr Mittagsbrod, das sie von Hause mitgenommen hatten, und dachten an nichts. Da hörte man auf einmal den Lärmen des Gewehrfeuers und den Donner der Kanonen. Und der Küster, der gleich vermuthete, was das bedeute, ging hinaus und sah und hörte nun zu seinem Schrecken, daß das Treffen schon nahe sei, und daß die Kinder nicht mehr in ihre Heimath zurückkehren könnten. In der Angst seines Herzens faßte er einen Entschluß, der wohl der beste war, den er in dieser bedrängten Lage fassen konnte. Er holte das Kruzifix aus dem Kirchlein und stellte die Kinder Paar um Paar auf, und so zog er mit den Kleinen, ein geistliches Lied singend und das Zeichen des Friedens an der Spitze, über das Schlachtfeld, an den Panduren und Sanscülotten vorüber. Und die wilden Menschen thaten den Kindlein nichts zu Leide, und ließen sie fürder ziehen in Frieden. Und so kamen sie glücklich in St. Wolfgang an, wo die armen Waislein von den Einwohnern freundlich aufgenommen und verpflegt wurden, bis gegen Abend ihre Eltern kamen und sie heimführten. Und die Eltern vergaßen des Jammers, den sie hatten, daß ihre Hütten geplündert waren, wegen der Freude, daß Keines von ihren Lieben verloren gegangen sei.
Wer sich für einen Narren acht't,
Der ist bald zu ei'm Weisen gemacht.
(Brant, Narrenschiff.)
Zeugnisse aus Luthers Schriften davon, wie nöthig das Predigtamt sei und wie schwerlich sich diejenigen versündigen, welche dasselbe verachten und die Verachtung der öffentlichen Predigt mit ihrem Hausgottesdienst entschuldigen und zudecken wollen.
Das sei ernstlich gesagt vom Predigtamt, daß man wisse, daß wir bekennen, wie es auch ewige unwandelbare Wahrheit ist, daß das Predigtamt und Dienst der Sacramente nöthig ist, und daß die Kirche daran gebunden ist und daß kein Gottes-Volk, keine Auserwählten sind, ohne allein in dem Haufen, da die Stimme des Evangelii und der Sacramente sind. (Wittenbergische Reformationsurkunde vom Jahre 1545. Siehe: Luthers Werke, Hallische Ausgabe, Tom. XVII, Seite 1442.)
Obgleich Gott vom Himmel mit Paulo redete (Apostelg. 9, 4—6.), so will er doch das Predigtamt nicht aufheben, noch jemand ein sonderliches machen; sondern weiset ihn hin in die Stadt zum Predigtstuhl oder Pfarrherrn, da soll er hören und lernen, was zu lernen sei. . . Denn er will, daß wir hingehen, und das Evangelium von denen hören sollen, die es predigen. Da soll man ihn finden und sonst nirgends. Die Rottengeister lassen das Predigtamt anstehen, setzen sich dieweil in einen Winkel, warten daselbst des Heiligen Geistes. Aber sie kommen recht an, und finden anstatt des holdseligen Täubleins einen schwarzen Raben, den Teufel selbst. Denn warum wollen sie unsern HErrn Gott dahin zwingen, daß er sie etwas sonders soll sehen lassen? Paulus selbst, der des HErrn Christi leibliche Stimme und Wort höret, und der höchste Prediger werden soll, muß in die Stadt, und Ananiam hören. Da, spricht Christus, „gehe hin"; will ihm kein sonders machen, noch ihn im Felde ferner lehren und täufen, sondern weiset ihn zu Anania in die Stadt, da sein Wort und Taufe ist. . . Daß also
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as such to the holy Supper, without their first renouncing their error. We also confess unfeignedly that it is against our consciences when a Lutheran Synod receives members and afterwards makes editor of its organ men who reject the 10th Article of the Augsburg Confession and believe only a spiritual partaking of the holy Supper (not teach it?), as happened at Woodville, Ohio, at a mission festival. We testify here publicly that we never and nevermore demanded of our Synod and Society that it accept any Old Lutheran ceremonies, apart from the confessional ceremonies of the Lutheran Church, and that it remedy the evils already stated, for God's sake and for the sake of our conscience. Why, then, does one seek in that whole letter to cast all the blame of the separation upon us? We cannot refrain from earnestly holding up to our former Society the eighth commandment:
"Thou shalt not bear false witness against thy neighbour."
Herewith we leave it also to every truth-loving reader to judge for himself whether in the year 1846 the separation of the Bavarian brethren from the Michigan Synod was brought about by "differences of opinion of an unessential kind," or not. —
Finally we would say briefly to the unnamed gentleman, who thinks that it is "folly" to force upon a congregation gathered out of heathenism a form determined beforehand, because the Spirit creates a form for itself, etc., — that we have until now had no need to force anything of the "form determined beforehand" upon our heathen congregation, which by God's grace has become a Christian one; that it rather rejoices heartily in this, as also in the Catechism of Luther, but especially in the pure Word and Sacrament which is proclaimed and administered to it; that we further despise the cleverness which the honored gentleman possesses and recommends, because we have in part, by God's grace, come to see and know the forms which the spirit of whom he speaks (if we are not mistaken) creates, in the many sects which boast of this spirit; but especially in the Methodists who labor here among the Indians, who, as we were eyewitnesses, create for themselves a form with which we want to have nothing to do; for we believe that when "the Spirit" impels people to hang their feet out over the pulpit before the assembled congregation, further, when the spirit impels them to overturn the stove during the sermon, to blow out the lights at nightly meetings, to baptize two and three times, etc. etc. etc., — that the same spirit is indeed a spirit, but not the Spirit who rules in Holy Scripture.
Finally we beg the clever gentleman, in the meantime, until he has convinced us from Holy Scripture and the Symbols of our Church that our form determined beforehand is unscriptural, to bear with our folly; but if he cannot do this, which we take the liberty of doubting from the outset, then we hold before him the word of the apostle, 1 Tim. 3, 6.; and we ask him also, for honesty's sake, to lay aside the Lutheran name.
J. J. F. Auch,
F. Maier, Missionaries.
Revivals.
The "Lutheran Standard" communicates in its next to last number two remarkable testimonies, the one from an Episcopalian, the other from a Methodist ("New York Advocate and Journal") paper, against the "new measures" that have arisen in the churches of those names and also in the so-called American Lutheran church. We cannot refrain from communicating one of them, the testimony of the Methodist, to our readers also. It reads as follows:
"It cannot be denied that the system of recruiting recruits for our church (of recruiting our church) by revivals (violent excitements) has been grossly abused, and that the faith of our preachers and of our people in the wholesomeness of such religious excitements has been mightily shaken. The plan of forcing a transient excitement with the help of men who follow the exciting of people as a trade has been of the most unfortunate consequences for the church. It was found that those converted by factory methods also had but a one-day life, and that the successful labors of the excitement preachers filled the classes with probationers, while the regular preachers had only so much the greater trouble and the thankless business of ridding themselves of these careless and irreligious members. Likewise, from various causes, the camp-meetings have become wholly unfruitful, and many of our most clear-sighted preachers and members have found it necessary to turn attention away from them."
The Procession of the Children.
On the morning of the 3rd of December 1800 the inhabitants of the neighborhood of St. Wolfgang near Hohenlinden could not suppose that by noon it would go so stormily about their quiet cottages between the Imperials and the French; they therefore sent their children, as usual, to school to the sexton, who lived in the forest two or three hours' walk from their lonely farms. After morning school was over the children sat quite quietly in the room and ate with good appetite their noon bread which they had brought from home, and thought of nothing. Then suddenly one heard the noise of musket fire and the thunder of cannon. And the sexton, who at once guessed what that meant, went out and saw and heard now, to his terror, that the battle was already near, and that the children could no longer return to their home. In the anguish of his heart he took a resolution which was probably the best that he could take in this distressed situation. He fetched the crucifix from the little church and set the children in order, pair by pair, and so he went with the little ones, singing a spiritual hymn, with the sign of peace at the head, across the battlefield, past the Pandours and the sans-culottes. And the wild men did the little ones no harm, and let them pass on in peace. And so they came safely to St. Wolfgang, where the poor little orphans were kindly received and cared for by the inhabitants until toward evening their parents came and took them home. And the parents forgot the misery which they had, that their cottages were plundered, for joy that not one of their dear ones was lost.
Who counts himself a fool,
Is soon made a wise man.
(Brant, Narrenschiff.)
Testimonies from Luther's Writings on how necessary the ministry is, and how grievously those sin who despise it, and who would excuse and cover over their contempt of the public preaching with their domestic worship.
Let this be earnestly said of the ministry, that it be known that we confess, as it is also eternal unchangeable truth, that the ministry and the service of the Sacraments is necessary, and that the Church is bound to it, and that there are no people of God, no elect, except only in the multitude where the voice of the Gospel and of the Sacraments is. (Wittenberg Instrument of Reformation of the year 1545. See: Luthers Werke, Hallische Ausgabe, Tom. XVII, Seite 1442.)
Although God spoke with Paul from heaven (Acts 9, 4—6.), yet He will not abolish the ministry, nor make anything special for anyone; but directs him into the city to the pulpit or pastor, there he shall hear and learn what is to be learned. . . For He wills that we should go and hear the Gospel from those who preach it. There one shall find Him and nowhere else. The factious spirits let the ministry stand, sit meanwhile in a corner, and wait there for the Holy Ghost. But they come right, and find, instead of the gracious little dove, a black raven, the devil himself. For why would they force our LORD God to let them see something special? Paul himself, who hears the bodily voice and Word of the LORD Christ, and is to become the highest preacher, must go into the city and hear Ananias. There, says Christ, "go thy way"; He will make nothing special for him, nor teach and baptize him further in the field, but directs him to Ananias in the city, where His Word and Baptism are. . . So that