Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 6, Nummer 18 › Seite 141
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1850-04-30, Seite 141
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Taufe 20
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meinden in Pennsylvanien““ entworfen, und zeigt unzweideutig, was sie mit der „„ungeänderten Augsburgischen Confession““ meine, auf die er sich hier bezieht, und welche jetzt noch stets ein Theil des Fundamentalgesetzes aller unserer ältesten Gemeinden in Pennsylvanien, New Jersey, Maryland und Virginien ist, wie dieses wohl bekannt ist Allen, welche ihre Geschichte untersucht haben, was auch S. S. S. nicht zu leugnen wagt. Nun nehme man alle diese Thatsachen zusammen in Verbindung mit Dr. J. D. Kurtz's Erklärung, die noch darauf folgt, mit Beziehung darauf, was zu seiner Zeit, im Ausgang des achtzehnten Jahrhunderts, der anerkannte Zweck und rechte Gebrauch „„der symbolischen Bücher der lutherischen Kirche““ gewesen sei, so wird die völlige Grundlosigkeit dieser wiederholten Behauptung, „„daß die Väter unserer Kirche (in diesem Lande) bald larere Ansichten über Verbindlichkeit zu den symbolischen Büchern gehegt hätten““, sogleich einleuchten. Im Gegentheil, sie blieben denselben treu länger als hundert und fünfzig Jahre, nach der ersten Gründung unserer Kirche an den Ufern des Delaware, und fünfzig Jahre wenigstens nach Mühlenberg's Ankunft in Philadelphia. Auch ist nicht ein Schatten des Beweises vorhanden, daß dieser ehrwürdige Patriarch je für einen Augenblick von den Ansichten abging, welche er zuerst über diese Sache hatte; wohl aber viel Beweis für das Gegentheil. Daß der Glaube der Kirche später sehr erschüttert wurde durch mancherlei Ursachen, besonders durch das Eindringen des Rationalismus, haben wir nie geleugnet.“
(Eingesandt.)
Nothgedrungene Widerlegung und Berichtigung.
In einem Missionsblatte der reformirten Kirche, genannt „The Western Missionary of the German Reformed Church“, Columbus, Ohio, December 15. 1849, findet sich folgender unwahrer Bericht über meine kirchliche Handlungsweise, den ich mich gedrungen fühle zu widerlegen, der Wahrheit zur Ehre.
Ein gewisser Mr. Adam nämlich schreibt unter Anderem in seinem eingesendeten Bericht über seine Missionsarbeit in Huntington, Indiana, Folgendes:
„Das Herz dieser Leute (nämlich der Reformirten in Huntington) ist oft verwundet worden durch das unedle und unchristliche Betragen eines gewissen Dr. S., der die deutsche reformirte Kirche lächerlich machte. Er predigte vor Kurzem in Huntington, und in dem Verlaufe seiner Bemerkungen sagte er: Ihr, die ihr Lutheraner seid, stehet auf! auf welches Begehren etwa zehn bis zwölf aufstanden. Er sagte dann: Wir sind Lutheraner, und wir wollen auch Lutheraner bleiben, die Andern sind alle verloren.
„Derselbe S. predigte im Nordosten von Fort Wayne in Pfaff's Settlement. Hier begehrte Vater Pfaff, daß sein Enkel, dessen Vater gestorben war, getauft werde. Die Wittwe mit ihrem Vater erschienen vor Mr. S., weil sie keine Gelegenheit hatten, der Kirche ihrer Wahl sich zu bedienen.
„Mr. S. fragte sie: Seid ihr Lutheraner? — Nein! wir sind reformirt. — Dann kann dieses Kind nicht getauft werden; denn die Reformirten haben den rechten Glauben nicht; sie sind alle verloren! Das Herz der Mutter, die erst kürzlich durch den Tod ihres Mannes in Trauer versetzt worden war, wurde dadurch schmerzlich angegriffen und gekränkt. Der Großvater stand ganz erstaunt da und sagte, er habe nie gewußt, daß ein so großer Unterschied zwischen der deutschen reformirten und der lutherischen Kirche sei. Darauf aber erwiderte Mr. S.: Ich kann dies Kind nicht taufen, es sei denn, daß ich es taufe auf den lutherischen Glauben.
„Auf diese Weise, lieber Bruder, werden die Schaafe und Lämmer unseres Zions hier im Westen von den vorgeblichen Freunden des Evangeliums behandelt.“
Was nun zunächst diese letzte sogenannte Thatsache betrifft, so ist sie keine, sondern eine offenbare Erdichtung; denn ich kenne keinen Vater Pfaff, noch habe ich je in seinem Settlement gepredigt, und eben so wenig weiß ich etwas von jenem Taufbegehren, sammt allen Nebenumständen. Lutherische Praxis ist es allerdings, reformirte Eltern, die bei dem Mangel eines reformirten Predigers ihr Kind von einem lutherischen getauft zu haben begehren, über den Unterschied der Lehre von der Taufe zu berichten und ihnen die lutherische Lehre an's Herz zu legen, die auf Gottes Wort gegründet ist, wie es lautet. Denn nur also kann es geschehen, daß sie erkennen, welch' ein edler Schatz ihrem Kinde durch die heilige Taufe mitgetheilt wird, und daß sie, ob Gott will, einsehen, daß und wie ihre Kirche hierin irre, und die lutherische recht lehre. Ohne solchen Unterricht könnte zudem der lutherische Prediger auch als ein gleichgültiger Unionist und Glaubensmenger erscheinen, der auch in der Lehre von der Taufe mit den Lutheranern lutherisch und mit den Reformirten reformirt sei, oder doch den Unterschied der Lehre nicht hoch anschlage, indem er ohne nöthigen Vorbericht und Verwahrung seines confessionellen Gewissens ein Kind reformirter Eltern ohne Weiteres tauft. Widersprechen nun aber die berichteten Eltern nicht böslich und muthwillig, so soll er sich, um das Kind der Taufe nicht zu berauben, an ihrem als Zustimmung vorausgesetzten Schweigen und seiner Verwahrung genügen lassen und die Taufhandlung an dem Kinde vollziehen. Was ferner die mir auch hier angedichteten Worte betrifft: „Die Reformirten sind alle verloren!“ so habe ich dieselben niemals und nirgends ausgesprochen; denn alle treuen Lutheraner bekennen mit Luther, daß nicht die theilweise Unwissenheit und der Mangel an Erkenntniß aller Stücke der Heilslehre, sondern das wissentliche Festhalten und Vertheidigen des Irrthums den Verlust der Seligkeit nach sich zieht. Es gibt deshalb sicherlich auch unter den Reformirten echte Kinder Gottes, die sich als arme Sünder auf den zweiten Artikel werfen und von Herzen an den auch für sie Gekreuzigten und Auferstandenen glauben, obwohl sie vielleicht über die falsche Lehre ihrer Kirche von den heiligen Sacramenten entweder in Unwissenheit sich befinden, oder die, als verborgene Lutheraner, durch besondere Gnadenleitung des Heiligen Geistes und in kindlichem Glauben den Einsetzungsworten, wie sie lauten, anhangen und vor der betreffenden Irrlehre ihrer Kirche bewahrt bleiben. Umgekehrt dagegen wissen die wahren Lutheraner eben sowohl, daß leider im Bereich der lutherisch genannten Kirche gar Viele sind, die eine völlige Erkenntniß der reinen Lehre haben, doch aber, weil sie nicht den rechtfertigenden Glauben an den HErrn Christum im Herzen tragen und bewahren, gerade verloren gehen. —
In Hinsicht nun auf die erste Geschichte in Huntington, so ist Folgendes der wahre Thatbestand:
Im Jahre 1846 (also nicht vor Kurzem) predigte ich allerdings in Huntington; und da außer den vorhandenen Lutheranern auch Unirte — ob eigentlich Reformirte, ist mir nicht mehr genau erinnerlich — das heilige Abendmahl begehrten, so that ich zuerst einen besondern Unterricht über das Schriftgemäße der lutherischen und das Schriftwidrige der reformirten Lehre und der jetzigen Union, verlangte darnach von den nichtlutherischen Zuhörern die Anerkennung jener und die Mißbilligung dieser und verhielt ihnen auch schließlich nicht die nothwendige Erklärung, daß sie durch den Abendmahlsgenuß aus meinen Händen und mit einer lutherischen Gemeinde allerdings thatsächlich aus ihrer bisherigen kirchlichen Gemeinschaft aus- und in die lutherische Kirche einträten. Bei dieser Gelegenheit nun forderte ich zuletzt alle, die auch diese letzte Erklärung als wahr und nothwendig erkannten, auf, dieses durch Aufstehen zu bezeugen. Kein Wort aber ist wahr, daß ich gesagt hätte: „wir sind Lutheraner und wollen auch Lutheraner bleiben, die Andern sind alle verloren“.
Möchte doch der Einsender dieser Lügen, Herr Adam, nicht fernerhin bei ähnlichen Gelegenheiten seinem „alten Adam“ so bereitwillig folgen, einseitig gehörten und theils erdichteten, theils gefälschten Erzählungen nicht nur für sich alsbald Glauben zu schenken, sondern sie auch als gewisse Thatsachen für den Druck einzusenden. Fürwahr, in solchem leichtfertigen Verfahren ist nichts von christlicher Liebe und Besonnenheit, ja nicht einmal von gemeiner Gerechtigkeit und Billigkeit zu spüren; denn wenn man nur nach dieser letzteren die Sache betrachtet, so müßte Herr Adam entweder schweigen oder zuvor mich befragen, ob dem so sei, wie er gehört habe? Aber so zuversichtlich ist dieser Herr Adam, daß er nicht einmal schreibt: „nach den Erzählungen hiesiger Leute soll es Dr. S. aus Fort Wayne so und so gemacht haben“, sondern als sei er selbst Augen- und Ohrenzeuge gewesen, und als seien jene Verdrehungen und Erdichtungen gewisse, geschichtliche Wahrheit, also werden sie dem Leser vorgeführt. Solch blinder Partheieifer aber muß wohl- und rechtgethan heißen, wenn man nur die sogenannten Altlutheraner verdächtigen kann, die doch nichts
English translation AI translation
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...congregations in Pennsylvania““ drawn up, and shows unmistakably what it means by the „„unaltered Augsburg Confession““ to which he here refers, and which even now is still a part of the fundamental law of all our oldest congregations in Pennsylvania, New Jersey, Maryland and Virginia, as this is well known to all who have investigated their history, which even S. S. S. does not dare to deny. Now let one take all these facts together, in connection with Dr. J. D. Kurtz's declaration, which follows yet further, with reference to what in his time, at the close of the eighteenth century, was the acknowledged purpose and proper use of „„the symbolical books of the Lutheran Church,““ and the complete groundlessness of this oft-repeated assertion, „„that the fathers of our Church (in this country) soon entertained laxer views concerning obligation to the symbolical books,““ will at once be evident. On the contrary, they remained true to them for more than a hundred and fifty years after the first founding of our Church on the banks of the Delaware, and for at least fifty years after Mühlenberg's arrival in Philadelphia. Nor is there a shadow of proof that this venerable patriarch ever for a moment departed from the views which he at first held on this matter; but there is much proof to the contrary. That the faith of the Church was afterward greatly shaken through manifold causes, especially through the intrusion of Rationalism, we have never denied.“
(Sent in.)
A Refutation and Correction Made Necessary
In a missionary paper of the Reformed Church, called „The Western Missionary of the German Reformed Church,“ Columbus, Ohio, December 15, 1849, there is found the following untrue report concerning my ecclesiastical conduct, which I feel constrained to refute, for the honor of the truth.
A certain Mr. Adam, namely, writes among other things in his reported account of his mission labor in Huntington, Indiana, the following:
„The heart of these people (namely, of the Reformed in Huntington) has often been wounded by the ignoble and unchristian behavior of a certain Dr. S., who made the German Reformed Church ridiculous. He preached a short time ago in Huntington, and in the course of his remarks he said: You who are Lutherans, stand up! whereupon about ten to twelve stood up. He then said: We are Lutherans, and we mean also to remain Lutherans; the others are all lost.
„The same S. preached in the northeast of Fort Wayne, in Pfaff's Settlement. Here Father Pfaff desired that his grandson, whose father had died, should be baptized. The widow with her father appeared before Mr. S., because they had no opportunity of making use of the church of their choice.
„Mr. S. asked them: Are you Lutherans? — No! we are Reformed. — Then this child cannot be baptized; for the Reformed have not the right faith; they are all lost! The heart of the mother, who had but recently been plunged into mourning by the death of her husband, was thereby grievously assailed and wounded. The grandfather stood there quite astonished and said that he had never known that there was so great a difference between the German Reformed and the Lutheran Church. Thereupon Mr. S. replied: I cannot baptize this child, unless I baptize it into the Lutheran faith.
„In this manner, dear brother, are the sheep and lambs of our Zion here in the West treated by the pretended friends of the Gospel.“
Now as to this last so-called fact, in the first place, it is none, but a manifest fabrication; for I know no Father Pfaff, nor have I ever preached in his settlement, and just as little do I know anything of that request for baptism, together with all the attendant circumstances. It is indeed Lutheran practice, in the case of Reformed parents who, for lack of a Reformed preacher, desire to have their child baptized by a Lutheran, to inform them of the difference in the doctrine of Baptism and to lay upon their hearts the Lutheran doctrine, which is founded on God's Word as it reads. For only in this way can it come to pass that they recognize what a noble treasure is imparted to their child through holy Baptism, and that they, God willing, perceive that and how their Church errs in this, and the Lutheran teaches aright. Without such instruction the Lutheran preacher might moreover appear as an indifferent Unionist and mixer of faiths, who in the doctrine of Baptism is Lutheran with the Lutherans and Reformed with the Reformed, or at least does not rate the difference of doctrine highly, in that he, without necessary preliminary notice and protection of his confessional conscience, baptizes a child of Reformed parents without further ado. But if the parents so informed do not contradict maliciously and wantonly, he shall, in order not to deprive the child of Baptism, content himself with their silence, presumed to be consent, and with his own protest, and perform the act of Baptism upon the child. As for the words likewise fictitiously ascribed to me here: „The Reformed are all lost!“ I have never and nowhere uttered them; for all faithful Lutherans confess with Luther that it is not partial ignorance and the lack of knowledge of all the parts of the saving doctrine, but the knowing adherence to and defense of error, that draws after it the loss of salvation. There are therefore certainly also among the Reformed genuine children of God, who as poor sinners cast themselves upon the second Article and from the heart believe in Him who was crucified and rose again also for them, although they perhaps are either in ignorance concerning their Church's false doctrine of the holy Sacraments, or, as hidden Lutherans, through a special guidance of grace of the Holy Ghost and in childlike faith cling to the Words of Institution as they read, and are kept safe from the heresy of their Church on that point. Conversely, on the other hand, the true Lutherans know just as well that, alas, within the compass of the Church called Lutheran there are very many who have a complete knowledge of the pure doctrine, yet, because they do not bear and keep in the heart the justifying faith in the LORD Christ, are lost nevertheless. —
With regard now to the first story, in Huntington, the true state of the facts is as follows:
In the year 1846 (thus not a short time ago) I did indeed preach in Huntington; and since, besides the Lutherans present, also Unionists — whether properly Reformed I no longer exactly recall — desired the holy Supper, I first gave a special instruction on what is Scriptural in the Lutheran and what is contrary to Scripture in the Reformed doctrine and in the present Union, thereupon required of the non-Lutheran hearers acknowledgment of the former and disapproval of the latter, and finally did not withhold from them the necessary declaration, that by partaking of the Supper from my hands and with a Lutheran congregation they would in fact be departing from their former church fellowship and entering into the Lutheran Church. On this occasion I finally called upon all who recognized also this last declaration as true and necessary to testify to this by standing up. But not a word is true that I said: „We are Lutherans and mean also to remain Lutherans; the others are all lost.“
Might the sender of these lies, Mr. Adam, not in future on similar occasions follow his „old Adam“ so readily, not only to give credence at once for himself to one-sidedly heard and partly invented, partly falsified stories, but also to send them in for print as certain facts. Truly, in such frivolous proceeding there is nothing of Christian love and prudence, indeed not even of common justice and fairness to be perceived; for if one regards the matter by this latter standard alone, Mr. Adam would have had to be silent or first to ask me whether it was so as he had heard. But so confident is this Mr. Adam that he does not even write: „According to the stories of people here, Dr. S. from Fort Wayne is said to have done thus and so,“ but, as if he had himself been an eye- and ear-witness, and as if those distortions and fabrications were certain, historical truth, thus are they presented to the reader. Such blind party-zeal, however, must be called praiseworthy and right, if only one can cast suspicion on the so-called Old Lutherans, who yet nothing