Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 6, Nummer 18 › Seite 143

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1850-04-30, Seite 143

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Luther 5 · Taufe 50

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in welcher zwar nicht um alle die zehn von uns begehrten Punkte gebeten, aber doch die zwei Hauptpunkte: 1) Verpflichtung aller Ordinanden auf die symbolischen Bücher mit quia und 2) Excommunication der Lichtfreunde, hervorgehoben werden sollten. Löhe erklärte sich damit um so mehr zufrieden, als es ganz und gar den Anschein hatte, als ob in der That die Erlanger Facultät von ganzem Herzen unsere Parthei ergriffen habe, sintemal auch Prof. Höfling, der sich bei der Generalsynode mehr als zweideutig benommen hatte, erklärte, er sehe ein, wie unrecht er damit gethan habe, und wolle diese Erklärung auch öffentlich in der Erlanger Zeitschrift abgeben. Das Alles berichtete uns Löhe in unserer zweiten Zusammenkunft voll Hoffnung, daß es nun wohl ohne Austritt noch gut werden könnte — und so beschloß man denn, in der Landeskirche noch zu verbleiben. Aber — — —*). Ob nun das Consistorium auf die ziemlich laue Eingabe der Facultät hin etwas thut, steht dahin; bisher ist nur sehr wenig in Bezug auf die deutsch-katholischen Gemeinden und freien Gemeinden geschehen. Was mit uns wird, kann ich darum auch noch nicht sagen; zu einem Austritt wird es aber schwerlich kommen, da eines Theils die preußischen Lutheraner sehr abrathen, und andern Theils die Revolution in Deutschland noch lange nicht beendigt ist, und deshalb gar leicht von irgend einer Seite her, z. B. vom Landtage, die Sache der Kirche eine neue Wendung erhalten kann. — —

*) Dieses „aber“ kann nicht ausgeführt werden, weil es ausdrücklicher Wunsch des Correspondenten ist, keinen öffentlichen Gebrauch von demselben zu machen. Der ganze Sinn dessen, was noch zu dem „aber“ gehört, ist kurz dieser: Verlaß dich nicht auf Menschen.

(Schluß folgt.)

(Eingesandt.)
Die Taufe ist das Bad der Wiedergeburt.

In Nro. 7. des „Apologeten“ werden dem Doctor Luther folgende Worte gegen die Prediger der evangelisch-lutherischen Kirche in den Mund gelegt: „Ihr bauet auf die Taufe, als wäre sie die wahre Wiedergeburt und Bürgschaft eurer Seligkeit. So habe ich in meinem Leben nicht davon gelehrt, wie meine Schriften zeugen.“

Dies ist eine durchaus falsche Beschuldigung. Wir sagen nicht: die Taufe ist die wahre Wiedergeburt, sondern wir bekennen nach dem Worte Gottes, daß die Taufe das Bad der wahren Wiedergeburt sei, das Mittel, wodurch der Heilige Geist in allen, welche ihm nicht muthwillig widerstreben, die wahre Wiedergeburt wirkt. Dies lehrt Luther in allen seinen Schriften. So sagt er in einer Predigt von der Taufe: „sie ist dazu geordnet, daß sie uns diene und gebe, nicht etwas Leibliches und Vergängliches, sondern ewige Gnade, Reinigkeit oder Heiligkeit, und ewiges Leben. Daß es billig heißt ‚ein Bad der neuen Geburt‘, und das rechte Jüngelbad, daß, wer darinnen badet, wird jung und neu geboren: nicht, wie zuvor, aus Mutterleibe, welches ist die alte Geburt; sondern aus der Sünden zur Gerechtigkeit, aus der Schuld und Verdammniß zur Unschuld und Gnade, aus dem Tod ins ewige Leben.“ Erl. A., Bd. 16, S. 67.

Auch wir glauben mit Luther, daß wir in der heiligen Taufe den Heiligen Geist empfangen (Ap. Gesch. 2, 38.), welcher uns von Neuem gebiert (Tit. 3, 5.), unsere Seelen zum Glauben erweckt, wodurch wir Christum anziehen (Gal. 3, 27.), und uns alles aneignen, was Christus durch sein Leben, Leiden und Auferstehen uns erworben hat, nemlich Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit. Mit Recht sagt daher Luther von der Herrlichkeit der Taufe, sie sei „so voll Trostes und Gnade, daß es Himmel und Erde nicht begreifen kann“. Mit Recht bezeugt er: „Darum müssen wir wacker und gerüstet sein, und uns von dem Wort nicht weisen noch wenden lassen, daß wir die Taufe nicht ein bloßes lediges Zeichen sein lassen, wie die Schwärmer träumen.“ (Großer Kat.) Eben so sagt er Joh. 3, 5.: „Wo sind denn nun die lästerlichen Rotten und Schwärmer, die nicht mehr können, denn vom Geist schreien und rühmen? Aber es ist der böse Geist, der Teufel selbst, der sie leibhaftig besessen hat, weil sie Taufe, Sacrament, Wort, die uns Christus selbst theuer erworben hat, als unnöthige, unnützliche Dinge zur Seligkeit, verworfen haben. Gott strafe den Lästergeist. Also lehret aber Christus hie nicht, sondern weiset uns auf die heilige Taufe und Sausen, d. i., aufs Wort; und warnet, wo wir uns am Wasser und Sausen nicht werden genügen lassen, so werden wir gar nichts vom Heiligen Geist behalten und nimmermehr zur neuen Geburt kommen. Derohalb laßt uns unsere Taufe und das Wort, als unsern höchsten Schatz, befohlen sein, da wir gewiß wissen, wenn wir dabei bleiben, daß wir zum Reiche Gottes wiedergeboren sind.“ (Erl. A. Bd. 4, S. 160.)
H. F.

Kirchliche Nachricht.

Allen Freunden unseres Zions allhier diene hierdurch zur frohen Nachricht, daß unser theurer Wyneken endlich am 16. d. M. mit den lieben Seinigen durch Gottes Hilfe glücklich in St. Louis angekommen ist. So aufrichtig der Schmerz gewesen ist, mit welchem ihn seine Gemeinde in Baltimore entlassen hat, dazu allein bewogen durch deutliche Fingerzeige, daß es der HErr der Kirche so wolle, so groß war unsere Freude, die Freude der hiesigen deutschen lutherischen Gemeinde mit ihren Pastoren, unseren lang ersehnten neuen Seelsorger endlich in unsere Mitte treten zu sehen. Zwar wurde Herr Pastor Wyneken durch körperliches Unwohlsein abgehalten, sogleich am nächstfolgenden Sonntag seine Antrittspredigt zu halten, allein Gott stärkte ihn bald wieder, so daß er am letztverflossenen Sonntag Cantate so wohl früh in der Dreieinigkeitskirche (welches die seines Pastoraldistrictes ist) als auch Nachmittags in der Immanuelskirche das erste Mal zu uns, der seiner Seelsorge nun anvertrauten Gemeinde, das Wort, das da selig macht, reden konnte.

Alle Correspondenten des Genannten wollen daher von nun an ihre schriftlichen Mittheilungen hieher nach St. Louis adressiren.

Urtheil Karl von Raumers über Luther.

Wen sollte es nicht freuen, schreibt Raumer in seiner Geschichte der Pädagogik, den großen Mann auch als Reformator des deutschen Erziehungswesens kennen zu lernen? Seine Ermahnungen gingen unzähligen Deutschen zu Herzen, weckten schlafende Gewissen und stärkten müde Hände; seine Urtheile galten bei Fürsten und Völkern wie Gottes Stimme. Verdiente er doch solchen Glauben im vollsten Maße, weil ihm selbst im vollsten Maße der Glaube verliehen war, welcher in Liebe thätig ist. Was vermochte nicht eine solche gottesgewaltige, unermüdliche Liebe bei so großen Gaben: bei einem so klaren Blick, so gesundem Menschenverstande, so feinem Sinn für Sprache, solcher schöpferischen Sprächkraft, solcher Macht der Dichtkunst, so tiefsinniger Speculation? Wer unter seinen Zeitgenossen konnte sich mit Luther an echter, umfassender Bildung messen? Nur messe man Bildung nicht mit dem Maßstabe eines lateinischen Schulpedanten, auch nicht mit dem eines mephistophelischen Pseudogenius; es ist von großen Geistesgaben die Rede, welche einem, durch den Sohn freigemachten, geheiligten, entschlossenen Herrscherwillen dienen, einem Willen, der sich beherrscht, weil er nur Gott und um Gottes willen dienen will.

Lebendige Erkenntniß Christi macht eifrig, auch andere zu dieser Gnade zu bringen.

Wenn ein Christ anfähet Christum zu kennen als seinen HErrn und Heiland, durch welchen er ist erlöset aus dem Tode und in seine Herrschaft und Erbe gebracht, so wird sein Herz gar durchgöttert, daß er gerne Jedermann wollte auch dazu helfen. Denn er hat keine höhere Freude, denn an diesem Schatz, daß er Christum erkennet. Darum fähret er heraus, lehret und vermahnet die andern, rühmet und bekennet dasselbige vor Jedermann, bittet und seufzet, daß sie auch möchten zu solcher Gnade kommen. Das ist ein unruhiger Geist in der höchsten Ruhe, das ist, in Gottes Gnade und Friede, daß er nicht kann stille noch müßig sein, sondern immerdar darnach ringet und strebet mit allen Kräften, als der allein darum lebt, daß er Gottes Ehre und Lob weiter unter die Leute bringe, daß andere solchen Geist der Gnade auch empfahen.
Luther über Joh. 14, 13.

Wenn meine Sünd' mich kränken.

Im Jahre 1785 starb in Berlin ein Jüngling von sechszehn Jahren. Er war ein wilder Rebe, und hatte sich schon von seinem 6. Jahre in der Schule durch böse Kinder zu manchen Sünden verleiten lassen. Alle väterliche und mütterliche Ermahnungen, Warnungen, Belohnungen und Bestrafungen waren an ihm fruchtlos geblieben. Bei zunehmenden Jahren nahmen auch die Sünden desselben zu. Lügen und Ungerechtigkeiten stürzten ihn in seinem vierzehnten Jahre in noch größere Sünden. Er hatte die größte Widrigkeit gegen das göttliche Wort; und ungeachtet der guten Beispiele, die er im väterlichem Hause sah

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in which, to be sure, not all the ten points desired by us were asked for, but yet the two chief points: 1) the obligation of all ordinands to the symbolical books with quia, and 2) the excommunication of the Friends of Light, were to be emphasized. Löhe declared himself the more content with this, as it had quite the appearance that the Erlangen faculty had indeed taken our party's side with its whole heart, seeing that even Prof. Höfling, who had conducted himself more than ambiguously at the General Synod, declared that he saw how wrongly he had acted therein, and would also give this declaration publicly in the Erlangen periodical. All this Löhe reported to us in our second meeting, full of hope that it might now yet turn out well without a withdrawal — and so they resolved to remain in the State Church for the present. But — — —*). Whether now the Consistory will do anything upon the rather lukewarm petition of the faculty remains to be seen; hitherto very little has been done in respect to the German-Catholic congregations and free congregations. What will become of us I cannot therefore say as yet; but a withdrawal will hardly come about, since on the one hand the Prussian Lutherans strongly advise against it, and on the other hand the revolution in Germany is still far from ended, and therefore the cause of the Church may very easily receive a new turn from some quarter, for example from the Diet. — —

*) This „but“ cannot be carried out, because it is the express wish of the correspondent that no public use be made of it. The whole sense of what yet belongs to the „but“ is briefly this: Put not your trust in men.

(Conclusion to follow.)

(Sent in.)
Baptism Is the Washing of Regeneration.

In No. 7 of the „Apologet“ the following words against the preachers of the Evangelical Lutheran Church are put into the mouth of Doctor Luther: „You build upon Baptism as though it were the true regeneration and surety of your salvation. Thus have I never in my life taught concerning it, as my writings testify.“

This is a thoroughly false accusation. We do not say: Baptism is the true regeneration, but we confess according to the Word of God that Baptism is the washing of the true regeneration, the means whereby the Holy Ghost works the true regeneration in all who do not wantonly resist Him. This Luther teaches in all his writings. Thus he says in a sermon on Baptism: „It is ordained to this end, that it should serve us and give, not something bodily and perishable, but eternal grace, purity or holiness, and eternal life. That it is rightly called ‚a washing of the new birth‘, and the true bath of youth, that whoever bathes therein becomes young and newly born: not, as before, out of the mother's womb, which is the old birth; but out of sins into righteousness, out of guilt and condemnation into innocence and grace, out of death into eternal life.“ Erl. A., Vol. 16, p. 67.

We also believe with Luther that in holy Baptism we receive the Holy Ghost (Acts 2, 38), who regenerates us anew (Tit. 3, 5), awakens our souls to faith, whereby we put on Christ (Gal. 3, 27), and appropriate to ourselves all that Christ has obtained for us by His life, suffering and resurrection, namely forgiveness of sins, life and salvation. With right, therefore, Luther says of the glory of Baptism that it is „so full of comfort and grace that heaven and earth cannot comprehend it.“ With right he testifies: „Therefore we must be watchful and equipped, and not let ourselves be turned or driven away from the Word, so that we do not let Baptism be a mere empty sign, as the fanatics dream.“ (Large Catechism.) Likewise he says on John 3, 5: „Where now are the blasphemous sects and fanatics, who can do nothing more than cry out and boast of the Spirit? But it is the evil spirit, the Devil himself, who has possessed them bodily, because they have rejected Baptism, Sacrament, Word, which Christ Himself has dearly obtained for us, as needless, useless things for salvation. God punish the spirit of blasphemy. But Christ does not so teach here, but points us to holy Baptism and to the rushing [of the wind], that is, to the Word; and warns that if we do not let ourselves be satisfied with the water and the rushing, we shall retain nothing at all of the Holy Ghost and shall never come to the new birth. Therefore let us commend to ourselves our Baptism and the Word as our highest treasure, since we know for certain, if we abide therein, that we are born again unto the kingdom of God.“ (Erl. A. Vol. 4, p. 160.)
H. F.

Church Notice.

To all friends of our Zion here be it herewith for glad tidings that our dear Wyneken at last, on the 16th inst., with his beloved family, by God's help has happily arrived in St. Louis. As sincere as was the grief with which his congregation in Baltimore dismissed him, moved thereto solely by plain indications that the LORD of the Church so willed it, so great was our joy, the joy of the German Lutheran congregation here with its pastors, to see our long-desired new pastor at last step into our midst. To be sure, Pastor Wyneken was prevented by bodily indisposition from preaching his inaugural sermon at once on the next following Sunday, but God soon strengthened him again, so that on last Sunday Cantate he was able, both in the morning in Trinity Church (which is that of his pastoral district) and in the afternoon in Immanuel Church, to speak for the first time to us, the congregation now entrusted to his pastoral care, the Word that makes blessed.

All correspondents of the aforementioned will therefore from now on address their written communications hither to St. Louis.

Karl von Raumer's Judgment on Luther.

Whom should it not delight, writes Raumer in his History of Pedagogy, to become acquainted with the great man also as a reformer of the German system of education? His exhortations went to the hearts of countless Germans, awakened sleeping consciences and strengthened weary hands; his judgments counted with princes and peoples as the voice of God. He deserved such confidence indeed in fullest measure, because to himself in fullest measure was given the faith which is active in love. What could not such a God-mighty, indefatigable love accomplish with such great gifts: with so clear a vision, so sound a common sense, so fine a feeling for language, such creative power of speech, such mastery of poetry, so profound speculation? Who among his contemporaries could measure himself with Luther in genuine, comprehensive culture? Only let one not measure culture by the standard of a Latin schoolpedant, nor by that of a Mephistophelean pseudo-genius; the talk is of great gifts of mind which serve a resolute ruling will, made free by the Son and sanctified, a will which governs itself because it desires to serve God only and for God's sake.

A Living Knowledge of Christ Makes Zealous to Bring Others Also to This Grace.

When a Christian begins to know Christ as his LORD and Savior, by whom he is redeemed from death and brought into His dominion and inheritance, his heart is wholly deified, so that he would gladly help every man also to this. For he has no higher joy than in this treasure, that he knows Christ. Therefore he comes forth, teaches and admonishes the others, praises and confesses the same before every man, prays and sighs that they also might come to such grace. This is a restless spirit in the highest rest, that is, in God's grace and peace, so that he cannot be still nor idle, but ever strives and strains thereafter with all his powers, as one who lives for this alone, that he may carry God's honor and praise farther among the people, that others also may receive such a spirit of grace.
Luther on John 14, 13.

When My Sins Grieve Me.

In the year 1785 there died in Berlin a youth of sixteen years. He was a wild shoot, and had already from his sixth year, in school, let himself be led by wicked children into many sins. All paternal and maternal admonitions, warnings, rewards and punishments had remained fruitless with him. As his years increased his sins also increased. Lies and unrighteousness plunged him in his fourteenth year into still greater sins. He had the greatest aversion to the divine Word; and notwithstanding the good examples which he saw in his father's house