Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 6, Nummer 20 › Seite 158

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1850-05-28, Seite 158

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abendmahl—Krankenkommunion 44 · Austritt 1 · Beichte 4 · Krankheit 12 · Krankheit 14

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jetzt folgenden Abendmahlsgenuß aus den Händen eines lutherischen Predigers und mit einer lutherischen Gemeinde thatsächlich aus ihrer bisherigen Kirchengemeinschaft aus- und in die lutherische Kirche eintreten;

4. daß der Prediger sich unter keiner Bedingung zeitweise miethen und dingen lasse, dagegen aber auch das Recht der Gemeinde anerkenne, ihn, wenn er, was Gott verhüte, in falsche Lehre oder ärgerlichen Wandel gerathe und wider alle Ermahnung und Bestrafung nach Matth. 18, 15—17. darin verharre, sodann sogleich abzusetzen;

5. daß die Gemeinde sich verpflichte, die Kirchenzucht nach der Ordnung des HErrn Christi in Matth. 18, 15—17. unter sich aufzurichten und zu erhalten;

6. daß jedes mitberufende Gemeindeglied diese Punkte zu unterschreiben gehalten sei. Auch wäre es fraglich, ob nicht gleichfalls die Aufrichtung und Erhaltung christlicher Gemeindeschulen, welche im Durchschnitt die Prediger selber besorgten, zu jenen Punkten gehören müßte, da die Erfahrung ausweis't, daß es hin und her auch Gemeinden älterer Ansiedler gibt, die das Erbieten des Pastors, Gemeindeschule ohne alle besondere Vergütung zu halten, verachten und die Kinder nur in die englische Districtsschule schicken. Wie kläglich aber sind da die Aussichten in die Zukunft solcher Gemeinden, die so leichtsinnig und gottlos in Hinsicht auf die geistliche und kirchliche Pflege ihrer Kinder sind!

Zum Andern that der Vorsitzer Umfrage an die versammelten Brüder nach dem Amtsalter, daß jeder, der etwas vorzubringen habe, darin er den Rath der Conferenz begehre, dieses jetzt thue.

Es ward nun die Frage aufgeworfen:

1. Ob man Kranke auch ungerufen besuchen müsse? Antw. Es gehörte sich eigentlich, daß jeder Haus- oder Herbergsvater (bei ledigen Kostgängern) beim Eintritt einer bedenklichen Krankheit sogleich zum Pastor schickte und ihm Anzeige davon thäte, damit dieser alsbald seiner Pflicht nachkomme, den Kranken zu besuchen. Gleichwohl hat der Pastor dasselbe zu thun, wenn er auch anderweitig von solchen Krankheitsfällen hört, selbst wenn er weiß, daß sein Besuch nicht willkommen ist. Denn da Gott nur um der Seele willen den Leib schlägt, so hat der Prediger, als der Seelen-Arzt, zumal in Fällen, wo der Erfahrungs-Glaube des Patienten ihm nicht gewiß ist, zuzusehen, ob und wie das Leiden des Leibes auf die Seele des Kranken wirke, ob er dadurch erst gründlicher erweicht, und für die heilsame Wirkung des Gesetzes Gottes zur Buße vorbereitet werde: dieses sei ihm dann eben so freundlich als ernstlich vorzuhalten, um dadurch die göttliche Traurigkeit zu erzeugen. Sei diese aber schon vorhanden, so sei der Besuch des Pfarrers eben so nöthig, um durch Vorhaltung der evangelischen Gnadenverheißung den Glauben um so kräftiger zu erwecken und zu beleben und die Seele mit der Gewißheit der Vergebung der Sünden im Blute des HErrn Christi zu trösten. Stehe aber der Kranke bereits im Glauben, so sei auch dann der Besuch des Predigers angemessen, um den häufig in solchem Falle abgeschwächten oder angefochtenen Glauben durch den Gnadentrost des göttlichen Wortes zu stärken.

Mit obiger Frage stand dann folgende in Verbindung:

3. Ob man am Krankenbette den Leidenden zum Genuß des heiligen Abendmahls ermahnen müsse? Antw. Da es leider eine gemeine Erfahrung ist, daß ein Theil der Heuchler und Maulgläubigen das heilige Abendmahl auf abergläubische, gut papistische Weise als ein sicheres Mittel ansieht, durch seinen Genuß nach dem Tode unfehlbar in den Himmel zu kommen, daß dagegen ein anderer Theil dieser Leute dafür hält, daß alsbald der Tod eintrete, wenn das heilige Abendmahl empfangen sei, so habe der Pastor wohl aufzumerken und Unterschied zu halten; denn statt solche Leute zum Genuß des heiligen Abendmahls zu ermahnen, habe er ihnen vielmehr zuvor ernstlich das Gesetz vorzuhalten und es ihnen heilsam zu schärfen, auch diesen zweifachen Aberglauben, wo er offenbar werde, gründlich zu strafen. Die evangelische Lockung und Reizung zum Sacrament sei nur dann zu empfehlen, wenn der Kranke einen aufrichtigen, wenngleich schwachen Glauben hat.

4. Wie hat der Seelsorger sich zu verhalten, wenn den abfällig gewordenen und zuvor fruchtlos ermahnten Eltern sodann auch die herangewachsenen Kinder folgen, die zudem von ihm confirmirt sind?

Er hat letztere mit allem Ernst und Fleiß zu berichten und zu ermahnen, nicht die Eltern, sondern Gott zu fürchten, und in diesem Falle das hierher gehörige Wort zu beherzigen: man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen. In allen andern Stücken sollten sie ihren Eltern unterthan sein, aber wo es, wie hier, Gottes Wort, den Glauben und das Gewissen gelte, da sollten sie eben so freimüthig als demüthig ihren Eltern erklären, daß sie sich nicht theilhaftig machen wollten und könnten ihrer Sünde. Hier gelte es, Christum zu bekennen und des Spruches eingedenk zu sein: „wer mich verleugnet vor den Menschen, den werde ich wieder verleugnen vor meinem himmlischen Vater." Jeder, der sich von einer rechtgläubigen Gemeinde wider allen bessern Unterricht scheide, sei es nun aus Bosheit und Eigenwillen, oder aus Schwäche und Menschenfurcht, trenne sich nicht etwa nach eingebildeter amerikanischer Freiheit von dieser und jener Ortsgemeinde und könne ungebüßter Weise etwa durch Anschluß an eine andere nach wie vor ein „guter Christ" sein, sondern er haue sich durch solchen Abfall zugleich von der ganzen Kirche und von Gott selber ab, werfe dessen Wort hinter sich, betrübe und entrüste den Heiligen Geist, falle vom Glauben, sündige gröblich wider die Liebe und trete Christi Blut mit Füßen und werfe sich dem Teufel in die Arme. Umgekehrt dagegen, wenn Kinder in solchem Falle auch von den Eltern verlassen würden, so würde der HErr sie aufnehmen, äußerlich versorgen und um so fester begründen im Worte und Glauben.

5. Kann ein Beichtvater mit gutem Gewissen den Namen eines Diebes verschweigen, welcher ihm seinen verborgenen Diebstahl gebeichtet, und durch ihn denselben erstattet hat? Antw. Ja! denn der Pastor habe es nicht mit dem bürgerlichen Rechte an und für sich, sondern mit dem Gewissen seiner Kirchkinder zu thun. So nun eines von diesen aus seinem Sündenschlafe aufwache und eine frühere bis dahin verborgen gebliebene Sünde seinem Beichtiger, der ja an Christi Statt stehe, bekenne, so sei das ein Geheimniß zwischen beiden, selbst wenn jene frühere Sünde ein Mord gewesen wäre. Doch muß natürlich, wenn es, wie z. B. beim Diebstahl, möglich ist, die Wiedererstattung geschehen und dem Exempel des Zachäus gefolgt werden. Ist aber zu befürchten, falls z. B. der früher Bestohlene kein christlich gesinnter Mensch ist, daß ein größeres Aergerniß daraus entstehe, wenn dieser Letztere den Namen des vormaligen Uebelthäters erfährt, so darf dies bei der Zurückerstattung des Entwendeten nicht geschehen, selbst wenn der früher Bestohlene darauf besteht. Dieser muß dann wegen seines unbilligen Begehrens ernstlich vermahnt werden.

6. Ist es denn durchaus erforderlich, nach genugsamem Unterricht Reformirter oder Unirter, die das heilige Abendmahl von einem lutherischen Pastor und mit einer lutherischen Gemeinde empfangen haben, darauf alle Zeit ausdrücklich zu bestehen, daß sie nach ausgesprochener Anerkennung der lutherischen Lehre vom heiligen Abendmahl als schriftgemäß, auch die reformirte als schriftwidrig mißbilligen? Antw. Ja! weil man nur durch diese rund und dürr ausgesprochene Mißbilligung über die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit der vorausgegangenen Anerkennung der lutherischen Lehre gewiß werden kann; denn bei der hergebrachten und landesüblichen Gleichgültigkeit in Hinsicht auf Reinheit der Lehre und bei der Trügerei und Täuscherei des Herzens sei sehr zu befürchten, daß gar Manche, um das heilige Abendmahl zu bekommen, zwar das Schriftgerechte der lutherischen Lehre äußerlich bekennen, innerlich aber doch in dem Wahne bleiben, die reformirte sei auch nicht unrecht. So behielten sie denn durch Schuld der belehrenden Prediger und durch deren Menschenfurcht und halbe Maßregeln ein unklares und unsicheres Gewissen über Wahrheit und Irrthum in Sachen der Glaubenslehre und der Seelen Seligkeit, was sicherlich kein geringer Schade ist. Verlangen dagegen, wie billig, die lutherischen Prediger nach genugsamem Unterricht über die Wahrheit der lutherischen und den Irrthum der reformirten Lehre und nach hinlänglicher Vergewisserung, daß die Belehrten beides mit dem Verstande sattsam begriffen haben — verlangen die lutherischen Lehrer darnach nebst der Anerkennung der lutherischen Lehre als allein schriftgemäß, auch die ausgesprochene Mißbilligung und Verwerfung der reformirten als schriftwidrig, so haben sie wenigstens das Ihre gethan, theils um ihr eigenes Gewissen

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now following, from the hands of a Lutheran preacher and with a Lutheran congregation, actually go out of their former church fellowship and enter the Lutheran Church;

4. that the preacher under no condition let himself be hired and bargained for temporarily, but on the other hand also recognize the right of the congregation, should he, which God forbid, fall into false doctrine or offensive conduct and persist therein against all admonition and discipline according to Matt. 18:15-17, then to depose him forthwith;

5. that the congregation pledge itself to set up and maintain among themselves church discipline according to the order of the Lord Christ in Matt. 18:15-17;

6. that every co-calling member of the congregation be held to subscribe these points. It would also be a question whether the establishing and maintaining of Christian congregational schools, which on the average the preachers themselves conduct, ought not likewise to belong to those points, since experience shows that here and there there are also congregations of older settlers who despise the pastor's offer to keep a congregational school without any special remuneration, and send the children only to the English district school. But how pitiful are the prospects for the future of such congregations, which are so frivolous and godless in regard to the spiritual and churchly care of their children!

Secondly, the chairman made inquiry of the assembled brethren, in order of seniority in office, that each who had anything to bring forward, in which he desired the counsel of the Conference, should now do so.

The question was then raised:

1. Whether one must visit the sick even when not called? Answer. It would properly be fitting that every father of a house or lodging (in the case of unmarried boarders), upon the onset of a serious illness, should send at once to the pastor and give him notice of it, so that he might promptly fulfil his duty of visiting the sick. Nevertheless the pastor has to do the same if he hears of such cases of illness otherwise, even if he knows that his visit is not welcome. For since God smites the body only for the sake of the soul, the preacher, as physician of souls, especially in cases where the patient's faith of experience is not certain to him, has to see whether and how the suffering of the body works upon the soul of the sick person, whether he is thereby first more thoroughly softened and prepared for the wholesome working of the Law of God unto repentance: this is then to be set before him as kindly as earnestly, in order thereby to produce godly sorrow. But if this is already present, the visit of the pastor is just as necessary, in order, by presenting the evangelical promise of grace, to awaken and enliven faith all the more powerfully, and to comfort the soul with the certainty of the forgiveness of sins in the blood of the Lord Christ. But if the sick person already stands in faith, a visit of the preacher is also then fitting, in order to strengthen, by the comfort of grace in the divine Word, the faith that is frequently weakened or assailed in such a case.

With the above question the following was then connected:

3. Whether one must exhort the sufferer at the sickbed to the enjoyment of the holy Supper? Answer. Since it is unfortunately a common experience that one class of hypocrites and mouth-believers regards the holy Supper, in a superstitious and thoroughly popish manner, as a sure means by whose enjoyment one will infallibly come into heaven after death, while another class of these people, on the contrary, holds that death will promptly follow when the holy Supper has been received, the pastor should take good heed and make a distinction; for instead of exhorting such people to the enjoyment of the holy Supper, he should rather first earnestly set the Law before them and sharpen it upon them wholesomely, and also thoroughly rebuke this twofold superstition, where it becomes manifest. The evangelical enticement and inviting to the Sacrament is to be recommended only when the sick person has a sincere, though weak, faith.

4. How is the pastor to conduct himself when the grown-up children, who moreover have been confirmed by him, then also follow the parents who have fallen away and were previously admonished without fruit?

He has to instruct and admonish the latter with all earnestness and diligence, not to fear the parents but God, and in this case to lay to heart the word belonging here: We ought to obey God rather than men. In all other matters they should be subject to their parents, but where, as here, God's Word, faith and conscience are concerned, they should declare to their parents, as freely as humbly, that they would not and could not be partakers of their sin. Here it is a matter of confessing Christ and of being mindful of the saying: "Whosoever shall deny me before men, him will I also deny before my Father which is in heaven." Everyone who separates from an orthodox congregation against all better instruction, whether from malice and self-will, or from weakness and fear of men, does not thereby, according to imagined American freedom, part from this or that local congregation and be able, with impunity, by joining another to remain as before a "good Christian," but cuts himself off by such apostasy at the same time from the whole Church and from God Himself, casts His Word behind him, grieves and angers the Holy Ghost, falls from faith, sins grossly against love, and treads Christ's blood under foot and throws himself into the arms of the devil. Conversely, on the other hand, if children in such a case were also forsaken by the parents, the Lord would take them up, provide for them outwardly, and ground them all the more firmly in the Word and faith.

5. May a father confessor with a good conscience conceal the name of a thief who has confessed to him his hidden theft and has made restitution of it through him? Answer. Yes! for the pastor has to do not with the civil law in and for itself, but with the conscience of his parishioners. If, then, one of these awakens from his sleep of sin and confesses to his confessor, who indeed stands in Christ's stead, an earlier sin remaining hidden until then, it is a secret between the two, even if that earlier sin had been a murder. Yet, naturally, where it is possible, as for example in the case of theft, restitution must be made and the example of Zacchaeus followed. But if it is to be feared, in case, for example, the one formerly robbed is not a Christian-minded man, that a greater offence would arise if the latter learned the name of the former wrongdoer, then this must not be done in the restitution of the thing taken, even if the one formerly robbed insists upon it. He must then be earnestly admonished on account of his unreasonable demand.

6. Is it then absolutely necessary, after sufficient instruction, for Reformed or Union people who have received the holy Supper from a Lutheran pastor and with a Lutheran congregation, always to insist expressly that, after the declared acknowledgment of the Lutheran doctrine of the holy Supper as agreeable to Scripture, they also disapprove the Reformed as contrary to Scripture? Answer. Yes! because only through this disapproval, pronounced plainly and flatly, can one become certain of the honesty and sincerity of the preceding acknowledgment of the Lutheran doctrine; for with the traditional indifference, customary in the land, regarding purity of doctrine, and with the deceit and trickery of the heart, it is much to be feared that very many, in order to obtain the holy Supper, will indeed outwardly confess what is scriptural in the Lutheran doctrine, but inwardly nevertheless remain in the delusion that the Reformed is also not wrong. Thus, through the fault of the instructing preachers and through their fear of men and half-measures, they would keep an unclear and uncertain conscience about truth and error in matters of the doctrine of faith and the salvation of souls, which is certainly no small harm. If, on the other hand, as is fair, the Lutheran preachers, after sufficient instruction on the truth of the Lutheran and the error of the Reformed doctrine, and after adequate assurance that those instructed have sufficiently grasped both with the understanding, demand thereupon, along with the acknowledgment of the Lutheran doctrine as alone agreeable to Scripture, also the declared disapproval and rejection of the Reformed as contrary to Scripture, then they have at least done their part, partly to keep their own conscience