Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 6, Nummer 20 › Seite 159
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1850-05-28, Seite 159
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gehörig zu verwahren, theils um das der Berichteten fest und gewiß in der Erkenntniß zu machen. Heucheln Letztere gleichwohl, daß sie bei jenem Billigen und Mißbilligen, Anerkennen und Verwerfen anders im Herzen meinen, als sie mit dem Munde ausgesprochen, so machen sich doch die Prediger nicht dieser ihrer Heucheleisünde theilhaftig, sondern die Schuld und das Gericht Gottes, so sie nicht Buße thun, bleibt allein an ihnen haften.
Aehnlich ist und bleibt es hiebei sachlich durchaus nothwendig, und hängt nicht etwa von der Ansicht und Handlungsweise dieses und jenes lutherischen Pastors ab, daß die Belehrten nach jenem Bekennen der Wahrheit und Verwerfen des Irrthums auch folgerichtig der Wahrheit ihre Zustimmung geben, daß sie durch den darauf folgenden Abendmahlsgenuß aus den Händen des lutherischen Pastors und mit einer lutherischen Gemeinde thätlich aus ihrer bisherigen Glaubensgemeinschaft austreten und gliedlich in die lutherische Kirche eintreten.
Denn wenn z. B. lutherische Prediger, wie dies leider in der Ohio-Synode der Fall ist, diese Zustimmung und dieses Thatbekenntniß nicht verlangen (wie sie denn auch nicht jene obige Verwerfung des reformirten Irrthums von Unirten und Reformirten begehren), so fördern sie damit nur eine neue Heuchelei und arbeiten der falschen Union unserer Tage mittelbar in die Hände. Denn in solchem Falle bleiben die Reformirten durch Schuld der Prediger in dem Wahne hängen, als könne man wohl die lutherische Lehre als durchaus schriftgemäß anerkennen, und doch sich gliedlich zu einer Kirche bekennen und halten, die in diesen und jenen Lehrstücken anders, also irrig lehrt, und als könne man mit gutem Gewissen mit einer lutherischen Gemeinde zum heiligen Abendmahl gehen und dasselbe aus den Händen eines lutherischen Pastors empfangen und doch von Herzen und dem Namen nach reformirt oder unirt bleiben.
Wie der Professor Schuppius zu Marburg Europa unter die Marburger Studenten vertheilt.
Johann Balthasar Schupp (oder Schuppius, wie man damals den Namen zu verlateinischen anfing, wobei es denn auch seitdem geblieben ist) aus Gießen war zehn Jahre lang Professor der Beredsamkeit und Geschichte zu Marburg, und nicht allein ein sehr gelehrter Professor, sondern auch ein geschickter und äußerst eifriger Lehrer, der es sich hoch angelegen sein ließ, daß die Studenten etwas Tüchtiges bei ihm lernten. Geld nahm er für seine Collegien fast gar nicht, also daß er während der zehn Jahre vielleicht keine zwanzig Ducaten bekommen hat. Die vornehmen und reichen Studenten, deren es damals in Marburg viele gab, waren von ihren Eltern oder von den Freunden des Professor Schuppius besonders an ihn empfohlen, und so wollte er denn um der Freundschaft willen nichts von ihnen nehmen, den armen aber, und deren fanden sich damals auch, und noch ärmere als heut zu Tage, gab er lieber noch Geld dazu, lieh ihnen seine Bücher, verstattete ihnen früh und spät freien Zutritt zu sich und half ihnen in ihrem Studiren überall fort, soviel er immer wußte und konnte. Dafür genoß er denn auch allgemeine Liebe und das größte Zutrauen bei den Studenten, und es fiel nicht leicht einem von ihnen etwas vor, ohne daß er den Professor Schuppius um Rath gefragt hätte, welchen denn dieser treulich ertheilte, und meist so, daß er dem Rathe noch die That hinzufügte. Als nun im dreißigjährigen Kriege (denn während dieser Zeit war Schuppius Professor zu Marburg) nach dem Tode des Herzogs Bernhard von Weimar die schwedisch-französische Armee unter dem Herzog von Longueville unversehens ins Hessenland kam, gerieth besonders Oberhessen in große Noth und Verwirrung. Die Universität glaubte sich in Gefahr, mehrere Professoren gingen weg, und der ganze Unterricht stockte, alle Collegien hörten auf. Da kamen nun etliche arme Studenten, aus verschiedener Herren Ländern gebürtig, zu dem Professor Schuppius, und fragten ihn auch diesmal, wie sie schon oft gethan, um Rath, was sie thun sollten? In Marburg hätten sie nichts mehr zu thun, auch nicht so lange zu zehren, bis es wieder Ruhe im Lande und in der Stadt werde; sollten sie zu ihren Eltern gehen, so hätten dieselben so wenig wie sie, daneben das Haus voll Soldaten. Da hatte der redliche Schuppius großes Mitleid mit den armen jungen Leuten, gab seinem Diener den Schlüssel zu seinem Keller, befahl ihm, sie mit sich in seine Stube zu nehmen, und sie mit Wein reichlich zu erquicken, ihnen auch tröstlich zuzusprechen, und sie auf den andern Tag wieder zu ihm zu bestellen, der Herr Professor wolle mit Gottes Hilfe sehen, wie ihnen zu helfen sei. Darauf schloß sich Schuppius in sein Stüblein ein, und brachte die ganze Nacht mit Schreiben zu, also daß ihn die Morgensonne noch am Schreibtische fand. Als nun früh sechs Uhr die Studenten wieder zu ihm kamen, sagte er: Lieben Freunde, die Erde ist des HErrn, und mich deucht, unser HErr Gott hat mich zu eurem Quartiermeister angenommen. Ich will ganz Europa unter euch austheilen. Euch will ich die Seestädte eingeben. Euch Dänemark. Euch Preußen. Euch Lievland. Euch Frankreich. Euch Holland. Euch die Reichsstädte, und so weiter, und damit übergab er jedem einige dringende Empfehlungsschreiben für die Länder und Städte, die er ihm angewiesen (und Dr. Schuppius war in allen jenen Gegenden wohl bekannt und hoch angesehen), nahm Abschied von ihnen und sprach: Gehet hin, und suchet euer Glück; der HErr unser Gott sei mit euch. Und Gott segnete dieses treuherzige Beginnen des wackern Schuppius; die Studenten wanderten aus, wurden an den Orten, wohin sie gewiesen waren, auf Schupps Empfehlung wohl aufgenommen und hinreichend unterstützt; auch nicht ein einziger war unter diesen, dem nicht Gott ganz besonders und sichtlich geholfen hätte, also daß sie allesammt wohlstehende und zum Theil sogar angesehene Männer wurden. Lange nach dem Tode ihres Wohlthäters erzählten sie noch mit freudiger Dankbarkeit, wie einst Dr. Schuppius im Vertrauen auf Gott den HErrn die Welt unter sie ausgetheilt habe, und segneten das Andenken des wackern Professors zu Marburg.
(Eingesandt.)
Kirchliche Nachricht aus dem nördlichen Illinois.
Da die evangelisch-lutherische St. Matthäus-Gemeinde U. A. C. zu Dutchmans Point (zwölf Meilen nordwestlich von Chicago), welche bisher als Filial von Pastor Hoffmann bedient wurde, einen eigenen Prediger begehrte, und sich deßhalb an unsere Synode gewandt hatte: so wurde ihr Herr Georg Küchle, welcher sich in unserem Seminar zu Fort Wayne für das heilige Predigtamt vorbereitet hatte, nach wohlbestandenem Examen zugesandt. Nachdem die Gemeinde den Candidaten Küchle ordentlich berufen, wurde derselbe am 30. April inmitten seiner Gemeinde durch Herrn Pastor Selle unter Assistenz des Herrn Pastor Volkert, im Auftrage unserer Synode, ordinirt und in sein Amt eingewiesen. Pastor Volkert hielt die Predigt über Ap. Gesch. 20, 28.: „So habt nun Acht auf euch selbst, und auf die ganze Heerde, unter welche euch der Heilige Geist gesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeine Gottes, welche er durch sein eigenes Blut erworben hat." Außer den zahlreich anwesenden Gliedern der Gemeinde, wohnten auch die Pastoren Brauer und Hoffmann dieser Feierlichkeit bei.
Der treue Erzhirt Seiner Heerde wolle dem lieben Gemeinlein, so wie ihrem theuren Seelsorger Schild und Beistand sein, damit unter den, dort besonders obwaltenden, vielen Kämpfen nach Außen das Bekenntniß rein und lauter und die feste Zuversicht auf Seine kräftige Durchhülfe alle Zeit unwandelbar bleibe!
Die Adresse des lieben Bruders ist: Rev. G. Kuechle, Dutchmans Point, Cook Co., Ill.
(Eingesandt.)
Von der Absolution.
Meine Sünden sind mir nun vergeben:
Sel'ger Trost der Absolution!
Damit schenket Seligkeit und Leben
Mir mein Heiland, JESUS, Gottes Sohn,
Der zu mir durch seinen Diener spricht:
„Sei getrost, mein Kind, und zage nicht!"
Zahllos ist die Menge meiner Sünden,
Größer, als daß ich sie merken kann.
Mein Verderben kann ich nicht ergründen;
Seh' ich mich im heil'gen Spiegel an,
Welchen im Gesetz GOTT vor mir hält:
Ach, wie hat die Sünde mich entstellt!
In mir find' ich keine heil'ge Schöne,
Nur ein armes sündges Jammerbild;
Und mich schrecken Sina's Donnertöne,
Weil ich die Gebote nicht erfüllt.
Weh mir! vom Gesetz bin ich verdammt,
Und der Zorn des Richters dräut und flammt.
English translation AI translation
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properly, and partly to make those who have been instructed firm and certain in knowledge. If the latter nevertheless dissemble, so that in that approving and disapproving, acknowledging and rejecting they mean otherwise in the heart than they have declared with the mouth, the preachers do not thereby become partakers of this their sin of hypocrisy, but the guilt and the judgment of God, if they do not repent, remain upon them alone.
Likewise it is and remains in this matter absolutely necessary in fact, and does not depend upon the view and manner of acting of this or that Lutheran pastor, that those instructed, after that confessing of the truth and rejecting of error, also logically give their assent to the truth, so that through the Supper that follows, received from the hands of the Lutheran pastor and with a Lutheran congregation, they actually go out from their former communion of faith and enter as members into the Lutheran Church.
For if, for example, Lutheran preachers, as is unfortunately the case in the Ohio Synod, do not require this assent and this confession by deed (as they likewise do not require from Union people and Reformed that rejection of the Reformed error spoken of above), they thereby only promote a new hypocrisy and work indirectly into the hands of the false Union of our day. For in such a case the Reformed, through the fault of the preachers, remain hanging in the delusion that one can well acknowledge the Lutheran doctrine as thoroughly agreeable to Scripture, and yet as a member confess and adhere to a church which teaches otherwise, and therefore erroneously, in this and that article of doctrine; and that one can with a good conscience go to the holy Supper with a Lutheran congregation and receive it from the hands of a Lutheran pastor, and yet remain Reformed or Union in heart and in name.
How Professor Schuppius at Marburg Divided Europe among the Marburg Students.
Johann Balthasar Schupp (or Schuppius, as the name began to be Latinized at that time, and so it has remained since) of Giessen was for ten years professor of eloquence and history at Marburg, and not only a very learned professor, but also a skilful and extremely zealous teacher, who took it greatly to heart that the students should learn something solid from him. Money he took almost nothing for his lectures, so that in the ten years he perhaps did not receive twenty ducats. The distinguished and rich students, of whom there were many at Marburg at that time, had been especially recommended to him by their parents or by friends of Professor Schuppius, and so he would take nothing from them for friendship's sake; to the poor, however, and there were such then also, and poorer even than nowadays, he preferred to give money besides, lent them his books, allowed them free access to him early and late, and helped them everywhere in their studies, as much as he ever knew and was able. For this he enjoyed the general love and the greatest confidence among the students, and it did not readily happen to any of them that anything befell him without his asking Professor Schuppius for counsel, which this man faithfully gave, and mostly in such a way that he added the deed to the counsel. Now when in the Thirty Years' War (for during this time Schuppius was professor at Marburg), after the death of Duke Bernhard of Weimar, the Swedish-French army under the Duke of Longueville came unexpectedly into Hesse, Upper Hesse especially fell into great distress and confusion. The university believed itself in danger, several professors went away, and all instruction came to a halt, all lectures ceased. Then there came some poor students, natives of the lands of various lords, to Professor Schuppius, and asked him this time also, as they had often done, for counsel what they should do? In Marburg they had nothing more to do, nor anything to live on until quiet should return in the land and in the city; if they should go to their parents, these had as little as they, and besides the house full of soldiers. Then the honest Schuppius had great compassion on the poor young men, gave his servant the key to his cellar, commanded him to take them with him into his room, and to refresh them richly with wine, and also to speak comfortingly to them, and to bid them to come to him again the next day, the Herr Professor would see, with God's help, how they might be helped. Thereupon Schuppius shut himself up in his little room, and spent the whole night in writing, so that the morning sun found him still at his desk. When now at six o'clock in the morning the students came to him again, he said: Dear friends, the earth is the Lord's, and it seems to me our Lord God has taken me on as your quartermaster. I will divide all Europe among you. To you I will assign the seaports. To you Denmark. To you Prussia. To you Livonia. To you France. To you Holland. To you the free imperial cities, and so on, and herewith he gave to each some urgent letters of recommendation for the countries and cities that he had assigned him (and Dr. Schuppius was well known and highly esteemed in all those regions), took leave of them and said: Go forth, and seek your fortune; the Lord our God be with you. And God blessed this trusting undertaking of the worthy Schuppius; the students went out, were well received at the places to which they had been directed, on Schupp's recommendation, and sufficiently supported; and not a single one among them was there to whom God had not helped quite especially and visibly, so that they all became men in good circumstances, and partly even men of repute. Long after the death of their benefactor they still told with joyful gratitude how Dr. Schuppius, in trust in God the Lord, had divided the world among them, and blessed the memory of the worthy professor at Marburg.
(Communicated.)
Church News from Northern Illinois.
Whereas the Evangelical Lutheran St. Matthew's Congregation U. A. C. at Dutchmans Point (twelve miles northwest of Chicago), which until now had been served as a filial of Pastor Hoffmann, desired a pastor of its own and for that reason had turned to our Synod, Mr. Georg Küchle, who had prepared himself for the holy ministry in our seminary at Fort Wayne, was sent to it after a well-passed examination. After the congregation had regularly called Candidate Küchle, he was ordained on the 30th of April in the midst of his congregation by Pastor Selle, with the assistance of Pastor Volkert, by commission of our Synod, and installed in his office. Pastor Volkert preached the sermon on Acts 20:28: "Take heed therefore unto yourselves, and to all the flock, over the which the Holy Ghost hath made you overseers, to feed the church of God, which he hath purchased with his own blood." Besides the members of the congregation, who were present in large numbers, Pastors Brauer and Hoffmann also attended this solemnity.
May the faithful Chief Shepherd of His flock be shield and support to the dear little congregation, as well as to their dear pastor, so that amid the many outward conflicts which especially prevail there, the confession may remain pure and clear, and the firm confidence in His powerful help ever unchangeable!
The address of the dear brother is: Rev. G. Kuechle, Dutchmans Point, Cook Co., Ill.
(Communicated.)
Of Absolution.
My sins are now forgiven me:
Blessed comfort of absolution!
Therewith my Saviour, JESUS, God's Son,
Gives me salvation and life,
Who speaks to me through His servant:
"Be of good cheer, my child, and fear not!"
Countless is the multitude of my sins,
Greater than I can perceive.
My ruin I cannot fathom;
When I look at myself in the holy mirror
Which in the Law GOD holds before me:
Ah, how sin has disfigured me!
In myself I find no holy beauty,
Only a poor sinful picture of misery;
And Sinai's thunder-tones affright me,
Because I have not fulfilled the commandments.
Woe is me! by the Law I am condemned,
And the wrath of the Judge threatens and flames.