Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 6, Nummer 23 › Seite 183
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1850-07-09, Seite 183
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Geben 7 · Kirchengehen 6 · Predigt 14
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gehe gleichwohl gern in die Kirche und versäume keine Predigt; kann ich den Prediger nicht verstehen, so bete ich bei mir selber das Vaterunser, ein paar Psalmen und gute Sprüche, die ich gelernt habe.“ So sollen andere in dergleichen Fall auch thun.
Daß 3. die Nachmittagspredigten einiger Orten so geschwind nach der Mahlzeit angeordnet sind, will von verschiedenen Theologen nicht für erbaulich gehalten werden, denn freilich hierdurch die Andacht der Zuhörer, zumal an heißen Sonntagen, nicht gestärkt wird. Dem sei aber, wie ihm wolle, so kann diese Entschuldigung den Kirchenschläfern auch nichts helfen. Man sollte bei der Mahlzeit desto mäßiger leben, nicht so viel Speise und Getränke zu sich nehmen, damit man auch geschickt sei, dem Gottesdienst mit munterer Andacht beizuwohnen.
Es ist sonst natürlich, wenn der Leib mit Speis' und Trank angefüllt ist und hernach bald darauf ruhet, daß der Mensch in Schlaf sinkt und träge wird.
Diesem kann nur durch Mäßigkeit begegnet werden. Sonst ist hierbei nicht zu vergessen, daß diejenigen Herren und Frauen hierin übel thun, die des Sonnabends, welcher doch eine Vorbereitung zum heiligen Sabbath sein soll, ihr Gesinde mit Arbeit manchmal bis zur Mitternacht belegen und sich ermüden lassen; denn hierdurch geschieht, daß solches Gesinde, weil es in voriger Nacht keine, oder doch sehr wenig Ruhe gehabt hatte, wenn es zur Kirche kommt, die ganze Predigt durch schläft und schnarcht und, wie es hinein gegangen, also wieder herausgeht.
Es hat ja Alles seine Zeit, auch Arbeiten und Ruhen.
Das fünfte Capitel.
Durch was für Mittel der Kirchenschlaf zu vermeiden sei.
Weil denn, wie angehört, der Kirchenschlaf sündlich, ärgerlich und schädlich ist, so lasset uns mit Wenigem berühren, wie doch derselbe abgewehrt und die Kirchenschläfer zur Anhörung des gepredigten göttlichen Worts aufgemuntert werden können. Wenn denn von Einigen zu vermeinter Entschuldigung vorgebracht werden will, man könne sich des Schlafs in der Kirche nicht wohl erwehren, so ist hierauf die Antwort, daß es gar wohl geschehen könne, wenn man nur wolle.
1. Soll man mit der festen Absicht zur Kirche gehen, daß man Gottes Wort mit Andacht anhören, beten, singen und sich im Christenthum erbauen wolle.
2. Soll man festiglich glauben, daß unter der Predigt und im Gottesdienste schlafen eine Sünde sei.
3. Soll man gedenken, daß die Herrlichkeit Gottes in der Kirche zugegen sei und sehe auf jeglichen Zuhörer, ob er schlafe oder wache, ob er Seinem Worte, das aus Seines Dieners Munde geht, zuhöre oder nicht.
4. Soll man, wenn die Predigt angeht, zu Gott seufzen, daß er mit seinem Geist das Herz öffnen, den Verstand erleuchten und Lust und Begierde, das gepredigte Wort anzunehmen, erwecken wolle.
5. Soll man wohl bedenken, daß Niemand wisse, zu welcher Zeit oder Stunde, durch welchen Spruch oder Predigt Gott sein Herz rühren und erleuchten wolle, und daß es wohl zu der Stunde und in der Predigt, welche er verschlafen oder versäumet habe, geschehen könne.
Wenn nun unter der Predigt oder beim Anfang derselben der Zuhörer schläfrig werden wollte, so soll er alsbald sich dessen, was jetzt gesagt, erinnern und bald anfangs, ehe er noch vom Schlafe gänzlich überfallen wird, dem Schlafe wehren, sodann mit Herzensgebet und Seufzern dawider streiten und um beständige Andacht zu Gott bitten.
2. So kann man sich auch des Schlafs desto leichter enthalten, wenn man, wie von einigen geschieht, die Predigt nicht sitzend, sondern stehend anhört.
3. Wenn man, wie oben berühret, im Essen und Trinken gebührende Maaße hält und den Leib damit nicht allzusehr beschweret.
4. Wenn man von seinem nebensitzenden Mitchristen aufgemuntert und zur Wachsamkeit ermahnt wird. Es ist an verschiedenen Orten der löbliche Gebrauch eingeführt, daß gewisse Personen bestellt sind, die unter der Predigt herumgehen und die Kirchenschläfer durch etwas Anrühren aufwecken müssen. Ebenso sollte ein Jeder seinen Nachbarn in der Kirche, wenn derselbe schläft, in bescheidenlicher Maaße aufwecken.
5. Wird der Kirchenschlaf gewehrt, wenn die Prediger, wie öfters geschieht, dawider eifern, die Kirchenschläfer, die nur nach Gewohnheit die ganze Predigt durchschlafen, beschämen, damit andere, hierdurch aufgemuntert, des Schlafens und Schnarchens sich enthalten.
Hilf Gott! daß wir allesammt munter und wacker seien, Gottes Wort zu Hause und in der Kirche mit brünstiger Andacht und Eifer zu hören, zu lesen, und zu betrachten, und unser Christenthum, Leben und Wandel darnach anstellen mögen. Amen.
Alles zur Ehre Gottes und Erbauung des Nächsten.
Herzliche Bitte an alle fröhliche Geber um Unterstützung unserer Heidenmission.
Ihr gedenket an das Wort des HErrn JEsu, welches er gesagt hat: „Geben ist seliger, denn nehmen“, Ap. Gesch. 20, 35.; und habt die Wahrheit dieses Wortes aus eigner Erfahrung erkannt. Darum freuet Ihr Euch, so oft Euch Gott eine neue Gelegenheit schenkt, von Euren zeitlichen Gütern zu Gottes Ehren und des Nächsten Heil zu geben und mitzutheilen. Ihr freuet Euch über die Nachricht, daß unsere Missionskasse leer, ja, noch mit Schulden behaftet ist, denn Ihr könnet nun wieder Eurem brünstigen Liebesdrange, mitzutheilen, genug thun, und auf's Neue die Seligkeit des Gebens empfinden. Nur um eins möchte ich bitten: Gebet nicht auf einmal zu viel, damit Ihr nicht Euch selbst und die Eurigen der nöthigen Nahrung und Kleidung beraubet. Denn es heißt: So einer willig ist, so ist er angenehm, nach dem er hat, nicht nach dem er nicht hat, 2 Cor. 8, 12. Wenn Ihr auch über Vermögen willig seid, es ist genug, wenn Ihr nach Eurem Vermögen gebt.
Hiemit will ich keinesweges euren Liebeseifer dämpfen, vielmehr will ich einige Sprüche aus Gottes Wort anführen, welche Euch reizen, Eure Freigebigkeit auch ferner zu beweisen. Diese Tugend wird in der heiligen Schrift auch Barmherzigkeit, Gütigkeit, Lindigkeit genannt, ist das Gegentheil vom Laster des Geizes und entspringt aus dem Glauben an JEsum. Denn wenn ein Mensch nun die Liebe seines Heilandes an seinem Herzen erfahren hat, der für ihn Alles gethan und gelitten, der sein Blut für ihn am Kreuz vergossen und ihm damit Alles erworben hat; dann entbrennt sein Herz von heiliger Gegenliebe und brünstiger Dankbarkeit, daß er um Christi willen mit tausend Freuden Alles, auch sein Leben dahin gibt. Sein Herz hängt an dem Irdischen nicht mehr, durch Christum wird er ein Herr des Mammons. Er findet seine Freude daran, sein Geld für wohlthätige Zwecke zu verwenden, für die Armen, die Kirche, die Mission. Und das thut er aus einfältigem Gehorsam gegen Gottes Gebote. Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist, Luc. 6, 36. Wohlzuthun und mitzutheilen vergesset nicht, denn solche Opfer gefallen Gott wohl, Hebr. 13, 16. Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen, Phil. 4, 5. Er gibt reichlich, nicht um die Seligkeit sich damit zu verdienen, denn die hat er schon aus Gnaden, sondern gedrungen von der Liebe Christi. Er gibt reichlich, nicht wie ein Knecht, blos um des von Gott verheißenen Lohnes willen, sondern wie ein Kind aus freiem Geiste und herzlicher Lust an Gott.
Aber doch locket uns Gott auch damit zu Werken der Barmherzigkeit und Freigebigkeit, daß er verspricht, dieselben aus Gnaden ewig unaussprechlich reich zu belohnen. „Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maaß wird man in euren Schooß geben“, Luc. 6, 38. Lasset uns Gutes thun und nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören, Gal. 6, 9. Liebet eure Feinde; thut wohl und leihet, daß ihr nichts dafür hoffet, so wird euer Lohn groß sein, und werdet Kinder des Allerhöchsten sein Luc., 6, 35. Selbst die geringste Gabe, welche wir für das Reich Gottes darbringen, soll uns treulich vergolten werden, wie Christus versichert: Wer dieser Geringsten einen mit einem Becher kalten Wassers tränket in eines Jüngers Namen, wahrlich, ich sage euch, es wird ihm nicht unbelohnt bleiben, Matth. 10, 42. Christus wird jede Gabe, welche wir in seinem Namen den Armen und Leidenden darreichen, in jenem Leben so vergelten, als hätten wir sie ihm selbst gegeben. Denn er spricht: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan, Matth. 25, 40. Wer sich des Armen erbarmet, der leihet
English translation AI translation
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nevertheless go gladly to church and miss no sermon; if I cannot understand the preacher, I pray by myself the Lord's Prayer, a few Psalms and good verses which I have learned." Others ought to do likewise in the like case.
That, third, the afternoon sermons in some places are appointed so soon after the meal is not held to be edifying by various theologians, for indeed the devotion of the hearers, especially on hot Sundays, is not strengthened thereby. Be that as it may, this excuse can help the church-sleepers nothing. One ought to live the more temperately at the meal, not to take so much food and drink, that one may also be fit to attend divine service with lively devotion.
Otherwise it is natural, when the body is filled with food and drink and rests soon afterward, that a man sinks into sleep and becomes sluggish.
This can be met only by temperance. Furthermore it is not to be forgotten here that those masters and mistresses do ill in this who, on Saturday, which indeed ought to be a preparation for the holy Sabbath, sometimes burden their servants with work until midnight and let them be wearied; for hereby it comes to pass that such servants, having had no rest, or very little, the night before, when they come to church sleep and snore through the whole sermon and, as they went in, so come out again.
Surely to everything there is a season, to work also and to rest.
The Fifth Chapter.
By What Means Church-Sleeping Is to Be Avoided.
Since then, as has been heard, church-sleeping is sinful, offensive and harmful, let us touch briefly upon how it may be warded off and the church-sleepers aroused to the hearing of the preached divine Word. When some would put forward as a supposed excuse that one cannot well ward off sleep in church, the answer to this is that it can very well be done, if only one will.
1. One should go to church with the firm intention of hearing God's Word with devotion, praying, singing, and being edified in Christianity.
2. One should firmly believe that sleeping under the sermon and in divine service is a sin.
3. One should consider that the glory of God is present in the church and looks upon every hearer, whether he sleeps or wakes, whether he hearkens or not to His Word, which goes forth from His servant's mouth.
4. When the sermon begins, one should sigh to God that He would, with His Spirit, open the heart, enlighten the understanding, and awaken desire and longing to receive the preached Word.
5. One should well consider that no one knows at what time or hour, by what verse or sermon God will touch and enlighten his heart, and that it may very well happen at the hour and in the sermon which he has slept through or neglected.
If now, during the sermon or at the beginning of it, the hearer should become drowsy, he should at once remember what has just been said and, right at the start, before he is yet wholly overtaken by sleep, resist the sleep, then strive against it with prayer of the heart and sighs, and beg of God steadfast devotion.
2. One can also the more easily refrain from sleep if, as is done by some, one hears the sermon not sitting, but standing.
3. If one, as touched upon above, keeps due measure in eating and drinking and does not overburden the body too much therewith.
4. If one is encouraged by his fellow Christian sitting beside him and exhorted to watchfulness. In various places the laudable custom has been introduced that certain persons are appointed who must go about during the sermon and wake the church-sleepers by a gentle touch. Likewise every one ought to wake his neighbor in church, when he sleeps, in a modest manner.
5. Church-sleeping is checked when the preachers, as often happens, zealously oppose it and put to shame the church-sleepers who merely out of habit sleep through the whole sermon, so that others, thereby aroused, may refrain from sleeping and snoring.
Help, God! that we all may be alert and vigilant to hear, to read, and to meditate upon God's Word at home and in church with fervent devotion and zeal, and may order our Christianity, life and conduct accordingly. Amen.
All to the honor of God and the edification of our neighbor.
Hearty Entreaty to All Cheerful Givers for the Support of Our Heathen Mission.
Ye remember the word of the LORD JEsus, which He said: "It is more blessed to give than to receive," Acts 20, 35.; and have recognized the truth of this word from your own experience. Therefore ye rejoice, as often as God grants you a new opportunity to give and to impart of your temporal goods to God's honor and the welfare of your neighbor. Ye rejoice at the news that our mission treasury is empty, yea, still burdened with debts, for now ye can again satisfy your fervent impulse of love to impart, and feel anew the blessedness of giving. Only one thing would I ask: Give not too much at once, lest ye rob yourselves and your own of the necessary food and clothing. For it is said: "If there be first a willing mind, it is accepted according to that a man hath, and not according to that he hath not," 2 Cor. 8, 12. Even if ye be willing beyond your ability, it is enough if ye give according to your ability.
Herewith I would by no means dampen your zeal of love; rather would I adduce some sayings from God's Word which may stir you to show your liberality further still. This virtue is in the Holy Scriptures also called mercy, kindness, gentleness, is the opposite of the vice of covetousness, and springs from faith in JEsus. For when a man has experienced in his heart the love of his Savior, who has done and suffered all things for him, who shed His blood for him upon the cross and thereby obtained all things for him; then his heart is kindled with holy love in return and fervent gratitude, so that for Christ's sake he gives up with a thousand joys all things, even his life. His heart clings no more to the earthly; through Christ he becomes a lord of mammon. He finds his joy in using his money for charitable purposes, for the poor, the church, the mission. And this he does out of simple obedience to God's commandments. "Be ye merciful, as your Father also is merciful," Luc. 6, 36. "But to do good and to communicate forget not: for with such sacrifices God is well pleased," Heb. 13, 16. "Let your moderation be known unto all men," Phil. 4, 5. He gives abundantly, not to earn salvation thereby, for that he has already by grace, but constrained by the love of Christ. He gives abundantly, not as a servant, merely for the sake of the reward promised by God, but as a child, out of a free spirit and hearty delight in God.
Yet God also allures us thereby to works of mercy and liberality, in that He promises to reward them out of grace eternally and unspeakably richly. "Give, and it shall be given unto you. Good measure, pressed down, and shaken together, and running over, shall men give into your bosom," Luc. 6, 38. "Let us not be weary in well doing: for in due season we shall reap, if we faint not," Gal. 6, 9. "Love ye your enemies, and do good, and lend, hoping for nothing again; and your reward shall be great, and ye shall be the children of the Highest," Luc., 6, 35. Even the least gift which we bring for the kingdom of God shall be faithfully repaid to us, as Christ assures: "Whosoever shall give to drink unto one of these little ones a cup of cold water only in the name of a disciple, verily I say unto you, he shall in no wise lose his reward," Matth. 10, 42. Christ will repay every gift which we reach out in His name to the poor and suffering, in that life as though we had given it to Himself. For He says: "Verily I say unto you, Inasmuch as ye have done it unto one of the least of these my brethren, ye have done it unto me," Matth. 25, 40. "He that hath pity upon the poor lendeth