Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 4 › Seite 28

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-10-14, Seite 28

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müssen, welches Alles herbeizuführen doch allein Gott vermag. Und wozu hätten jene Menschen alles dies veranstaltet, wenn sie's hätten veranstalten können? Um verachtet und verspottet, gehaßt und verfolgt zu werden; denn das war das Loos der christlichen Kirche während der ersten drei Jahrhunderte.

Hiernach ist nun offenbar, wer nach den Grundsätzen der Vernunft und des gemeinen Menschenverstandes handelt: wir, die wir sagen, Gott, der die Weissagung vor Zeiten gegeben, und da die Zeit herbeigekommen war, dieselbe hat in Erfüllung gehen lassen; oder die Gegner, die sagen: Es sind Menschen, welche die Begebenheiten, die den Weissagungen entsprechen, veranstaltet haben.

Es dünkt uns, wir haben nun zur Genüge gesehen, daß man entweder der Vernunft und dem gemeinen Menschenverstande den Abschied geben, oder glauben muß, daß die Uebereinstimmung der Weissagungen des Alten Testaments mit den im Neuen Testament erzählten Begebenheiten kein Zufall sei; ferner, daß es mit den Weissagungen des Alten Testaments und auch mit den im Neuen Testament enthaltenen Begebenheiten seine volle Richtigkeit habe d. h. so sei, wie die Christenheit glaubt.*)

*) Dies ist, was der berüchtigte französische Freigeist Rousseau verlangt hatte. Er sagt nämlich: „Wenn ich die Weissagungen als Beweis sollte gelten lassen, so müßte dreierlei zusammenkommen, was unmöglich ist, nämlich ich hätte müssen ein Zeuge sein der Weissagungen; ich hätte müssen ein Zeuge sein der Erfüllung derselben; und es müßte mir bewiesen werden, daß es kein Zufall ist, daß die Erfüllung mit der Weissagung übereinstimmt.“ Der liebe Leser wird eben, was Rousseau in der ersten Forderung verlangt, nämlich Gewißheit, daß es mit den Weissagungen seine Richtigkeit hat, in unserm zweiten Theile; was er in seiner zweiten Forderung verlangt, nämlich Gewißheit, daß es mit der Erfüllung seine Richtigkeit hat, in unserm dritten Theile, und was er in seiner dritten Forderung verlangt, in unserm ersten Theile gewährt finden. So muß denn ein Fürst der Ungläubigen Zeugniß für die Gültigkeit eines Beweises für die Wahrheit der christlichen Religion, und so für diese selber, ablegen, den Gläubigen zum Trost, den Ungläubigen zum Schrecken.

Wer sind nun die Verständigen, die Christen, oder deren Gegner; und wer sind die Unverständigen?

Die Ungläubigen sind die Unverständigen; und wie sich dies an den Weissagungen gezeigt hat, so läßt sich dasselbe auch an andern Beweisen für die Wahrheit der christlichen Religion sehen.

Hievon machen wir nun noch eine kurze Anwendung.

Wenn denn die Gegner des Christenthums bei ihrer Behauptung, die Lehren der christlichen Religion seien nicht wahr, und die Bibel, welche dieselben enthält, nicht Gottes Wort, wider alle Vernunft und gemeinen Menschenverstand handeln; woher kommt es doch, daß sie sich gleichwohl darauf berufen? Aus ihrer Vernunft und ihrem Verstande kann es nicht kommen, denn darin liegen, wie wir gesehen haben, grade Gründe für das Gegentheil; wollten sie ihre Vernunft fragen, oder den Regeln des gemeinen Menschenverstandes Gehör geben; so würden sie wie Christen glauben und reden. Aus ihrem Herzen kommt es also. Sie sind des Lichts Feinde, der Finsterniß Freunde. Denn das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf, und aus dem Herzen des Menschen kommen arge Gedanken. Daraus folgt zweierlei. Einmal, sie verwerfen Gottes Wort; und zum andern, sie wollen den Grund, weshalb sie dieses thun, verbergen, und berufen sich deshalb nicht auf die Bosheit ihres Herzens, sondern auf ihren Verstand. Ihr Verstand aber läßt sie, wie sich gezeigt hat, nicht nur jämmerlich im Stich, sondern zeugt wider sie.

Dies ist ein warnendes Wort für die Gegner des Christenthums. Sie sollen zu Herzen fassen, daß es eine Schande ist, sich auf einen Zeugen zu berufen, der gegen sie auftreten muß; sie sollen wissen, daß sie dadurch ihr dereinstiges Urtheil noch verschlimmern, denn sie rufen grade einen Zeugen, nicht sie zu entschuldigen, sondern sie zu verklagen, auf; sie sollen endlich bedenken, daß es in diesem Falle keine Kleinigkeit ist, wider die Vernunft und den gemeinen Menschenverstand zu handeln. Es wäre wider den gemeinen Menschenverstand, ein altes Kleid mit einem neuen Lappen zu flicken, und Trauben auf den Dornen und Feigen auf den Disteln zu suchen; indeß handelt Jemand in Dingen, die dies Leben angehen, wider den gemeinen Menschenverstand; so ist etwa ein wenig zeitlicher Spott und geringer zeitlicher Verlust die Folge davon; handelt aber Jemand in geistlichen Dingen dawider, so ist ewige und unaussprechliche Schande, und unersetzlicher Verlust sein Lohn.

Wollten doch darum die, welche bisher die christliche Religion verworfen haben, aus dem Grunde, daß es vernunftwidrig sei, an ihre Lehren zu glauben, bedenken, wie es grade umgekehrt ist, und eben der Vernunft, auf die sie sich berufen, Gehör geben wider ihr böses Herz, damit sie ihr Ohr ernstlich zur heilsamen Lehre neigen und aufmerken, und der Herr zu ihnen dann rede, und ihren Sinn und ihr Herz ändere, und zu einem Gefäß der Gnade mache, so daß dasselbe endlich zu Christo spricht: Mein Herr und mein Gott, und dahin kommt, daß es sagt: Bezeugten auch mein Verstand und meine Vernunft mir's nicht, ja sagten sie das Gegentheil, so will ich dennoch vom Herrn und Seinem Wort nicht mehr lassen, denn, Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Daß solches geschehen möge, helfe Gott.

Ihr aber, Geliebte, die ihr durch Gottes Gnade seid gläubig geworden, wollt dies zu euerm Troste dienen lassen, daß es der Vernunft gemäß ist, die Wahrheit der christlichen Religion anzunehmen, und die Bibel für Gottes Wort zu halten. Wir haben wohl oft gedacht, besonders wenn wir Spott hören mußten: Mag's auch wider die Vernunft sein, die Bibel für Gottes Wort zu halten; ich glaube dennoch. Nun wissen wir, daß unsere Sache gar so schlecht nicht steht; umgekehrt ist's; die Vernunft ist für uns, und wider die Spötter. Laßt Euch dies auch einen Trost in der Anfechtung sein; denn sollten auch viel Zweifel über euch kommen, so gedenkt, daß es wider alle Vernunft wäre, nicht zu glauben, daß also die Zweifel ganz ohne Grund und nur Vorspiegelungen des Feindes unserer Seele sind, damit er uns berücken will. Das soll ihm aber nimmer gelingen.

Dazu wolle der Herr auch heute seinen Segen auf sein Wort legen, und seine Kinder im Glauben stärken und erhalten bis an's Ende; und auch solche, die Ihn noch nicht Vater nennen, zum Glauben erwecken, auf daß sie mit jenen die Seligkeit erlangen, und groß sei die Schaar und laut der Schall derer, die Ihm und dem Lamme ewiglich Hallelujah singen. Amen.

M. Johann Matthesii Ökonomia oder Bericht vom christlichen Hauswesen.
(befindlich im Anhang seiner Catechismus-Predigten.)

Wer sein Leben mit Freud' und Ruh',
In dem Ehestand will bringen zu,
Auf daß ihm's Kreuz auf dieser Erd,
Im Haushalten desto leichter werd:
Ein fromm' gottfürchtig Kind er frey',
Das von ehrlichen Eltern sei,
Und sich vor allen Dingen hür',
Daß er nicht frey' zu nah ins Geblüt.
Wenn er erst Gott gebeten hat,
Darnach folg' er der Eltern Rath;
So er nun ziemlich ist bei Jahr'n,
Hat was gelernet und erfahr'n
Er baht nicht vor in allen Pfützen,
Und sauf aus jeder schlammig Stützen.
Von Eltern erbt man Geld und Gut,
Ein fromm' Weib Gott bescheren thut;
Von Mannes Rippen kommt sie her,
Ist g'schmückt mit Tugend, Zucht und Ehr:
An ihres Mannes Herz sie hangt,
Nach ihm sich sehnet und verlangt;
Zum Gehülfen ist sie ihm gegeben,
Zum Trost und Freud in seinem Leben;
Wenn sich zuträgt Kreuz und Unfall,
Ihr freundliches Herz ihn trösten soll.
Sie ist des Mannes Arzenei,
Daß er nicht fall in Büberei.
Sie trägt Kinder in aller Zucht,
Die Welt mehrt ihres Leibes Frucht.
Dem Mann erbauet sie sein Haus,
Erhält und breit't sein Namen aus,
Mehrt und erfreut sein ganz Geschlecht,
Im Haus sie alles ordnet recht.
Ein'm fruchtbar'n Weinstock sie ist gleich,
Gibt Schatten, ist an Früchten reich.
Sie ist wie ein edles Gestein,
Und wie ein Perlein rund und rein.
Im Haus das G'sind sich nach ihr richt't,
Ohn' sie kann man haushalten nicht.
Ums Haus ist sie ein starker Zaun,
Ihr Mann darf ihr kecklich vertraun.
In ihrem Herzen viel' Tugend' sein,
Wie ein wohl verschlossner Schrein.
Das best' Recept ist sie dem Mann,
Desgleichen kein Doctor schreiben kann.
Wie holdselig, lieblich und fein,
Ist das Bett, da zwei kommen ein,
Die sich in Züchten und in Ehr'n
In rechter Lieb zusammen kehr'n,
Und eins zum andern sich gesellt,
Solch Leben unserm Gott gefällt.
Eheleut verstehen das allein,

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things, which God alone is able to bring about. And to what end would those men have arranged all this, if they had been able to arrange it? To be despised and mocked, hated and persecuted; for that was the lot of the Christian church during the first three centuries.

From this it is now manifest who acts according to the principles of reason and of common sense: we, who say that God, who gave the prophecy of old, and when the time was come, has let the same be fulfilled; or the opponents, who say: It is men who have arranged the events which correspond to the prophecies.

It seems to us that we have now seen sufficiently that one must either bid reason and common sense farewell, or believe that the agreement of the prophecies of the Old Testament with the events related in the New Testament is no accident; further, that it is entirely correct with the prophecies of the Old Testament, and also with the events contained in the New Testament, that is, is as Christendom believes.*)

*) This is what the notorious French freethinker Rousseau had demanded. For he says: "If I were to let the prophecies count as proof, three things would have to come together, which is impossible, namely, I should have had to be a witness of the prophecies; I should have had to be a witness of their fulfillment; and it would have to be proved to me that it is no accident that the fulfillment agrees with the prophecy." The dear reader will find what Rousseau demands in the first requirement, namely certainty that it is correct with the prophecies, in our second part; what he demands in his second requirement, namely certainty that it is correct with the fulfillment, in our third part; and what he demands in his third requirement, in our first part. Thus a prince of the unbelievers must give testimony to the validity of a proof for the truth of the Christian religion, and so for that religion itself, to the comfort of believers and the terror of unbelievers.

Who now are the men of understanding, the Christians or their opponents; and who are the men without understanding?

The unbelievers are those without understanding; and as this has shown itself in the prophecies, so the same can be seen also in other proofs for the truth of the Christian religion.

Of this we shall now make a brief application.

If, then, the opponents of Christianity, in their assertion that the doctrines of the Christian religion are not true, and the Bible, which contains them, not God's Word, act against all reason and common sense; whence comes it that they nevertheless appeal to them? It cannot come from their reason and their understanding, for in these lie, as we have seen, just the grounds for the contrary; if they would ask their reason, or give ear to the rules of common sense, they would believe and speak as Christians. From their heart it comes, then. They are enemies of the light, friends of darkness. For the imagination of man's heart is evil from his youth, and out of the heart of man proceed evil thoughts. From this two things follow. First, they reject God's Word; and secondly, they wish to conceal the reason why they do this, and therefore appeal not to the wickedness of their heart, but to their understanding. But their understanding, as has been shown, not only leaves them wretchedly in the lurch, but bears witness against them.

This is a warning word for the opponents of Christianity. They should lay to heart that it is a disgrace to appeal to a witness who must testify against them; they should know that they thereby make their future judgment still worse, for they call precisely a witness not to excuse them, but to accuse them; they should finally consider that in this case it is no trifle to act against reason and common sense. It would be against common sense to patch an old garment with a new piece, and to seek grapes of thorns and figs of thistles; but if anyone acts against common sense in matters that concern this life, then a little temporal scorn and slight temporal loss is the consequence; but if anyone acts against it in spiritual matters, then eternal and unspeakable shame and irreparable loss is his reward.

Would that those, therefore, who have hitherto rejected the Christian religion on the ground that it is contrary to reason to believe its doctrines, would consider how it is precisely the reverse, and give ear to the very reason to which they appeal, against their wicked heart, that they may earnestly incline their ear to the wholesome doctrine and give heed, and the Lord then speak to them, and change their mind and their heart, and make it a vessel of grace, so that it at last says to Christ: My Lord and my God, and comes to this, that it says: Though my understanding and my reason did not bear witness to me, yea, though they said the contrary, yet will I not let go of the Lord and His Word, for, Lord, to whom shall we go? Thou hast the words of eternal life. That such may come to pass, God help.

But you, beloved, who through God's grace have become believers, let this serve for your comfort, that it is in accordance with reason to accept the truth of the Christian religion, and to hold the Bible to be God's Word. We have no doubt often thought, especially when we had to hear scorn: Though it may be against reason to hold the Bible for God's Word, yet I believe. Now we know that our cause stands by no means so ill; it is the reverse; reason is for us, and against the scoffers. Let this also be a comfort to you in temptation; for even should many doubts come upon you, then remember that it would be against all reason not to believe, that thus the doubts are wholly without ground and only delusions of the enemy of our souls, whereby he wishes to ensnare us. But this shall never succeed for him.

To this end may the Lord also today lay His blessing upon His Word, and strengthen and preserve His children in the faith unto the end; and also awaken to faith those who do not yet call Him Father, that they may obtain salvation with the others, and great may be the host and loud the sound of those who sing Hallelujah to Him and to the Lamb forever. Amen.

M. Johann Matthesii Ökonomia oder Bericht vom christlichen Hauswesen.
(befindlich im Anhang seiner Catechismus-Predigten.)

He who would pass his life with joy and rest
In the state of matrimony,
That the cross in this earth
May be the lighter to him in housekeeping:
Let him woo a pious, God-fearing child,
That is of honest parents,
And above all things let him beware
That he woo not too near of kin.
When he has first prayed to God,
Then let him follow his parents' counsel;
When he is now fairly of age,
Has learned something and gained experience,
Let him not bathe beforehand in all puddles,
And drink from every muddy pool.
From parents one inherits money and goods,
A pious wife God bestows;
From the man's rib she came,
Is adorned with virtue, discipline and honor:
To her husband's heart she clings,
For him she yearns and longs;
As a helper she is given to him,
For comfort and joy in his life;
When cross and misfortune befall,
Her friendly heart shall comfort him.
She is the man's medicine,
That he fall not into knavery.
She bears children in all discipline,
The world is increased by the fruit of her body.
For the man she builds his house,
Preserves and spreads abroad his name,
Increases and gladdens his whole kindred,
In the house she orders all things aright.
To a fruitful vine she is like,
Gives shade, is rich in fruits.
She is like a precious stone,
And like a little pearl round and pure.
In the house the servants take their direction from her,
Without her one cannot keep house.
Around the house she is a strong fence,
Her husband may boldly trust her.
In her heart are many virtues,
Like a well-locked shrine.
She is the best prescription for the man,
The like of which no doctor can write.
How lovely, dear and fine
Is the bed where two come together,
Who in discipline and honor
In true love turn to each other,
And one joins itself to the other,
Such a life pleases our God.
Married folk understand this alone,