Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 22 › Seite 169
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-06-22, Seite 169
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Der Lutheraner.
„Gottes Wort und Luthers Lehr' vergehet nun und nimmermehr.“ (Offenb. Joh. Cap. 14, v. 6. 7.)
Herausgegeben von der Deutschen Ev. Luther. Synode von Missouri, Ohio und andern Staaten.
Redigirt von C. F. W. Walther.
Jahrg. 8. St. Louis, Mo., den 22. Juni 1852. No. 22.
Bedingungen: Der Lutheraner erscheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen Subscriptionspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterschreiber, welche denselben vorauszubezahlen und das Postgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft.
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(Eingesandt.)
Freundliche Erwiederung nach Martinsville bei Buffalo.
In Nummer 2, Jahrgang I. des von Herrn Pastor J. And. A. Grabau zu Buffalo redigirten sogenannten Kirchen-Informatorii befindet sich ein Aufsatz: „Erklärung der lutherischen Gemeinde zu Martinsville bei Buffalo gegen Krause,“ beschlossen mit den Namen der Kirchenvorsteher und Kirchenväter dieser Gemeine. Am Ende des Aufsatzes steht: „Dies ist unsere, nämlich der ganzen Gemeinde in Martinsville, getreue und wahrhafte Erklärung, die in zwei Gemeine-Versammlungen bestätigt ist.“
Wer aber Hrn. Past. Grabau's Informatorium zu lesen Gelegenheit hat, und seine Aufsätze mit diesem genannten Aufsatze vergleicht, wird bald inne werden, daß beider Geist und Styl auf's Innigste harmoniren; wer ferner aus Erfahrung weiß, wie Hr. Past. Grabau diese Gemeine, gleich von ihrer Ansiedelung an, geleitet, und sie nach seinen Grundsätzen gebildet hat, auch während ich Seelsorger dieser Gemeine war, sie im Abhängigkeits-Verhältniß zu ihm erhalten und zur Durchführung seiner Pläne zu bearbeiten gewußt hat, erkennt, daß dieser Aufsatz einen ganz unrichtigen Titel führt und eigentlich heißen soll: „Erklärung des Hrn. Past. J. And. A. Grabau gegen Krause.“ Und daß diese Erklärung lediglich die des Hrn. Past. Grabau ist, wozu die Gemeine Martinsville nur ihren Namen geliehen hat, ist daraus klar, weil dieser Aufsatz eine summarische Wiederholung seines Schmähartikels „wider den Rottenprediger Krause,“ und eine gedruckte kurze Fassung seiner mündlichen Behauptungen und Leugnungen wider mich, und seiner im Informatorio besonders von No. 10 bis 13 desselben aufgestellten Behauptungen und dreisten Leugnungen ist.
Da dieß offenbar ist, und meine beiden abgedrungenen Vertheidigungsschriftchen „Priesterherrschaft“ und „Das entdeckte Geheimniß der Bosheit“ noch unwiderlegt stehen, und so lange unwiderlegt stehen, als Hr. Past. Grabau mit seiner Lehre und Praxis fortfährt, die Wahrheit meiner Schriftchen zu beweisen, so habe ich diese sogenannte Martinsviller Erklärung sich selbst überlassen, halte es aber für meine Pflicht, die lieben Martinsviller zu bitten, sich nicht mehr zu falschen Zeugen brauchen zu lassen, weil dieß eine schwere Versündigung wider das achte Gebot ist. Und damit sie zu erkennen Gelegenheit haben, wie sündlich es ist, seinen Namen zum Deckel der Bosheit zu leihen und wider sein eigenes Gewissen zu handeln, will ich diesen irregeleiteten Christen Folgendes ins Gedächtniß zurückführen.
Der Aufsatz sagt: „Die Martinsviller Gemeinde wisse, daß ich, Krause, mit Recht excommunicirt sei, wegen meines unbußfertigen Beharrens in der Sünde der Heuchelei.“ Ist ein großer Irrthum, liebe Martinsviller Christen, und von Past. Grabau und von Rohr euch eingeredet; denn eben, weil ich mit diesen Herren nicht heucheln, die in Gott ruhenden Zeugen der Wahrheit nicht beschimpfen, euch nicht um die Freiheit in Christo bringen und in das knechtische Joch der Menschensatzungen fahen wollte, darum haben sie mich excommunicirt.
Des Geizes. Diese Behauptung kann jeder von euch als eine gewissenlose erkennen; denn ihr wißt, ich bin mit meinem Einkommen zufrieden gewesen, habe niemals gefragt: Wer restirt noch? weiß es auch heut noch nicht; habe Niemanden gemahnt, bis heut nicht, obschon zu meiner Verwunderung nun das Zweitemal noch rückständiger Gehalt von euch mir gesendet wird, wodurch ihr eure Ehrlichkeit beweiset, da ich doch keine Ahnung hatte, daß noch Rückstände da wären. Auch habe ich die Kirchväter gebeten, Arme und Wittwen mit Gehaltszahlung zu verschonen. Gleich anderen Gemeingliedern habe ich die Beiträge zum Kirchenbau geg'ben, zu allen Collekten beigetragen und eine namhafte Summe an dem von der Martinsviller Gemeine mir ausgesetzten Reisegelde geschenkt. Niemand, dessen Noth mir wissend geworden, ist von mir unbegabt geblieben. Es ist mir eigentlich zuwider, davon zu reden, aber ich muß es thun, um euretwillen, ob ihr vielleicht erkennen möchtet, daß ihr wider euer Gewissen und Wissen redet und zur Buße kämet.
„Der tyrannischen Härte in seiner Amtsführung gegen Erwachsene und Kinder und besonders gegen Kranke.“ Da reden die Unterschriebenen, die oft mir gesagt haben: „Herr Pa-
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Der Lutheraner.
"God's Word and Luther's doctrine pure shall to eternity endure." (Rev. John, Chap. 14, v. 6. 7.)
Published by the German Evangelical Lutheran Synod of Missouri, Ohio and other States.
Edited by C. F. W. Walther.
Vol. 8. St. Louis, Mo., June 22, 1852. No. 22.
Terms: Der Lutheraner appears once every two weeks, at the yearly subscription price of One Dollar for out-of-town subscribers, who are to pay for it in advance and to bear the postage. — In St. Louis each single number is sold for 5 cents.
Only the letters which contain communications for the paper are to be sent to the editor; all others, which contain business matters, orders, cancellations, money, etc., are to be sent hither under the address Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo.
(Submitted.)
A Friendly Reply to Martinsville near Buffalo.
In Number 2, Volume I, of the so-called Kirchen-Informatorium edited by Pastor J. And. A. Grabau at Buffalo, there is to be found an article: "Declaration of the Lutheran Congregation at Martinsville near Buffalo against Krause," concluded with the names of the church elders and church fathers of this congregation. At the end of the article it says: "This is our, namely the whole congregation's at Martinsville, faithful and true declaration, which has been confirmed in two congregational meetings."
But whoever has opportunity to read Pastor Grabau's Informatorium, and compares his articles with this aforesaid article, will soon perceive that the spirit and style of both agree most intimately; whoever further knows from experience how Pastor Grabau has led this congregation from the very time of its settlement, and has formed it according to his principles, and also, while I was pastor of this congregation, knew how to keep it in a relation of dependence upon him and to work it toward the carrying out of his plans, will recognize that this article bears a quite incorrect title and ought properly to be called: "Declaration of Pastor J. And. A. Grabau against Krause." And that this declaration is solely that of Pastor Grabau, to which the congregation of Martinsville has merely lent its name, is clear from this, that this article is a summary repetition of his libelous piece "against the sectarian preacher Krause," and a short printed version of his oral assertions and denials against me, and of the assertions and bold denials which he set forth in the Informatorium, especially in Nos. 10 to 13 of the same.
Since this is manifest, and my two defensive pamphlets, forced from me, "Priesterherrschaft" and "Das entdeckte Geheimniß der Bosheit," still stand unrefuted, and will stand unrefuted as long as Pastor Grabau continues with his doctrine and practice to prove the truth of my pamphlets, I have left this so-called Martinsville declaration to itself; but I hold it to be my duty to beg the dear people of Martinsville no longer to let themselves be used as false witnesses, because this is a grievous sin against the eighth commandment. And that they may have opportunity to recognize how sinful it is to lend one's name as a cloak for wickedness and to act against one's own conscience, I will recall the following to the minds of these misled Christians.
The article says: "The Martinsville congregation knows that I, Krause, was excommunicated with right, on account of my impenitent persistence in the sin of hypocrisy." That is a great error, dear Christians of Martinsville, and was talked into you by Pastor Grabau and by von Rohr; for precisely because I would not play the hypocrite with these gentlemen, nor revile the witnesses of the truth who rest in God, nor bring you out of the liberty in Christ and ensnare you in the servile yoke of human ordinances, therefore they have excommunicated me.
Of avarice. Every one of you can recognize this assertion as an unconscionable one; for you know that I have been content with my income, have never asked: Who is still in arrears? do not know even to this day; have dunned no one, to this day, although to my astonishment arrears of salary are now sent me by you for the second time, whereby you prove your honesty, since I really had no notion that there were any arrears still. I also begged the church fathers to spare the poor and widows the payment of salary. Like other members of the congregation I gave my contributions to the building of the church, contributed to all collections, and gave as a present a considerable sum out of the traveling money appropriated for me by the Martinsville congregation. No one whose need became known to me has been left by me without a gift. It is really repugnant to me to speak of this, but I must do it, for your sakes, in case you might perhaps recognize that you speak against your conscience and knowledge, and come to repentance.
"Of tyrannical harshness in his administration of his office toward adults and children and especially toward the sick." Here speak the undersigned, who have often said to me: "Mr. Pa-