Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 22 › Seite 170

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-06-22, Seite 170

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Gebet 7

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stor, Sie sind zu gelinde, Sie müssen's schärfer machen,“ ꝛc.—wiederum gegen ihr Gewissen; und daß die Kranken, die nach der Genesung nicht in die alte Bosheit zurückgefallen sind, bekennen können, daß die Kranken des seelsorgerischen Zuspruchs und Trostes sich stets von mir erfreut haben, habe ich vor Gott Zeugniß.

„Wegen muthwilliger Versäumniß seines Amtes in Faulheit und Weichlichkeit.“ Haben doch die Unterschriebenen mir ins Gesicht und gegen Andere gesagt: Unser Pastor wird's bei seiner öfteren Kränklichkeit nicht lange machen, er strengt sich zu sehr an, er schont sich gar nicht.

Geschweigen will ich, ausführlich zu beweisen, wie ich, schwach und halb blind, mich habe auf den Wagen und herabheben lassen müssen, um nur meine wenigen Kräfte dem Dienst im heiligen Amt zu widmen. Habt ihr das vergessen? Oder wisset ihr nicht mehr, daß ich vor Schwäche oft beim Predigen nicht habe stehen können, sondern mich setzen müssen? Doch ich will hier das ärztliche Zeugniß wörtlich einrücken, das ich 1850 mir habe von meinem Arzte, der mich in Martinsville behandelt hat und gegenwärtig noch in Bergholz wohnhaft ist und practicirt, geben lassen, als ich gewiß wurde, daß das über mich von Past. Grabau und v. Rohr gewirkte Bosheitsgewebe weiter angefertigt wurde.

(Wörtliche Abschrift.)

„Daß ich den Herrn Pastor Krause zu Martinsville lange Zeit hindurch an einem in Folge von Verbrennung entstandenen Geschwüre am Arme behandelt habe, welches der Herstellung hauptsächlich deshalb lange Zeit widerstand, weil Herr Pastor Krause durch das Bestreben, seinem Berufe nachzukommen, gedrungen, sich öfters, ohne meinen ärztlichen Rath zu berücksichtigen, der ungünstigsten Witterung aussetzte. Nach Heilung dieses Leidens entwickelte sich ein Augenleiden, welches allmählich überhand nehmend, in eine Amaurosis überzugehen drohte. Da nun dessen Wohnung sehr schlecht und zur Heilung dieser Krankheit durchaus nicht geeignet, so rieth ich zur Beziehung eines geeigneten Locals; jedoch fand sich zu Martinsville kein solches vor, und Herr Pastor Krause sah sich genöthigt, nach noch einer mit dem Herrn Doctor Nichel aus Buffalo stattgehabten Consultation nach Buffalo zu ziehen, woselbst er unter meiner und noch einiger Collegen Leitung bis zur Besserung seines Leidens behandelt worden ist. Solches wird auf Verlangen der Wahrheit gemäß pflichtmäßig dargethan.

Emil Theodor Stange,

Dr. Med. Chirurg. Artisque Obstetriciæ.

New Bergholz, Nov. 1. 1850.“

Sollten die Hrn. Pastoren Grabau und v. Rohr sammt euch dieser Abschrift mißtrauen, so bitte ich Hrn. v. Rohr, sie Hrn. Dr. Stange zu zeigen, der ihm gern Bescheid ertheilen wird.

„Wegen „rottischer Absonderung von seinem Ministerio.“

Ihr seid abermals von Herrn Grabau und v. Rohr ganz falsch berichtet worden. Diesen Herren habe ich am 2. September 1850 offen erklärt: wenn sie in ihrem hierarchischen Treiben verharrten, wäre ich genöthigt, von nun an aus aller amtlichen Verbindung mit ihnen zu treten. Da sie nun nicht blos darin beharrten, sondern auch allerlei Ränke wider mich trieben, (vergl. meine beiden Vertheidigungsschriftchen), so zeigte ich ihnen gedoppelt, den 25. Sept. und 3. Okt. 1850 meinen Austritt aus ihrem Ministerio und Synode schriftlich an und übersendete der rechtgläubigen lutherischen Synode von Missouri ꝛc., die ich lange Zeit mit angefeindet hatte, meine Abbitte und erfreute mich deren christbrülichen Verzeihung.

„Wegen Verlassung seiner Gemeine.“ Eure Deputirten Sack und Großkopf haben mir aber am 9. September 1850 in eurem Namen erklärt: daß wenn ich mit den Hrn. Pastoren Grabau und v. Rohr nicht vereint bliebe, ich euer Pastor nicht sein könnte. Die Herren Grabau und v. Rohr nebst den Deputirten von Bergholz, Walmow aus Buffalo belobeten eure Deputirten deshalb, die in eurem Namen dies gegen mich erklärten, als ich bestimmt mich aussprach: der Gemeine in Martinsville will ich gerne dienen, aber mit Herrn Pastor Grabau und v. Rohr kann ich, nach den gegebenen Auseinandersetzungen in keiner amtlichen Verbindung stehen.

Der sogenannte Martinsviller Aufsatz sagt ferner: „Es ist unrichtig und unwahr, seine Amtsbrüder hätten ihn seit Jahr und Tag bei uns zu verleumden und zu stürzen gesucht ꝛc.“

Es ist aber ganz richtig; denn Herr v. Rohr hat mir selbst wider seinen Willen eingestehen müssen am 2. September 1850, daß er wider mich gepredigt und sich an mir versündigt, daß er mich als einen Rottirer, Irrgeist, ꝛc., bei euch angegeben habe. Aber Herr v. Rohr und Grabau haben damit fortgefahren und endlich mich, nach ihrer Meinung, gestürzt.

Weiter spricht der Martinsviller Aufsatz: „Er (ich, Krause) gibt vor in seinem ersten Lästerbuche, er habe seit 1848 die Missourischen Ansichten von christlicher Freiheit der Gemeinen vertheidigt, ꝛc.“

Bitte mir nachzuweisen aus meinem Büchlein, daß ich darin geschrieben, ich hätte die Missourischen Ansichten vertheidigt.

Weder die Missourischen noch andere Ansichten habe ich darin vertheidigt, sondern mich zu der von Gott dem HErrn in Seinem Worte den Christen gegebenen und verliehenen Freiheit vom Joch der Menschensatzungen bekannt. Dies ist ein göttliches, Seiner Kirche verliehenes Privilegium, und nicht von der Missourischen Synode aufgebracht; und nicht die Missourische Synode, sondern Gott der heilige Geist durch St. Paulum rufet: „So bestehet nun in der Freiheit damit uns Christus befreiet hat, und lasset euch nicht wiederum in das knechtische Joch fangen.“ (Gal. 5, 1.)

In dem Martinsviller Aufsatz steht ferner: „Dabei übte er eine solche tyrannische Härte, und griff so in die wirklichen Rechte der Gemeine ein, daß wir Schutz bei anderen Pastoren suchen mußten. Hinwiederum mußten wir ihn bitten, doch seine Pflicht zu thun, nämlich, sich der Führung der Gemeinen bei ihren Gemeinversammlungen anzunehmen, was er aus Trägheit verweigerte, mit dem Vorwand, sich in äußerliche Angelegenheiten nicht mischen zu wollen.“

Wie ihr, liebe Christen, hier selbst unumwunden beweiset, daß ihr mir etwas andichtet, ist so klar für jeden Aufrichtigen, daß es zu verwundern ist, wie ihr euch hier so blos stellt. Erst scheltet ihr mich einen Tyrannen, der in eure Rechte gegriffen, und dann scheltet ihr mich, daß ich Alles hätte gehen lassen, wie es wollte, und um Gemeinangelegenheiten mich gar nicht bekümmern wollen. Das ist ungefähr so, als wenn böse Kinder über ihre rechtschaffenen Eltern bei den Nachbarsleuten sagen: ja, mein Vater, meine Mutter behandeln uns ganz entsetzlich hart, denn wir können machen, was wir wollen, und wenn wir unsere Eltern bitten, uns gut zu erziehen und uns unsern Willen nicht zu lassen, so sprechen sie: ei, laßt uns zufrieden, macht, was ihr wollt. Ach, unsere Eltern behandeln uns so streng und eingezogen, daß wir zu allen Thüren hinauslaufen und uns überall umhertreiben dürfen.

Aber ich will euch noch etwas erinnern. Ihr hattet, von Herren Pastor Grabau und v. Rohr gewöhnet, ein Recht erhalten, und waret dazu von ihnen angehalten worden, von ihnen entscheiden zu lassen, wie es in Wirthschaftshändeln ausfallen sollte. Zog z. B. Jemand einen Graben, und das Wasser lief hie oder da auf des Nachbars Grundstück, oder das Vieh brach durch, oder sprang über die Fence, oder der und der behauptete, der Baum, den jener gehauen hat im Walde, steht eigentlich auf meinem Bezirk, so kamet ihr vor Hrn. Grabau und v. Rohr, und die sollten es entscheiden.

Sie entschieden auch, obschon sie von dem allen nichts verstanden und es nicht für das heilige Predigtamt gehörte. Und woher sind die vielen Feindschaften in Martinsville entstanden? Habt ihr es mir nicht selbst gesagt: durch diese Entscheidungen dieser Herren Pastoren! Solche Dinge zu entscheiden, wurde mir von mehreren unter euch auch zugemuthet. Wisset ihr nicht, daß ich euch belehrte: 1. ich verstünde davon nichts; 2, ich wäre nicht zum Richter oder Erbschichter unter euch gesetzt, sondern zum Seelsorger von euch berufen? Die Antwort war: ja, Herr Pastor Grabau und v. Rohr haben es auch gethan, so müssen Sie es auch thun. Als ich erwiederte: ich habe hierin über diese Herren nichts zu urtheilen, halte mich aber von solchen Dingen fern und an meine Anweisung als Seelsorger und Gottes Verbot, in kein fremdes Amt zu greifen, sondern allein zum Frieden zu rathen: da waret ihr ungehalten und gabet bei diesen Herren heimlich mich an als einen solchen, der sich nicht um euch bekümmere und euer Recht nicht fördere.

Diese hörten euch gerne an und gaben euch

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tor, you are too lenient, you must make it sharper," etc.—again against their conscience; and I have God as my witness that the sick who, after their recovery, have not fallen back into their old wickedness, can confess that the sick have always had the pastoral exhortation and comfort from me.

"On account of wanton neglect of his office through laziness and softness." Yet the undersigned have said to my face and to others: Our pastor, with his frequent ill health, will not last long; he exerts himself too much, he does not spare himself at all.

I will refrain from proving at length how I, weak and half blind, had to be lifted onto the wagon and down from it, merely to devote my few powers to the service in the holy office. Have you forgotten that? Or do you no longer know that from weakness I often could not stand while preaching, but had to sit? But I will here insert word for word the medical certificate which I had given me in 1850 by my physician, who treated me in Martinsville and at present still lives and practices at Bergholz, when I became certain that the web of wickedness spun against me by Past. Grabau and v. Rohr was being further manufactured.

(Literal Copy.)

"That I treated Pastor Krause at Martinsville for a long time for an ulcer on the arm resulting from a burn, which resisted healing for a long time chiefly because Pastor Krause, urged on by the endeavor to fulfill his calling, often exposed himself to the most unfavorable weather without heeding my medical advice. After the cure of this affliction an affliction of the eyes developed, which, gradually gaining the upper hand, threatened to pass into amaurosis. Since his dwelling was very bad and altogether unsuited to the healing of this sickness, I advised the obtaining of a suitable place; but none was to be found at Martinsville, and Pastor Krause saw himself compelled, after a further consultation held with Doctor Nichel of Buffalo, to move to Buffalo, where he was treated under my direction and that of several colleagues until the improvement of his affliction. This is attested dutifully, in accordance with the truth, upon request.

Emil Theodor Stange,

Dr. Med. Chirurg. Artisque Obstetriciæ.

New Bergholz, Nov. 1. 1850."

Should Pastors Grabau and v. Rohr, together with you, distrust this copy, I beg Mr. v. Rohr to show it to Dr. Stange, who will gladly give him information.

"On account of "sectarian separation from his ministerium."

Again you have been quite falsely informed by Mr. Grabau and v. Rohr. To these gentlemen I declared openly on the 2nd of September 1850: if they persisted in their hierarchical doings, I should be compelled from now on to withdraw from all official connection with them. Since they not only persisted therein, but also practiced all manner of intrigues against me (compare my two little defensive pamphlets), I announced to them in writing, doubly, on the 25th of Sept. and the 3rd of Oct. 1850, my withdrawal from their ministerium and synod, and sent to the orthodox Lutheran Synod of Missouri, etc., which I had long assailed, my apology, and rejoiced in their Christian brotherly forgiveness.

"On account of forsaking his congregation." Your deputies Sack and Großkopf, however, declared to me on the 9th of September 1850 in your name: that if I did not remain united with Pastors Grabau and v. Rohr, I could not be your pastor. The gentlemen Grabau and v. Rohr, together with the deputies from Bergholz, Walmow from Buffalo, therefore commended your deputies, who declared this against me in your name, when I stated definitely: I will gladly serve the congregation at Martinsville, but with Pastors Grabau and v. Rohr I can, according to the explanations given, stand in no official connection.

The so-called Martinsville article says further: "It is incorrect and untrue that his brother ministers had for a year and a day sought to slander and overthrow him among us, etc."

But it is quite correct; for Mr. v. Rohr himself had to admit to me, against his will, on the 2nd of September 1850, that he had preached against me and sinned against me, that he had denounced me to you as a sectary, a heretic, etc. But Mr. v. Rohr and Grabau have continued therewith and at last, in their opinion, have overthrown me.

The Martinsville article further says: "He (I, Krause) pretends in his first book of slander that since 1848 he has defended the Missourian views of the Christian liberty of the congregations, etc."

I ask that it be shown me from my little book that I wrote therein that I had defended the Missourian views.

Neither the Missourian nor any other views have I defended therein, but have confessed the liberty from the yoke of human ordinances given and bestowed upon Christians by God the LORD in His Word. This is a divine privilege bestowed upon His Church, and not brought up by the Missouri Synod; and not the Missouri Synod, but God the Holy Ghost calls through St. Paul: "Stand fast therefore in the liberty wherewith Christ hath made us free, and be not entangled again with the yoke of bondage." (Gal. 5, 1.)

In the Martinsville article it says further: "Thereby he exercised such a tyrannical harshness, and so interfered with the actual rights of the congregation, that we had to seek protection with other pastors. On the other hand we had to beg him to do his duty, namely, to take charge of the leadership of the congregations at their congregational meetings, which he refused from sloth, under the pretext that he did not wish to meddle in external affairs."

How plainly you here yourselves prove, dear Christians, that you are imputing something to me, is so clear to every upright person that it is a wonder how you expose yourselves so. First you rebuke me as a tyrant who has interfered with your rights, and then you rebuke me for having let everything go as it would, and for not wishing to concern myself at all about congregational affairs. That is about as if wicked children were to say about their upright parents to the neighbors: yes, my father, my mother treat us quite dreadfully hard, for we can do what we like, and when we ask our parents to bring us up well and not to let us have our own way, they say: oh, leave us in peace, do what you will. Alas, our parents treat us so strictly and so confined that we may run out by all the doors and rove about everywhere.

But I will remind you of something more. You had, being accustomed to it by Pastors Grabau and v. Rohr, acquired a right, and were moreover required by them, to let them decide how it should turn out in matters of husbandry. If, for instance, someone dug a ditch, and the water ran here or there onto the neighbor's land, or the cattle broke through, or jumped over the fence, or so-and-so claimed that the tree which that one had felled in the woods stands really on my district, then you came before Messrs. Grabau and v. Rohr, and they were to decide it.

They did decide, although they understood nothing of all that and it did not belong to the holy ministry. And whence have the many enmities in Martinsville arisen? Did you not tell me yourselves: through these decisions of these pastors! To decide such things was also required of me by several among you. Do you not know that I instructed you: 1. I understood nothing of it; 2. I was not set among you as judge or divider of inheritances, but called to be pastor of you? The answer was: yes, Pastors Grabau and v. Rohr have done it too, so you must do it also. When I replied: I have nothing to judge concerning these gentlemen here, but keep myself away from such things, and hold to my instruction as a pastor and God's prohibition against meddling in another's office, but only to counsel toward peace: then you were displeased and secretly denounced me to these gentlemen as one who did not concern himself about you and did not promote your right.

These gladly listened to you and gave you