Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 7 › Seite 51

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-11-23, Seite 51

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seiner Kirche, und Cain mußte mit den Seinen hinaus. Als sich später zu Noah's Zeit die Kinder Gottes mit den Kindern der Menschen, das ist, mit denen, welche Gottes reines Wort verlassen hatten, vereinigten, da litt die Kirche so große Noth, daß Gott, um die rechtgläubige Kirche Noah's zu erhalten, die ganze übrige Welt verderben mußte. Als ferner die rechtgläubige Kirche Sem's bis auf die Familie Abraham's zusammengeschmolzen und überall falscher Gottesdienst aufgekommen war, da erhielt Abraham endlich den ausdrücklichen Befehl, sich von der falschen Kirche, zu welcher auch sein Vater gehörte, zu scheiden; Gott sprach zu ihm: „Gehe aus deinem Vaterlande, und von Deiner Freundschaft, und aus Deines Vaters Hause, in ein Land, das ich Dir zeigen will." Und was war nun die ganze Führung des Volkes Israel anders, als die stete Bemühung Gottes, die rechtgläubige Israelitische Kirche von allen falschen Kirchen in der Welt abzusondern und rein zu erhalten? Was waren alle Predigten der hl. Propheten des Alten Bundes anders, als stete Ermahnungen für Israel, sich streng zu scheiden von allen, welche falschen Gottesdienst anrichteten? — Und gehen wir weiter in das Neue Testament, ist nicht auch dieses wieder voll von göttlichen Befehlen, daß die rechtgläubigen Christen von den Irrgläubigen sich sondern sollen? So spricht erstlich Christus selbst: „Sehet euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schaafskleidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reißende Wölfe." Kann aber der sagen, daß er sich vor den falschen Propheten vorsehe, wer es sogar mit den Partheien hält, welche sie gestiftet haben? Christus spricht ferner: „So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da; so sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum (wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvorgesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste; so gehet nicht hinaus! Siehe, er ist in der Kammer; so glaubet es nicht!" Ferner schreibt der heilige Apostel Paulus Röm. 16: „Ich ermahne aber euch, liebe Brüder, daß ihr aufsehet auf die, die da Zertrennung und Aergerniß anrichten neben der Lehre, die ihr gelernet habt, und weichet von denselbigen." Und im 6. Cap. des 2. Briefs an die Corinther schreibt er, als viele Corinther theils mit heidnischen Götzendienern, theils mit ketzerischen Menschen zu vertrauten Umgang pflogen: „Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit für Genieß mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsterniß? Wie stimmet Christus mit Belial? Oder was für ein Theil hat der Gläubige mit den Ungläubigen? Was hat der Tempel Gottes für eine Gleiche mit den Götzen? Ihr aber seid der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht: Ich will in ihnen wohnen, und in ihnen wandeln, und will ihr Gott sein, und Sie sollen mein Volk sein. Darum gehet aus von ihnen, und sondert euch ab, spricht der HErr, und rühret kein Unreines an: so will ich euch annehmen, und euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige HErr." Endlich schreibt derselbe Apostel: „So jemand anders lehret, und bleibet nicht bei den heilsamen Worten unseres HErrn JEsu Christi, und bei der Lehre von der Gottseligkeit, der ist verdüstert. Thue dich von solchen. Einen ketzerischen Menschen" (d. h. einen Menschen, der durch falsche Lehre Spaltung anrichtet,) „meide, wenn er einmal und abermal ermahnet ist." Hieraus sehet ihr, meine Zuhörer, es ist Gottes klares Verbot, daß die rechtgläubigen Christen mit den Irrgläubigen Gemeinschaft eingehen. Wer es thut, der sündigt also wider ein ausdrückliches Verbot des HErrn, und wer es mit Wissen und Willen thut, der sündigt damit schwerlich, ja, tödtlich.

Doch die Gemeinschaft mit den Irrgläubigen ist nicht nur darum sündlich, weil sie wider ein klares Verbot Gottes läuft und man also damit selbst sich versündigt, sondern auch: weil man sich dadurch auch fremder Sünden theilhaftig macht.

Alle irrgläubigen Gemeinschaften haben erstlich schon in der Sünde ihren Ursprung. Wären die Stifter der falschgläubigen Gemeinden im gemeinen Christenglauben und in der Bruderliebe geblieben, so wären in der Christenheit auch keine so unzähligen Partheien und Sekten entstanden. Das Abgehen vom allgemeinen Christenglauben und das Zerreißen des brüderlichen Liebesbandes hat allen den anderen Kirchen neben der rechtgläubigen das Dasein gegeben. Darum ist aber auch das Fortbestehen der falschgläubigen Kirchen oder Sekten nichts anderes, als eine fortbestehende und fortgehende Versündigung gegen den Glauben und gegen die Liebe. Die falschgläubigen Kirchen sind, als solche, Heere, welche falsche Lehrer sich gesammelt haben, um ihre falsche Lehre zu erhalten und zu verbreiten, die reine Lehre aber nicht aufkommen zu lassen und zu unterdrücken, und gegen die rechtgläubige Kirche zu kämpfen, sie zu zerspalten und, wo möglich, gänzlich zu zerstören. Was thut daher derjenige, welcher zu einer falschgläubigen Kirche tritt? Er macht sich aller Sünden derselben mit theilhaftig. Er ist ein von einem falschen Lehrer angeworbener Soldat, der sich mit denen in Reihe und Glied gestellt hat und sie stärkt, die den Glauben verfälschen und die Liebe brechen, die falsche Lehre wie ihre eigene Burg vertheidigen, und wider die rechtgläubige Kirche streiten und ihren Untergang suchen. Was die Bürger in einer Republik thun, die sich von einem partheisüchtigen Mann anwerben lassen, der sie dazu gebraucht, gegen die Constitution eines Freistaats zu kämpfen und Empörung u. Partheiungen darin anzurichten: das thut ein Christ in der Kirche, der sich zu einer irrgläubigen Gemeinschaft in der Christenheit schlägt.

Er darf nicht denken, er sei ja besser gesinnt, als viele Glieder seiner Sekte, er werde daher der Sünden seiner Sekte so wenig theilhaftig, als ein Glied der rechtgläubigen Kirche der Sünden ihrer Glieder. Er ist in einem ganz anderen Fall. Wohl wird auch in der rechtgläubigen Kirche geirrt und gesündigt, aber da gilt der Irrthum für Irrthum, die Sünde für Sünde, aber in der falschen Kirche gilt ihr eigenthümlicher Irrthum für Wahrheit, ihre Spaltungs-Sünde für Recht. Glaubt daher ein Christ besser, als die Sekte, zu der er sich wissentlich hält, desto schlimmer für ihn. Wie demjenigen, welcher sich mit Wissen und Willen zu den Empörern schlägt, von der Obrigkeit alle die Räubereien und die Mordthaten mit zugerechnet werden, welche von den Gliedern der aufrührerischen Rotte begangen werden, wenn er auch selbst für seine Person nicht mit geraubt und gemordet hat: so werden auch demjenigen, welcher sich zu einer irrgläubigen Kirche mit Wissen und Willen hält, alle die Irrthümer und Sünden der ganzen irrgläubigen Gemeinschaft zugerechnet von Gott, wenn er sie auch nicht für seine Person mit hegt. Daher spricht der heilige Johannes, der Jünger der Liebe, in seinem zweiten Briefe in warnendem Ernste: „So jemand zu euch kommt, und bringet diese Lehre nicht, den nehmet nicht zu Hause, und grüßet ihn auch nicht. Denn wer ihn grüßet, der macht sich theilhaftig seiner bösen Werke."

Wie? muß es also nicht heilige Pflicht dessen sein, der zur unsichtbaren Kirche der Kinder Gottes gehören will, sich von denjenigen abzusondern, welche Gottes Wort verfälschen und in ihren Irrthümern hartnäckig verharren, da er dadurch nicht nur selbst Gottes ausdrücklichem Verbot zuwiderhandelt, sondern auch so vieler fremden Sünden sich theilhaftig macht? — Wer will das leugnen? —

Doch, meine Theuren, abgesehen davon, daß ein Christ diese Pflicht hat, weil die Gemeinschaft mit den Irrgläubigen so sündlich ist, so hat er diese Pflicht auch noch darum: weil sie auch so gefährlich, so schädlich und so verderblich ist, und zwar sowohl für ihn selbst, als für Andere.

Daß es für einen Christen seelengefährlich und verderblich ist, sich an eine offenbar Gottes Wort verwerfende und alle Geheimnisse des christlichen Glaubens verleugnende Sekte anzuschließen, das sieht freilich jeder ein, der nur den geringsten Anfang in der christlichen Erkenntniß gemacht hat. Sind aber die Irrthümer einer Sekte nicht so grob und offenbar, so meinen viele, was könne es ihnen schaden, wenn sie sich zu ihr hielten, die ja die christlichen Hauptlehren noch habe! Ja, weil solche irrgläubigen Gemeinschaften oft einen großen Schein besonderer Liebe, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmuth und Eifers haben, so meinen manche, sie hätten in solchen Gemeinschaften nicht nur keinen Schaden zu befahren, sondern selbst mehr Segen und Erbauung, als unter den rechtgläubigen Christen,

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its Church, and Cain had to go out with his own. When, later, in the time of Noah, the children of God united themselves with the children of men, that is, with those who had forsaken God's pure Word, the Church suffered such great distress that God, in order to preserve the orthodox Church of Noah, had to destroy the whole rest of the world. Again, when the orthodox Church of Shem had dwindled down to the family of Abraham, and false worship had arisen everywhere, Abraham at last received the express command to separate himself from the false church, to which his father also belonged; God said to him: "Get thee out of thy country, and from thy kindred, and from thy father's house, unto a land that I will shew thee." And what was the whole leading of the people of Israel but God's constant endeavor to separate the orthodox Israelitish Church from all false churches in the world and to keep it pure? What were all the preaching of the holy Prophets of the Old Covenant but constant admonitions to Israel to separate themselves strictly from all who set up false worship? — And if we go further into the New Testament, is not this also again full of divine commands that the orthodox Christians shall separate themselves from the heterodox? So first Christ Himself says: "Beware of false prophets, which come to you in sheep's clothing, but inwardly they are ravening wolves." But can he say that he beware of the false prophets who even holds with the parties which they have founded? Christ says further: "Then if any man shall say unto you, Lo, here is Christ, or there; believe it not. For there shall arise false Christs and false prophets, and shall shew great signs and wonders; insomuch that, if it were possible, they shall deceive the very elect. Behold, I have told you before. Wherefore if they shall say unto you, Behold, He is in the desert; go not forth: behold, He is in the secret chambers; believe it not." Further the holy Apostle Paul writes, Rom. 16: "Now I beseech you, brethren, mark them which cause divisions and offences contrary to the doctrine which ye have learned; and avoid them." And in the 6th chapter of the 2nd Epistle to the Corinthians he writes, when many Corinthians had intimate intercourse partly with heathen idolaters, partly with heretical men: "Be ye not unequally yoked together with unbelievers: for what fellowship hath righteousness with unrighteousness? and what communion hath light with darkness? And what concord hath Christ with Belial? or what part hath he that believeth with an infidel? And what agreement hath the temple of God with idols? for ye are the temple of the living God; as God hath said, I will dwell in them, and walk in them; and I will be their God, and they shall be My people. Wherefore come out from among them, and be ye separate, saith the Lord, and touch not the unclean thing; and I will receive you, and will be a Father unto you, and ye shall be My sons and daughters, saith the Lord Almighty." Finally the same Apostle writes: "If any man teach otherwise, and consent not to wholesome words, even the words of our Lord JESUS Christ, and to the doctrine which is according to godliness, he is darkened. From such withdraw thyself. A heretical man" (that is, a man who by false doctrine causes division) "avoid, after the first and second admonition." From this you see, my hearers, it is God's clear prohibition that the orthodox Christians enter into fellowship with the heterodox. Whoever does it, therefore sins against an express prohibition of the LORD, and whoever does it knowingly and willingly sins thereby grievously, yea, mortally.

But fellowship with the heterodox is sinful not only because it runs against a clear prohibition of God, and so one sins thereby oneself, but also because one thereby makes oneself a partaker of other men's sins.

All heterodox communions, in the first place, have their origin already in sin. Had the founders of the heterodox congregations remained in the common Christian faith and in brotherly love, there would also have arisen in Christendom no such countless parties and sects. The departure from the common Christian faith and the rending of the bond of brotherly love has given existence to all the other churches beside the orthodox. Therefore, too, the continued existence of the heterodox churches or sects is nothing else than a continuing and progressive sinning against faith and against love. The heterodox churches are, as such, armies which false teachers have gathered to maintain and spread their false doctrine, but to suppress the pure doctrine and not let it arise, and to fight against the orthodox Church, to rend it asunder and, if possible, to destroy it utterly. What, therefore, does he do who joins a heterodox church? He makes himself a partaker of all its sins. He is a soldier enlisted by a false teacher, who has placed himself in rank and file with those, and strengthens those, who falsify the faith and break love, who defend the false doctrine as their own stronghold, and fight against the orthodox Church and seek its downfall. What the citizens in a republic do who let themselves be enlisted by a factious man, who uses them to fight against the constitution of a free state and to bring about rebellion and factions in it: that is what a Christian does in the Church who joins a heterodox communion in Christendom.

He must not think that he is of a better mind than many members of his sect, and will therefore be as little a partaker of the sins of his sect as a member of the orthodox Church is of the sins of its members. He is in a wholly different case. In the orthodox Church also there is, to be sure, erring and sinning, but there error counts as error, sin as sin; but in the false church its peculiar error counts as truth, its sin of schism as right. If a Christian therefore believes better than the sect to which he knowingly adheres, so much the worse for him. As to him who knowingly and willingly joins the rebels, the authorities impute all the robberies and murders which are committed by the members of the rebellious band, even though he himself has not personally robbed and murdered with them: so also to him who knowingly and willingly adheres to a heterodox church, all the errors and sins of the whole heterodox communion are imputed by God, even though he does not personally cherish them. Therefore the holy John, the disciple of love, says in his second Epistle in warning earnestness: "If there come any unto you, and bring not this doctrine, receive him not into your house, neither bid him God speed. For he that biddeth him God speed is partaker of his evil deeds."

How? Must it not then be the holy duty of him who would belong to the invisible Church of the children of God to separate himself from those who falsify God's Word and obstinately persist in their errors, since he thereby not only acts against God's express prohibition himself, but also makes himself a partaker of so many strange sins? — Who will deny that? —

But, my dear friends, apart from the fact that a Christian has this duty because fellowship with the heterodox is so sinful, he has this duty also for this reason: because it is also so dangerous, so harmful and so ruinous, both for himself and for others.

That it is perilous to the soul and ruinous for a Christian to join a sect which openly rejects God's Word and denies all the mysteries of the Christian faith, everyone certainly sees who has made even the slightest beginning in Christian knowledge. But when the errors of a sect are not so gross and manifest, many think, what harm could it do them if they held to it, which, after all, still has the chief doctrines of Christianity! Yea, because such heterodox communions often have a great appearance of special love, kindliness, humility, meekness and zeal, some think they had in such communions not only no harm to fear, but even more blessing and edification than among the orthodox Christians,