Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 19 › Seite 125

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-05-10, Seite 125

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(Eingesandt.)

Anzeige

eines neuen wichtigen Buches.

Die lieben Leser des „Lutheraners“ werden mit Freuden hören, daß eben jetzt beim Buchhändler Beck zu Nördlingen in Baiern das folgende Buch herauskommt:

Katechismuserklärung

aus

Dr. Luther's Schriften und den Symbolischen Büchern

zusammengestellt von E. G. W. Keyl, Pastor der Evangel.-Lutherischen Gemeinde in Baltimore.

1. Bändchen, enthaltend das 1. Hauptstück.

Das Buch ist neu, aber der Inhalt stammt aus der Zeit der gesegneten Reformation, als Dr. Luther die lautere Lehre des Wortes Gottes an's Licht brachte und so rein und gewaltig predigte, wie nimmer seit der Apostel Zeiten geschehen war; ja der größte Theil des Inhalts dieses Buches ist von Dr. Luther selbst geredet und geschrieben. Euch ist doch theuer u. werth der Kleine Katechismus Lutheri, nicht bloß als Lehrbuch für die Kinder, auch als Bekenntniß der werthen Magd Gottes, unserer Evangel.-Lutherischen Kirche; Ihr segnet Eure Eltern u. Lehrer, die den Katechismus euch gelehrt, denn Ihr habt daran eine Form der heilsamen Lehre des Wortes Gottes, welche euch gleichsehr schützt vor den Täuschereien der Irrlehrer, wie sie Eure Parole und Feldzeichen ist, an welcher alle Welt Euch erkennen kann als Glieder der Einen heiligen christlichen Kirche. Diesen werthen Katechismus und Inbegriff der reinen Lehre seht Ihr in dem oben angezeigten Buche ausgelegt, nicht wie etwa Leute jetziger Zeit möchten, daß Luther gedacht und geschrieben hätte, auch nicht mit den flatterigen Worten neumodischer Weisheit, sondern von Dr. Luther selbst, der den Katechismus gemacht und selber seine Lebetage ein demüthiger Katechismusschüler war. Herr Pst. Keyl in Baltimore, der in der Gemeinschaft unserer Synode das Wort Gottes lauter und rein lehrt, Vielen unter Euch in gesegnetem Andenken, hat in den Symbolischen Büchern, namentlich aber in den Schriften Dr. Luther's alle jene Reden u. Aussprüche aufgesucht, welche den Katechismus auslegen; Jahre lang hat er mit vieler Mühe, Seufzen u. Sorgen daran gearbeitet, aber diese Arbeit gern gethan, weil er aus eigner Erfahrung von dem Nutzen solcher Katechismusauslegung aus Dr. Luther selbst überzeugt war. Als Frucht dieser Anstrengung bietet er Euch jetzt in einem „1sten Bändchen“ die Auslegung des 1. Hauptstücks „Von den heiligen Zehn Geboten“ dar. Ihr wollt gewiß gleich Dr. Luther Katechismusschüler sein: so schafft Euch dies Büchlein an, nehmt's zur Hand, und Ihr könnt Euch vorstellen, jetzt wäret Ihr in der Schule oder Kirche und der alte Dr. Luther stände auf dem Katheder oder vor dem Altar und legte Euch den Katechismus aus; wie wollte doch die Fülle lauterer heilsamer Lehre in der klaren und klingenden Rede Dr. Luther's, die so zum Herzen dringt, auf Euch u. in Euch herniederfahren! —

Dies geistreiche und erbauliche Buch sei damit der Aufmerksamkeit unserer lutherischen Brüder herzlich empfohlen. Eine genaue Anzeige des Inhaltes dieser Katechismusauslegung will ich mit Gottes Hülfe in den nächsten Wochen vorlegen und für jetzt nur noch bemerken: erstlich, daß auf der bevorstehenden Synodalversammlung zu Cleveland sich gute Gelegenheit findet, Bestellungen auf dies Büchlein bei dem Verfasser zu machen, aber auch Hr. Bergmann in New York und die HH. Schäfer und Korade in Philadelphia gern Besorgungen übernehmen werden; ferner daß der Preis desselben so gering als möglich gestellt werden wird, jedenfalls von jedem Käufer nur ein geringes Opfer verlangen wird; endlich daß mit Gottes Hülfe die Fortsetzung des Buches recht bald erscheinen soll, aber dies 1. Bändchen auch für sich schon als ein Ganzes betrachtet werden kann.

Möge dies Werk Gottes Ehre und den Bau Seiner heiligen christlichen Kirche auch unter uns fördern, wie es dazu und dazu allein unternommen ist.

A. Hoyer,
Pfarrer zu St. Johannis in Philadelphia, 45. Redwood str., Southwark.

(Eingesandt.)

Kirchliche Nachrichten aus Deutschland.

Die Evangel. Lutherische Gemeinde in Hamburg, welche in dem Pfarrer Meinel aus Baiern einen treuen Prediger erhalten hat, erhielt vor einiger Zeit vom Senat zu Hamburg ein Decret, in welchem ihr zugesagt wurde, daß sie ihre Gottesdienste ungestört forthalten dürfe, aber als Gemeinde mindestens zur Zeit noch nicht anerkannt werden könnte, da ja die sog. Altlutheraner in drei Partheien zerspalten seien und jene die zum Bestande nöthigen Geldmittel noch nicht nachgewiesen hätte. Taufen und Copuliren ist nun damit dem Pfarrer jener Gemeinde nicht gestattet; die Kinder muß die Gemeinde von Pastoren der Hamburgschen Landeskirche taufen lassen, thut es auch unter Protest gegen die Mißbräuche der Landeskirche, so wie gegen die Meinung, als ob die Luthraner damit wieder zurücktreten wollten. Es mag auch sein, daß die Rotten, welche sich um allerlei äußerlichen Wesens willen von der lutherischen Gemeinde los gesagt haben, noch lange ihr Wesen treiben u. dadurch die Anerkennung der rechten Gemeinde hindern. Kreuz u. Noth aller Art wird überhaupt noch der Gemeinde bevorstehen. Aber Gott fördert doch offenbar die gute Sache auch dort sichtbarlich und stärkt dadurch seinen armen Christenleuten so freundlich den Glauben; deß sollen wir auch hier in Amelika froh sein nach 1. Cor. 12, 26., und sollen beten, daß Gott seine Gemeinde in Hamburg mit Gnaden weiter durch's Kreuz hindurchführen wolle.

Auch den lutherischen Bekennern in Baden, welche letzthin sehr hart von der Behörde der unirten Landeskirche bedrängt wurden, läßt Gott sein Licht wieder aufgehen. Der König von Preußen nemlich hat den Großherzog von Baden schriftlich von der Bedrückung der Lutheraner abgemahnt und dem wiederholt eingekerkerten lutherischen Pfarrer Eichhorn aus Durlach eine Stelle an einer lutherischen Gemeinde Preußens angeboten (nemlich an einer Gemeinde, welche lutherisch sein soll unter unirtem Kirchenregiment.) Darauf hin hat der Großherzog eine Deputation von Lutheranern zu sich kommen lassen, sich lange mit ihnen besprochen, und es ist nun ohne Zweifel zu erwarten, daß sie auch in Baden Duldung erhalten werden. So wird der HErr ja wohl auch den bedrängten Glaubensbrüdern in Nassau bald helfen und den Hamburgern, wenn Seine Stunde gekommen sein wird. Die Leser des Lutheraners sollen beten, daß sie bald komme. —

Viel herzliche Grüße an alle die Unseren, namentlich auch Pfarrer Wyneken. Gottes reiche Gnade mit Ihnen!

In herzlicher Liebe
Ihr
A. Hoyer.

Verfolgung des Protestantismus im Königreich Preußen.

Dr. Mariott publizirte kürzlich folgendes:

An die Agenten und Correspondenten der Innern Mission Deutschlands.

Am 2. März kam vor der Criminaldeputation des Königl. Kreisgerichts Hagen in Westphalen ein Prozeß zur Verhandlung, der wegen seiner bedeutungsvollen Wichtigkeit eben so wohl in weitern Kreisen die allgemeinste Aufmerksamkeit auf sich ziehen muß, als er dort und in der ganzen Umgebung bereits seit einiger Zeit die Theilnahme des Publikums in hohem Grade in Anspruch genommen hat. So hatte sich denn auch eine größere Anzahl Theilnehmender zu der öffentlichen Verhandlung von nah und fern eingefunden, als die Räume des Gerichtssaales fassen konnten. Vor den Schranken des Gerichtshofes stand der evangelisch-lutherische Pfarrer Herr Heinrich aus Langerfeld als Angeklagter. Derselbe hatte an dem letztvergangenen Reformationsfeste vor seiner Gemeinde eine Predigt über Psalm 119, 105 „biblische Beleuchtung der hauptsächlichsten katholischen Lehren“, gehalten und diese Predigt zur Errichtung einer neuen Orgel in seiner Kirche drucken lassen. In kräftiger, kerniger Rede hatte er darin die hauptsächlichsten Unterscheidungslehren der römisch-katholischen Kirche in ihrer Schriftwidrigkeit an das Licht gezogen, hatte sie klar und verständlich mit dem scharfen Schwerte des Geistes gerichtet, so daß jedem Zuhörer und Leser ein gewaltiger Eindruck der Wahrheit daraus werden mußte. Das soll nun, wie man sagt, zunächst dem katholischen Kirchen-

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(Communicated.)

Announcement

of a New and Important Book.

The dear readers of the "Lutheraner" will hear with joy that at this very time the following book is being published by the bookseller Beck at Nördlingen in Bavaria:

Explanation of the Catechism

from

Dr. Luther's Writings and the Symbolical Books

compiled by E. G. W. Keyl, Pastor of the Evangelical Lutheran Congregation in Baltimore.

First Volume, containing the First Chief Part.

The book is new, but the contents date from the time of the blessed Reformation, when Dr. Luther brought the pure doctrine of God's Word to light and preached so purely and mightily as had never been done since the times of the apostles; indeed, the greatest part of the contents of this book was spoken and written by Dr. Luther himself. Dear to you and precious, surely, is the Small Catechism of Luther, not merely as a textbook for the children, but also as the confession of the worthy handmaid of God, our Evangelical Lutheran Church; you bless your parents and teachers who taught you the Catechism, for in it you have a form of the wholesome doctrine of God's Word, which equally shields you from the deceptions of the false teachers, and is your watchword and standard, by which all the world can know you as members of the one holy Christian Church. This worthy Catechism and epitome of the pure doctrine you see expounded in the book here announced, not as people of the present time might wish that Luther had thought and written, nor with the fluttering words of newfangled wisdom, but by Dr. Luther himself, who made the Catechism and was himself all his life a humble pupil of the Catechism. Pastor Keyl of Baltimore, who in the fellowship of our Synod teaches the Word of God purely and sincerely, and is in blessed remembrance with many among you, has sought out in the Symbolical Books, but especially in the writings of Dr. Luther, all those discourses and sayings which expound the Catechism; for years he has labored at it with much toil, sighing and care, yet did this work gladly, because from his own experience he was convinced of the benefit of such an exposition of the Catechism from Dr. Luther himself. As the fruit of this exertion he now offers you, in a "first volume," the exposition of the first Chief Part, "Of the Holy Ten Commandments." You surely wish, like Dr. Luther, to be pupils of the Catechism: so procure this little book, take it in hand, and you may imagine that you were now in the school or church and the old Dr. Luther were standing on the lectern or before the altar and expounding the Catechism to you; how the fullness of pure, wholesome doctrine would descend upon you and into you, in the clear and ringing speech of Dr. Luther, which so penetrates to the heart! —

This spirited and edifying book is herewith heartily commended to the attention of our Lutheran brethren. A precise notice of the contents of this exposition of the Catechism I intend, with God's help, to lay before you in the coming weeks, and for the present would only remark: first, that at the approaching Synodical convention at Cleveland there will be a good opportunity to place orders for this little book with the author, but that Mr. Bergmann in New York and Messrs. Schäfer and Korade in Philadelphia will also gladly undertake to supply it; further, that its price will be set as low as possible, and will in any case demand of each purchaser only a small sacrifice; finally, that with God's help the continuation of the book shall appear very soon, but that this first volume may also be regarded as a whole in itself.

May this work promote God's honor and the building of His holy Christian Church also among us, as it has been undertaken for that and for that alone.

A. Hoyer,
Pastor at St. John's in Philadelphia, 45 Redwood Street, Southwark.

(Communicated.)

Church News from Germany.

The Evangelical Lutheran congregation in Hamburg, which has received a faithful preacher in Pastor Meinel from Bavaria, received some time ago from the Senate of Hamburg a decree in which it was promised that it might continue its worship services undisturbed, but that as a congregation it could not, at least for the present, yet be recognized, since the so-called Old Lutherans were split into three parties and that party had not yet demonstrated the financial means necessary for its existence. Baptizing and marrying are therefore not permitted the pastor of that congregation; the congregation must have its children baptized by pastors of the Hamburg state church, and does so under protest against the abuses of the state church, as well as against the opinion that the Lutherans were thereby withdrawing again. It may also be that the factions which have severed themselves from the Lutheran congregation over all sorts of outward matters will long continue their doings and thereby hinder the recognition of the true congregation. Cross and distress of every kind will in general still await the congregation. But God plainly advances the good cause there also, visibly, and thereby so kindly strengthens the faith of His poor Christian people; for this we here in America also should rejoice, according to 1 Cor. 12:26, and should pray that God would graciously lead His congregation in Hamburg on through the cross.

To the Lutheran confessors in Baden also, who were lately most severely oppressed by the authorities of the United state church, God lets His light rise again. The King of Prussia, namely, has admonished the Grand Duke of Baden in writing against the oppression of the Lutherans, and has offered to the Lutheran Pastor Eichhorn of Durlach, who was repeatedly imprisoned, a position in a Lutheran congregation of Prussia (that is, in a congregation which is supposed to be Lutheran under United church government.) Thereupon the Grand Duke has had a deputation of Lutherans come to him, has conferred with them at length, and it is now doubtless to be expected that they also in Baden will obtain toleration. So the LORD will surely help also the oppressed brethren in the faith in Nassau soon, and the Hamburgers, when His hour shall have come. The readers of the Lutheraner shall pray that it may come soon. —

Many hearty greetings to all ours, especially also to Pastor Wyneken. God's rich grace be with you!

In hearty love,
Yours,
A. Hoyer.

Persecution of Protestantism in the Kingdom of Prussia.

Dr. Mariott recently published the following:

To the Agents and Correspondents of the Inner Mission of Germany.

On the 2nd of March there came before the Criminal Deputation of the Royal District Court at Hagen in Westphalia a case for trial which, because of its significant importance, must draw the most general attention in wider circles, as it has already for some time engaged the sympathy of the public in a high degree there and in the whole surrounding region. So a greater number of interested persons had come from near and far to the public hearing than the rooms of the courtroom could hold. Before the bar of the court stood the Evangelical Lutheran Pastor, Mr. Heinrich of Langerfeld, as the accused. On the last Reformation festival he had delivered before his congregation a sermon on Psalm 119:105, "Biblical Illumination of the Chief Catholic Doctrines," and had this sermon printed for the erection of a new organ in his church. In vigorous, pithy speech he had therein brought to light the chief distinguishing doctrines of the Roman Catholic Church in their contradiction to Scripture, had judged them clearly and intelligibly with the sharp sword of the Spirit, so that every hearer and reader must receive from it a powerful impression of the truth. This, as is said, is to be, first of all, to the Catholic church-