Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 19 › Seite 127
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-05-10, Seite 127
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Was du selbst nicht zu hoffen gewagt:
Gottes ewige Huld,
Die Vergebung der Schuld
Wird vom Herrn dir umsonst zugesagt.
Denn aus Liebe ertrug
Er den ewigen Fluch,
Welchen wir mit der Sünde verdient.
Durch viel bittere Noth,
Durch den blutigen Tod
Hat er uns mit dem Vater versühnt.
Darum glaube, lobsing
Deinem Heiland und bring
Dich aus Liebe zum Opfer ihm dar.
O wie selig bist du!
Du hast Frieden und Ruh:
Gott ist gnädig und freundlich fürwahr.
Flieht dein Leben gleich schnell,
Wie die flüchtige Well';
Darum freue, o Herz, dich vielmehr.
Denn vom Uebel erlöst,
Und auf ewig getr[unleserlich]'t
Wirst du schaun Deinen HErrn um so eh'r.
Hermann Fick.
Eine standhafte Bekennerin Christi.
Im Jahre 1610 hatte die Tochter eines angesehenen Staatsbeamten in Diensten des Sultans von Marokko, in Afrika, eine Sklavin, die aus einem christlichen Lande stammte und selbst eine eifrige Bekennerin des Heilandes war. Die große Andacht und Gottesfurcht, in welcher die redliche Seele auch vor den Augen ihrer vornehmen Herrin lebte, bewog das Herz derselben, die vornehmsten Wahrheiten des christlichen Glaubens von ihrer Magd zu lernen. Sie fand darin einen so hohen Trost, daß sie Jesum anrief und sich zum Glauben an Ihn bekannte, ob sie gleich wußte, daß auf den Abfall von der muhamedanischen Religion die empfindlichste Todesstrafe stand. — Ihr Vater und ihre Blutsfreunde arbeiteten an ihr vergebens, sie wieder umzustimmen. Ob man sie gleich an einen fremden Ort schickte, damit sie anderen Sinnes werden möchte, so hatte sie sich doch schon zu sehr mit ihrem Heiland befreundet, als daß er ihr wieder genommen hätte werden können. Weder Freundlichkeit noch Ernst vermochten etwas über sie, und die Vorstellung der Gefahren, wodurch man sie abbringen zu können glaubte, gründete ihr Herz nur noch fester in der Liebe zum Heiland. Da nun der Vater in königlichen Diensten stand, so wurde es gar bald auch bei Hofe bekannt und der Sultan ließ sie vor sich bringen, um von ihr selbst zu vernehmen, ob sie eine Christin sey? — Sie bejahete es und setzte hinzu, daß sie auch mit göttlichem Beistand eine Christin bis an ihr Ende bleiben wolle. Der Sultan, bestürzt durch diese standhafte Antwort, bedrohete sie mit dem Tode und meinte so, ihr Gemüth zu schrecken. Sie aber antwortete: „Ich scheue den Tod nicht, und will ihn um meines HErrn Jesu Christi willen herzlich gern leiden. Die ganze Welt wird keine so schreckliche Marter ersinnen können, mit der sie mich von Ihm zu scheiden vermöchte.“ — Der Sultan ließ sie dem Richter zu Marokko übergeben, welcher ihr den Tod zuerkannte, machte aber aus Mitleid gegen ihre Jugend noch einen Versuch, sie zu gewinnen. Er erhielt jedoch keine andere Antwort, als daß sie nur allzugewiß wisse, daß die muhamedanische Lehre eitel Betrug sey, und sie wolle von Herzen gern, aus Liebe zu dem, der für sie gestorben sey, ihr Leben verlieren. — Der Sultan machte ihr neue Versprechungen und bot ihr den vornehmsten Mann nach ihm im Reich zum Gemahl an. Aber vergebens! Sie entgegnete mit ausnehmender Freudigkeit: „die ganze Welt sey viel zu arm, ihr ihren einigen Trost und Seelen-Schatz abzuhandeln; daher ihr ein seliger Tod viel angenehmer sey, als eine unselige Heirath.“ Darauf wurde das Todesurtheil über sie gesprochen und ihr der Kopf abgeschlagen, was sie ganz unerschrocken und mit standhafter Geduld erlitt.
(Offenb. Joh. 2, 10.)
Zuversicht auf Gott.
Der vortreffliche Senior Fresenius in Frankfurt am Main, fand als Jüngling einstens seine dürftige und längst verwittwete Mutter in tiefem Kummer und ihre Augen voll von Thränen. Er befragte sie um die Ursache dieser großen Traurigkeit, und sie entdeckte ihm, daß sie in dieser Stunde einen Thaler haben sollte, und nicht wüßte, wo sie ihn her bekommen könne. Auch der fromme Sohn wußte keinen Rath. Inzwischen sagte er: mich däucht freilich auch, als wenn dieser Thaler Ihnen sehr nöthig wäre. Indessen wende ich hiermit die Sanduhr um, und bin versichert, wenn es so sehr nöthig ist, so wird er da sein, ehe die Sanduhr ausgelaufen ist; wenn nicht so wird uns Gott überzeugen, daß es nicht so sehr nöthig gewesen, wie wir gemeint haben. Noch war die Sanduhr nicht zur Hälfte ausgelaufen, so kam ein Bote, und brachte ihm einen Thaler, welchen ihm ein Anderer schon lange schuldig gewesen war. Dieser Thaler wurde ihm und den Seinigen um so theurer, daß sie ihn in der Folge wieder einwechselten, und auch, als sie hernach mit zeitlichen Gütern reichlich gesegnet wurden, ihn noch immer treulich aufbewahrten. Dergleichen an sich kleine Stücke Geldes, pflegte Fresenius zu sagen, werden in der Zeit der Noth zu großen Schaustücken, mit der Umschrift: Siehe, daß Gott helfen kann!
(1. Petr. 5, 7.)
Volksstimme.
Als einst der Rath zu Nürnberg die Annahme der Concordienformel hintertrieb, erklärten die Nürnberger Bürger: Wenn sie kein Geld hätten, so wollten sie ihren Rock verkaufen, damit sie sich dies Buch anschaffen könnten!“ — O wie viel besser würde es in vielen Gegenden im Kirchlichen aussehen, wenn man dem Volke die auch ihm zukommende Stimme in Religionssachen immer gelassen hätte!
Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten!
In dem Dorfe Z. bei Crossen lebte ein Mensch, welcher eine Zeitlang Mitglied des dasigen Mäßigkeitsvereins wurde, nachher aber zurückfiel u. dann desto mehr dem Trunke sich ergab, alle Ermahnungen und Warnungen in den Wind schlagend. Dazu gesellte sich bey ihm — wie denn immer eine Sünde aus der andern kommt, weil sie alle unter einander zusammenhängen und von einem und demselben Baume des Verderbens kommen, u. wie es bei jedem Rückfalle mit dem Sünder immer schlimmer zu werden pflegt — der Spott über Religion und Bibel. Er sagte einst zu einem christlichem Freunde, welcher seine Seele gern gerettet hätte aus dem Verderben, u. ihn daher manchmal ermahnte, die schrecklichen Worte: „Ich werde jenseits Einheizer werden und dann es den Seelen recht warm machen!“ Und siehe, was begab sich mit diesem Menschen? — Er hatte die üble Gewohnheit, in Backöfen zu kriechen u. darin zu schlafen, wenn sie noch recht warm waren. Das that er eines Tags wieder, nahm ein Bündel Stroh mit sich, um darauf zu liegen, u. ging in den noch heißen Ofen in der Absicht, recht gut u. warm sich zu betten und vortrefflich zu schlafen. Aber vermuthlich waren noch Kohlen zurück geblieben, welche das Stroh entzündeten; denn der elende Mensch ging in Flammen auf u. mußte bei lebendigem Leibe in seinen Sünden verbrennen.
Liegnitzer Kirchenblatt.
Die Sünde ist der Leute Verderben.
An wie unzählig vielen Beispielen hat sich das schon bestätigt. Die Sünde ist ja überhaupt unser Verderben; sie hat Leib und Seele zu Grunde gerichtet, uns das Ebenbild Gottes geraubt u. ist die Ursache, daß wir dem Leibe nach in's Grab wandern müßen; denn der Tod ist der Sünde Sold. Aber es treten in einzelnen Zügen doch noch so ganz besonders uns die Verheerungen der Sünde u. ihr Fluch entgegen. Das wollen wir aus folgender Geschichte sehen, welche der alte, fromme Harsdörfer in seinem Geschichtsspiegel erzählt.
Ein Taglöhner ging im 17 Jahrh. in der Erndte aufs Feld um Garben zu binden. Da er zu Hause Etwas vergessen hatte, schickte er seinen Sohn von 7 oder 8 Jahren zurück um es zu holen. Der Knabe blieb lange aus, so daß der Vater seiner in großer Hitze mit höchster Ungeduld warten muß. Als er das Kind nun von ferne kommen sieht, flucht er ihm. Der Knabe, der seines Vaters Droh- u. Schellworte hört, läuft aus Furcht vor den Schlägen davon. Der Vater ergreift den nächsten Stein, wirft nach dem Kinde u. trifft es, daß es sogleich todt zur Erde stürzt. Bald darauf gereuet dem Vater seine That; ganz verzweifelt läuft er in die nächste Scheune u. erhenkt sich. Seine Frau, welche erst unlängst aus dem Kindbette gekommen war, u. ihr Kind nicht weit von einem Feuer hatte, erfährt was geschehen, u. erschrickt so sehr, daß sie das Kind auf die Erde legt, u. ihrem Mann zulaufen will. Inzwischen ergreift das Feuer die alten Lumpen, in welche das Kind gewickelt war u. verbrennt es elendiglich. Als die Mutter zurück kommt, u. ihren
English translation AI translation
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What thou thyself hast not dared to hope:
God's everlasting favor,
The forgiveness of guilt,
Is promised thee freely by the Lord.
For out of love He bore
The everlasting curse
Which we by sin had merited.
Through much bitter distress,
Through the bloody death,
He has reconciled us with the Father.
Therefore believe, praise
Thy Savior, and bring
Thyself in love as an offering to Him.
O how blessed art thou!
Thou hast peace and rest:
God is gracious and friendly, in truth.
Though thy life flee away as swiftly
As the fleeting wave;
Therefore rejoice, O heart, the more.
For, delivered from evil,
And forever [illegible],
Thou shalt behold thy LORD so much the sooner.
Hermann Fick.
A Steadfast Confessor of Christ.
In the year 1610 the daughter of a distinguished state official in the service of the Sultan of Morocco, in Africa, had a slave girl who came from a Christian country and was herself a zealous confessor of the Savior. The great devotion and fear of God in which the upright soul lived, even before the eyes of her noble mistress, moved the latter's heart to learn the chief truths of the Christian faith from her maid. She found therein such lofty comfort that she called upon Jesus and confessed faith in Him, although she knew that the most grievous penalty of death was set upon apostasy from the Mohammedan religion. — Her father and her kinsmen labored in vain to change her mind. Though they sent her to a strange place that she might come to another mind, she had already become too much a friend of her Savior for Him to be taken from her again. Neither kindness nor severity could do anything with her, and the representation of the dangers by which they thought they could turn her away only grounded her heart more firmly in love to the Savior. Since now the father was in the king's service, it soon became known at court also, and the Sultan had her brought before him, to learn from herself whether she was a Christian. — She answered yes, and added that she would, with divine assistance, remain a Christian to her end. The Sultan, dismayed by this steadfast answer, threatened her with death and thought thereby to frighten her mind. But she answered: "I fear not death, and will gladly suffer it for the sake of my LORD Jesus Christ. The whole world will not be able to devise so dreadful a torture by which it could separate me from Him." — The Sultan had her delivered to the judge at Morocco, who adjudged her to death, but out of pity for her youth made one more attempt to win her. Yet he received no other answer than that she knew only too certainly that the Mohammedan doctrine was vain deceit, and that she was willing with all her heart, out of love to Him who died for her, to lose her life. — The Sultan made her new promises and offered her in marriage the foremost man after himself in the kingdom. But in vain! She replied with extraordinary joyfulness: "The whole world is far too poor to buy from her her only comfort and treasure of the soul; therefore a blessed death was much more welcome to her than an unblessed marriage." Thereupon sentence of death was pronounced upon her and her head was cut off, which she suffered quite undaunted and with steadfast patience.
(Rev. John 2:10.)
Confidence in God.
The excellent Senior Fresenius in Frankfurt on the Main once, as a youth, found his needy mother, long a widow, in deep sorrow and her eyes full of tears. He asked her the cause of this great sadness, and she disclosed to him that she was to have a thaler within this hour, and did not know where she could get it. The pious son also knew no counsel. Meanwhile he said: "It seems to me, too, that this thaler is very needful to you. However, I herewith turn the hourglass, and am assured that if it is so very needful, it will be here before the hourglass has run out; if not, God will convince us that it was not so very needful as we supposed." The hourglass had not yet run half out when a messenger came and brought him a thaler which another had long owed him. This thaler became so much the dearer to him and his family that they afterward had it exchanged, and even when they were afterward richly blessed with temporal goods, still faithfully kept it. Such pieces of money, small in themselves, Fresenius was wont to say, become in time of need great show-pieces, with the inscription: Behold, that God can help!
(1 Pet. 5:7.)
Voice of the People.
When once the council at Nuremberg obstructed the adoption of the Formula of Concord, the Nuremberg citizens declared: If they had no money, they would sell their coats in order to procure this book!" — O how much better would it look in many regions in church affairs if the people had always been left the voice in religious matters that also belongs to them!
Be not deceived; God is not mocked!
In the village of Z. near Crossen lived a man who for a time became a member of the local temperance society, but afterward fell back and then gave himself all the more to drink, throwing to the wind all admonitions and warnings. To this was joined in him — as one sin always comes out of another, since they are all bound together and come from one and the same tree of corruption, and as with every relapse it generally grows worse with the sinner — scoffing at religion and the Bible. He once said to a Christian friend, who would gladly have rescued his soul from destruction and therefore admonished him now and then, these dreadful words: "In the next world I shall be a stoker, and then make it nice and warm for the souls!" And behold, what befell this man? — He had the bad habit of creeping into bake-ovens and sleeping in them when they were still quite warm. This he did again one day, took a bundle of straw with him to lie upon, and went into the still hot oven with the intention of making himself a good, warm bed and sleeping excellently. But presumably some coals had remained behind, which set the straw on fire; for the wretched man went up in flames and had to burn alive in his sins.
Liegnitzer Kirchenblatt.
Sin Is the Ruin of People.
In how countless many examples has this already been confirmed. Sin is, indeed, our ruin altogether; it has destroyed body and soul, robbed us of the image of God, and is the cause that we must go to the grave as to the body; for death is the wages of sin. But in particular instances the ravages of sin and its curse confront us in quite a special way. This we would see from the following story, which the old, pious Harsdörfer tells in his Geschichtsspiegel.
A day laborer went in the 17th century in harvest-time into the field to bind sheaves. As he had forgotten something at home, he sent his son of 7 or 8 years back to fetch it. The boy stayed away a long time, so that the father had to wait for him in great heat with the utmost impatience. When he now saw the child coming from afar, he cursed him. The boy, who heard his father's threatening and scolding words, ran away from fear of the blows. The father seized the nearest stone, threw it at the child, and hit him, so that he fell at once dead to the ground. Soon after, the father repented his deed; in utter despair he ran into the nearest barn and hanged himself. His wife, who had but recently risen from childbed and had her child not far from a fire, learned what had happened, and was so terrified that she laid the child on the ground and wanted to run to her husband. Meanwhile the fire seized the old rags in which the child was wrapped and burned it miserably. When the mother came back, and her