Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 20 › Seite 134
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-05-24, Seite 134
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Missionscollegium unterstützte die Missionare gegen Egede, so daß er sich überall in seiner Arbeit gehindert sah. Der alte treue Bekenner haßte natürlich von Herzensgrund das flatterige, eigenwillige Wesen der Schwärmer, diese dagegen verachteten Egede's lutherische Einfalt und Trotz. Am 5ten Januar 1747 legte Egede sein Amt nieder. Er schreibt damals: „wäre ich nur so glücklich gewesen, die Frucht meiner Bemühungen zu ernten, die ich gewünscht und gehofft hatte, dann würde ich wohl alle sonstigen Verluste leicht verschmerzen,—so aber muß ich sehen und dulden, daß der Lehrgrund, den ich gelegt, welcher Christus und sein Verdienst ist, wo nicht ganz umgestoßen, doch allerlei Holz und Stroh, das leicht verbrennt, statt des reinen und beständigen Glaubensgoldes darauf gebaut wird; dies schmerzt mich aufs höchste und macht mich des Lebens überdrüßig, was doch, wie ich hoffe, nicht so lange dauert, da durch die Seelenkränkung meine innere Schwäche von Tag zu Tage vermehrt wird. Ohnehin konnte er die Bildung der Missionare in die Hände seines Sohnes Paul legen, wobei er sich noch die Oberaufsicht vorbehielt, so lange er lebte.
Ein volles Jahrzehend und etwas darüber genoß Egede der verdienten Ruhe in dem Städtchen Stubbekjöbing auf der Insel Falster, das er zum Hafen seines Alters ausersehen. Auch fehlte ihm nicht der Stab, den Gott selbst seinen frommen Pilgern reicht, wenn der Abend herbeikommt, oder das Oel, womit das Haupt gesalbt werden mag, damit der Mensch froh in seinem Gott und Erlöser sein könne. Es schien ihm wie den Israeliten in der Wüste zu gehen: daß seine Schuhe am Ziele nicht veralteten: bis über die 70 Jahre war sein Augenlicht noch nicht stumpf und seine Kraft nicht gebrochen. Er beschäftigte sich viel mit Werken der Liebe, wobei er immer dafür Sorge trug, daß die linke Hand nicht wußte was die rechte that, und war übrigens Allen zu einem unvergeßlichen Beispiele durch seine Ehrwürdigkeit, Heiterkeit und Freimüthigkeit. Er hatte den Frieden Gottes überkommen, der höher ist als alle Vernunft, und Herz und Sinne bewahrt in Christo Jesu. Etwas vor seinem seligen Hingange sagte er, noch durchaus gesund, zu seiner Familie: „Kinder, ihr werdet mich nicht lange behalten.“ Und als diese nun wehmüthig den Vater fragten, woher er dies ahne, da er ja doch nicht krank sei, erwiderte er: „Es ist mir in der Nacht vorgekommen, als ob einige selig Verstorbene mir gewinkt haben.“ Er ordnete sein Begräbniß an; doch ward er nicht bettlägerig, sondern immer schwächer und schwächer. Einen Tag lag er still hin, ohne zu sprechen: — es war der 5. November 1758, Egede's 72. Lebensjahr — da rief ihn Gott zum ewigen Leben.
Die Vernunft thut und dienet zu Glaubenssachen, nicht vor, sondern nach dem Glauben, wie auch die Zunge und alle menschliche Kräfte und Gliedmaßen. Vernunft, nachdem sie vom heil. Geist erleuchtet ist, dienet dem Glauben, aber ohne Glauben lästert sie Gott, sammt allen Kräften und Gliedern, beide innerlichen und äußerlichen. Luther.
(Für den „Lutheraner“.)
The Evangelical Review,
Edited by C. P. Krauth, D. D., & Wm. M. Reynolds, D. D.
Das Aprilheft dieser vierteljährig erscheinenden Schrift von diesem Jahre enthält folgende Artikel.
1. Eine Beurtheilung der Erziehung, wie sie auf den hohen Schulen (Colleges) dieses Landes gegeben wird. Dieser Artikel verräth einen einsichtsvollen und erfahrenen Schulmann als Verfasser, und ist reich an trefflichen Bemerkungen. Besonders befriedigend ist es, in demselben die Grundanschauung zu finden, daß der Lehrer bei aller seiner Wirksamkeit Christum beständig vor Augen haben, und so unterrichten und erziehen müsse, als unterrichte und erziehe er Christo, nach Anleitung von Ephes. 6, 5. 6. Denn, wo dies der oberste Grundsatz der Erziehung ist, da folgen alle wichtigen Erfordernisse derselben von selbst. Unter den einzelnen Bemerkungen heben wir als besonders beherzigenswerth die hervor, daß die hohen Schulen es sich nicht zur Aufgabe machen sollten, blos das zu leisten u. insonderheit zu lehren, was die große Mehrheit des Publicums, und in der Weise, wie sie es begehrt; sondern vielmehr sich ein Bild von dem machen, was das Publicum, wenn es sein zeitliches und ewiges Beste recht zu Herzen nähme, und weislich urtheilte, begehren würde, und ihm das darbieten, und so einen heilsamen, bildenden, erhebenden Einfluß auf dasselbe üben. Die Mängel, die in vorliegendem Artikel an den hohen Schulen dieses Landes gerügt werden, sind leider mehr oder weniger auch in andern Ländern zu finden.
2. Eine Vorlesung von dem Ehrw. L. Eichelberger in dem luth. theolog. Seminar zu Lexington, S. C., beim Antritt seines Amts als Professor der Theologie gehalten, und „Gründe der Schwierigkeit u. des Erfolgs bei dem Studium der Theologie“ betitelt. Der Stiel ist ungefällig, und die Gründe sind matt; das Ganze macht den Eindruck, als ob die theologischen Wissenschaften ein dürres Feld wären, das ein jeder lieber bei Seite ließe; und da dies nun einmal nicht angeht, als ob man sich durch allerhand Beweggründe dahin vermögen müsse, sich dem Studium derselben zu unterziehen. Wir meinen, wer Wissenschaften eines Faches zu lehren unternommen hat, der würde dieselben auch als einen Schatz ansehen, an dem er seine Lust und Freude hat, und die er vor Verlangen brennt seinen Hörern mitzutheilen, nicht zweifelnd, daß sie, wenn gleich in verschiedenen Grade, auch deren rege Theilnahme erwecken werden, und darum denselben vielmehr zum Anfange einen Einblick in die Schätze, die sich ihnen erschließen sollen, geben. Ganz besonders gilt dies von der Theologie.
3. Eine Beurtheilung (einer americanischen Ausgabe) der Vorlesungen des neuerlich so bekannt gewordenen Cardinals Wiseman in England „über die vornehmsten Lehren und Gebräuche der (Römisch) katholischen Kirche“ von dem Ehrw. W. J. Mann in Philadelphia. Dieser Beurtheilung nach trägt auch dies Product den gewöhnlichen Character der polemischen Literatur des Antichrists; der Cardinal redet mit der väterlichsten Miene u. den freundlichsten Worten zu den verirrten Kindern, den Protestanten, und giebt die strengste Wahrheitsliebe u. gewissenhafteste Untersuchung vor, während er sie mit geschickten Gaukeleien über die Grundsätze der Reformatoren einer- und des Pabstes andererseits zu täuschen und irre zu führen sucht. In der Beurtheilung vermissen wir eine klare Scheidung zwischen dem Haufen der Frommen, die sich ohne Zweifel auch in der Römisch-katholischen Kirche finden, und dem gräulichen antichristischen Geist, aus dem die Symbole der Römisch-katholischen Kirche hervorgegangen sind, und der jene Kirchengemeinschaft charakterisirt, weshalb wir sie keine Schwester, wie der Beurtheiler thut, nennen können, obwohl die Gläubigen in derselben der Gläubigen in der lutherischen Kirche Brüder sind.
4. Fortsetzung der Uebersetzung „der Mittheilungen für die Christologie der Kirche von Dr. G. Thomasius, Professor der Theologie in Erlangen.“ Der Uebersetzer bemerkt in den diese Fortsetzung einleitenden Worten, daß der Gegenstand vielleicht manchem zu wenig praktisch und zu speculativ vorkommen möge, daß aber die Zeit und ihre Bedürfnisse dergleichen auch in diesem Lande erfordere, da die gottesläugnerischen Elemente, die eben jenes Werk von Thomasius veranlaßt haben, und die auch Gebildete, ja grade die am ehesten zu verblenden und zu bethören geeignet sind, auch hier in Masse nicht nur in lebenden Individuen, sondern auch in Büchern eindringen.
5. „Cultus der lutherischen Kirche“ von dem Ehrw. M. Loy. Eine interessante Abhandlung, in welcher gezeigt wird, daß die Lehre einer jeden Particularkirche in ihrem Cultus sich ausdrückt; nachgewiesen, wie dies in der Römisch-katholischen, reformirten und lutherischen Kirche der Fall ist, und beklagt, daß der Cultus in einem großen Theil der lutherischen Kirche sich weit von dem entfernt hat, was er sein sollte.
6. Fortsetzung der Uebersetzung des im „Lutheraner“ abgedruckten Reiseberichts der Delegaten der Synode von Missouri, Ohio u. a. St. nach Teutschland.
7 „Bemerkungen über das im Propheten Daniel Cap. 7. V. 7. erwähnte Königreich. Der erste Theil dieser Abhandlung enthält die bekannte Auslegung der angezeigten Stelle vom Römischen Reich; der andere eine durch nichts weiter als die Bemerkung, daß dies zur Zeit des ‚vierten Thieres‘ geschehen sei, mit dem erstem zusammenhängende kurze Darstellung der Geburt, des Lebens, Leidens, Sterbens und Auferstehens des HErrn. Der Leser wird deßhalb versucht zu fragen: Wozu der ganze Artikel?
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Mission College supported the missionaries against Egede, so that he saw himself hindered everywhere in his work. The old faithful confessor naturally hated from the bottom of his heart the fickle, self-willed ways of the enthusiasts; they, on the other hand, despised Egede's Lutheran simplicity and stubbornness. On the 5th of January 1747 Egede laid down his office. He writes at that time: "Had I only been so fortunate as to reap the fruit of my labors, which I had wished and hoped for, then I should easily bear all other losses,—but as it is, I must see and endure that the foundation of doctrine which I laid, which is Christ and His merit, is, if not wholly overthrown, yet that all manner of wood and straw, which is easily burned, is built upon it instead of the pure and abiding gold of faith; this grieves me to the utmost and makes me weary of life, which, as I hope, will not last so long, since through the wounding of my soul my inner weakness is increased from day to day. Besides, he was able to lay the training of the missionaries in the hands of his son Paul, reserving to himself the chief oversight as long as he lived.
For a full decade and somewhat more Egede enjoyed a well-earned rest in the little town of Stubbekjöbing on the island of Falster, which he had chosen as the haven of his old age. Nor did he lack the staff which God Himself reaches to His pious pilgrims when evening draws on, or the oil with which the head may be anointed, that man may be glad in his God and Redeemer. It seemed to go with him as with the Israelites in the wilderness: that his shoes were not worn out at the goal: until past his seventieth year his eyesight was not yet dim and his strength not broken. He occupied himself much with works of love, always taking care that the left hand knew not what the right hand did, and was moreover to all an unforgettable example by his venerableness, cheerfulness and frankness. He had come into the peace of God, which passeth all understanding, and keepeth hearts and minds in Christ Jesus. Somewhat before his blessed departure he said to his family, still altogether well: "Children, ye will not keep me long." And when they, sorrowfully, asked their father how he came to suspect this, since he was surely not sick, he answered: "It seemed to me in the night as if some who had died in the Lord beckoned to me." He gave orders for his burial; yet he did not take to his bed, but grew weaker and weaker. One day he lay still, without speaking: — it was the 5th of November 1758, in Egede's 72nd year — then God called him to eternal life.
Reason does and serves in matters of faith, not before, but after faith, as also the tongue and all human powers and members. Reason, after it has been enlightened by the Holy Ghost, serves faith, but without faith it blasphemes God, together with all powers and members, both inward and outward. Luther.
(For the "Lutheraner.")
The Evangelical Review,
Edited by C. P. Krauth, D. D., & Wm. M. Reynolds, D. D.
The April number of this quarterly publication for this year contains the following articles.
1. A critique of the education given in the high schools (Colleges) of this country. This article betrays a discerning and experienced schoolman as its author, and is rich in excellent remarks. It is especially gratifying to find in it the fundamental view that the teacher, in all his activity, must keep Christ constantly before his eyes, and so teach and train as though he taught and trained Christ, according to the direction of Eph. 6:5, 6. For where this is the highest principle of education, all the important requirements of it follow of themselves. Among the individual remarks we single out as particularly worthy of heeding this one, that the high schools should not make it their task merely to supply and especially to teach what the great majority of the public, and in the manner in which it desires it; but rather to form for themselves a picture of what the public would desire if it took its temporal and eternal welfare rightly to heart and judged wisely, and to offer it that, and so to exert a wholesome, formative, elevating influence upon it. The defects which are censured in the present article in the high schools of this country are, unhappily, to be found more or less also in other lands.
2. A lecture by the Rev. L. Eichelberger in the Lutheran theological Seminary at Lexington, S. C., delivered on entering upon his office as Professor of Theology, and entitled "Reasons of the Difficulty and of the Success in the Study of Theology." The style is unpleasing, and the reasons are weak; the whole gives the impression as though the theological sciences were a barren field which everyone would rather leave aside; and since that is now once for all not the case, as though one must be induced by all sorts of motives to submit to the study of them. We think that whoever has undertaken to teach the sciences of a subject would also regard them as a treasure in which he has his delight and joy, and which he burns with longing to impart to his hearers, not doubting that they, though in different degree, will also awaken their lively interest, and therefore rather to give them at the outset an insight into the treasures which are to open themselves to them. This applies most especially to theology.
3. A critique of (an American edition of) the lectures of Cardinal Wiseman in England, so lately become well known, "on the principal doctrines and practices of the (Roman) Catholic Church," by the Rev. W. J. Mann, in Philadelphia. According to this critique, this product also bears the usual character of the polemical literature of the Antichrist; the Cardinal speaks with the most fatherly mien and the friendliest words to the straying children, the Protestants, and pretends the strictest love of truth and the most conscientious investigation, while he seeks to deceive and mislead them with clever juggleries concerning the principles of the Reformers on the one hand and of the Pope on the other. In the critique we miss a clear distinction between the multitude of the pious who doubtless are also to be found in the Roman Catholic Church, and the abominable antichristian spirit from which the symbols of the Roman Catholic Church have proceeded, and which characterizes that church-fellowship, on account of which we cannot call her a sister, as the critic does, although the believers in her are brethren of the believers in the Lutheran Church.
4. Continuation of the translation of "the Contributions to the Christology of the Church by Dr. G. Thomasius, Professor of Theology at Erlangen." The translator remarks in the words introducing this continuation that the subject may perhaps seem to some too little practical and too speculative, but that the times and their needs require the like also in this country, since the God-denying elements which gave occasion to that very work of Thomasius, and which are apt to blind and befool even the educated, yea, precisely those who are most easily blinded and befooled, are penetrating here also in mass, not only in living individuals, but also in books.
5. "Cultus of the Lutheran Church," by the Rev. M. Loy. An interesting treatise, in which it is shown that the doctrine of every particular church expresses itself in its cultus; it is demonstrated how this is the case in the Roman Catholic, Reformed and Lutheran Churches, and it is lamented that the cultus in a large part of the Lutheran Church has departed far from what it ought to be.
6. Continuation of the translation of the account of the journey of the delegates of the Synod of Missouri, Ohio and other States to Germany, printed in the "Lutheraner."
7 "Remarks on the kingdom mentioned in the prophet Daniel, chap. 7, v. 7. The first part of this treatise contains the well-known interpretation of the passage indicated as referring to the Roman Empire; the other a brief presentation of the birth, life, suffering, death and resurrection of the LORD, connected with the former by nothing more than the remark that this happened in the time of the 'fourth beast.' The reader is therefore tempted to ask: What is the whole article for?