Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 2 › Seite 15

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-09-13, Seite 15

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Tanz 9

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Messen verwandelt werden und sind so viel wirksamer.—Nun, liebes Jesulein, erlaube mir doch noch eine Frage: Es giebt doch so viele Irrgläubige. Sind denn die auf ewig verloren, giebt es für sie keine Rettung, keine Erlösung? Antwort: O ja, wenn sie in den Schoß der allein selig machenden Kirche sich begeben, denn da ist der Himmel auf Erden und im Himmel wird Freude sein u. s. w.—Nun aber, liebes Jesulein, nur noch eine Frage: Giebt es denn für diejenigen, welche sie irregeleitet haben, für die Irrlehrer, keine Vergebung und Erlösung? Der Redner geberdet sich ganz unwillig und mit sehr kräftiger Stimme werden die Irrlehrer verflucht und dem Teufel übergeben zu furchtbaren Martern und Höllenstrafen. Sie müßen brennen, so lange der Teufel nur noch einen Funken in seiner Vorrathskammer hat. (Pilger aus S.)

Die Römisch-katholische Kirche und die Bibelgesellschaften. Das mit Genehmigung des fürstbischöflichen General-Vicariats-Amtes erscheinende Römisch-kathe[unleserlich] Kirchenblatt erzählt die Gründe, warum die katholische Kirche die Bestrebungen der protestantischen Bibelgesellschaften mißbilligt. Es sind folgende: 1) Weil der Buchstabe nicht nützt, sondern der Geist lebendig macht. 2) Weil der Herr Christus den Aposteln nicht gesagt hat: Gehet hin und schreibet und drucket und theilt Bibeln aus und lehrt die Leute lesen, sondern nur: Gehet und lehret; wer glaubt und getauft wird, der wird selig, auch wenn er nicht lesen kann. 3) Weil Christus gesagt hat: Werft die Perlen nicht vor die Säue und gebt das Heiligthum nicht den Hunden. 4) Weil die von den Bibelgesellschaften verbreiteten Bibeln verfälschte Bibeln sind, in welche der Irrthum sein Gift unmerklich hineingestreut hat.

Christus, das A und das O der heiligen Schrift.

Wie ein Mensch an vielen verschiedenen Orten, zu mancherlei Zeit, unter ungleichen Geschäften, dennoch immer die gleiche Gestalt hat, so ist im Worte Gottes aller Orten, als in einem Spiegel das Bild unseres HErrn Christus uns vorgestellt, wiewohl die Umstände, unter denen er uns erscheint, nicht immer die nämlichen sind, auch seine Gestalt hin und wieder verdeckt wird, und manchmal das, was wir lesen, seine Gegenwart nur dadurch anzeigt, daß die Umgebung, in welche wir geführt werden, auf ihn wartet.

Das Pfarramt.

Das Pfarramt ist, wie am Leibe das Auge, nicht über, noch unter, noch außer, sondern wesentlich in der Gemeine. Im Ganzen und Großen kann es der Gemeine so wenig fehlen, wie jenes Glied dem Leibe. Doch kann ein einzelnes Glied wohl in sich bestehen, aber nur als Theil des Leibes, so daß es mitbesteht durch den Dienst des Auges, also kann auch ein einzelner Christ ein vollkommner Christ sein, ohne daß er Pfarrer ist, ja auch ein Christ, ohne daß er einen Pfarrer hat: denn auch des Blinden Hand ist eine vollkommne Hand; aber des Dienstes dieses Gliedes am Leibe Christi, des heil. Predigtamtes, kann in keinem Falle ein Christ entrathen. Auch des Blinden Hand genießt, obwohl mittelbar, und nicht der eigenen, doch der Augen, weil auch ein Blinder nicht leben könnte, wenn keine Augen wären, die seine Speise bereiten, sein Haus erhalten, ihn kleiden und behüten hülfen.

Ich bin das Licht der Welt. Joh. 8, 12.

Den Spruch legt Kaiphas und die jüdische Synagoge sammt allen Irrlehrern so aus: „Nein, Ich bin das Licht der Welt!“ Denn weil er der Schlüssel zum ganzen Worte Gottes ist, so denken sie, sie müssen ihn umdrehen.

K. R.

Hr. Prof. Winkler will mich im „Kirchl. Informator.“ (Jahrg. 3. Num. 1. p. 3) in eine Klatscherei verwickeln. Ich antworte darauf nicht, erlaube mir aber die Bemerkung, daß der rumor vulgi keine Beweiskraft hat. Der Staub, den er aufwirbelt, taucht höchstens zu Kuchen, die man der Melochet des Himmels opfert. Es thut mir leid, daß das „Kirchl. Informator.“ deren Kuchenbäckern ihre Waare abnimmt. Dadurch kommt es in Verdacht, sein Geschrei über die schreckliche Gefahr, die der Kirche von den Missouriern drohe, habe denselben unlautern Grund, wie das zu Ephesus (Apg. 19, 24. 34.) Fährt es so fort, was ich nicht wünsche, so mag es wohl ein Schulmeister sein, aber nur ein solcher, der in die school of scandal gehört.

K. Röbbelen.

The Lutheran Almanac.

Dieser Calender, herausgegeben von T. N. Kurtz in Baltimore, ist nun auch für das Jahr 1854 erschienen und ein Exemplar desselben gütigst uns zugesendet worden. Dankenswerth ist es jedenfalls, darin allerlei statistische Nachrichten über diejenigen zu finden, welche sich in den Vereinigten Staaten Lutheraner nennen. Merkwürdig ist, daß das Bildniß Luthers auf dem Titelblatt, hingegen die Bildnisse Zwingli's und Calvin's (of those “great Reformers”) in dem Almanach sich finden. Unwillkührlich wurden wir hierbei an gewisse Tabakpackete erinnert, die auf der Außenseite die Aufschrift haben: „Superfeiner Canaster.“ Noch sonderbarer erschien uns, in einer Liste der „großen Theologen der lutherischen Kirche“ u. A. nicht nur die ganze Sippschaft der neugläubigen unirtevangelischen † Theologen, sondern selbst die gräulichsten Rationalisten und Feinde Christi zu finden, wie einen Herder, Paulus (diesen gottlosen Saulus), Ammon, Bretschneider, Wegscheider, Gesenius, Röhr u. s. f. Wenn diese große Theologen der lutherischen Kirche sind, dann war auch der Teufel ein Engel des Himmels, als er einst mitten unter den Kindern Gottes vor den HErrn trat. (Hiob 1, 6.)

†) Das heißt: solche die das Evangelium mit der Weltweisheit uniren.

Kirchliche Nachrichten.

1.

Am Mittwoch nach dem 13. Trin. ist Herr P. H. Kühne, früher Hülfsprediger zu Fort Wayne, nachdem er von der deutschen ev. luth. St. Johannis-Gemeinde zu Euklid bei Cleveland ordentlich berufen war, im Auftrag des ersten Vicepräses der Synode unter Assistenz der Herren PP. Steinbach und Strieter von mir in sein neues Amt eingewiesen; wobei zugleich das neuerbaute Kirchlein eingeweihet wurde.

2.

Da die Clevelander Gemeinde eine ziemlich beträchtliche Anzahl Glieder in dem benachbarten Ohio-City zählt und das Bedürfniß eines eigenen Gottesdienstes, noch mehr aber einer Schule daselbst immer größer wurde, so hat die Gemeinde an einem gelegenen Platze ein Grundstück erstanden, ein Gebäude darauf errichtet, welches vorläufig zugleich als Kirche und Schule dienen soll, und in der Person des Herrn J. C. W. Lindemann, einen zweiten Prediger berufen, welcher in Ohio City wohnen, abwechselnd mit dem ersten Pastor in beiden Kirchen predigen u. vorerst den Schulunterricht in O. C. übernehmen wird. Derselbe ist im Auftrage des Herrn Vicepräses am 14. Sonntage nach Trin. in der Zions Kirche zu Cleveland unter Verpflichtung auf sämmtliche Bekenntnißschriften der luth. Kirche von mir ordinirt worden.

H. C. Schwan.

Die Addresse der beiden Brüder ist:
Care of H. C. Schwan,
Cleveland, Ohio.

Im Auftrage des Vicepräses Hrn. Dr. Sihler wurde am 12ten Sonntag nach Trinitatis (14. August) Heinrich König, Zögling des Fort Wayner Seminars, nachdem er einen ordentlichen Beruf von etlichen Gemeinden in Henry Co., Ohio, erhalten und angenommen hatte, inmitten der Gemeinde, welche ihn zuerst berufen, von mir feierlich ordinirt, und dabei auf sämmtliche Bekenntnißschriften der evang. luth. Kirche verpflichtet. Der HErr, welcher auch diesen neuen Arbeiter in seinen Weinberg berufen und eine große Thüre ihm aufgethan hat, schenke ihm auch Kraft und Weisheit, damit er viele Seelen zur ewigen Seligkeit führe.

A. Detzer.

Die Addresse des l. Bruders ist:
Rev. H. Kœnig,
Texas,
Henry Co., Ohio.

Ein lutherischer Prediger gesucht.

Die deutsche ev. luth. St. Johannis Gemeinde in Cäsar Creek Township, Dearborn Co., Ind., bedarf eines Predigers und fordert daher rechtgläubige Prediger, welche das Pfarramt bei ihr zu übernehmen geneigt wären, auf, bis nächsten 2. Oktober in ihrer Mitte zu erscheinen und zwei Probepredigten zu halten. Das Jahrgehalt ist $200 00, außerdem erhält der Prediger freie Wohnung und 7 Acker geklärtes Land zu seiner Benutzung. Vergütung der Reisekosten können zunächst nicht versprochen werden.

G. H. Greive,
Schreiber der gen. Gem., in deren Auftrag.

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be changed into Masses and are so much the more effective.—Now, dear little Jesus, allow me yet another question: There are so many heretics. Are they then lost forever, is there for them no rescue, no redemption? Answer: O yes, if they betake themselves into the bosom of the only saving Church, for there is heaven on earth, and in heaven there will be joy etc.—But now, dear little Jesus, only one more question: Is there then for those who have led them astray, for the false teachers, no forgiveness and redemption? The preacher behaves quite indignantly, and with a very strong voice the false teachers are cursed and given over to the devil for fearful torments and punishments of hell. They must burn as long as the devil has a single spark in his storeroom. (Pilger aus S.)

The Roman Catholic Church and the Bible Societies. The Römisch-kathe[illegible] Kirchenblatt, appearing with the approval of the Prince-Episcopal General Vicariate Office, relates the reasons why the Catholic Church disapproves of the efforts of the Protestant Bible societies. They are as follows: 1) Because the letter profits not, but the Spirit giveth life. 2) Because the Lord Christ did not say to the Apostles: Go forth and write and print and distribute Bibles and teach the people to read, but only: Go and teach; he that believeth and is baptized shall be saved, even if he cannot read. 3) Because Christ said: Cast not your pearls before swine, and give not that which is holy unto the dogs. 4) Because the Bibles spread by the Bible societies are falsified Bibles, into which error has imperceptibly strewn its poison.

Christ, the Alpha and the Omega of Holy Scripture.

As a man in many different places, at various times, under unlike occupations, nevertheless always has the same form, so in the Word of God, in every place, as in a mirror, the image of our LORD Christ is set before us, although the circumstances under which he appears to us are not always the same, and his form is also here and there veiled, and sometimes what we read indicates his presence only by this, that the surroundings into which we are led are waiting for him.

The Pastoral Office.

The pastoral office is, like the eye in the body, neither above, nor below, nor outside, but essentially in the congregation. On the whole and in general the congregation can no more lack it than the body can lack that member. Yet a single member can indeed subsist in itself, but only as a part of the body, so that it subsists together through the service of the eye; so also a single Christian can be a perfect Christian without being a pastor, yes, even a Christian without having a pastor: for even the hand of the blind is a perfect hand; but the service of this member in the body of Christ, the holy preaching office, no Christian can in any case do without. Even the hand of the blind enjoys, though indirectly, and not of its own, yet of the eyes, because even a blind man could not live if there were no eyes to prepare his food, keep his house, and clothe and protect him.

I am the Light of the world. John 8, 12.

This saying Caiaphas and the Jewish synagogue, together with all false teachers, interpret thus: "No, I am the light of the world!" For because it is the key to the whole Word of God, they think they must turn it around.

K. R.

Herr Prof. Winkler wants to involve me in a piece of gossip in the "Kirchl. Informator." (Jahrg. 3. Num. 1. p. 3). I do not answer it, but permit myself the remark that rumor vulgi has no force of proof. The dust which he stirs up is good at most for cakes which one offers to the Melochet of heaven. I am sorry that the "Kirchl. Informator." buys its wares from such cake-bakers. Thereby it comes under suspicion that its outcry about the dreadful danger threatening the Church from the Missourians has the same impure ground as that at Ephesus (Acts 19, 24. 34.) If it goes on so, which I do not wish, it may well be a schoolmaster, but only such a one as belongs in the school of scandal.

K. Röbbelen.

The Lutheran Almanac.

This calendar, published by T. N. Kurtz in Baltimore, has now appeared also for the year 1854, and a copy of it has been kindly sent to us. It is in any case worthy of thanks to find in it all sorts of statistical information about those who call themselves Lutherans in the United States. It is remarkable that the portrait of Luther is on the title page, whereas the portraits of Zwingli and Calvin (of those "great Reformers") are found in the almanac. Involuntarily we were reminded thereby of certain packets of tobacco which have on the outside the inscription: "Superfine Canaster." Still stranger it seemed to us to find, in a list of the "great theologians of the Lutheran Church," among others not only the whole tribe of the new-believing United-Evangelical† theologians, but even the most horrible rationalists and enemies of Christ, such as a Herder, Paulus (this godless Saul), Ammon, Bretschneider, Wegscheider, Gesenius, Röhr, etc. If these are great theologians of the Lutheran Church, then the devil too was an angel of heaven when he once stood in the midst of the children of God before the LORD. (Job 1, 6.)

†) That is: such as unite the Gospel with the wisdom of the world.

Church News.

1.

On the Wednesday after the 13th Trinity, Herr P. H. Kühne, formerly assistant preacher at Fort Wayne, having been regularly called by the German Evangelical Lutheran St. John's Congregation at Euclid near Cleveland, was installed by me in his new office, on the commission of the first Vice-President of the Synod, with the assistance of Pastors Steinbach and Strieter; whereby at the same time the newly built little church was dedicated.

2.

Since the Cleveland congregation counts a fairly considerable number of members in the neighboring Ohio City, and the need of a service of its own there, but still more of a school, was growing ever greater, the congregation has acquired a plot of ground at a suitable place, erected a building upon it, which for the present is to serve at once as church and school, and has called in the person of Herr J. C. W. Lindemann a second preacher, who is to live in Ohio City, preach alternately with the first pastor in both churches, and for the present take over the school instruction in O. C. He was ordained by me, on the commission of the Vice-President, on the 14th Sunday after Trinity in the Zion's Church at Cleveland, with obligation to all the Confessional Writings of the Lutheran Church.

H. C. Schwan.

The address of both brethren is:
Care of H. C. Schwan,
Cleveland, Ohio.

On the commission of the Vice-President, Herr Dr. Sihler, Heinrich König, pupil of the Fort Wayne Seminary, after he had received and accepted a regular call from several congregations in Henry Co., Ohio, was solemnly ordained by me on the 12th Sunday after Trinity (14 August) in the midst of the congregation which had first called him, and was obligated to all the Confessional Writings of the Evangelical Lutheran Church. May the LORD, who has called also this new laborer into His vineyard and opened to him a great door, grant him also strength and wisdom, that he may lead many souls to eternal salvation.

A. Detzer.

The address of the dear brother is:
Rev. H. Kœnig,
Texas,
Henry Co., Ohio.

A Lutheran Preacher Wanted.

The German Ev. Luth. St. John's Congregation in Cäsar Creek Township, Dearborn Co., Ind., is in need of a preacher and therefore calls upon orthodox preachers who would be inclined to take over the pastoral office with it, to appear in its midst by the next 2nd of October and to give two trial sermons. The annual salary is $200 00; besides, the preacher receives free dwelling and 7 acres of cleared land for his use. Reimbursement of travel expenses cannot at first be promised.

G. H. Greive,
Secretary of the said congregation, on its behalf.