Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 7 › Seite 52
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-11-23, Seite 52
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Kirchengemeinſchaften 2 · Taufe 47 · Taufe 49 · Taufe 55 · Taufe 56
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der Welt vermengen und von dem Unterschied der Stände im bürgerlichen Leben nichts wissen wollen, daß sie schwarmgeisterisch auf das tausendjährige Reich warten und daß sie auf gut jesuitisch auch eine böse Handlung mit dem guten Zweck entschuldigen.
Wir wollen nun jedes einzelne dieser Stücke besonders vornehmen.
Ueber seinen Glauben oder vielmehr Unglauben in Betreff der Taufe spricht der „Sendbote des Evangeliums" sich folgendermaßen aus: „Wir betrachten die Taufe nicht als die Thür zum Himmelreich, denn der Schächer am Kreuze (Luc. 23, 42.) und viele Tausende sind ohne die Taufe in den Himmel gegangen; wir betrachten sie aber als ein unerläßliches Stück zum Eintritt in die Gemeinde des HErrn auf Erden, und lehren demnach in Übereinstimmung(!) mit dem Worte Gottes, daß wenn Jemand zu dieser Gemeine gelangen wolle, so gebühre ihm auch in Bezug auf die Taufe alle Gerechtigkeit zu erfüllen. (Matth. 3, 13—17.)—Auch betrachten wir die Taufe nicht als das Bad der Wiedergeburt, sondern als den Bund eines guten Gewissens mit Gott (1. Petr. 3, 21.) in welchem ein Kind Gottes seinen willigen Gehorsam gegen die göttlichen Befehle offenkundig darthut (Apg. 2, 41.) Das Bad der Wiedergeburt (Tit. 3, 5) ist nicht die Taufe, wie von Vielen fälschlich gelehrt wird, sondern (das Bad der Wiedergeburt ist) die Erneuerung des von Gott abgefallenen Menschen vermittelst des Wortes Gottes (1. Petr. 1, 23) und des heil. Geistes (Röm. 8, 14—16). Durch diese Erneuerung erlangt der Sünder die Kraft, an Christum als seinen Stellvertreter und Bürgen glauben zu können, und also empfängt er Vergebung, Frieden und Seligkeit. Dieses Bad der Wiedergeburt muß aber der Taufe vorangehen . . Glaubt Jemand durch die Taufe selig zu werden, so würde er sich sehr täuschen, denn es ist in keinem andern Heil (Apg. 4, 12.) als in Christo ꝛc.—Wie aber Niemand ohne den Heiland in's Himmelreich, so kann auch Niemand ohne die von ihm verordnete und selbst eingesetzte Taufe in seine auf Erden gegründete Gemeine gelangen. Durch den HErrn JEsum Christum erlangt der Gläubige die Seligkeit, durch die von dem HErrn verordnete Taufe die Mitgliedschaft seiner hier gegründeten Gemeine." (Nr. II, Seite 3, Spalte 4). An einer andern Stelle heißt es: „Ich machte darauf aufmerksam, daß die Taufe durchaus keinen Menschen, Vergebung der Sünden, Erlösung und ewige Seligkeit" (wie Luther im kleinen Catechismus schreibt) geben könne, weil nur in Jesu Christo allein Heil und Seligkeit ist." (I, 2, 4.) Endlich schreibt Herr Rauschenbusch, die Lehre von der Taufe für eine Nebenlehre erklärend, in einem nach Deutschland gesendeten, im „Sendboten" eingerückten Briefe: „Da mir nur verwehrt ist," (in dem Amerikanischen Botschafter) „über die Lehre von der Taufe mich auszusprechen, so kann ich mich mit voller Zustimmung meines Gewissens darein schicken. Sie sehen hieraus unverkennbar u. unzweideutig, daß die großen Grundlehren des Evangeliums, darin alle wahren Gläubigen übereinstimmen, mir mehr gelten und mir wichtiger sind, als diejenigen Lehren, worin ich von manchen meiner Brüder abweiche, (1, 3, 1)"
Der Leser sieht hieraus, unsere deutschen Wiedertäufer halten die Taufe nicht für ein Werk Gottes, sondern für ein Menschenwerk, nicht für etwas, was Gott an dem Menschen, sondern was der Mensch Gott zu Gefallen thut; sie halten die Taufe nicht für ein Mittel, durch welches der Mensch geheiligt wird, sondern für ein leeres Zeichen, an dem man sehen solle, wie heilige Leute sie schon sind; sie halten die Taufe nicht für eine Thür in das Gnadenreich Christi, sondern für eine Thür in die wiedertäuferische Religionsgesellschaft, nicht einmal für ein Erkennungszeichen der Christen, sondern nur für das Gesellschaftszeichen der Baptisten; sie halten die Taufe für den Bund eines guten Gewissens mit Gott, worin man nicht ein gutes Gewissen bekommt, sondern wohin man ein gutes Gewissen bringen und wo man die Bewahrung desselben nur versprechen muß; sie halten die Taufe nur insofern für ein Gnadensiegel, als sie damit wie Christus „alle Gerechtigkeit erfüllen!" Matth. 3. 15.
Hiernach ist klar, diese Wiedertäufer haben, wer sollte es von ihnen denken? in der Geringachtung, ja Schändung der heil. Taufe die Spitze erreicht. Zwar war schon Zwingli selbst auf das Wort Sacrament so erbost, daß er es ganz ausgemärzt zu sehen wünschte und daher schrieb: „Ich wünschte sehr, daß das Wort Sakrament nie von den Deutschen angenommen worden wäre, außer in seiner eigentlichen Bedeutung. Denn wenn die Leute das Wort Sakrament hören, so verstehen sie sogleich etwas Großes und Heiliges darunter, was durch seine Kraft das Gewissen von Sünden befreie."! (De vera religione p. 2. ) Ferner schreibt Zwingli: „Die Kirche nimmt denjenigen durch die Taufe auf, welcher vorher durch die Gnade aufgenommen ist. Die Taufe bringt daher nicht die Gnade, sondern sie bezeugt der Kirche, daß dem schon Gnade geworden sei, dem sie gegeben wird." (Siehe: Bekenntniß, 1530 dem Kaiser zu übergeben. S. 19.) „Die Taufe ist eine äußerliche Ceremonie, welche die Sache bedeutet, nicht leistet. (Opp. 3, 1, 567.) Solche grobrationalistische Reden von den allerheiligsten Stiftungen des großen heiligen, gnadenreichen Gottes waren selbst einem Calvin, der freilich später im Grunde dasselbe lehrte, anstößig und ärgerlich. Calvin schrieb nämlich im Jahre 1542 im September an Viretus von Zwingli Folgendes: „Vielleicht hat er (Zwingli), was ihm daselbst aus Versehen entschlüpft war, gegen das Ende seines Lebens widerrufen und gebessert. Aber ich erinnere mich, wie gottlos (profana) seine Lehre von den Sakramenten in seinen früheren Schriften ist." Unsere deutschen Wiedertäufer überbieten aber selbst einen Zwingli. Einestheils machen sie den HErrn Christum zu einem armseligen Ceremonienmeister, der angeordnet habe, daß seine Gläubigen durch eine leere Ceremonie in seine Kirche aufgenommen werden sollen, wie hier „die närrischen Brüder" (die odd fellows) auch ihre neuen Genossen mit gewissen leeren Ceremonien aufnehmen; anderentheils machen sie Christum und seine heiligen Apostel zu offenbaren Lügnern. Christus sagt: „Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden. (Marci 16, 16.) „Wahrlich, wahrlich ich sage dir: „Es sei denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen." (Joh. 3, 5.) Petrus sagt: „Thut Buße und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr empfangen die Gabe des heil. Geistes." (Apg. 2, 38.) „Durchs Wasser, welches nun auch uns selig macht in der Taufe." (1 Petr. 3, 20. 21.) Ananias sprach zu Saulus: „Was verziehest du? Stehe auf und laß dich taufen, und abwaschen deine Sünden." (Apg. 22, 16.) Paulus schreibt: „Wir sind mit ihm (Christo) begraben durch die Taufe in den Tod." (Röm. 6, 4.) „Wir sind durch Einen Geist alle zu Einem Leibe getauft." (1. Cor. 12, 13.) „Wie viel euer getauft sind, die haben Christum angezogen. (Gal. 3, 27.) „Christus hat geliebet die Gemeine und hat sich selbst für sie gegeben, auf daß er sie heiligte, und hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort." (Eph. 5, 26.) „Ihr seid beschnitten mit der Beschneidung ohne Hände durch Ablegung des sündlichen Leibes im Fleisch, nämlich mit der Beschneidung Christi: in dem, daß ihr mit ihm begraben seid durch die Taufe." (Col. 2, 11. 12.) „Nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die Wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heil. Geistes. (Tit. 3, 5.) Johannes endlich schreibt: „Drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist, und das Wasser, und das Blut; und die drei sind beisammen." (1. Joh. 5, 8.) Was sprechen nun hierauf unsere Wiedertäufer? Sie erklären dies alles für eitel Lüge und Irrthum; und weil sie dies doch nicht mit nackten Worten heraussagen mögen, so zerdeuteln und verdrehen sie jene Worte Gottes so lange, bis sie aus dem göttlichen Ja ein Nein gemacht und die elenden Gedanken ihrer blinden Vernunft und ihres ungläubigen Herzens hineingedeutelt und hineingedreht haben. Sie erfrechen sich zwar zu sagen, sie gingen einzig und allein nach der Schrift und kümmerten sich um keine Menschensatzung, aber wenn sie Gottes anbetungswürdige Verheißungen von der Kraft seiner lieben, seligen Taufe lehren, so thun sie, als hätte diese Worte ein Trunkener geredet, treten sie mit Füßen und lästern auf alle die, welche sich auf des großen Gottes herrliche, große, ewige Worte verlassen. Das gottlose Geschwätz, womit sie die
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of the world and want to know nothing of the distinction of stations in civil life, that they wait in fanatical fashion for the thousand years' kingdom, and that after the Jesuit manner they excuse even an evil deed with the good end.
We will now take up each of these points separately.
Concerning its faith, or rather unbelief, in regard to Baptism, the "Sendbote des Evangeliums" expresses itself as follows: "We regard Baptism not as the door to the kingdom of heaven, for the thief on the cross (Luke 23, 42) and many thousands have gone into heaven without Baptism; but we regard it as an indispensable part of entrance into the congregation of the LORD on earth, and teach accordingly, in agreement(!) with the Word of God, that if any one would come to this congregation, it behooves him also in regard to Baptism to fulfill all righteousness. (Matt. 3, 13—17.)—Also we regard Baptism not as the washing of regeneration, but as the covenant of a good conscience with God (1 Pet. 3, 21), in which a child of God openly manifests his willing obedience to the divine commands (Acts 2, 41). The washing of regeneration (Tit. 3, 5) is not Baptism, as is falsely taught by many, but (the washing of regeneration is) the renewal of the man fallen away from God by means of the Word of God (1 Pet. 1, 23) and of the Holy Ghost (Rom. 8, 14—16). Through this renewal the sinner obtains the power to believe in Christ as his substitute and surety, and so he receives forgiveness, peace and salvation. This washing of regeneration must, however, precede Baptism . . If any one believes that he will be saved by Baptism, he would be greatly deceived, for there is in no other salvation (Acts 4, 12) than in Christ, etc.—As, however, no one can come into the kingdom of heaven without the Saviour, so also no one can come into his congregation founded on earth without the Baptism ordained and instituted by him. Through the LORD JESUS Christ the believer obtains salvation, through the Baptism ordained by the LORD the membership of his congregation founded here." (No. II, page 3, column 4.) In another place it says: "I pointed out that Baptism can give to no man forgiveness of sins, redemption and eternal salvation" (as Luther writes in the small Catechism), "because only in Jesus Christ alone is salvation and blessedness." (I, 2, 4.) Finally Mr. Rauschenbusch, declaring the doctrine of Baptism a minor doctrine, writes in a letter sent to Germany and inserted in the "Sendbote": "Since I am forbidden only" (in the Amerikanischer Botschafter) "to express myself on the doctrine of Baptism, I can submit to it with full assent of my conscience. You see from this unmistakably and unequivocally that the great fundamental doctrines of the Gospel, in which all true believers agree, count for more with me and are more important to me than those doctrines in which I differ from many of my brethren, (1, 3, 1)"
The reader sees from this that our German Anabaptists hold Baptism not for a work of God, but for a work of man, not for something which God does to man, but which man does to please God; they hold Baptism not for a means by which man is sanctified, but for an empty sign, by which one is to see how holy people they already are; they hold Baptism not for a door into the kingdom of grace of Christ, but for a door into the Anabaptist religious society, not even for a mark of recognition of Christians, but only for the badge of the Baptists; they hold Baptism for the covenant of a good conscience with God, in which one does not receive a good conscience, but into which one must bring a good conscience and where one must only promise the keeping of it; they hold Baptism a seal of grace only insofar as they thereby, like Christ, "fulfill all righteousness!" Matt. 3. 15.
After this it is clear that these Anabaptists have, who would have thought it of them? in the contempt, yes, the desecration of holy Baptism reached the summit. To be sure, Zwingli himself was already so enraged at the word Sacrament that he wished to see it entirely struck out and therefore wrote: "I wish very much that the word Sacrament had never been adopted by the Germans, except in its proper meaning. For when people hear the word Sacrament, they at once understand something great and holy by it, which by its power frees the conscience from sins."! (De vera religione p. 2.) Further Zwingli writes: "The Church receives by Baptism him who has previously been received by grace. Baptism therefore does not bring grace, but testifies to the Church that grace has already come to him to whom it is given." (See: Confession, to be delivered to the Emperor, 1530. p. 19.) "Baptism is an outward ceremony which signifies the thing, but does not accomplish it. (Opp. 3, 1, 567.) Such grossly rationalistic speeches about the most holy ordinances of the great, holy, gracious God were offensive and vexing even to a Calvin, who indeed later taught the same thing at bottom. For Calvin wrote in the year 1542, in September, to Viret concerning Zwingli the following: "Perhaps he retracted and amended toward the end of his life what had there escaped him by oversight. But I remember how godless (profana) his doctrine of the sacraments is in his earlier writings." Our German Anabaptists, however, outdo even a Zwingli. On the one hand they make the LORD Christ a poor master of ceremonies, who has ordained that his believers be received into his Church by an empty ceremony, as here "the queer brothers" (the odd fellows) also receive their new members with certain empty ceremonies; on the other hand they make Christ and his holy Apostles manifest liars. Christ says: "He that believeth and is baptized shall be saved. (Mark 16, 16.) "Verily, verily, I say unto thee: "Except a man be born of water and of the Spirit, he cannot enter into the kingdom of God." (John 3, 5.) Peter says: "Repent, and be baptized every one of you in the name of Jesus Christ for the remission of sins; and ye shall receive the gift of the Holy Ghost." (Acts 2, 38.) "The like figure whereunto even baptism doth also now save us." (1 Pet. 3, 20. 21.) Ananias said to Saul: "Why tarriest thou? arise, and be baptized, and wash away thy sins." (Acts 22, 16.) Paul writes: "We are buried with him (Christ) by baptism into death." (Rom. 6, 4.) "By one Spirit are we all baptized into one body." (1 Cor. 12, 13.) "As many of you as have been baptized have put on Christ. (Gal. 3, 27.) "Christ loved the church, and gave himself for it; that he might sanctify it, and hath cleansed it by the washing of water by the word." (Eph. 5, 26.) "Ye are circumcised with the circumcision made without hands, in putting off the body of the sins of the flesh, namely by the circumcision of Christ: in that ye are buried with him in baptism." (Col. 2, 11. 12.) "Not by works of righteousness which We have done, but according to his mercy he saved us, by the washing of regeneration and renewing of the Holy Ghost. (Tit. 3, 5.) John finally writes: "There are three that bear witness in earth: The Spirit, and the water, and the blood; and these three agree in one." (1 John 5, 8.) What do our Anabaptists now say to this? They declare all this to be sheer lie and error; and because they do not like to say it outright in naked words, they twist and distort those words of God so long until they have made out of the divine Yea a Nay and have read and twisted into them the wretched thoughts of their blind reason and unbelieving heart. They indeed make bold to say they go solely and alone by Scripture and care nothing for any human ordinance, but when God's adorable promises concerning the power of his dear, blessed Baptism are taught, they act as if a drunken man had spoken these words, trample them under foot and revile all those who rely on the great God's glorious, great, eternal words. The godless babble with which they