Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 7 › Seite 55

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-11-23, Seite 55

49 50 51 52 53 54 55 56

⤓ Download page image (full resolution)

German transcription AI-corrected against the scan

Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Papſttum 4 · Taufe 17

⤓ Download .txt · copy text

55

Engel, wobei er sagte, die hätten doch auch einen Leib. Das konnte er nun abermals nicht aus der Schrift beweisen, weil nichts davon drin steht. Hierauf lenkte er wieder ein und berief sich auf Christi verklärten Leib. Als er nun von dem ältern Pfarrer gefragt wurde, was denn für ein Unterschied zwischen dem unverklärten und dem verklärten Leibe Christi sei, antwortete er bald dieß, bald jenes, nur nicht das Rechte, bis es ihm der ältere Pfarrer selbst sagte. Da nun dabei der verklärte Leib der Gläubigen in der einstigen Auferstehung erwähnt wurde, so fragte der jüngere Pfarrer den älteren Pfarrer mit Verwunderung: Sie glauben doch aber nicht, daß die einstigen Leiber alles das enthalten werden, was die jetzigen enthalten, z. B. die Eingeweide? Nun, fragte der ältere Pfarrer, sind denn die Eingeweide eine Schande? Wohlan, so sorgen sie dafür, daß den Leuten dort die Eingeweide aus dem Leib heraus genommen und dafür Beifuß und gebratene Äpfel hineingesteckt werden, wie bei einer gebratenen Gans, dann ist die Herrlichkeit vollkommen.

Der Zahn St. Peters.

Der Papst hat dem Kaiser von Österreich einen Zahn zugeschickt, welchen ersterer mit höchst eigenen Händen aus den Überresten des Leichnams des heiligen Apostels Petrus genommen haben will. Der “Richmond Christian Advocate” macht, indem er dies berichtet, die treffende Bemerkung, es dürfte für den Papst wohl weit besser gewesen sein, wenn derselbe dem Kaiser eine oder beide Episteln St. Petri gesendet hätte, als einen von seinen angeblichen Zähnen, oder auch die ganzen Überreste des apostolischen Märtyrers. Jedoch so ist das Papstthum, es sendet einen Zahn, aber das Brod des Lebens enthält es vor! Luth. Stand.

Die verweigerte Taufe.

Als Caspar Aquila zu Anfang der Reformation das aus dem Schutte der Irrlehren wieder hervorgezogene Evangelium in Jenge bei Augsburg predigte, wurde er alsbald auf Befehl des Bischofs von Augsburg auf einem Karren nach Dillingen gebracht und hier gefangen gesetzt. Nach einer halbjährigen harten Gefangenschaft bei Wasser und Brod wurde er jedoch wieder entlassen. Hierauf floh er nach Wittenberg und fand sodann bei Franz von Sickingen auf dessen Schloße Ebernburg eine Zufluchtsstätte. Doch auch hier sollte der theuere Mann große und viele Angst erfahren. Die in dem Schloße liegende militärische Besatzung verlangte nämlich von ihm eine Stückkugel zu taufen, wie damals häufig der Gebrauch, oder vielmehr schändliche Mißbrauch war. Aquila verweigerte natürlich entschieden diese gottlose Entweihung des heil. Sakramentes. Die Soldaten wurden darüber so wüthend, daß sie ihn in einen großen messingenen Feuermörser, den sie mit Pulver gefüllt hatten, steckten, in der Absicht, ihn so über die Mauer hinaus schleudern zu lassen. Aquila blieb beständig. Was geschah nun? Zweimal zündeten die Soldaten an und beidemal brannte das Zündkraut ab, ohne das Pulver in dem Bombenmörser zu entzünden. Hierdurch in seinem Gewissen gerührt, ließ dann der Befehlshaber den treuen Zeugen herausziehen und in Freiheit setzen, worauf derselbe nun zunächst nach Eisenach floh. Nach einem Leben unter vielen Trübsalen, in welchen ihn jedoch sein Glaubensmuth nie verließ, starb Aquila endlich als Superintendent zu Saalfeld den 12. November 1560.

Dank und Bitte.

Mit herzlichem Dank und Segenswünschen bescheinigt der Unterzeichnete den Empfang von folgenden Gaben zur Unterstützung der Gemeine in Philadelphia, welche von einer schweren Bauschuld niedergedrückt ist:

Von G. H. Brockschmidt in St. Louis $3.00
= J. F. B. daselbst 1.00
= H. Past. König in Lafayette, Ja. 2.00

Wollen doch die lieben Brüder sich über diese kleine Gemeine erbarmen, welche im beständigen Kampf mit den Odd Fellows und anderen Geheimen Gesellschaften steht und beständig von allen Seiten die Versicherung hören muß, sie werde mit ihrer Treue zum Bekenntniß der reinen Lehre und mit ihrem Kampf wider die Geheimen Gesellschaften nimmer aufkommen. Bedenkt nur, lieben Brüder, eins der Glieder unserer Gemeinschaft leidet in Philadelphia: wollt ihr nicht mit leiden und helfen, daß es herrlich gehalten werde, damit ihr euch auch mit uns freuen könnt? Gott helfe dazu und vergelte allen fröhlichen Gebern ihre Gaben reichlich mit seinem himmlischen Segen.

A. Hoyer,
12 Redwood St. Southwark, Phil.

Kirchliche Nachricht.

Nachdem die evangelisch lutherische St. Peters Gemeinde in Macomb Co. zehn Meilen nördlich von Detroit Mich. durch den Abzug des P. Krause nach Deutschland erledigt worden war, hat dieselbe in der Person des P. Gräbner sich einen neuen Seelsorger berufen, welcher denn auch am 22. Sonntage nach Trinitatis auf Anordnung des Vice-Präsidenten Herrn Dr. Sihler, von dem Unterzeichneten feierlich in sein Amt eingeführt wurde. Denjenigen Lesern des Lutheraners, welchen die Umstände dieser Gemeinde nicht bekannt sind, diene hier in der Kürze zur Nachricht, daß dieselbe größtentheils aus Leuten bestehe, welche früher zu P. Winklers Gemeinde gehörten, die sich aber, schon ehe sie P. Krause beriefen, von ersterem um seiner gewissenbeschwerenden Praxis willen, förmlich losgesagt hatten. Damit nun aber ja keinerlei wissentlich Unrecht an P. Winkler in dieser Sache möchte begangen werden, forderte P. Gräbner, ehe er den an ihn ergangenen Ruf annahm, P. Winkler auf, mit ihm gemeinschaftlich unter Beisein beider Partheien die Sache zu untersuchen. Aber P. Winkler zeigte sich auch hier wieder als einen lichtscheuen Mann und schlug eine solche Untersuchung unter nichtigen Vorwänden ab. P. Gräbner konnte darin nichts anderes, als einen Beweis seines Schuldbewußtseins erkennen und fühlte sich in seinem Gewissen gedrungen, den Ruf obgenannter Gemeinde anzunehmen, indem er jedoch dem P. Winkler die Versicherung gab, daß er auch später noch allezeit bereit sei, die Sache mit ihm gemeinschaftlich zu untersuchen, wofern derselbe es wünschen würde.

Detroit, den 4. Nov. 1853.
Gottlieb Schaller, P.

Veränderte Addresse.

Rev. A Hoyer,
12 Redwood Str. Southwark,
Philadelphia.

Das dritte Heft

des evangelisch lutherischen Märtyrerbuchs ist so eben versandt. Es enthält die Geschichten der deutschen und niederländischen Märtyrer: Heinrich Voes und Johannes Esch, aus dem Lutheraner von Herrn Professor Walther, und von demselben nach Quellen weiter ausgeführt; Lampertus Thorn, Joh. Herrgett, Nikolaus, Matthias Waibel, Uebelacker und ein Leipziger Ringschmidt, Joh. Reichel, Georg Winkler, Heinrich, die Magdeburger Schulkinder.

Bestellungen werden erbeten unter der Addresse:

Rev. H. Fick,
Bremen, near St. Louis, Mo.

Quittung und Dank.

Mit herzlichem Dank gegen Gott und die milden Geber bescheinigt die evangelisch lutherische Gemeinde in Defiance, Ohio, folgende Gaben zu ihrem Kirchenbau empfangen zu haben:

von Hrn. Pastor Sihlers Gemeinde zu Fort Wayne $62.57
von zwei Gliedern aus Pastor Hußmanns Gemeinde 3.00
von mehreren Gliedern meiner Filialgemeinde an der Southridge, Defiance Co. Ohio 12.50
Zusammen $78.07

Der Herr unser Gott segne die milden Geber für die reichen Gaben mit geistlichen und himmlischen Gütern nach seiner Verheißung durch unseren HErrn Jesum Christum. Amen.

Defiance, Ohio.
d. 11. Nov. 1853. A. Detzer, Pastor.

English translation AI translation

⤓ Download .txt · copy text

55

angels, whereby he said that they too surely have a body. That, again, he could not prove from Scripture, because there is nothing of it in there. Thereupon he veered about and appealed to Christ's glorified body. When he was now asked by the older pastor what difference there then was between the unglorified and the glorified body of Christ, he answered now this, now that, only not the right thing, until the older pastor himself told him. When in this connection the glorified body of believers at the future resurrection was mentioned, the younger pastor asked the older pastor in astonishment: But you do not believe that the future bodies will contain all that the present ones contain, for example the entrails? Well, asked the older pastor, are the entrails then a disgrace? Very well, then, let them see to it that over there the entrails be taken out of the people's bodies, and mugwort and roasted apples put in instead, as with a roast goose, then the glory is complete.

The Tooth of St. Peter.

The Pope has sent the Emperor of Austria a tooth, which the latter claims to have taken with his own most exalted hands from the remains of the body of the holy Apostle Peter. The "Richmond Christian Advocate," in reporting this, makes the pertinent remark that it would probably have been far better for the Pope if he had sent the Emperor one or both Epistles of St. Peter, rather than one of his alleged teeth, or even the whole remains of the apostolic martyr. But that is just how Popery is: it sends a tooth, but withholds the Bread of Life! Luth. Stand.

The Refused Baptism.

When Caspar Aquila, at the beginning of the Reformation, was preaching in Jenge near Augsburg the Gospel drawn forth again out of the rubbish of false doctrines, he was at once, by order of the Bishop of Augsburg, brought on a cart to Dillingen and put in prison there. After a half-year's hard imprisonment on water and bread he was, however, released again. Thereupon he fled to Wittenberg and then found a refuge with Franz von Sickingen in his castle Ebernburg. But here too the dear man was to experience great and manifold anguish. The military garrison lying in the castle, namely, demanded of him that he baptize a cannonball, as was then frequently the custom, or rather the shameful abuse. Aquila naturally refused decidedly this godless desecration of the holy Sacrament. The soldiers became so furious over it that they put him into a great brass mortar, which they had filled with powder, with the intention of having him thus hurled out over the wall. Aquila remained steadfast. What happened now? Twice the soldiers lit it, and both times the priming burned off without igniting the powder in the mortar. Touched in his conscience by this, the commander then had the faithful witness drawn out and set at liberty, whereupon he fled first of all to Eisenach. After a life amid many tribulations, in which, however, his courage of faith never forsook him, Aquila died at last as superintendent at Saalfeld on the 12th of November 1560.

Thanks and Request.

With hearty thanks and good wishes the undersigned acknowledges the receipt of the following gifts for the support of the congregation in Philadelphia, which is burdened with a heavy building debt:

From G. H. Brockschmidt in St. Louis $3.00
= J. F. B. likewise 1.00
= Rev. H. König in Lafayette, Ia. 2.00

Would that the dear brethren might have pity on this small congregation, which stands in constant struggle with the Odd Fellows and other secret societies and must constantly hear from all sides the assurance that it will never get on with its fidelity to the confession of the pure doctrine and with its fight against the secret societies. Only consider, dear brethren, one of the members of our fellowship suffers in Philadelphia: will ye not suffer with it and help, that it may be honoured, so that ye also may rejoice with us? May God help thereto and richly requite all cheerful givers their gifts with His heavenly blessing.

A. Hoyer,
12 Redwood St. Southwark, Phil.

Church Notice.

After the Evangelical Lutheran St. Peter's Congregation in Macomb Co., ten miles north of Detroit, Mich., had become vacant by the departure of Pastor Krause for Germany, it has called to itself a new pastor in the person of Pastor Gräbner, who accordingly was also solemnly installed in his office by the undersigned on the 22d Sunday after Trinity, by direction of the Vice-President, Dr. Sihler. For those readers of the Lutheraner to whom the circumstances of this congregation are not known, let it serve here briefly as information that it consists for the most part of people who formerly belonged to Pastor Winkler's congregation, but who, even before they called Pastor Krause, had formally renounced the latter on account of his conscience-burdening practice. In order, then, that no wilful wrong might be done to Pastor Winkler in this matter, Pastor Gräbner, before accepting the call extended to him, challenged Pastor Winkler to investigate the matter jointly with him in the presence of both parties. But Pastor Winkler here again showed himself a man who shuns the light and declined such an investigation under empty pretexts. Pastor Gräbner could see in this nothing else than a proof of his consciousness of guilt, and felt constrained in his conscience to accept the call of the aforesaid congregation, assuring Pastor Winkler, however, that he would also later be always ready to investigate the matter jointly with him, if he should so desire.

Detroit, the 4th of Nov. 1853.
Gottlieb Schaller, P.

Changed Address.

Rev. A Hoyer,
12 Redwood Str. Southwark,
Philadelphia.

The Third Number

of the Evangelical Lutheran Book of Martyrs has just been sent out. It contains the histories of the German and Netherlandish martyrs: Heinrich Voes and Johannes Esch, from the Lutheraner by Professor Walther, and further elaborated by him from sources; Lampertus Thorn, Joh. Herrgett, Nikolaus, Matthias Waibel, Uebelacker and a Leipzig ring-smith, Joh. Reichel, Georg Winkler, Heinrich, the Magdeburg schoolchildren.

Orders are requested under the address:

Rev. H. Fick,
Bremen, near St. Louis, Mo.

Receipt and Thanks.

With hearty thanks to God and the kind givers, the Evangelical Lutheran congregation in Defiance, Ohio, acknowledges the receipt of the following gifts for its church building:

from Mr. Pastor Sihler's congregation at Fort Wayne $62.57
from two members of Pastor Hußmann's congregation 3.00
from several members of my branch congregation at Southridge, Defiance Co. Ohio 12.50
Total $78.07

The Lord our God bless the kind givers for the rich gifts with spiritual and heavenly goods according to His promise through our LORD Jesus Christ. Amen.

Defiance, Ohio.
the 11th of Nov. 1853. A. Detzer, Pastor.