Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 11 › Seite 87

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-01-17, Seite 87

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Gotteshaus 3

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mehr katholisch als dies, daß wir miteinander dem Herrn Loblieder singen. Römisch-katholisch sein heißt dem Papst eben so viel, d. h. mehr glauben als dem Herrn Christ, und durch Werke Vergebung der Sünden suchen, Gesetz und Evangelium durcheinander mengen und das Priesteramt, wie sie es nennen, zum obersten Sacrament machen, dadurch Wort und Sacrament erst wirksam werden. Aber wo in Amerika setzt man einmal der römischen Irrlehre die reine evangelischen Lehre entgegen? Da schimpft nun schon seit Jahr und Tag namentlich in New-York ein früherer Pater, Gawazzi genannt, auf die Römischen los, aber die freuen sich insgeheim darüber, denn da der unglückliche Mann die lautere Evangelische Lehre nicht zu predigen vermag, so treibt er die Leute eher in die römische Kirche hinein als heraus. Dem päpstlichen Vikar Bedini, welcher hierher geschickt ist, um Kirchen, welche bisher Eigenthum der Gemeinden waren, zum Eigenthum der Bischöfe zu machen, haben sie in Cincinnati eine Katzenmusik bringen wollen; abgesehen nun davon, daß die Sache höchst kläglich für die Musici abgelaufen, so ist gerade dergleichen Wasser auf der Mühle der Römischen: handelt ihr so mit ihnen, daß sie wie Märtyrer aussehen, so läuft alle Welt ihnen zu. Es giebt kein anderes Mittel gegen die Römische Irrlehre als die lautere Evangelische Lehre, aber die ist ein sicheres Mittel dagegen. Wie aber geht es, wenn man die handhabt?— Wir haben sie gehandhabt in dem Streite gegen die Lutheraner, welche auf papistische Weise das Predigtamt zum Sacrament über die Sacramente und Gnadenmittel überhaupt machen, und— man hat uns zugerufen: Gott erlöse uns von solchen Lutheranern!—Nun die Leute, die so reden, wissen nicht was sie thun, aber wenn sie die reine Lehre des Wortes Gottes nicht achten wollen, so werden sie nicht zu sehr darüber erstaunen müssen, wenn der Papismus zuletzt wie eine Springfluth über sie daherfährt, die zerschmettert, die ihm noch Widerstand leisten, die Uebrigen mit sich fortreißt. Gott erlöse uns von allem Uebel, vor Allem von allem Unglauben, Mißglauben und Hochmuth! Gott erlöse auch Seine Hlg. Chrl. Kirche von ihren Feinden und vorzüglich von ihren falschen Freunden!

(Eingesandt.)

Kirchweihe.

Am XXV. Sonntage nach Trinitatis, den 13. November l. J. schenkte uns der liebe Gott einen frohen, festlichen Tag.—

Wie wir am XXIII. p. Trin., den 14. November vorigen Jahres, (No. 11 Lutheraner) die Freude hatten, die neuerbaute, schöne Dreieinigkeitskirche mit dem sie umgebenden Gottesacker einzuweihen, so geschah dieses am oben genannten Tage mit der Evangelisch-lutherischen Sct. Stephanus Kirche und dem sie umgebenden, schön umfriedigten Gottesacker zu Warrenton, Gibson Co., Ja., etwa 6 Meilen von der Dreieinigkeitskirche nördlich gelegen.

Diese Kirche war bereits vor drei Jahren schon aufgerichtet und unter Dach gebracht worden, bot aber vor Jahresfrist noch einen sehr dürftigen Versammlungsort zur Abhaltung der Gottesdienste dar. Die Hände waren laß geworden, weil der Vater der Zwietracht, der boshafte Teufel die Herzen der Glieder in gespaltene Parteien gebracht hatte und darin gefangen hielt.—Durch Gottes Wort und Gnade wurden Alle (ohne Ausnahme) am 10. Januar l. J. geeinigt, und wallen nun gemeinsam an den Ort, da des HErrn Ehre wohnt, in ein freundliches, schönes Kirchlein—mit Kanzel, an der ein schönes Kruzifix, Altar mit Taufbecken an der rechten Seitenlehne, Sacristei und dem nöthigen Gestühle lieblich ausgeschmückt. An dem schönen Herbstmorgen kamen von allen Seiten nahe- und fernwohnende Festgenossen herzu. Nachdem alle Räumlein gefüllt und während des Gesanges No. 192 unsers Gesangbuches für mehrere Theilnehmer am heil. Abendmahle vorher noch war Privatbeichte gehalten worden, denen sich die 3 Prediger auch anschlossen, begann der Gesang: „Nun danket alle Gott ꝛc.,“ worauf der Altargottesdienst liturgisch vom Ortspfarrer mit Vorlesung des 84. Psalms gehalten ward. Hierauf folgte das Lied No. 168, 1–7 und die Festpredigt von Pfr. Bauer über Psalm 27, 4:

1. Was soll uns eine Kirche oder ein Haus Gottes sein?

11. Wie sollen wir das Haus Gottes zieren?

Nach Absingung der beiden letzten Verse dieses Liedes hielt der Unterzeichnete, eingehend auf die besonderen Verhältnisse dieser jungen Gemeinde über 1 Mos. 28, 17 eine kurze Weiherede mit Gebet. Hierauf wurden die beiden letzten Verse aus No. 169 gesungen, und von Pfr. Saupert eine Ansprache, anlehnend an die Schriftworte: Psalm 26, 6-8 gehalten, woran sich die Feier des heil. Abendmahles anschloß, und Segen mit Gesang No. 12 und stilles Gebet den Schluß machte.

Nun folgten freundliche Einladungen zum Mittagsmahle, welche meistens angenommen und nur von den allzu Entferntwohnenden abgesagt wurden. Leiblich und geistig gestärkt und erfreut zogen wir Abends dem heimathlichen Heerde zu mit frohem Danke gegen den lieben Gott, der so gerne diejenigen segnet, welche sich nach seinem Heile sehnen. Manch' lieblicher Ausspruch würzte unsre Heimkehr — verglichen unsern Festgenuß mit der Weltkinder rauschenden Lustbarkeiten. — Wir grüßen in freudiger Rückerinnerung unsre theilnehmenden Brüder in Stadt und Land—bittend, unsrer und der lieben Warrentoner Gemeinde vor dem Herrn zu gedenken, sowie auch solcher wohlmeinenden Glaubensgenossen, welche aus Mangel an Erkenntniß durch die Lüge der Schwarmgeisterei gefangen gehalten werden, nicht zu vergessen, damit er in Gnaden die Fesseln zerreiße, die solche armen Seelen hindern, die Freiheit zu genießen, mit welcher unser hochgelobter Herr Jesus Christus die Seinen befreiet hat.—

A. Weyel, Pfarrer.
Scott, Vanderburgh Co., Ja., im Decbr. 1853.

Einladung zur Subscription

auf einen zweiten Band von fünf Heften

der Märtyrer

der

Evangelisch-Lutherischen Kirche.

Mit freudigem Danke gegen Gott theile ich meinen lieben Lesern und Subscribenten mit, daß dieses geringe, vor der Welt verachtete Unternehmen durch Gottes Gnade einen glücklichen Fortgang gehabt hat. Dasselbe fand von vielen Seiten eine so herzliche Theilnahme und so zahlreiche Unterschriften, daß die erforderlichen Druckkosten zur Genüge gedeckt werden konnten. Auch bezeugen die Zuschriften mancher lieben deutschen und englischen Brüder, daß es nicht ohne Erbauung gelesen worden ist. Dem HErrn allein sei dafür die Ehre.

Gerne würde ich nun nach Vollendung der ersten fünf Hefte die Feder niederlegen, wenn ich jetzt schon die Arbeit als beendet ansehen müßte. Allein in den reichen Quellen, welche mir durch die Güte lieber Freunde zugekommen sind, finden sich noch viele herrliche Geschichten von deutschen, niederländischen, spanischen, italiänischen, schottischen, englischen und französischen Märtyrern unserer Kirche, daß ich nicht anders als herzlich wünschen kann, daß sie doch wiederum allgemein bekannt werden möchten. Gewiß wird das Lesen derselben auch für uns von großem Nutzen sein, zu mal in diesen letzten betrübten Zeiten, wo die Kirche den letzten furchtbaren Stürmen und Verfolgungen entgegen geht. Wie tröstlich ist es da, zu sehen, wie der HErr die Seinen im Glauben stärkte, so daß sie durch seine Kraft alle Martern und Qualen, ja selbst den schmerzlichsten Tod heldenmüthig erduldeten. Wir haben aber auch gegen unsere theuren Märtyrer eine Pflicht der Liebe und Dankbarkeit zu erfüllen. Denn wofür haben sie gekämpft? Für die Ehre Gottes und das Heil und die Freiheit der Kirche. Sie haben den Satan und den römischen Antichristen überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses. Ihr Glaube und Gebet, ihre Bekenntnisse und Leiden waren die vom HErrn gesegneten Waffen, womit sie den Sieg über das Papstthum errangen; und daß wir jetzt Freiheit von päpstlicher Irrlehre und Tyrannei und die reine Lehre des göttlichen Wortes besitzen, haben wir nächst Gott jenen heiligen Märtyrern zu verdanken. Wäre es nun wohl recht, wenn wir ihre Namen vergessen und ihr Gedächtniß untergehen lassen wollten? Gewiß nicht. Gottes Wort sagt: „Das Gedächtniß der Gerechten bleibet im Segen“, Sprüche 10, 7; und: „Der Tod seiner Heiligen ist werth gehalten vor dem HErrn“, Ps. 116, 15. Darum feierten die christlichen Gemeinden der ersten Jahrhunderte die Jahrestage des Todes ihrer Märtyrer als Gedächtnißfeste, wobei ihre Leidensgeschichte vorgelesen und ihr Vorbild zur Nacheiferung hingestellt wurde. Darum haben auch Luther, Melanchton, Bugenhagen und viele Andere das Märtyrerthum unserer theuren Blutzeugen

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more Catholic than this, that we sing hymns of praise to the Lord together. To be Roman Catholic means to believe the Pope just as much, that is, more than the Lord Christ, and to seek forgiveness of sins through works, to mix Law and Gospel together, and to make the priesthood, as they call it, the supreme sacrament, whereby Word and sacrament first become effective. But where in America does one for once set the pure evangelical doctrine against the Roman error! There for a year and a day now a former priest, called Gavazzi, especially in New York, has been railing at the Romanists, but they rejoice secretly over it, for since the unfortunate man is unable to preach the pure Evangelical doctrine, he drives the people rather into the Roman Church than out of it. The papal vicar Bedini, who has been sent here in order to turn churches which until now were the property of the congregations into the property of the bishops, they wanted to treat in Cincinnati to a charivari; apart from the fact that the affair turned out most wretchedly for the musicians, such a thing is precisely water on the mill of the Romanists: if you deal with them so that they look like martyrs, all the world runs to them. There is no other remedy against the Roman error than the pure Evangelical doctrine, but that is a sure remedy against it. But how does it go, when one wields it? — We have wielded it in the controversy against the Lutherans who after the papistic manner make the ministry a sacrament over the sacraments and the means of grace generally, and — we have been cried at: God deliver us from such Lutherans! — Now the people who talk so know not what they do, but if they will not heed the pure doctrine of the Word of God, they will not need to be too much astonished if Popery at last sweeps over them like a flood, which dashes to pieces those who still resist it and carries the rest away with it. God deliver us from all evil, above all from all unbelief, false belief and pride! God deliver also His Holy Christian Church from her enemies and especially from her false friends!

(Sent in.)

Dedication of a Church.

On the twenty-fifth Sunday after Trinity, the 13th of November of this year, the dear God granted us a joyful, festive day.—

As on the twenty-third Sunday after Trinity, the 14th of November of last year, (No. 11 of the Lutheraner) we had the joy of dedicating the newly built, beautiful Trinity Church with the burial ground surrounding it, so this took place on the day named above with the Evangelical Lutheran St. Stephen's Church and its beautifully fenced burial ground at Warrenton, Gibson Co., Ia., about 6 miles north of Trinity Church.

This church had already been raised and put under roof three years ago, but a year ago still offered a very poor place of assembly for the holding of divine service. The hands had grown slack, because the father of discord, the malicious devil, had brought the hearts of the members into divided parties and held them captive therein.—Through God's Word and grace all (without exception) were united on the 10th of January of this year, and now go in company to the place where the honor of the LORD dwelleth, into a friendly, beautiful little church—with a pulpit, on which a beautiful crucifix, an altar with baptismal basin at the right side-rail, a sacristy and the needful pews, lovingly adorned. On the beautiful autumn morning festal guests came from all sides, from near and far. After all the little rooms were filled, and during the singing of Hymn No. 192 of our hymnal, for several participants in the holy Supper private confession had been held beforehand, in which the 3 pastors also joined, there began the hymn: "Now thank we all our God ꝛc.," whereupon the altar service was held liturgically by the local pastor with the reading of the 84th Psalm. Thereupon followed Hymn No. 168, 1-7 and the festal sermon by Pastor Bauer on Psalm 27, 4:

1. What shall a church or a house of God be to us?

11. How shall we adorn the house of God?

After the singing of the last two verses of this hymn the undersigned, entering upon the particular circumstances of this young congregation, delivered a short dedicatory address with prayer on Gen. 28, 17. Thereupon the last two verses of No. 169 were sung, and by Pastor Saupert an address, based on the Scripture words: Psalm 26, 6-8, was delivered, after which followed the celebration of the holy Supper, and blessing with Hymn No. 12 and silent prayer concluded.

Now followed friendly invitations to the midday meal, which for the most part were accepted and declined only by those living too far away. Bodily and spiritually refreshed and gladdened we returned in the evening to the homely hearth with joyful thanks to the dear God, who so gladly blesses those who long for His salvation. Many a lovely remark seasoned our homeward journey — comparing our festal enjoyment with the rustling pleasures of the children of the world. — We greet in joyful remembrance our sympathizing brethren in city and country—asking that they remember us and the dear Warrenton congregation before the Lord, as also not to forget such well-meaning fellow-believers as for want of knowledge are held captive by the lie of fanaticism, that He may in grace burst the fetters which hinder such poor souls from enjoying the liberty with which our highly praised Lord Jesus Christ has made His own free.—

A. Weyel, Pastor.
Scott, Vanderburgh Co., Ia., in Decbr. 1853.

Invitation to Subscription

to a second volume of five numbers

of the Martyrs

of the

Evangelical Lutheran Church.

With joyful thanks to God I inform my dear readers and subscribers that this small undertaking, despised before the world, has by God's grace had a happy progress. It found on many sides so hearty a sympathy and so many subscriptions that the necessary costs of printing could be fully covered. The letters of many dear German and English brethren also testify that it has not been read without edification. To the LORD alone be the glory for it.

Gladly would I now lay down the pen after the completion of the first five numbers, if I could already regard the work as finished. But in the rich sources which have come to me through the kindness of dear friends there are still found many glorious histories of German, Netherlandish, Spanish, Italian, Scottish, English and French martyrs of our Church, so that I can do no other than wish heartily that they may become generally known again. Certainly the reading of them will be of great benefit also to us, especially in these last troubled times, when the Church goes to meet the last terrible storms and persecutions. How comforting it is to see there how the LORD strengthened His own in faith, so that through His strength they heroically endured all tortures and torments, yea even the most painful death. But we also owe a duty of love and gratitude to our dear martyrs. For what did they contend for? For the honor of God and the salvation and the freedom of the Church. They overcame Satan and the Roman Antichrist by the blood of the Lamb and by the word of their testimony. Their faith and prayer, their confessions and sufferings were the weapons blessed of the LORD with which they won the victory over Popery; and that we now possess freedom from papal error and tyranny and the pure doctrine of the divine Word, we have next to God to thank those holy martyrs. Would it now be right if we were to forget their names and let their memory perish? Certainly not. God's Word says: "The memory of the just is blessed," Proverbs 10, 7; and: "Precious in the sight of the LORD is the death of his saints," Ps. 116, 15. Therefore the Christian congregations of the first centuries celebrated the anniversaries of the death of their martyrs as memorial festivals, at which their history of suffering was read aloud and their example set forth for emulation. Therefore Luther, Melanchthon, Bugenhagen and many others also have the martyrdom of our dear witnesses of blood