Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 11, Nummer 3 › Seite 23

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-09-26, Seite 23

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Der Cölibat,*) der Ablaßkram,
Die Messe, die dem Papst so theuer,
Weil er der Welt Gut damit nahm.
Der Papst ist des Verderbens Kind,
Deß Gräuel nicht zu zählen sind.

*) Verbot der Priesterweihe.

Ich bin ein Christ und will den Listen
Des Teufels trotzen immerdar.
Die Atheisten, Humanisten,
Freimänner und der Spötter Schaar,
Die suchen Christum auszurotten
Und sprechen frei: „Es ist kein Gott!“
Allein Gott lässet sich nicht spotten,
Und wird einst strafen diese Rott.'
Wer Gott verleugnet, der verliert
Vernunft, Gewissen und verthiert.

Ich bin ein Christ und will es bleiben;
Drum bleibe ich beim Lutherthum.
Was Gott vom Abendmahl läßt schreiben
Das stoßen nie die Schwärmer um,
Sie sagen: „Es kann nicht geschehen,
Daß Christus seinen Leib uns giebt.“
Ich aber bleib beim Worte stehen,
Wenn die Vernunft es auch nicht liebt:
Daß Christi wahrer Leib und Blut
Im Abendmahl uns kommt zu gut.

Ich bin ein Christ u. will nicht weichen,
Drum weich' ich nicht von Luthers Lehr.
„Die Taufe ist ein leeres Zeichen,“
So sagt der Schwärmer, „u. nichts mehr“
Dagegen zeugt mit einem Munde
Die Kirche, daß, wie Gott verheißt,
Er in der Taufe heil'gem Bunde
Uns neu gebiert durch seinen Geist,
Erlöst von Teufel, Tod und Schuld,
Und schenkt uns seine Vaterhuld.

Ich bin ein Christ, drum will ich bleiben
Bei Luthers Lehr' bis an mein Grab.
Die falschen Wiedertäufer treiben
Die Kinder von der Taufe ab.
Wie? hört ihr nicht des HErrn Begehren?
Unwillig spricht er auch zu euch:
„Den Kindern sollet ihr nicht wehren!
Denn ihrer ist das Himmelreich.“
Drum wehe, wer die Tauf' veracht't,
Die doch die Kinder selig macht.

Ich bin ein Christ u. will nicht wanken,
Drum wank' ich nicht von Luthers Lehr'.
Gefällt den sündlichen Gedanken
Die Absolution nicht sehr:
So hat doch Christus unser Leben
Der Kirche diese Macht verlieh'n,
Dem armen Sünder zu vergeben,
Der gläubig sich verläßt auf ihn.
Ich trau' der Absolution,
Als spräch sie selber Gottes Sohn.

Ich bin ein Christ und will nicht fliehen,
Drum flieh' ich nicht von Gottes Wort,
Und lasse nimmermehr mich ziehen
Zur falsch' unirten Kirche fort,
Die in dem Mahl des HErrn die Lüge
Dem Irrthum völlig gleich gesetzt,
Und daß sie unser Volk betrüge
Gar viel von frommer Liebe schwätzt.
Die Kirche, welche Ja und Nein
Vereint, kann nicht die wahre sein.

Ich bin ein Christ, drum will ich hangen
An Luthers Lehr zu aller Zeit.
Die Methodisten mögen prangen
Mit ihrer großen Heiligkeit.
Ich laß mich nicht davon bethören,
Ich weiß, daß ich ein Sünder bin,
Doch freu' ich mich, den Trost zu hören:
Der HErr nimmt meine Sünden hin.
Wer sich für rein und sündlos hält,
Den hat der Teufel schon gefällt.

Ich bin ein Christ, drum will ich meiden
Die, welche lästern Luthers Lehr,
Und mich von falschen Secten scheiden,
Die stets was Neues bringen her.
Ich will am fremden Joch nicht ziehen
Mit denen, die verdreh'n die Schrift,
Vielmehr aus ihrem Babel fliehen,
Daß ihre Plage mich nicht trifft.
Dem heil'gen Geiste widerstrebt,
Wer wissentlich im Irrthum lebt.

Ich bin ein Christ, will mich nicht trennen
Aus diesem Grund von Luthers Lehr.
Die wahre Kirche zu erkennen,
Das ist nach Gottes Wort nicht schwer.
Wo Wort und Sakramente gehen
Im Schwange unverfälscht und rein,
Da sollen wir getrost gestehen:
Hier muß die wahre Kirche sein,
Hier ist gewißlich Gottes Haus,
Hier theilet Gott den Himmel aus.

Ich bin ein Christ; drum will ich lieben
Die, welche Luthers reine Lehr
Bekennen und im Glauben üben;
Ich schäm' mich ihrer nimmermehr.
Mit ihnen will ich fleißig halten
Die Einigkeit im heil'gen Geist.
Du wollest, HErr, in Gnaden walten,
Daß sie der Teufel nicht zerreißt.
Ich lasse die Versammlung nicht,
In der die wahre Kirche spricht.

Ich bin ein Christ, und will dich loben
O HErr, für Luthers reine Lehr,
Denn dadurch schenkst du mir von oben
Der Gnade endlos reiches Meer.
Du wollest meine Seele trösten
Mit all' dem edlen Gnadengut,
Das du aus Liebe den Erlösten
Erworben durch dein theures Blut.
Nur aus der reinen Lehre quillt
Der Trost, der unsre Sehnsucht stillt.

Ich bin ein Christ, du wollst mich stärken,
O HErr, durch Luthers reine Lehr',
Auf daß ich wachs in guten Werken
Und Tugenden je mehr und mehr.
Hilf, HErr, daß in mir untergehe
Der alte Mensch durch Buß und Reu',
Und täglich in mir auferstehe
Dein Ebenbild schön, frei und neu.
Die reine Lehre nur hat Kraft
Daß sie ein reines Leben schafft.

Ich bin ein Christ und will es bleiben;
Drum bleibe ich beim Lutherthum.
O HErr, du woll'st mich einverleiben
Den Seligen zu deinem Ruhm.
HErr JEsu, laß durch nichts mir rauben
Dein heil'ges Wort und Luthers Lehr,
Und nimm mich einst in wahrem Glauben
Zu dir und deinem Himmelsheer.
Die reine Lehre nur zeigt an,
Wie man einst selig sterben kannn.
Hermann Fick.

Große Herren, große Sünden.

Als Bogislav, Herzog von Pommern, im Jahre 1523 durch Wittenberg reiste und hier Luthern hatte predigen hören, ging er nach der Predigt zu Luthern und trug ihm die Bitte vor: „Herr Vater, ich möchte euch ja wohl gerne beichten.“ Luther erwiederte: „Ja wohl, es kann geschehen; aber Ew. Fürstl. Gnaden ist mir ein großer Herr: wird auch ohne Zweifel ein großer Sünder sein.“ Weit entfernt jedoch, daß diese Freimüthigkeit des treuen Knechtes dem Herzog mißfiel, antwortete vielmehr letzterer: „Ja, das ist gewiß wahr.“

Dies ist die höchste Strafe Gottes, daß er nicht strafet, sondern still hält, und lässet einen nach seinem Muthwillen in Tag hinein leben.
Luther.

Fruchtbarkeit der Sünde und Ketzerei.

Es ist keine Sünde allein, sondern zeucht immer eine die andere nach sich. Und das pfleget zu geschehen in allen Sündenfällen. Wer nicht bald wieder aufstehet, Buße thut und sich bessert, derselbe fällt bald dahin in eine andere Anfechtung. So gehet es mit den Ketzern auch. Niemand wird ein Ketzer um Eines Artikels willen; sondern wo sie in Einem Artikel des rechten Verstands fehlen, daß sie sich den Teufel haben bethören lassen, da irren sie auch bald in andern Artikeln mehr. Luther zu 1 Mose 39,15.

Nutzen der Gemeinschaft insonderheit für Angefochtene.

Darum ist es über die Maßen gefährlich und schädlich, daß ein Mensch, der Anfechtung hat und traurig ist, allein sei; „wehe dem Menschen,“ sagt Salamo Pred. 4, 10., „der einsam und allein ist; denn so er fällt, so hat er keinen, der ihm wieder aufhelfe.“ Darum haben die Stifter der Mönchs- und Nonnenörter unzählig vielen Menschen Ursache gegeben zu verzweifeln. Denn ein Mensch, der in der Anfechtung allein und einsam ist, kann ihm selbst auch in dem allergeringsten Anliegen weder helfen noch rathen. Luther über Gal. 3, 14.

Eine freundliche Bestrafung nützt mehr, als eine stürmische Anklage. — Ambrosius.

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Celibacy,*) the sale of indulgences,
The Mass, so dear to the Pope,
Because he took the world's goods by it.
The Pope is the child of perdition,
Whose abominations are not to be counted.

*) Prohibition of priestly consecration.

I am a Christian and will defy the wiles
Of the devil forever.
The atheists, humanists,
Freethinkers, and the host of scoffers,
They seek to root out Christ
And say freely: "There is no God!"
But God lets himself not be mocked,
And will one day punish this rabble.
Whoever denies God, loses
Reason, conscience, and grows brutish.

I am a Christian and will remain so;
Therefore I abide by Lutheranism.
What God lets be written of the Supper
The enthusiasts shall never overthrow,
They say: "It cannot be
That Christ gives us his body."
But I remain standing by the Word,
Though reason love it not:
That Christ's true body and blood
In the Supper come to our good.

I am a Christian and will not yield,
Therefore I yield not from Luther's doctrine.
"Baptism is an empty sign,"
So says the enthusiast, "and nothing more"
Against this witnesses with one mouth
The Church, that, as God promises,
He in Baptism's holy covenant
Begets us anew through his Spirit,
Redeemed from devil, death, and guilt,
And bestows on us his fatherly favor.

I am a Christian, therefore I will remain
By Luther's doctrine till my grave.
The false Anabaptists drive
The children away from Baptism.
What? hear you not the LORD's desire?
Displeased he speaks also to you:
"Forbid not the children!
For theirs is the kingdom of heaven."
Therefore woe to him who despises Baptism,
Which yet makes the children blessed.

I am a Christian and will not waver,
Therefore I waver not from Luther's doctrine.
If to sinful thoughts
Absolution does not please much:
Yet Christ, our life, has
Given the Church this power,
To forgive the poor sinner,
Who believingly relies on him.
I trust Absolution,
As if God's Son himself spoke it.

I am a Christian and will not flee,
Therefore I flee not from God's Word,
And will nevermore let myself be drawn
To the falsely Unionist church,
Which in the Lord's Supper has put the lie
On a level with error,
And, that it may deceive our people,
Prates much of pious love.
The church which unites Yes and No
Cannot be the true one.

I am a Christian, therefore I will cling
To Luther's doctrine at all times.
The Methodists may make a show
With their great holiness.
I let myself not be deluded by it,
I know that I am a sinner,
Yet I rejoice to hear the comfort:
The LORD takes my sins away.
Whoever holds himself pure and sinless,
The devil has already felled him.

I am a Christian, therefore I will shun
Those who blaspheme Luther's doctrine,
And separate myself from false sects,
Which ever bring something new.
I will not draw at the strange yoke
With those who twist the Scripture,
Rather flee out of their Babel,
That their plague strike me not.
He resists the Holy Spirit,
Who knowingly lives in error.

I am a Christian, will not part
For this reason from Luther's doctrine.
To recognize the true Church,
That is according to God's Word not hard.
Where Word and Sacraments are in vogue
Unadulterated and pure,
There we may confidently confess:
Here must the true Church be,
Here is certainly God's house,
Here God dispenses heaven.

I am a Christian; therefore I will love
Those who Luther's pure doctrine
Confess and practice in faith;
I am ashamed of them nevermore.
With them I will diligently keep
The unity in the Holy Spirit.
Be pleased, LORD, to rule in grace,
That the devil tear them not asunder.
I forsake not the assembly
In which the true Church speaks.

I am a Christian, and will praise thee,
O LORD, for Luther's pure doctrine,
For thereby thou givest me from above
The boundless rich sea of grace.
Be pleased to comfort my soul
With all the noble good of grace
That thou out of love for the redeemed
Hast obtained by thy precious blood.
Only from the pure doctrine wells up
The comfort that stills our longing.

I am a Christian, thou wouldst strengthen me,
O LORD, through Luther's pure doctrine,
That I may grow in good works
And virtues more and more.
Help, LORD, that in me may perish
The old man through penitence and contrition,
And daily in me arise
Thy image, fair, free, and new.
The pure doctrine alone has power
To produce a pure life.

I am a Christian and will remain so;
Therefore I abide by Lutheranism.
O LORD, be pleased to incorporate me
Among the blessed to thy praise.
LORD JESUS, let nothing rob me
Of thy holy Word and Luther's doctrine,
And take me at last in true faith
To thee and thy host of heaven.
The pure doctrine alone shows
How one may at last die blessed.
Hermann Fick.

Great Lords, Great Sins.

When Bogislaus, Duke of Pomerania, in the year 1523 traveled through Wittenberg and had heard Luther preach there, he went after the sermon to Luther and made this request: "Father, I should like very much to confess to you." Luther replied: "Yes indeed, it can be done; but Your Princely Grace is a great lord to me: and will doubtless be a great sinner." Far from this frankness of the faithful servant displeasing the Duke, the latter answered rather: "Yes, that is certainly true."

This is the highest punishment of God, that he does not punish, but holds still, and lets a man live on after his own wantonness from day to day.
Luther.

Fruitfulness of Sin and Heresy.

No sin is alone, but always draws another after it. And this is wont to happen in all falls into sin. Whoever does not soon rise again, repent, and amend, the same soon falls into another temptation. So it goes with heretics also. No one becomes a heretic on account of one article; but where they fail in one article of the right understanding, so that they have let the devil delude them, there they soon err also in more other articles. Luther on Genesis 39:15.

Benefit of Fellowship, Especially for the Tempted.

Therefore it is exceedingly dangerous and harmful for a man who is tempted and sad to be alone; "woe to him that is alone," says Solomon, Eccl. 4:10, "for when he falleth, he hath not another to help him up." Therefore the founders of monasteries and nunneries have given countless men occasion to despair. For a man who is alone and solitary in temptation can neither help nor counsel himself even in the least trouble. Luther on Gal. 3:14.

A friendly rebuke profits more than a stormy accusation. — Ambrose.