Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 11, Nummer 7 › Seite 56
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-11-21, Seite 56
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Erwachsenen wurde. Mit seinem Abschied aus dieser Welt erleidet daher die liebe Gemeinde, welcher er in der Weide ihrer Lämmer diente, und unsere hiesige an treuen Kinderhirten so arme Kirche überhaupt, einen empfindlichen Verlust. Er hinterläßt eine Wittwe mit drei vaterlosen Waisen, deren Mittellosigkeit die Liebe christlicher Herzen nun auch anspricht. Sollte daher jemand zur Unterstützung dieser Hinterlassenen eine kleine Gabe noch übrig haben, so erbietet sich Schreiber dieses, der Editor des „Lutheraner,“ diese Gaben mit Freuden in Empfang zu nehmen, dieselben der Wittwe mit ihren Waisen zuzustellen und seiner Zeit darüber in diesem Blatte zu quittiren. —
Auch aus New Orleans müssen wir unseren lieben Lesern wieder eine Trauernachricht überbringen. Zwar hat Gott unseren theuren Mitbruder, Herrn Pastor Carl Metz, den Nachfolger des seligen Volck, auf die brünstige Fürbitte seiner Gemeinde von dem schrecklichen gelben Fieber, davon auch er sehr heftig ergriffen wurde, gnädiglich wieder genesen lassen, allein wenige Wochen darnach gefiel es Gott, durch dieselbe Seuche ihm seine so theure Gattin, die erst seit noch nicht vollendeten drei Monden mit ihm verbunden war, nehmlich Frau Dorothea, geborene Fick (Schwester der Gebrüder Fick), von seiner Seite zu nehmen. Es starb dieselbe am 24. Oktober; jedoch in dem fröhlichen Glauben und Bekenntniß, daß sie einen „HErrn HErrn habe, der auch vom Tode errettet.“
Papismus.
Vor kurzem hat der päbstliche Erzbischof in New York einen Hirtenbrief erlassen, worin es u. A. heißt, er sehe sich veranlaßt, „vom 1. November d. J. an alle Collecten in dieser Diöcese zu untersagen, die nicht für diese Diöcese selbst bestimmt sind—und zwar so lange, bis die neue Cathedrale fertig ist.“ So berichtet die Oertel’sche Kirchenzeitung vom 2. dieses Monats. Der Herr Prälat geht also in der väterlichen Sorge für seine Diöcese so weit, daß er selbst die Werke der Liebe gegen seine auswärtigen Glaubensbrüder verbietet, damit es nehmlich ja nicht an Geld fehle, um ein recht prahlendes Haus für seine amtliche Herrlichkeit zu erbauen!— Auf derselben Seite der genannten Zeitung schreiben die deutschen Katholiken aus Newark: „Mit Erlaubniß des Hrn. Bischofs haben wir acht der schönsten Lots gekauft, um den Bau einer zweiten deutschen katholischen Kirche zu beginnen.“ Natürlich,— kann der Bischof die guten Werke verbieten, so muß er freilich auch noch vielmehr erst seine Erlaubniß dazu geben, wenn man ein Haus zum Gottesdienst bauen will.
Einen Beweis, wie schändlich die Papisten mit Gottes Wort umgehen und dasselbe nur zum Spott gebrauchen, liefert Herr Oertel, der in dem genannten Blatt u. A. in einer Mahnung zur Bezahlung Folgendes schreibt: „Liebe Herrn Agenten, thut jetzt etwas Uebriges, und will sich das Kätherle verstecken, so suchet sie mit Fleiß, aber ohne Grobheit. Suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgethan. Und dann fackelt nicht lang, sondern schicket gleich das Geld.“
Die Wiedertäufer.
Der “Evangelical Lutheran” schreibt: „Die Salem-Baptisten-Association hat in ihrer letzten Versammlung, mit 1 oder 2 Stimmen dagegen, beschlossen: Daß es unvereinbar mit den Grundsätzen eines Baptisten ist, die Prediger, welche Kinder taufen, als Diener des Evangeliums anzuerkennen (indem wir ja die Rechtmäßigkeit ihrer Amtshandlungen leugnen) dadurch, daß wir sie einladen, unsere Predigtstühle zu besteigen, oder daß wir mit ihnen predigen.“—Würden die s. g. Altlutheraner einen solchen Beschluß veröffentlichen, welch’ ein Geschrei über Intoleranz und Verdammungssucht würde sich da erheben!
Mit herzlichem Dank erhalten
zur Beköstigung der Studenten und Schüler im Concordia-Collegium von der deutschen ev. luth. Gemeinde in Elkhorn-Prairie, Illinois, (Pastor Baumgart) vierzehenhundert Pfund Waizenmehl bester Qualität; ferner $4,15 baares Geld für den Schüler Bewie von derselben Gemeinde; ferner 8 Pfund Butter von Hrn. Biermann ebendaher; ferner 3 Bushel Kartoffel und 2½ Bushel frische Aepfel von Hrn. Trampe und 6 Bushel Aepfel von Hrn. Kreutel, beide aus der Gemeinde Hrn. P. Links in Neubilefeld in St. Louis Co., Mo.; Eier, Butter und Schinken, an Werth von $10, 00, von der Gemeinde (Hrn. Pastor Birkmanns) bei Waterloo, Ill.; allwöchentlich für $0,50 Brod während des ganzen mit gegenwärtigem Monat endenden Jahres von Hrn. Bäckermeister Delit in St. Louis.
Concordia-Collegium bei St. Louis, Mo., den 14. Novbr. 1854.
Ludwig Wüllner,
College-Oekonomie-Verwalter.
Vom Märtyrerbuche
der ev. lutherischen Kirche ist so eben das zweite Heft des zweiten Bandes erschienen. Es enthält französische und englische Märtyrer. Folgende sind darin beschrieben: Etienne Brun der Buchhändler von Avignon, Thomas Bilney, Robert Barnes, William Jerome, Thomas Gerrard und Rowland Taylor. Von besonderem Interesse dürfte die Geschichte des seligen Barnes sein, dessen Märtyrerthum von Dr. Luther, mit dem er persönlich befreundet war, ausführlich beschrieben ist.
Bestellungen beliebe man zu machen an Hrn. Otto Ernst, care of Revd. Prof. Walther, St. Louis, Mo.
Kirchliche Nachricht.
Nachdem eine Anzahl Glieder der Cleveland Gemeinde mit unserer Bewilligung eine eigene Parochie, die St. Johannis-Gemeinde in Independence, gebildet und den H. P. J. Strieter, früher in Elyria und Vermillion, ordentlich berufen haben, so ist derselbe im Auftrage des Hochw. Präses d. mittleren Districts unserer Synode, Herrn Dr. u. Prof. Sihlers, den 18 Sonntag p. Trin. von mir unter Assistenz der HH. PP. Kühn und Steinbach in sein neues Amt eingewiesen und zu gleicher Zeit die neuerbaute Kirche eingeweiht worden. — Mögen nun unsre lieben Glaubensgenossen auch diese Gemeinde mit in ihre Fürbitte einschließen.
H. C. Schwan.
Addresse:
Revd. I. Strieter,
Newburgh P. O., Cuyahoga Co., O.
„Ich bitte euch, lernet die heil. Schrift, leset sie oft, weil sie süßer ist, als aller Honig; stärker als Wein; gelinder, als Oel; kostbarer, als Gold; reiner, als Silber. Vor allem beruft sie sich auf Gott und ladet zur Liebe Gottes ein, erleuchtet die Herzen, reinigt die Zunge, prüft das Gewissen, heiligt die Seele, stärkt den Glauben, vertreibt den Teufel, verachtet die Sünden, erwärmt die kalten Seelen, zeigt das Licht der Erkenntniß, treibt die Finsterniß der Unwissenheit aus, vernichtet die weltliche Traurigkeit, zündet die Freude im heil. Geiste an, gibt dem Durstigen zu trinken.“ Augustinus.
Ein fürstliches Wort.
Als einst der Herzog von Venedig Kaiser Carl dem Fünften alle Herrlichkeiten seines fürstlichen Hofes zeigte, in der Erwartung, der Kaiser würde sich darüber hoch verwundern und ihn darob glücklich preisen; da gab Kaiser Carl zur Antwort: “Haec sunt, quae faciunt invitos mori,” das heißt, „Das sind die Dinge, welche machen, daß man nicht gern stirbt.“ — Das bedenket, ihr, die ihr gern reich werden möchtet!
Zur Beachtung.
Diejenigen Brüder, welche für die Wittwe Eisfeldt noch nicht gesteuert haben, werden gebeten, längstens bis zum nächsten 1. Januar den betreffenden Beitrag von 50 Cents für das laufende Jahr der Steuer an den Unterzeichneten portofrei einzusenden.
Freie- und Mehrbeiträge werden auch mit Dank angenommen.
A. Ernst.
White’s Corners P. O., Erie Co. N. Y.
Veränderte Addresse.
Revd. G. Schaller,
care of Revd Prof. C. F. W. Walther,
St. Louis, Mo.
Die Quittungsliste folgt in nächster Nummer.
Gedruckt bei M. Niedner & Co.,
Nordwestl. Ecke der Dritten und Pinestraße.
English translation AI translation
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grown. With his departure from this world the dear congregation, in whose pasture he served its lambs, and our church here in general, so poor in faithful shepherds of children, suffers a painful loss. He leaves behind a widow with three fatherless orphans, whose lack of means now also appeals to the love of Christian hearts. Should any one therefore have a small gift still to spare for the support of these bereaved, the writer of this, the Editor of the "Lutheraner," offers to receive these gifts with joy, to deliver them to the widow and her orphans, and in due time to give a receipt for them in this paper. —
From New Orleans also we must again bring our dear readers a message of mourning. Indeed God has graciously restored our dear brother in office, Pastor Carl Metz, the successor of the blessed Volck, at the fervent intercession of his congregation, from the dreadful yellow fever, by which he himself also was very severely seized; but a few weeks afterward it pleased God, by the same plague, to take from his side his so dear wife, who had been united with him not yet three full months, namely Mrs. Dorothea, born Fick (sister of the brothers Fick). She died on the 24th of October; yet in the joyful faith and confession that she had a "LORD LORD, who also delivers from death."
Popery.
Not long ago the popish Archbishop in New York issued a pastoral letter in which it is said, among other things, that he sees himself obliged "from the 1st of November of this year to forbid all collections in this diocese which are not intended for this diocese itself — and indeed until the new Cathedral is finished." So reports Oertel's Kirchenzeitung of the 2nd of this month. The Lord Prelate goes so far, then, in paternal care for his diocese, that he forbids even the works of love toward his foreign fellow-believers, in order that, namely, there may be no lack of money to build a quite showy house for his official glory! — On the same page of the said paper the German Catholics of Newark write: "With permission of the Right Rev. Bishop we have bought eight of the finest lots, in order to begin the building of a second German Catholic church." Naturally, — if the Bishop can forbid good works, he must surely also give much more his permission first, when one wants to build a house for divine service.
A proof how shamefully the Papists handle God's Word and use it only for mockery is furnished by Mr. Oertel, who in the paper named writes, among other things, in an exhortation to payment, the following: "Dear Messrs. Agents, do something extra now, and if the little Katie wants to hide, seek her with diligence, but without rudeness. Seek, and ye shall find; knock, and it shall be opened unto you. And then do not dawdle long, but send the money at once."
The Anabaptists.
The "Evangelical Lutheran" writes: "The Salem Baptist Association has, in its last meeting, with 1 or 2 votes against it, resolved: That it is incompatible with the principles of a Baptist to acknowledge as ministers of the Gospel the preachers who baptize children (since we indeed deny the lawfulness of their official acts), by inviting them to ascend our pulpits, or by our preaching with them." — If the so-called Old Lutherans were to publish such a resolution, what an outcry about intolerance and censoriousness would arise!
Received with hearty thanks
for the board of the students and pupils in Concordia College, from the German Ev. Luth. congregation in Elkhorn Prairie, Illinois (Pastor Baumgart), fourteen hundred pounds of wheat flour of the best quality; also $4.15 in cash for the pupil Bewie from the same congregation; also 8 pounds of butter from Mr. Biermann of the same place; also 3 bushels of potatoes and 2½ bushels of fresh apples from Mr. Trampe and 6 bushels of apples from Mr. Kreutel, both from the congregation of Rev. P. Links in Neubilefeld in St. Louis Co., Mo.; eggs, butter and ham, to the value of $10.00, from the congregation of Rev. Pastor Birkmanns near Waterloo, Ill.; weekly, bread to the value of $0.50 during the whole year ending with the present month, from Mr. Baker-master Delit in St. Louis.
Concordia College near St. Louis, Mo., the 14th of Novbr. 1854.
Ludwig Wüllner,
College Steward.
Of the Book of Martyrs
of the Ev. Lutheran Church the second number of the second volume has just appeared. It contains French and English martyrs. The following are described in it: Etienne Brun the bookseller of Avignon, Thomas Bilney, Robert Barnes, William Jerome, Thomas Gerrard and Rowland Taylor. Of special interest may be the history of the blessed Barnes, whose martyrdom is described at length by Dr. Luther, with whom he was personally acquainted.
Orders may be made to Mr. Otto Ernst, care of Revd. Prof. Walther, St. Louis, Mo.
Church Notice.
Whereas a number of members of the Cleveland congregation, with our consent, have formed a parish of their own, the St. John's congregation in Independence, and have regularly called the Rev. Mr. J. Strieter, formerly in Elyria and Vermillion, he has been installed in his new office, on behalf of the Right Rev. President of the middle District of our Synod, Dr. and Prof. Sihler, on the 18th Sunday after Trinity, by me, with the assistance of the Rev. Pastors Kühn and Steinbach, and at the same time the newly built church has been dedicated. — May our dear fellow-believers now include this congregation also in their intercession.
H. C. Schwan.
Address:
Revd. I. Strieter,
Newburgh P. O., Cuyahoga Co., O.
"I beseech you, learn the Holy Scriptures, read them often, because they are sweeter than all honey; stronger than wine; milder than oil; more precious than gold; purer than silver. Above all it appeals to God and invites to the love of God, enlightens the hearts, cleanses the tongue, tests the conscience, sanctifies the soul, strengthens faith, drives away the devil, despises sins, warms the cold souls, shows the light of knowledge, drives out the darkness of ignorance, destroys worldly sadness, kindles joy in the Holy Ghost, gives the thirsty to drink." Augustine.
A Princely Word.
When once the Duke of Venice showed Emperor Charles the Fifth all the splendors of his princely court, in the expectation that the Emperor would greatly marvel at it and thereupon count him happy, Emperor Charles gave answer: "Haec sunt, quae faciunt invitos mori," that is, "These are the things that make one unwilling to die." — Consider that, you who would fain become rich!
For Attention.
Those brethren who have not yet contributed for the widow Eisfeldt are requested to send in, postage paid, at the latest by the next 1st of January, the contribution concerned, of 50 cents for the current year of the subscription, to the undersigned.
Free gifts and extra contributions will also be thankfully received.
A. Ernst.
White's Corners P. O., Erie Co. N. Y.
Changed Address.
Revd. G. Schaller,
care of Revd Prof. C. F. W. Walther,
St. Louis, Mo.
The list of receipts follows in the next number.
Printed by M. Niedner & Co.,
Northwest corner of Third and Pine Street.