Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 11, Nummer 7 › Seite 55
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-11-21, Seite 55
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Schließlich rufen wir den Gott des Friedens an, Er wolle die Brüder beider Synoden in Amerika durch Seinen Geist, den Geist der Wahrheit, der Demuth und Sanftmuth, segnen und regieren und dieselben fertig machen, in allen guten Werken zu thun Seinen Willen, auf daß dem bösen Feinde, der die Kirche zu verwüsten geschäftig ist, allenthalben gesteuert und der Name unseres Gottes in Seiner Gemeine verherrlicht werde! Amen.
Breslau, den 9. März 1854.
Das Ober-Kirchen-Kollegium der evangelisch-lutherischen Kirche in Preußen.
E. Huschke.
Aus Kurhessen.
In einem neulichen Ausschreiben des Superintendenten in Kassel, Dr. Vilmar, lesen wir Folgendes:
„Wenn über das Verschwinden einer christlichen Hausordnung, über die sichtliche Abnahme christlicher Zucht und Erziehung der Kinder des Hauses, über zunehmende Impietät und Ruchlosigkeit mancher nicht unbedeutenden Schichten der heranwachsenden Jugend sogar auf dem Lande im verhältnißmäßig wohlhabenden Bauernstande, über eine bedenkliche und zum Theil erschreckende Unwissenheit der sogenannten gebildeten Stände in den ersten Elementen christlicher und kirchlicher Lehre, und somit über das drohende Hereinbrechen einer antichristlichen Verwilderung laute und gerechte Klagen geführt werden, so mögen wir, die Hirten dieser in die Irre gerathenen Heerde, wohl bedenken, daß die Schuld dieser zerrütteten und eine Zukunft des Schreckens weißsagenden Zustände um nicht zu sagen allein, doch zum großen, ja zum größten Theile an uns liegt. Nicht allein, daß die Predigt des Gesetzes und Evangeliums vielfach verabsäumt und eine weltliche Sittenlehre, in weltliche Rhetorik gekleidet, an deren Stelle gesetzt worden ist: die Zucht der Gemeinen und der einzelnen Glieder derselben ist aufgegeben, die Ordnungen, die Institute der Kirche sind verlassen worden.
Zu diesen Instituten gehört die Ermahnung, Unterweisung und Prüfung der Brautleute und sie nimmt unter diesen Ordnungen fast den ersten Rang ein. Ein christlicher Hausstand ist unmöglich, wenn nicht wenigstens die Grundlagen des kirchlichen Lebens, vor Allem der Inhalt des Katechismus dem Hausvater und der Hausmutter von vornherein so gegenwärtig und so zur augenblicklichen Anwendung zur Hand sind, daß sie Kinder und Hausgenossen auf denselben erziehen und sie zu jeder Zeit darauf verweisen können. Unmöglich ist von unserer Seite eine Verständigung mit den dem Christenthum der Empfindungen und der Redensarten, und somit einer in erschreckendem Wachsthum begriffenen inneren Verödung anheimfallenden Schichten unseres Volks, zumal den höheren, wenn nicht mit Zuversichtlichkeit auf unwandelbar feststehende, dem Ganzen des Volks in völlig gleicher Weise angehörige Elemente christlicher Erkenntniß und Uebungen des kirchlichen Lebens zurückgegangen werden kann. Insbesondere muß darauf hingewiesen werden, daß eine fruchtbare, nicht allein dem gegenwärtigen Geschlecht zur geistlichen Erfrischung dienende, sondern auch auf die kommenden Generationen mit Sicherheit sich fortpflanzende Hausandacht nicht auf dem Grunde willkührlich gewählter Gebete und sonstiger Erbauungsformen, sondern in jedem Stande, er sei, welcher er wolle und auf jeder Stufe weltlicher Bildung u. christlicher Erkenntniß einzig und allein auf dem Grunde des Gebets des Herrn, der Artikel des christlichen Glaubens und der zehn Gebote möglich ist. Es wird deßhalb die Wiedereinführung der gedachten Unterweisung und Prüfung der Brautleute nach Vorschrift der Kirchenordnung vom 13. Julius 1657, Kap. 12. 1 hiermit angeordnet und den Amtsbrüdern die genaueste Befolgung dieser Vorschrift auf das Ernstlichste und Dringenste an das Herz gelegt. Zu dem Ende ist in denjenigen Pfarreien, in welchen die gedachte Ordnung überhaupt noch nicht, oder nicht nach der Anweisung der Kirchenordnung wieder eingeführt worden ist, die Wiereinführung derselben von der Kanzel zu verkündigen und der Inhalt der von den Brautleuten zu bestehenden Unterweisung und Prüfung darzulegen und zu erläutern; auch wird es sehr zweckmäßig sein, wenn die Ordnung, die Zucht und der Segen eines auf die in dem Kirchengesetze geforderten Kenntnisse und Fertigkeiten gegründeten Haus- und Familienlebens zum Gegenstand einer oder mehrerer Predigten gemacht werden. Die Amtsbrüder werden sich vor Allem bestreben, bei der Wiedereinführung dieses unerlaßlichen kirchlichen Instituts die größte Festigkeit und eine nicht zu brechende Unnachgiebigkeit gegen die abwehrenden und widerstrebenden Zumuthungen der ungläubigen und unkirchlichen Welt zu beweisen und es sich insbesondere angelegen sein lassen, keine Ausnahmen bei der Erfüllung dieser Pflicht etwa gegen die in ihrer Meinung der Kirche und deren Ordnung entwachsenen sogenannten gebildeten und höheren Stände nachzugeben. Die früher nachgelassene Nachgiebigkeit gegen diese Stände beruhet auf Voraussetzungen, welche nicht nur nicht mehr vorhanden, sondern geradezu in das Gegentheil umgeschlagen sind und findet künftig nicht mehr statt. Zugleich aber wird daran erinnert, daß die Erfüllung dieser Pflicht um der Seligkeit der den Hirten anvertrauten Seelen willen geschieht, und nicht ein Werk äußerlichen Gebietens und Befehlens, sondern der Liebe des Herrn Jesu Christi zu denen ist, für die Er sein Leben am Kreuze gelassen hat. Es ist deßhalb eine Aufgabe der pastoralen Weißheit, daß neben jener unerschütterlichen Festigkeit auch die Fähigkeit bewährt werde, die Einsicht und den guten Willen der Gemeindeglieder für diese Ordnung durch ein eindringliches treues Zeugniß von Jesu Christo, dem Haupte der Gemeine, zu gewinnen, und darf in dieser Hinsicht nicht Ermahnung noch Bitte und herzliches Flehen gespart werden. Vor Allem muß dem in der Neuzeit wie einst vor den Zeiten der Reformation vorhandenen Vorurtheil gegen den Katechismus, als sei derselbe nur ein Schul- und Kinderbuch und zwar nur für die „Ungebildeten“ bestimmt, dadurch begegnet werden, daß man an Luthers Worte in der Vorrede zum großen Katechismus sich anschließend, die Unentbehrlichkeit eben dieser einfachsten Grundlagen für jede Stufe der christlichen Erkenntniß und Erfahrung, auf das Umständlichste und Eindringlichste darlegt. Es gilt hier allerdings, die Traditionen der Schule in aller Unmittelbarkeit und Buchstäblichkeit zu erneuern, vor dem Vergessenwerden zu bewahren und in die Anwendung des wirklichen Lebens hinüberzuführen. Niemals aber ist sich mit der Versicherung, „man könne den Katechismus“, zu begnügen, sondern es ist dessen Recitation in angemessener Weise zu begehren und diese dann zu einer in die Tiefe des Herzens gehenden seelsorglichen Unterredung, wie sie die Kirchenordnung vorschreibt, zu benutzen. Der Herr Jesus Christus erleuchte uns, daß wir Seine Gemeine weislich regieren, und stärke unsre Herzen durch Seine Kraft, welche Sünde, Tod und Hölle überwunden hat, damit wir nicht allein selbst beharren bei einem guten Bekenntniß und treuen Zeugniß, sondern dasselbe auch also in unsere Gemeinen pflanzen und gründen, daß auch das christliche Volk der kommenden Jahrhunderte bei demselben beharre zu seiner Seligkeit.“ —
(Braunschw. Kirchenblatt.)
Todesnachrichten.
So eben erfahren wir, daß Herr Georg Gottlob Heid, gewesener Schullehrer der ev. luth. Gemeinde zu Columbia in Illinois, nach einem zehentägigen Krankenlager in Folge einer Luftröhrenentzündung am 31. Oktober im Glauben und Bekenntniß seines HErrn und Heilandes JEsu Christi sanft und selig entschlafen ist. Es war der Selige am 13. Juli 1815 zu Haiterbach im Königreich Würtemberg geboren. Eine Reihe von Jahren ein treues Glied der hiesigen lutherischen Gemeinde, übernahm er im Herbst des Jahres 1849 das Amt des Lehrers in der Gemeindeschule der genannten Stadt. Zwar hatte sich derselbe für dieses Amt nicht eigens vorbereitet, er hatte sich jedoch durch treue Benutzung des erhaltenen Unterrichts in seiner Jugend und durch fortgesetzten Privatfleiß so schöne Kenntnisse und Fertigkeiten, insbesondere eine außergewöhnliche Erkenntniß in der Geschichte und Lehre des Heils, erworben, daß er bei seiner vortrefflichen natürlichen Begabung und musterhaften Treue das ihm aufgetragene Amt mit ebenso viel Tüchtigkeit, als unter sichtbarem göttlichen Segen verwaltete, während er durch seinen rechtschaffenen Wandel in der Liebe und Demuth, wie durch Mittheilung aus dem Schatz seiner christlichen Erfahrung zugleich ein Lehrer und Vorbild der
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Finally we call upon the God of peace, that He would bless and govern the brethren of both synods in America by His Spirit, the Spirit of truth, of humility and meekness, and make them perfect in every good work to do His will, that the wicked enemy, who is busy laying waste the Church, may everywhere be checked, and the name of our God be glorified in His congregation! Amen.
Breslau, the 9th of March 1854.
The Supreme Church Council of the Evangelical Lutheran Church in Prussia.
E. Huschke.
From Electoral Hesse.
In a recent circular of the Superintendent at Kassel, Dr. Vilmar, we read the following:
"When complaints loud and just are raised over the disappearance of Christian household order, over the visible decline of Christian discipline and training of the children of the house, over increasing impiety and wickedness among not insignificant strata of the growing youth, even in the country, among the comparatively well-to-do peasantry, over a troubling and in part appalling ignorance of the so-called educated classes in the first elements of Christian and churchly doctrine, and thus over the threatening irruption of an antichristian wildness, we, the shepherds of this flock gone astray, may well consider that the guilt of these shattered conditions, prophesying a future of terror, lies, not to say wholly, yet for the greater, yes for the greatest part, upon us. Not only that the preaching of the Law and Gospel has been much neglected, and a worldly moral teaching, clothed in worldly rhetoric, put in their place: the discipline of the congregations and of their individual members has been given up, the orders, the institutions of the Church have been abandoned.
To these institutions belongs the admonition, instruction and examination of betrothed couples, and it takes among these orders almost the first rank. A Christian household is impossible unless at least the foundations of church life, above all the contents of the Catechism, are so present to the father and mother of the house from the first, and so ready to hand for immediate application, that they can bring up children and household members upon them and at any time refer them to them. On our side an understanding is impossible with those strata of our people which are falling prey to a Christianity of feelings and phrases, and so to an inner desolation growing at an appalling rate, especially the higher ones, unless there can be a going back with confidence to unchangeably fixed elements of Christian knowledge and exercises of church life belonging in wholly equal manner to the whole of the people. In particular it must be pointed out that a fruitful household devotion, serving not only the present generation for spiritual refreshment but also propagating itself with certainty to coming generations, is possible not upon the ground of arbitrarily chosen prayers and other forms of edification, but in every station, be it what it may, and on every level of worldly education and Christian knowledge, solely and alone upon the ground of the Lord's Prayer, the Articles of the Christian faith and the Ten Commandments. The reintroduction of the aforesaid instruction and examination of betrothed couples, according to the prescription of the Church Order of the 13th of July 1657, Chap. 12. 1, is therefore hereby ordered, and the strictest observance of this prescription is laid most earnestly and urgently upon the hearts of our brethren in office. To this end, in those parishes in which the said order has not at all, or not according to the direction of the Church Order, been reintroduced, the reintroduction of it is to be announced from the pulpit, and the content of the instruction and examination to be undergone by the betrothed is to be set forth and explained; also it will be very expedient, if the order, the discipline and the blessing of a household and family life founded upon the knowledge and skills required in the church law be made the subject of one or several sermons. The brethren in office will above all endeavor, in the reintroduction of this indispensable church institution, to show the greatest firmness and an unyielding spirit not to be broken against the resisting and opposing demands of the unbelieving and unchurchly world, and make it their special concern to allow no exceptions in the fulfilling of this duty, as against the so-called educated and higher classes who in their own opinion have outgrown the Church and her order. The leniency formerly allowed toward these classes rests on presuppositions which are not only no longer present, but have turned directly into the opposite, and will no longer take place in future. At the same time, however, it is recalled that the fulfilling of this duty is done for the sake of the salvation of the souls entrusted to the shepherds, and is not a work of external commanding and ordering, but of the love of the Lord Jesus Christ toward those for whom He gave His life upon the cross. It is therefore a task of pastoral wisdom that, alongside that unshakable firmness, there be shown also the ability to win the insight and good will of the members of the congregation for this order by an earnest, faithful testimony of Jesus Christ, the Head of the congregation, and in this respect neither admonition nor entreaty and hearty pleading must be spared. Above all the prejudice against the Catechism, existing in modern times as once before the times of the Reformation, as if it were only a school book and children's book, and indeed only for the "uneducated," must be met by this: that, attaching oneself to Luther's words in the Preface to the Large Catechism, one set forth most circumstantially and impressively the indispensableness of just these simplest foundations for every stage of Christian knowledge and experience. It is here indeed a matter of renewing the traditions of the school in all directness and literalness, of preserving them from being forgotten, and of carrying them over into the application of real life. Never, however, is one to content oneself with the assurance, "one knows the Catechism," but its recitation is to be required in a fitting manner, and this then to be used for a pastoral conversation going into the depths of the heart, as the Church Order prescribes. May the Lord Jesus Christ enlighten us, that we may wisely govern His congregation, and strengthen our hearts by His power, which has overcome sin, death and hell, that we may not only ourselves persevere in a good confession and faithful testimony, but also so plant and ground the same in our congregations, that the Christian people of the coming centuries also may persevere in the same unto their salvation." —
(Braunschw. Kirchenblatt.)
Notices of Death.
We have just learned that Mr. Georg Gottlob Heid, late schoolteacher of the Ev. Luth. congregation at Columbia in Illinois, after a ten days' illness in consequence of an inflammation of the windpipe, on the 31st of October, in the faith and confession of his LORD and Saviour JESUS Christ, gently and blessedly fell asleep. The departed was born on the 13th of July 1815 at Haiterbach in the Kingdom of Würtemberg. For a number of years a faithful member of the Lutheran congregation here, he took over in the autumn of the year 1849 the office of teacher in the congregational school of the said city. It is true that he had not specially prepared himself for this office; yet by faithful use of the instruction received in his youth and by continued private diligence he had acquired such fine knowledge and skills, in particular an extraordinary knowledge of the history and doctrine of salvation, that with his excellent natural gifts and exemplary faithfulness he administered the office entrusted to him with as much capability as under visible divine blessing, while by his upright walk in love and humility, as well as by imparting from the treasure of his Christian experience, he was at once a teacher and example to the