Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 11, Nummer 16 › Seite 126
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1855-03-27, Seite 126
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Engel
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(Eingesandt.)
Der Kampf der Nacht.
Als die Sonnenstrahlen gingen,
Flog auf ihren dunkeln Schwingen
Voller Zorn die Nacht herbei,
Und zu allen schwarzen Schatten,
Die sich rings gelagert hatten,
Hob sie auf ihr Wuthgeschrei:
„Finsternisse, Schattenheere!
Traurig steht’s um unsre Ehre:
Gehet kaum die Sonne auf,
Müssen wir in allen Ecken,
Wie die Diebe uns verstecken,
Flüchten uns mit schnellem Lauf.“
„Auf! die Freiheit zu erkämpfen!
Lasset uns die Sonne dämpfen,
Und ihr stolzes, freches Licht;
Selbst mit meinem schwarzen Schleier
Decke ich ihr grimm’ges Feuer,
Und verhülle ihr Gesicht.“
Und sie rief aus allen Gründen,
Allen Höhlen, Schluchten, Schlünden
Alles Heer der Finsterniß.
Und es kam von allen Seiten,
Um die Sonne zu bestreiten,
Schon des Sieges ganz gewiß.
Fledermäuse auch und Eulen
Fingen feindlich an zu heulen:
„Weg mit Licht und Sonnenschein!
Das ist unsrer Leiden Quelle;
Denn es scheint uns nur zu helle,
Und macht unsern Augen Pein.“
Und es jauchzten Wölfe, Füchse,
Bär, Hyänen, Tiger, Lüchse.
„Werft die Sonne in das Meer!
Denn mit ihrem schnöden Lichte
Macht sie unser Glück zunichte,
Gönnt uns keine Freude mehr.“
„Aber welch’ ein lust’ges Leben,
Welche Freiheit wird es geben,
Wenn die Sonne nun vergeht!
Können dann, ohn’ uns zu schämen,
Würgen, rauben, morden, nehmen,
Wornach nur das Herz uns steht.“
Und das schwarze Nachtgewimmel
Brüllte wüthend auf gen Himmel,
Und zum Kampfe fuhr es hin: —
Da erschien mit holdem Glänzen,
Schön gekrönt mit Strahlenkränzen
Sie, des Tages Königin.
Doch es ging auch da, wie immer,
Schon beim ersten Sonnenschimmer
Floh die Nacht mit ihrem Heer,
Eulen schlüpften in die Löcher,
Fledermäuse in die Dächer,
Und die Schatten über’s Meer.
Denn die hellen Sonnenstrahlen
Machten ihnen solche Qualen,
Daß sie rannten, wie der Wind,
All’ die frechen großen Schreier,
Und die Nacht mit ihrem Schleier
Lief besonders sehr geschwind.
Solch’ ein Kampf hat jetzt begonnen
Wider Gottes helles Sonnen-
Licht im heilgen Bibelwort:
Türken, Heiden, Jesuiten
Und die freien Männer wüthen
Frech dawider fort und fort.
Lästern unverschämt, die Bibel
Sei die Quelle aller Uebel,
Suchen nur, mit Macht und List,
Mit Verbieten und Verspotten
Gottes Wahrheit auszurotten,
Weil sie ihnen lästig ist.
Doch je grimmer ihre Lügen,
Desto herrlicher nur siegen
Muß der Gnade Sonnenlicht:
Im Gewissen schon geschlagen,
Müssen sie ja selber sagen,
Daß die Bibel Wahrheit spricht.
F.
(Eingesandt.)
Bitte um Theilnahme
an
Danksagung und Gebet bei Gott dem Herrn
für unsere New-Orleanser Glaubensbrüder.
Aus dem Antwortschreiben der lieben Zionsgemeinde in New-Orleans, als derselben Herr P. Fick jun. zum Prediger gesandt worden war, halte ich für Pflicht zunächst den betenden Gliedern unserer Synode Folgendes mitzutheilen. Nach der Einleitung heißt es in dem Schreiben: „Wir möchten gar nicht aufhören, zu loben und zu preisen die Leutseligkeit unsers Gottes, die wir selbst erst jetzt durch die reine Lehre des Wortes in einem hellen Lichte erkennen können. Wie wir jetzt das Wort auslegen hören, haben wir es in der früheren schwärmerischen und pietistischen Weise nicht auslegen und verkündigen hören. Wir haben früher wohl geahnt, daß alle Worte Gottes in den Evangelien und Episteln eine andere Meinung haben mußten, als wie uns ausgelegt wurde; nun hören wir es und unser Herz ist überzeugt, daß wir damals recht geahnt haben. Gott sei ewig dafür gelobt und gepriesen! Wenn Gott nicht hoch und viel zu loben wäre über Alles, so möchten wir Sie bitten, Ehrwürdiger Herr, die ganze Synode zum Preise Gottes für das uns New-Orleansern erwiesene Gute aufzufordern, denn wir können es allein nicht thun nach Gebühr. Doch könnte auch eine ganze Synode Ihm nicht genugsam danken. Nur aus Gnade muß er unsern Dank annehmen, und thut es ja auch, da Er denselben erst in uns wirkt. Wenn wir nun auch hierin der ganzen Synode uns nicht verschulden wollten, uns danken zu helfen, so liegt uns doch Eins sehr nahe, und dieß wagen wir Ihnen auszusprechen, daß Sie es einigen Wenigen mittheilen wollen, ob vielleicht Jemand an unserer Bitte theilnehme. Da der HErr nemlich wie den seligen Herrn Pastor Volk, auch kürzlich die Frau Pastorin Metz uns genommen, auch unser lieber Herr Pastor Metz und Herr Cantor Bünger vom gelben Fieber ergriffen, aber durch Gottes Hülfe gerettet worden sind: so verhehlen wir Ihnen nicht, daß derartige Besorgnisse uns auch in Betreff unsers lieben Herrn Pastor Fick bewegen; und darum möchten wir Sie, geehrter Herr Pastor, und Alle, denen das Kommen des Reichs Gottes am Herzen liegt, bitten: für uns zu bitten, daß Gott uns die Diener am Wort erhalte, damit das hier aufgegangene Licht des Evangelii scheine zum Heile vieler in Finsterniß sitzender Seelen sowohl, als auch derer, die jetzt schon wünschen selig zu werden. Wir glauben, es möchte wohl Mancher Theil nehmen an der eben ausgesprochenen Bitte, wenn man im Allgemeinen die Bedeutung, welche gerade New-Orleans vor vielen andern Orten hat, ins Auge faßte.“ . . . r . Hier wird nun die Bedeutung der Stadt New-Orleans als einer Weltstadt und eines Landungsplatzes vieler tausend deutschen Lutheraner und die große Gefahr, in derselben vom Glauben abzufallen und verloren zu gehen, mit Mehrerm dargestellt. Am Schlusse heißt es: „Da aber die Gefahren täglich so Viele von uns umgeben, bedürfen wir auch recht sehr der Fürbitte, daß der HErr uns nicht nur bewahre, sondern uns auch Gnade gebe, daß wir die Natur des Salzes nicht verlieren.“ . . . . .
So gedenket denn, geliebte Brüder und Schwestern, in Euren Gebeten vor dem Throne der Gnade auch insonderheit dieser unserer Glaubensgenossen in New-Orleans, eingedenk der Befehle und der Verheißung unsers HErrn, Matth. 18, 19: „Wo zween unter euch eins werden auf Erden, warum es ist, daß sie bitten wollen, das soll ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel.“
J. F. Bünger.
Einladung zur Subscription
auf das
„Lutherbuch,“
welches eine getreue Beschreibung
von
Dr. Martin Luthers, des Mannes Gottes,
Leben und Thaten
enthält.
Zum Besten des Concordia Colleges zu St. Louis, Mo.
Für den billigen Preis von 25 Cents.
Luthers Leben gehört zu den seltenen Geschichten, die man immer wieder mit Freuden lesen kann, und wovon man jedesmal einen neuen Genuß hat. Denn es hat etwas sehr Anziehendes, zu sehen, wie der liebe Gott ihn so wunderbar geführt hat. Schon das ist äußerst merkwürdig, daß in der heiligen Schrift von ihm und seinem Werke so deutliche Weissagungen stehen, und daß von alten Zeiten her so viele fromme Christen, wie der selige Johann Huß und andere die Reformation vorausverkündigt haben. Und dann, wie arm und gering hat es zuerst mit ihm angefangen, wie wunderbar kam er zur Erkenntniß der Wahrheit, wie viele Kämpfe hatte er deshalb zu bestehen, und wie Großes hat Gott durch ihn ausgerichtet. Besonders lehrreich aber ist es, daß er so treulich festhielt am Worte Gottes und so kindlich darunter sich beugte, auch wo es seiner Vernunft noch so unbegreiflich vorkam. Oft schien es freilich, als müsse er unterliegen und der Papst gewinnen. Allein mit starkem Glauben verließ er sich auf Gott und Gott half ihm herrlich. Man kann recht deutlich sehen, daß Gott mit ihm war und durch ihn seine Kirche aus der Finsterniß und Tyrannei des Papstthums errettete.
Kein Wunder also, wenn Luthers Lebensgeschichte immer ein Lieblingsbuch der Christen war. In alter und neuer Zeit sind deßhalb eine Menge Beschreibungen seines Lebens entstanden und begierig gelesen. Und das mit Recht. Sagt doch Gottes Wort, Hebr. 13, 7: „Gedenket an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben, welcher Ende schauet an und folget ihrem Glauben nach.“ Dennoch hoffen auch wir, nichts überflüssiges zu thun, wenn wir im Namen JEsu uns entschließen, eine billige Ausgabe von Luthers Leben zu veranstalten. Sollst du aber, lieber Leser, es dennoch für etwas überflüssiges halten, so wüßte ich einen guten Rath. Hast du überflüssig, so kaufe dir das Büchlein. Wenn nämlich nach Abzug der Druckkosten noch ein Gewinn entsteht, so soll derselbe zur Erbauung des Mittelgebäudes am Concordia-College in St. Louis, Mo. ver-
English translation AI translation
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(Sent in.)
The Battle of the Night.
When the sun's rays had departed,
On her dusky pinions flew
Full of wrath the Night in haste,
And to all the swarthy shadows
Which had camped on every side,
Raised she up her cry of rage:
"Darknesses, ye hosts of shadow!
Sad it stands with our good name:
Scarce the sun is risen up,
We must in all corners hide us,
Like the thieves must lurk in hiding,
Fleeing off at swiftest run."
"Up! to conquer our freedom!
Let us quench the sun's bright blaze,
And her proud and insolent light;
With my own black veil I'll cover
All her grim and fiery glow,
And will shroud her countenance."
And she called from all the hollows,
All the caves, ravines, and chasms,
All the host of Darkness forth.
And they came from every quarter,
For to fight against the sun,
Sure already of the victory.
Bats as well and owls began
Hostilely to howl and screech:
"Away with light and sunshine!
That is the source of all our sorrows;
For it seems to us too bright,
And gives our eyes a pain."
And there shouted wolves and foxes,
Bear, hyenas, tigers, lynxes.
"Cast the sun into the sea!
For with her contemptible light
She destroys our happiness,
Grants us no more joy at all."
"But what a merry life,
What freedom there will be,
When the sun is now gone down!
Then we can, without shame,
Throttle, rob, murder, take,
Whatever our heart is set upon."
And the black night-swarm
Roared in fury up to heaven,
And to battle it rushed forth: —
Then appeared with gracious splendor,
Beautifully crowned with garlands of rays,
She, the Day's own Queen.
Yet it went there too, as ever,
At the first gleam of the sun
Night fled with her host,
Owls slipped into the holes,
Bats into the roofs,
And the shadows over the sea.
For the bright rays of the sun
Caused them such torments,
That they ran like the wind,
All the bold great shouters,
And the Night with her veil
Ran particularly fast.
Such a battle has now begun
Against God's bright sun-light
In the holy Word of the Bible:
Turks, heathen, Jesuits
And the free-thinking men rage
Boldly against it on and on.
Blaspheme shamelessly, the Bible
Is the source of all evil,
Seek only, with might and cunning,
With forbidding and with mocking
To root out God's truth,
Because it is irksome to them.
But the grimmer be their lies,
The more gloriously only must
The sun-light of grace be victorious:
Already smitten in their conscience,
They must themselves confess
That the Bible speaks truth.
F.
(Sent in.)
Request for Participation
in
Thanksgiving and Prayer to God the Lord
for our New Orleans Brethren in the Faith.
From the reply of the dear Zion congregation at New Orleans, when Herr P. Fick, Jr., had been sent to them as preacher, I hold it my duty first of all to communicate the following to the praying members of our Synod. After the introduction it says in the letter: "We should like never to cease to praise and to extol the loving-kindness of our God, which we ourselves have only now been able to recognize in a bright light through the pure doctrine of the Word. As we now hear the Word expounded, we have not heard it expounded and proclaimed in the former fanatical and pietistic manner. We formerly had an inkling that all the words of God in the Gospels and Epistles must have another meaning than that which was given us in the exposition; now we hear it and our heart is convinced that we had rightly surmised. God be eternally praised and extolled for it! If God were not high and much to be praised above all, we should like to ask you, Reverend Sir, to summon the whole Synod to the praise of God for the goodness shown us New Orleanians, for we cannot do it alone as is meet. Yet even a whole Synod could not thank Him enough. Only of grace must He accept our thanks, and does so indeed, since He Himself first works them in us. If now we would not be indebted to the whole Synod in helping us to give thanks, yet one thing lies very near to us, and this we venture to express to you, that you would communicate it to a few, whether perhaps someone may take part in our petition. Since the LORD has taken from us, as the late Herr Pastor Volk, so lately also the pastor's wife, Frau Metz, and also our dear Herr Pastor Metz and Herr Cantor Bünger were seized with yellow fever, but through God's help have been rescued: so we do not conceal from you that like anxieties move us also with respect to our dear Herr Pastor Fick; and therefore we should like to ask you, honored Herr Pastor, and all to whom the coming of the kingdom of God lies at heart, to pray for us, that God may preserve to us the servants of the Word, so that the light of the Gospel here risen may shine to the salvation of many souls sitting in darkness, as well as of those who even now desire to be saved. We believe that many a one might take part in the petition just uttered, if one considered in general the significance which New Orleans in particular has above many other places." . . . r. Here now the significance of the city of New Orleans as a city of the world, and as a landing-place of many thousands of German Lutherans, and the great danger of falling away from the faith in it and being lost, is set forth at greater length. At the close it says: "Since the dangers daily surround so many of us, we also stand greatly in need of intercession, that the LORD may not only preserve us, but also give us grace that we lose not the nature of salt." . . . . .
So remember, then, beloved brethren and sisters, in your prayers before the throne of grace, especially these our fellow-believers in New Orleans, mindful of the commands and the promise of our LORD, Matt. 18, 19: "If two of you shall agree on earth as touching any thing that they shall ask, it shall be done for them of my Father which is in heaven."
J. F. Bünger.
Invitation to Subscribe
to the
"Lutherbuch,"
which contains a faithful description
of
Dr. Martin Luther's, the man of God's,
Life and Deeds.
For the Benefit of Concordia College at St. Louis, Mo.
At the low price of 25 Cents.
Luther's life belongs to those rare histories which one can read again and again with joy, and from which one has each time a fresh enjoyment. For there is something very attractive in seeing how the dear God led him so wonderfully. Even this is most remarkable, that in Holy Scripture there are such plain prophecies of him and his work, and that from ancient times so many pious Christians, like the blessed John Huss and others, have foretold the Reformation. And then, how poor and humble it was with him at first, how wonderfully he came to the knowledge of the truth, how many conflicts he had on that account to endure, and what great things God has accomplished through him. Especially instructive is it that he held so faithfully to the Word of God and bowed so childlike beneath it, even where it seemed ever so incomprehensible to his reason. Often it seemed indeed as if he must succumb and the Pope prevail. But with strong faith he relied upon God and God helped him gloriously. One can see quite plainly that God was with him and through him rescued His Church out of the darkness and tyranny of the papacy.
No wonder, then, that Luther's life-history was always a favorite book of Christians. In ancient and modern times a multitude of descriptions of his life have therefore arisen and been eagerly read. And that rightly. Does not God's Word say, Heb. 13, 7: "Remember them which have the rule over you, who have spoken unto you the word of God: whose faith follow, considering the end of their conversation." Nevertheless we too hope to do nothing superfluous if we resolve in the name of JESUS to put out a cheap edition of Luther's life. But shouldst thou, dear reader, nevertheless hold it for something superfluous, I know a good counsel. If thou hast a superfluity, buy the little book. For if after deduction of the costs of printing a profit still results, it shall be devoted to the erection of the middle building of Concordia College at St. Louis, Mo. ap-