Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 11, Nummer 17 › Seite 130

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1855-04-10, Seite 130

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der Religion zu thun habe. Nach dem Kriege gestand es freilich der Kaiser selbst zu, daß er hauptsächlich diesen Krieg unternommen zur Ausrottung der Ketzer, und machte sich bei dem Concilium ein Verdienst daraus.

Diese Eröffnung entflammte denn mit Recht den Zorn des deutschen Volks. Es drängte sich von allen Seiten zu den Fahnen der Verbündeten und in ganz kurzer Zeit stand ein Heer von 47,000 tapfern und geübten Kriegern im Felde.

Die Oberländer waren die ersten, die sich stellten, die Würtemberger, 24 Fähnlein zu Fuß unter dem tapfern Hans von Heidecke, die andern aus den Oberländischen Städten, unter dem weltberühmten Schertlin, der sich in den Kriegen gegen Türken und Franzosen, in der Schlacht bei Pavia und der Erstürmung Roms ausgezeichnet, trafen am 21. Juli bei Ulm zusammen. Schertlin zog mit seinem Haufen nach Tyrol, den Zuzug der päpstlichen Truppen zu verhindern. Schon hatte er die wichtige Ehrenburger Klause besetzt, Hüssen erobert, und gedachte über Insbruck, wie er sich in seiner von ihm selbst aufgesetzten Lebensbeschreibung ausdrückt, „das Concilium, das zu Trient mit vielen Cardinälen und Bischöfen besessen, heimzusuchen, und den Feinden das Loch, daß sie nicht herauskämen, zu verziehen, aber der Kriegsrath der Verbündeten zu Ulm rief ihn zurück, um sich an die Bundesarmee anzuschließen.

Als die Bundeshäupter, der Churfürst und der Landgraf ins Lager eingezogen, sandten sie einen Absagebrief an den Kaiser, den der Kaiser aber nicht annahm, sondern den Boten drohete, falls sich jemand mit ähnlichen Briefen bei ihm sehen ließe, wolle er ihn statt mit einem Geschenk und einer güldenen Kette, mit einem Strick um den Hals wieder heimschicken, dagegen sandte er ihnen die Achtserklärung zu, wogegen sich die beiden Fürsten gründlich und trefflich vertheidigten. Sie zeigten darin, wie seine gerühmte Sorgfalt für das Wohl und die Ehre deutscher Nation nur in leeren verstellten Worten bestehe, durch seine Werke habe er von Anfang seiner Regierung nur bewiesen, sie in Unfrieden, Zerstörung und Verderben zu stürzen, und endlich sie als eine erbliche Monarchie mit ewiger Knechtschaft an sich zu bringen. So sei es auch mit seinem vorgegebenen Eifer, den Zwiespalt der Religion durch christliche Mittel zu vergleichen. Das jetzige Bündniß mit dem Papst beweise es ja klar genug, daß man zu keiner Zeit etwas anders im Sinn gehabt, als die wahre Religion auszurotten. Um dazu Zeit zu gewinnen, habe er die friedlichlautenden Reichsabschiede auf Schrauben gestellt, wenn aber die verlangte Reichshülfe geleistet, sein sie auf den nächstfolgenden Reichstagen bestritten und in Zweifel gezogen. Der Vorwand des Krieges sei nun Ungehorsam und Rebellion, die Religion solle nichts damit zu schaffen haben, nur um die Verbündeten von einander zu trennen. Den eigentlichen Grund des Krieges habe der Papst durch die Kundmachung des Bündnisses, das der Kaiser mit ihm zur Ausrottung der Ketzer geschlossen, kund gethan, der sei kein anderer, als Unterdrükkung der wahren Religion, und der deutschen Freiheit. Daraus folge aber auch, daß man eine doppelte Ursache habe, mit Gott und gutem Gewissen zu widerstehen, denn einmal gehöre nicht zur Gewalt und Jurisdiction der Obrigkeit, Gottes Wort und die wahre Religion zu verbieten, zu zerrütten und umzustoßen, und fürs andere sein Churfürsten, Fürsten und Stände des Reichs des Kaisers Unterthanen auch nicht anders, als auf seine beschworne Capitulation, und sofern er selbe dem Reich und den Ständen gehalten, welches er aber nicht gethan. Ja, wider des heiligen Reichs Ordnungen und seine eigne Wohlkapitulation sein sie, ohne zu Recht gefordert, verhört und schuldig erkannt zu sein, ohne weiteres geächtet. Der Kaiser gebe vor, er habe ihrer mit nicht geringer Beschwerung des Gewissens lange geschont, aber aus allen Umständen erhelle ja deutlich, daß er nur nicht eher die rechte Zeit und Gelegenheit habe finden können. Von seinem Gewissen aber könne jedermann leicht urtheilen aus der unerhörten Tyrannei, womit er so viele arme fromme Christen in den Niederlanden verfolge ꝛc. Endlich heißt’s: Dies sei nun ihre wahrhafte, gegründete und beständige Verantwortung, nach welcher sie auch in allen Punkten (nur die Religion ausgenommen) vor allen unpartheiischen christlichen Potentaten, Churfürsten, Fürsten und Ständen des Reichs, ingleichen der ganzen Deutschen Nation, und allen frommen ehrliebenden Menschen Rede und Antwort geben wollten. Weil der Kaiser sie in der Achtserklärung nur Johann Friedrich und Philippsen, die sich nennen Herzog zu Sachsen und Landgraf von Hessen, genannt hatte, so erkennen sie ihn auch in dieser Verantwortung nicht mehr für Kaiser, sondern sagen: weil er seine beschworne Wahlcapitulation nicht gehalten, so habe er seines kaiserlichen Amtes, Würde und Hoheit sich selbst entsetzt.

Von dem Kriege selbst ist wenig erfreuliches zu erzählen nach dem ersten erfreulichen Anfang desselben durch Schertlin. Hätte dieser die Sache allein in der Hand gehabt, und freie Hand dazu, so wäre, menschlich geredet, wohl ein ganz anderes Resultat herausgekommen. Aber was sollte eine Armee, auch die tüchtigste ausrichten, unter zwei Häuptern von so verschiedener Gemüthsart, noch dazu in ihren Bewegungen gehemmt durch allerlei, wenn auch ehrwürdige Bedenklichkeiten und Rücksichten auf den Kaiser. Es ging alles den großen Erwartungen, die man anfänglich haben mochte, zuwider, und nahm ein schmähliches trübseliges Ende.

Schertlin wollte den Kaiser, ehe er seine Truppen zusammengebracht, in Regensburg überfallen, indessen man ließ es ihm nicht zu. Der Kaiser wandte sich gegen Landshut, und dort vereinigten sich mit ihm ungehindert die päpstischen Hülfstruppen, 10,000 zu Fuß und 500 zu Pferde. Der Großsohn des Papstes war als Heerführer darüber gesetzt. Bei dem Abzug des Heeres soll der Papst gesagt haben: „er wolle nun dermaßen in Deutschland darein schlagen, daß seine Pferde im lutherischen Blut schwimmen sollten.“ Bald darauf zogen auch die Spanier zu, lauter alte erprobte Kriegsleute, 6000 an der Zahl. Trotzdem waren die Verbündeten auch da noch dem Kaiser bei weitem überlegen, und Schertlin rieth dazu, ihn zu umzingeln, und mit einem Schlage dem Kriege ein Ende zu machen. Der Landgraf war dagegen. „Der Landgraf hat den Fuchs nit beißen wollen, meint Schertlin, ihm waren alle Furth und Gräben zu tief, und die Moräste zu breit.“ Endlich schien es bei Ingolstadt zu einer Schlacht kommen zu wollen, der Kaiser war schlecht verschanzt, die Niederländischen Truppen waren noch nicht mit ihm vereinigt. Die Aussicht für den Sieg war wieder auf Seiten der Verbündeten. Die Truppen wurden herausgeführt, Schertlin hatte schon bedeutende Verwirrung in dem Heer des Kaisers angerichtet, indessen statt den günstigen Augenblick eines gemeinsamen Angriffs zu benutzen, verbrachten sie die Zeit mit einer nutzlosen Kanonade, und am nächsten Morgen fanden sie den Kaiser dermaßen verschanzt, daß sie keinen weitern Angriff mehr wagten. Sie lagen dann noch drei Tage unthätig dem Kaiser gegenüber, und zogen endlich zur Verwunderung des Kaisers ab, um den Zuzug der Niederländischen Truppen unter Büren zu hindern. Er kam aber ungehindert und wohlbehalten ins kaiserliche Lager an, da er durch Boten von den Plänen der Verbündeten unterrichtet worden. So verstärkt machte sich der Kaiser zum Herrn der Donau, und bedrohte die schwäbischen Reichsstädte. Die Verbündeten zogen ihm zwar immer nach, ließen aber einige treffliche Gelegenheiten, ihn mit Vortheil anzugreifen, vorübergehen. Als die Heere unweit Donauwerth sich einander gegenüber lagen, ließ der Herzog von Alba dem Landgrafen sagen: warum er sich so auf den Bergen und Hügeln hielte, er solle ins Blachfeld herabkommen, und eine Schlacht wagen. Der Landgraf antwortete ihm: Er und seine Bundsverwandte wären wohl fünf Tage vor Ingolstadt im freiem Felde gelegen, und hätten der Schlacht begehrt, warum er dazumal nicht hervorgekommen, da er so große Lust zum Schlagen habe. Vor Nördlingen habe er auch einen ganzen Tag sein vergeblich gewartet. Schertlin, des nutzlosen Umherziehens endlich müde, wurde über die ganze Kriegsführung der Verbündeten, bei welcher er so gar keinen rechten Ernst vermerken konnte, so verdrossen, daß er unwillig davon zog, nach Augsburg zu, wo er Commandant war. Die Verbündeten zogen nach Giengen, um das bedrohte Ulm zu decken. Hier, nachdem sie durch die unaufhörlichen Scharmützel, heimliche Desertionen und Geldmangel aufs Aeußerste gebracht waren — dem Kaiser ging es freilich auch nicht viel besser — traf sie nun eine solche Schrecken und Bestürzung erregende Nachricht, daß sie den Feldzug im südlichen Deutschland aufzugeben, und sich zur Rettung ihrer eignen Länder zurückzuziehen beschlossen.

(Fortsetzung folgt.)

(Eingesandt für den Lutheraner.)

Ueber Zweck und Bedeutung der Fragen:

Entsagest du dem Teufel ꝛc.?

Glaubst du an Gott, den Vater ꝛc.?

Geehrter Freund! Sie wünschen von mir einen Unterricht über den Zweck und die Bedeutung der Fragen, welche der Täufer bei der Taufe unserer Kindlein an dieselben richtet und welche von

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religion. After the war the Emperor himself, to be sure, admitted that he had undertaken this war chiefly for the extermination of the heretics, and made a merit of it before the Council.

This disclosure rightly kindled the wrath of the German people. They thronged from all sides to the banners of the allies, and in a very short time an army of 47,000 brave and practiced warriors stood in the field.

The Upper-Germans were the first to present themselves: the Württembergers, 24 companies of foot under the brave Hans von Heidecke, and the others from the Upper-German cities under the world-renowned Schertlin, who had distinguished himself in the wars against Turks and French, in the battle of Pavia and the storming of Rome; they met on the 21st of July at Ulm. Schertlin marched with his force to the Tyrol to hinder the advance of the papal troops. He had already occupied the important Ehrenberg Pass, taken Hüssen, and intended, by way of Innsbruck, as he expresses it in the account of his life written by himself, "to visit the Council which sat at Trent with many cardinals and bishops, and to stop up the hole for the enemies, that they might not come out," but the council of war of the allies at Ulm called him back, that he might join the army of the League.

When the heads of the League, the Elector and the Landgrave, had entered the camp, they sent a letter of defiance to the Emperor, which the Emperor, however, would not accept, but threatened the messengers that, if anyone should let himself be seen with similar letters, he would send him home again, instead of with a present and a golden chain, with a rope about his neck; in return he sent them the ban of the Empire, against which the two princes defended themselves thoroughly and admirably. They showed therein how his vaunted care for the welfare and honor of the German nation consisted only in empty, feigned words; by his deeds he had, from the beginning of his reign, proved only that he meant to plunge it into strife, destruction and ruin, and finally to bring it under himself as a hereditary monarchy with eternal bondage. So it was also with his pretended zeal to reconcile the dissension of religion by Christian means. The present alliance with the Pope proved clearly enough that at no time had they had anything else in mind than to root out the true religion. To gain time for this, he had put the peace-sounding recesses of the Diets on screws, and when the demanded aid of the Empire had been rendered, they were disputed and called in question at the next following Diets. The pretext of the war was now disobedience and rebellion; religion was to have nothing to do with it, only to divide the allies from one another. The real ground of the war the Pope had made known by the publication of the alliance which the Emperor had concluded with him for the extermination of the heretics; it was none other than the suppression of the true religion and of German liberty. From this it followed also that one had a double cause to resist with God and a good conscience, for in the first place it did not belong to the power and jurisdiction of the magistracy to forbid, disturb and overthrow God's Word and the true religion, and in the second place the Electors, Princes and Estates of the Empire were the Emperor's subjects only according to his sworn capitulation, and only so far as he kept it toward the Empire and the Estates, which he had not done. Yes, contrary to the ordinances of the Holy Empire and his own electoral capitulation, they had been outlawed without further ado, without being summoned to justice, heard, and found guilty. The Emperor pretended that he had long spared them, with no little burden upon his conscience, but from all the circumstances it was plain that he had merely not been able to find the right time and opportunity sooner. Of his conscience, however, everyone could easily judge from the unheard-of tyranny with which he persecuted so many poor pious Christians in the Netherlands, etc. Finally it is said: This was now their truthful, well-founded and steadfast defense, according to which they were willing also in all points (religion alone excepted) to give answer and account before all impartial Christian potentates, Electors, Princes and Estates of the Empire, likewise the whole German nation, and all pious, honor-loving men. Because the Emperor in the ban had called them only Johann Friedrich and Philipp, who call themselves Duke of Saxony and Landgrave of Hesse, they in this defense also no longer acknowledged him as Emperor, but said: because he had not kept his sworn electoral capitulation, he had deposed himself from his imperial office, dignity and majesty.

Of the war itself little that is pleasing is to be told after its first pleasing beginning through Schertlin. Had he had the matter alone in his hand, and a free hand for it, then, humanly speaking, an entirely different result would probably have come out. But what could an army, even the most capable, accomplish under two heads of such different temperament, besides being hampered in its movements by all sorts of scruples, however venerable, and by regard for the Emperor. Everything went contrary to the great expectations which one might at first have had, and took a shameful, woeful end.

Schertlin wanted to surprise the Emperor at Regensburg before he had gathered his troops, but they would not permit him. The Emperor turned toward Landshut, and there the papal auxiliary troops joined him unhindered, 10,000 foot and 500 horse. The Pope's grandson was placed over them as commander. At the departure of the army the Pope is said to have said: "he would now strike into Germany in such a manner that his horses should swim in Lutheran blood." Soon after, the Spaniards also came up, all old, tried soldiers, 6000 in number. Notwithstanding, the allies were even then still far superior to the Emperor, and Schertlin advised surrounding him and ending the war with a single blow. The Landgrave was against it. "The Landgrave would not bite the fox, says Schertlin; to him all fords and ditches were too deep, and the marshes too broad." At last it seemed that a battle was about to occur at Ingolstadt; the Emperor was poorly entrenched, the Netherlandish troops were not yet joined with him. The prospect of victory was again on the side of the allies. The troops were led out, Schertlin had already caused considerable confusion in the Emperor's army; yet instead of using the favorable moment for a common attack, they spent the time in a useless cannonade, and the next morning found the Emperor so entrenched that they ventured no further attack. They then lay three days idle over against the Emperor, and at last, to the Emperor's astonishment, withdrew in order to hinder the advance of the Netherlandish troops under Büren. But he arrived unhindered and safe in the imperial camp, having been informed by messengers of the plans of the allies. Thus strengthened, the Emperor made himself master of the Danube, and threatened the Swabian imperial cities. The allies indeed followed him continually, but let several excellent opportunities of attacking him with advantage pass by. When the armies lay opposite one another not far from Donauwerth, the Duke of Alba had the Landgrave told: why he kept so to the mountains and hills; he should come down into the open field and venture a battle. The Landgrave answered him: He and his allies had lain for fully five days before Ingolstadt in the open field and had desired battle; why had he not then come forth, since he had such great desire to fight. Before Nördlingen also he had waited a whole day in vain. Schertlin, at last weary of the useless marching about, became so vexed at the whole conduct of the war by the allies, in which he could perceive no real earnestness, that he departed in displeasure toward Augsburg, where he was commandant. The allies moved to Giengen to cover the threatened Ulm. Here, after they had been brought to the extreme by the incessant skirmishes, secret desertions and want of money — it went no better with the Emperor either — they were struck by tidings so terrifying and dismaying that they resolved to give up the campaign in southern Germany and to withdraw for the rescue of their own lands.

(To be continued.)

(Submitted for the Lutheraner.)

On the Purpose and Meaning of the Questions:

Dost thou renounce the devil, etc.?

Dost thou believe in God the Father, etc.?

Esteemed Friend! You desire from me an instruction on the purpose and meaning of the questions which the baptizer puts to our little children at baptism, and which are answered by