Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 11, Nummer 18 › Seite 143

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1855-04-24, Seite 143

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muß ich ein Geizhals sein; stelle ich den Sündern ihre Sünde vor Augen, warne und strafe ich sie aus Gottes Wort, so muß ich ein Zänker sein, der ihnen nur zur Last da ist. Wie ich erst neulich vernommen habe, so sind mehrere aus der Gemeinde zusammen getreten, die darauf antragen wollen, daß ihnen diese Last abgenommen werde und daß ein Anderer in meine Stelle komme, der ihnen mehr gibt und nicht so zankt.

Ich bin getrost bei alle dem. Gott weiß es, daß ich mich auch in leiblicher Noth gern erbarmt und ihnen viel Gutes gethan habe; nur daß sie es nicht zu schätzen wissen, und daß sie, je mehr sie bekommen, nur desto habsüchtiger werden. — So weiß es auch Gott, was ich mit ihnen zanke. Er ist mein Zeuge, daß ich mit großer Furcht und großem Zittern dieser uns gegebenen heiligen Pflicht nachzukommen suchte, den Gottlosen zu warnen vor seinem bösen Wege. Darum warte ich, wenn auch oft mit schwachem und angefochtenem Glauben, auf die Hilfe des HErrn, der ja nahe ist allen, die Ihn anrufen, die Ihn mit Ernst anrufen.

Daß die sonst zur Taufe so willigen Heiden unseres Ortes (es sind deren noch acht, darunter fünf bejahrte und drei Kinder) wieder in ihrem Entschlusse wankend geworden, und uns wieder ferner getreten sind, darf uns nach solchen Erfahrungen nicht wundern. Während ich jene schweren Dinge erlebte, war ich oft nicht wenig besorgt, es möchte der endliche Ausgang in Bethanien derselbe werden, wie bei der Gemeinde Shebahyonk; aber wie es in der jüngsten Zeit, Gott sei dafür gelobt! den Anschein hat, so ist mein Kleinglaube beschämt worden. Bei Vielen hat die Kraft des Wortes Gottes durchgeschlagen. Viele haben erkannt, daß sie bisher die Mission nicht dazu gebraucht haben, wozu sie unter und bei ihnen war. Gar Viele haben sich leider in dieser Hinsicht unwissend versündigt; sie wußten nicht, wie sie zur Mission standen und wie die Mission zu ihnen stand. Erst nach und nach mußten sie lernen, wie arm die Mission ist und wie sparsam ihre Mittel zusammenkommen. Ob sie zwar auch früher Manches darüber gehört hatten, so waren doch ihre Herzen, die noch so sehr am Irdischen hängen und nach demselbigen trachten, davon ungerührt geblieben. Sie werden auch jetzt noch lange daran zu lernen haben, daß wir arm sind unter ihnen, daß es uns aber dennoch, wenn sie nicht widerstreben, durch Gottes Gnade gelingen wird, sie reich zu machen an himmlischen Gütern durch die Erkenntniß unsers Heilandes Jesu Christi. Möchten sie bald allesammt von ganzem Herzen nach diesem Reichthume hungern und dürsten, dann würde ihnen das andere Alles, ohne unsre Mühe und Kosten zufallen und sie würden keinen Mangel haben an irgend einem Gute.

Und nun, lieben Brüder, damit Ihr nicht an Bethaniens fernerem Bestehen und Gedeihen zweifeln anfanget, so melde ich Euch schließlich noch zu Eurer Freude und zum schönen Troste, daß nicht nur manche wackere Christen hier sind, die von den obigen Versündigungen unberührt geblieben sind, sondern daß auch Einzelne von denen, die sich schwer versündigt hatten, wieder umgekehrt sind und Buße gethan haben. Diese letzteren, so hoffe ich zu Gott, werden sich in Zukunft um so mehr hüten, den HErrn zu versuchen und Seine Gnade auf Muthwillen zu ziehen, als sie eingesehen haben, wie schwach sie geworden sind. Der HErr aber möge seine Ihm gesammelte Gemeinde von allen Flecken der Sünde reinigen und sie an Seinem Tage Theil haben lassen an Seines Reiches Herrlichkeit, an Seiner Seligkeit!“

So weit die eignen Worte unsers lieben Missionars.

Wie schmerzlich ist es, durch dieselben von Neuem an den traurigen Abfall der Gemeinde Shebahyonk erinnert zu werden! Leider ist bis jetzt kein Fünklein der Hoffnung zu spüren, daß die so tief Gefallenen in sich schlagen und zur ersten Liebe zurückkehren wollten. Sie verharren vielmehr in ihrer Unbußfertigkeit. Der schöne Platz, wo sie einst um ihre Missionare, den seligen Maier und unsern lieben Bruder Auch geschaart lebten, ist nun in andre Hände, und zwar in die eines Yankees übergegangen, der sowohl die 40 Acker als das darauf stehende Kirchlein und Wohnhaus nebst Nebengebäude um den Preis von 500 Dollars von der Missionscomission gekauft und das Kaufgeld dafür bereits in die Missionscasse eingezahlt hat. — Treuer Gott, haben die Deinen umsonst gearbeitet auf diesem Felde? Hat Dein Wort hier nicht ausgerichtet, dazu es gesandt wurde? Ist es hier nicht gewesen wie ein Feuer, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt? So seufzen wir fragend gen Himmel. Der HErr aber antwortet aus der Höhe: „Laß Dir an meiner Gnade genügen“; Er lehrt uns sprechen: „Was betrübst Du Dich meine Seele und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde Ihm noch danken, daß Er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Ferdinand Sievers.

Frankenlust im Anfang des Jahres 1855.

Union.

Wie wir aus dem „Fröhlichen Botschafter“, welcher die deutsche religiöse Zeitschrift der sogenannten „Vereinigten Brüder in Christo“ ist, ersehen, so gehen die drei getrennten Methodisten-Partheien, nehmlich 1. diese „Vereinigten Brüder“, 2. die „Wesley-Methodisten“ und 3. die Glieder der s. g. „Evangelischen Gemeinschaft“ (zu unterscheiden von den „Unirtevangelischen“ des Westens) damit um, sich wieder mit einander zu vereinigen. Am 17. März fand eine Zusammenkunft von Vertretern der beiden erstgenannten Gemeinschaften zu diesem Zwecke in Westerville, O., statt; am nächstkommenden 17. Mai soll eine derartige Zusammenkunft zu demselben Zweck in Dayton, O., abgehalten werden. Ein Correspondent des „Fröhlichen Botschafters“ ruft bei seiner Besprechung dieser Angelegenheit in der Nummer vom 30. März ziemlich naiv aus: „Herr, hilf uns allesammt, alle Irrthümer und Extremitäten abzulegen.“ Was die „Irrthümer“ betrifft, so stimmen wir in den Wunsch des lieben Mannes natürlich herzlich mit ein; was die „Extremitäten“ jedoch betrifft, so scheint uns der Schreiber doch etwas zu weit zu gehen; denn die Extremitäten sind bekanntlich Arme und Beine und dergleichen!

Die Süd-Indiana-Distrikts-Conferenz versammelt sich — so Gott will — am 8. und 9. Mai d. J. in der Gemeinde des Herrn Pastor Sauer.

Th. Wichmann, Secr.

Der nördliche Distrikt

der deutschen evang. lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. St.

hält seine diesjährigen Sitzungen in der lutherischen Dreieinigkeitskirche zu Milwaukee, Wisconsin, vom 6. bis 13. Junius.

Milwaukee, Wisconsin, den 21. März 1855.

Friedrich Lochner, Sekr.

Quittungen und Dank.

Mit herzlichem Dank gegen Gott und die milden Geber bescheinigen wir hiermit, auf der Hochzeit des Hr. Joh. Georg Roth zu Frankenmuth $1,17., desgleichen von H. Past. Röbbelen 83 Cts empfangen zu haben.

Der treue Gott wolle es den milden Gebern nach seiner Verheißung reichlich vergelten.

Joh. Georg Nüchterlein
Georg Bernthal.

Fort-Wayne den 1. April 1855.

Herzlich dankend bescheinige ich zu meinem Unterhalt im hiesigen Seminar folgende Gaben empfangen zu haben:
Durch Herrn Past. Föhlinger von mehreren Freunden $7,00
„ „ „ Schwan, von einem Manne aus Cleveland, Ohio, eine 5 Dollar-Note, werth.... 3,75
Von Herrn Past. Lindemann Cleveland, Ohio....... 3,00
„ „ Christ. Schaper Fort-Wayne.......... 1,00
Der treue Gott wolle es den milden Gebern nach seiner Verheißung reichlich vergelten.

W. Engelbert.

Fort-Wayne den 4. April 1855.

Mit herzlichem Dank gegen Gott und die milden Geber, bescheinige ich hiermit $5,00 vom Jünglingsverein in Cleveland empfangen zu haben.

Der gnädige und barmherzige Gott wolle es den milden Gebern zeitlich und ewig vergelten.

Joh. Georg Schäfer.

Fort-Wayne, den 12. April 1855.

Herzlich dankend bescheinigt Unterzeichneter $5,95. aus der Gemeinde des H. Past. Husmann’s empfangen zu haben.

Der treue und barmherzige Gott wolle es diesen milden Gebern reichlich vergelten, schon hier in der Zeit, allermeist aber in der Ewigkeit.

Heinrich Jor.

Fort-Wayne den 10. April 1855.

Mit herzlichem Dank bescheinige ich, durch Herrn Jungkunz empfangen zu haben: von der Gemeinde zu Detroit $4. und von Herrn Carstens daselbst $1. zu meiner Unterstützung.

E. Schulz.

Concordia-College, den 9. April 1855.

Herzlich dankend bescheinigt hiemit $10,00 von Herrn Mich. Arnold in Frankenmuth, und $2,00 von Herrn L. Sohn daselbst zu seiner Unterstützung empfangen zu haben

J. List.

Concordia-College, den 16. April 1855.

Vom Altenburger und Frohnaer Jünglingsverein $20,00. und durch H. Past. Streckfuß in Willshire Van-Wert Co., O. $5,00 empfangen zu haben, quittirt mit herzlichem Dank

J. P. Beyer.

Concordia-College, den 17. April 1855.

Von der Gemeinde des Hrn. Past. Hattstädt in Monroe, Mich. $4,00 empfangen zu haben, bescheinigt mit innigstem Danke

Joh. M. M. Moll.
Zögling des Conc. Coll.

English translation AI translation

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I must be a miser; if I set before sinners their sin, warn and reprove them out of God's Word, then I must be a quarrelsome man who is only a burden to them. As I learned only lately, several of the congregation have banded together who intend to move that this burden be taken from them and that another come into my place, who will give them more and not scold so.

I am of good comfort in spite of all this. God knows that I have also in bodily need gladly shown pity and done them much good; only that they do not know how to value it, and that the more they receive, the greedier they become. — So God also knows what I quarrel with them about. He is my witness that I sought to fulfil this holy duty given us with great fear and trembling, to warn the wicked from his evil way. Therefore I wait, though often with weak and tempted faith, for the help of the LORD, who is nigh unto all that call upon Him, to all that call upon Him in earnest.

That the heathen of our place, otherwise so willing for baptism (there are still eight of them, among them five advanced in years and three children), have again become wavering in their resolution and have withdrawn from us again, ought not to astonish us after such experiences. While I was going through those heavy things I was often not a little anxious lest the final outcome in Bethany be the same as with the congregation at Shebahyonk; but as it appears in the most recent time, God be praised for it! my little faith has been put to shame. In many the power of the Word of God has taken effect. Many have recognized that they have hitherto not used the mission for that for which it was among and with them. Very many, unfortunately, have sinned in this respect unknowingly; they did not know how they stood to the mission and how the mission stood to them. Only by degrees did they have to learn how poor the mission is and how sparingly its means come together. Although they had heard much about it even earlier, yet their hearts, which still cling so much to the earthly and strive after it, remained untouched by it. They will still have long to learn that we are poor among them, but that it will nevertheless, if they do not resist, succeed through God's grace to make them rich in heavenly goods through the knowledge of our Saviour Jesus Christ. Might they soon all together hunger and thirst after this riches with their whole heart, then all the other would fall to them, without our trouble and cost, and they would have no lack of any good thing.

And now, dear brethren, that you may not begin to doubt of Bethany's further continuance and prosperity, I report to you finally, for your joy and fair comfort, that not only are there many worthy Christians here who have remained untouched by the above sins, but that also some of those who had sinned grievously have turned again and done repentance. These latter, I hope in God, will in future be the more careful not to tempt the LORD and to draw His grace upon wantonness, since they have seen how weak they have become. May the LORD, however, cleanse His congregation gathered to Himself of all spots of sin, and let it have part in His day in the glory of His kingdom, in His blessedness!"

So far the own words of our dear missionary.

How painful it is to be reminded by them anew of the sad apostasy of the congregation of Shebahyonk! Unfortunately there is as yet not a spark of hope to be perceived that those who have fallen so deep will go into themselves and return to their first love. They persist rather in their impenitence. The beautiful place where they once lived gathered about their missionaries, the blessed Maier and our dear brother Auch, has now passed into other hands, and indeed into those of a Yankee, who has bought from the mission committee both the 40 acres and the little church and dwelling house standing upon them, with the outbuildings, for the price of 500 dollars, and has already paid the purchase money into the mission treasury. — Faithful God, have Thine labored in vain on this field? Hath Thy Word not accomplished here that for which it was sent? Hath it not been here like a fire, and like a hammer that breaketh the rock in pieces? So we sigh, asking toward heaven. But the LORD answereth from on high: "My grace is sufficient for thee"; He teaches us to say: "Why art thou cast down, O my soul? and why art thou disquieted in me? Hope thou in God: for I shall yet praise Him, who is the health of my countenance, and my God.

Ferdinand Sievers.

Frankenlust, at the beginning of the year 1855.

Union.

As we learn from the "Fröhlicher Botschafter," which is the German religious periodical of the so-called "United Brethren in Christ," the three separated Methodist parties, namely 1. these "United Brethren," 2. the "Wesleyan Methodists" and 3. the members of the so-called "Evangelical Association" (to be distinguished from the "United Evangelicals" of the West), are about to unite again with one another. On the 17th of March a meeting of representatives of the two first-named bodies took place for this purpose at Westerville, O.; on the coming 17th of May such a meeting is to be held for the same purpose at Dayton, O. A correspondent of the "Fröhlicher Botschafter" cries out, in his discussion of this matter in the number of March 30, rather naively: "Lord, help us all to lay aside all errors and extremities." As to the "errors," we naturally join heartily in the wish of the dear man; as to the "extremities," however, the writer seems to us to go somewhat too far; for the extremities, as is well known, are arms and legs and the like!

The South Indiana District Conference

will assemble, God willing, on the 8th and 9th of May of this year in the congregation of the Rev. Pastor Sauer.

Th. Wichmann, Secr.

The Northern District

of the German Evangelical Lutheran Synod of Missouri, Ohio and other States

holds its sessions this year in the Lutheran Trinity Church at Milwaukee, Wisconsin, from the 6th to the 13th of June.

Milwaukee, Wisconsin, March 21, 1855.

Friedrich Lochner, Sekr.

Receipts and Thanks.

With hearty thanks to God and the kind givers we hereby certify that we have received, at the wedding of Mr. Joh. Georg Roth at Frankenmuth, $1.17, likewise from Rev. Röbbelen 83 cents.

May the faithful God repay it abundantly to the kind givers according to His promise.

Joh. Georg Nüchterlein
Georg Bernthal.

Fort Wayne, April 1, 1855.

Thankfully I certify that I have received the following gifts for my support in the seminary here:
Through Rev. Föhlinger from several friends $7.00
Through Rev. Schwan, from a man from Cleveland, Ohio, a 5-dollar note, worth .... 3.75
From Rev. Lindemann, Cleveland, Ohio ....... 3.00
From Christ. Schaper, Fort Wayne .......... 1.00
May the faithful God repay it abundantly to the kind givers according to His promise.

W. Engelbert.

Fort Wayne, April 4, 1855.

With hearty thanks to God and the kind givers I hereby certify that I have received $5.00 from the Young Men's Society in Cleveland.

May the gracious and merciful God repay it to the kind givers in time and eternity.

Joh. Georg Schäfer.

Fort Wayne, April 12, 1855.

The undersigned certifies with hearty thanks that he has received $5.95 from the congregation of Rev. Husmann.

May the faithful and merciful God repay it abundantly to these kind givers, even here in time, but above all in eternity.

Heinrich Jor.

Fort Wayne, April 10, 1855.

With hearty thanks I certify that I have received through Mr. Jungkunz: from the congregation at Detroit $4. and from Mr. Carstens there $1. for my support.

E. Schulz.

Concordia College, April 9, 1855.

Thankfully I hereby certify $10.00 from Mr. Mich. Arnold in Frankenmuth, and $2.00 from Mr. L. Sohn there, received for his support.

J. List.

Concordia College, April 16, 1855.

From the Altenburg and Frohna Young Men's Society $20.00, and through Rev. Streckfuß in Willshire, Van Wert Co., O., $5.00, received; acknowledged with hearty thanks.

J. P. Beyer.

Concordia College, April 17, 1855.

From the congregation of Rev. Hattstädt in Monroe, Mich., $4.00 received, certified with heartfelt thanks.

Joh. M. M. Moll.
Pupil of the Conc. Coll.