Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 16 › Seite 248

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 5. August 1913, Seite 248

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E vas ‚ 19

4. In Seward ist das Musikgebäunde im Bau begriffen.
Der Nebraska⸗Distrikt sammelt dafür alle Gelder, die die von
der Synode bewilligte Summe von 55000.00 übersteigen.

5. Unser neues Lehrerseminar in River Forest schreitet
rüstig seiner Vollendung entgegen. Die Anstaltsgebäude sind
sämtlich unter Dach und bemörtelt, und für die neun Profes⸗—
sorenwohnungen sind die Fundamente gelegt. Der Allgemeine
Kassierer hat bereits für diese Anstalt 8144,900 ausbezahlt
und sieht sich daher genötigt, nun für die Vollendung der Bau⸗
ten große Summen zu borgen. Es ist ja bekannt, daß die All⸗
gemeine Synode unter der Voraussetzung, daß diese Anstalt
5200,000 kosten würde, beschlossen hat, daß, wenn die aus der
Synodalbaukasse bewilligten §100,000 und die vom Nord.Illi—
nois⸗Distrikt geschenkten 530,000 verbaut seien, das fehlende
Geld zinsfrei geborgt werde, falls die Anstalt in Addison noch
nicht verkauft werden könne. — Mitgeteilt ist bereits, daß die
Aufsichtsbehörden beschlossen haben, sogleich ein Musikgebäude
aufzuführen und die dadurch erwachsenen Extraausgaben pri⸗
vatim von begüterten Leuten zu kollektieren, sowie auch, daß
unsere Schulkinder durch ihre Lehrer zu dem Aufbau dieser
Anstalt herangezogen werden.

6. Die nötigsten von der Synode beschlossenen großen
Reparaturen an den Anstalten sind ausgeführt und dafür aus
der Baukasse §14,642.28 ausbezahlt worden.

7. Endlich hat der Allgemeine Kassierer die Schuld von
519,591.39, die zur Zeit der letzten Delegatensynode auf der
Baukasse lastete, gelöscht. —

Was nun den Stand der Synodalbaukasse anbetrifft, so
ist den Gemeinden folgendes zu berichten. — Von den von der
Allgemeinen Synode für obige Bauten bewilligten 5200,000
hat der Kassierer bis dato 5130,000 erhalten. Noch etwa
520,000 sind bereits versprochen, aber noch nicht bis zum All—
gemeinen Kassierer gelangt. Es fehlt also noch von der bewil⸗—
ligten Summe ein Viertel oder 850,000. In obige einbezahlte
und versprochene Gelder sind natürlich nicht eingerechnet die
530,000 aus dem Nord.⸗Illinois-Distrikt noch die besonderen
Gaben für das Musikgebäude in River Forest noch die einge⸗
laufenen Kinderkollekten.

Wenn nun auch bereits River Forest seinen ihm zukom—
menden Teil aus der Synodalbaukasse gezogen hat, so sollten
wir doch nicht nachlassen im Kollektieren, bis die noch fehlenden
550,000 aufgebracht sind. Auch die übrigen Bauten sind nötig
und sollten, wo möglich, vor Einbruch des Winters fertiggestellt
werden. Eine ganze Anzahl Gemeinden hat für die Synodal⸗
baukasse noch gar nichts oder sehr wenig getan, während andere,
die schon fleißig gegeben haben, sich etwa willig finden lassen,
weitere Gaben einzusenden.

Ich wollte, du könntest, mein lieber Christ, einmal unsere
sämtlichen Lehranstalten mit ihren 2000 Prophetenknaben be⸗
suchen und sehen, wie sie vorbereitet werden zum Dienst am
Wort in der ganzen Welt, dann würde dir dein Herz weit wer—
den, und du würdest Sonntags im Kirchengebet inbrünstiger
beten: „SErr, segne die rechtgläubigen Lehranstalten zur Aus—
rüstung treuer Arbeiter in deinem Weinberge!“ und deinen Bei—
trag willig bringen. O möchten unsere Gemeinden sich immer
mehr erweisen als Pflegerinnen und Säugammen unserer
Schulen und daher auch den gegenwärtigen Stand unserer
Baukasse baldigst besprechen und unserm Allgemeinen Kassierer
helfen, die nötigen Auszahlungen machen zu können. Luther

*

schreibt: „So wir Christen sein wollen, sollen wir ja wissen,
daß wir dazu berufen sind, und Gottes Gebot ist, daß wir alle
dazu tun mit beiden Händen und allen Kräften, daß Gottes
Haus nicht wüste noch die Predigtstühle ledig stehen, und sein 1
Reich nicht aufhöre, damit nicht beide wir selbst und das junge
Volk der Seligkeit beraubet werden.“ 14
F. Pfotenhauer.

— *

Versammlung des North Dakota⸗ und Montana⸗
Distrikts.

das der jüngste Distrikt unserer
Von der Ostgrenze North Dakotas bis zur
Westgrenze Montanas sind es etwa tausend Meilen und von
der Nord- bis zur Südgrenze der beiden Staaten 250 bis 350

Ein großes Land ist es,
Synode bearbeitet.

Meilen. Ein großes Land! — In nördlichen Teile dieses
ebenen Landes, in der Nordostecke von North Dakota, bei ö

St. Thomas, versammelte sich in diesem Jahre unsere Snm *
vom 19. bis zum 24. Juni. Das Wetter wechselte oft. Erst 4
Regen, dann kühles Wetter, dann Hitze, dann North Dakotaer
Wind, dann wieder Regen. Aber doch waren es schöne Tage.
Das machte die einmütige Gesinnung der Synodalen unter⸗4
einander und die Gastfreundschaft unserer Wirte. Aus allen“
Richtungen waren Synodale herbeigeeilt. „Etliche waren von
ferne kommen“, über tausend Meilen, vom westlichen Montana.
Groß war die Versammlung nicht; nur 62 Synodalgäste
waren da.

Im Eröffnungsgottesdienst hielt der Allgemeine Vize⸗
präses J. Hilgendorf von Cheyenne, Wyo., eine köstliche Pre⸗ ö
digt über das Wort Christi: „Ihr seid das Licht der Welt“,
Matth. 5, 14. Wir Christen würden wohl kaum aus uns
selbst auf den Gedanken kommen, daß wir das Licht der Welt
seien, und die Kinder dieser Welt bringen uns ganz sicher
nicht auf diesen Gedanken; sie halten uns für Finsterlinge.
Aber der SErr Christus weiß das besser und er sagt zu uns:
„Ihr seid das Licht der Welt.“ Eigentlich ist ja Christus selbst
das Licht; wir Christen leuchten aber auch, weil wir das Wort
Gottes, insonderheit das Evangelium von Christo, auf den
Leuchter stellen. Christen leuchten auch durch ihr göttliches
Leben, das sie als Christen führen. Wozu sagt der SErr
Christus das zu uns: „Ihr seid das Licht der Welt“? Zur
Mahnung. Wir lutherischen Christen haben das Licht des
reinen Wortes von unsern Vätern geerbt und darum sollen
wir mit Gottes Hilfe darauf sehen, daß wir es in Kirche und
Schule behalten, sollen es auch andern mitteilen, sollen dafür
kämpfen. Der SErr Christus sagt uns das auch zum Troste.
Wenn wir verschrieen werden als rechthaberische Leute, weil
wir auf die reine Lehre halten, wenn uns der Mut sinken

will, so sollen wir wissen, wir sind das Licht der Welt. Dazu
sind wir ja da, daß wir zeugen und leuchten.
Unser Land ist teilweise noch ein finsteres Land. Viele,

viele, die darin wohnen, sitzen noch in Finsternis.
das ändern. Wir möchten gerne von unserm Lande sagen
können: „Das Land ist voll Erkenntnis des HErrn.“ Was
nun in dieser Hinsicht getan worden ist und was noch zu tun
ist, darüber hat uns der Missionsbericht nicht im Dunkeln
gelassen. Es ist schon viel getan worden, aber es ist noch
viel mehr zu tun. 52 Pastoren und 4 Lehrer arbeiten gegen⸗

Wir möchten

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