Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 16 › Seite 249

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 5. August 1913, Seite 249

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auf dieser Versammlung verlesen werden.

Glaubensbrüder in unser Gebiet ziehen.

249

S Ner 2„TutheranebS

wärtig in unserm Distrikt an 100 Gemeinden und 100 Pre⸗
digtplätzen. Etwa die Hälfte dieser Pastoren erhält noch
Unterstützung aus der Missionskasse. Bei der diesjährigen
Kandidatenverteilung sind unserm Distrikt noch 13 Kandidaten
zugewiesen worden, so daß, zum erstenmal seit langer Zeit,
alle vakanten Parochien besetzt werden konnten. Darüber ist
die Freude groß. Mit aufrichtigem Dank gegen Gott lauschte
die Synode den Berichten, die die Reiseprediger über ihre Ge—
biete gaben. Freilich an Geld fehlte es etwas. Ausgabe:
98300.00; Einnahme: 96000.00; Schuld: 52300.00. Die
Synode beschloß, alle Gemeinden zu bitten, monatlich eine Kol—
lekte für Innere Mission zu erheben, sodann auch bei der Kom—
mission für Allgemeine Innere Mission um eine größere Unter—
stützung einzukommen.

Auf allen drei Versammlungen, die unser Distrikt bis
jetzt gehalten hat, haben wir in den Lehrverhandlungen von
Aposteln gehört. Der diesjährige Referent, P. H. Bügel, ver—
las ein Referat über: „Simon Petrus, der Jünger und Apo—
stel des HErrn.“ Welch ein eifriger, feuriger Jünger war doch
Petrus! Welch herrliche Bekenntnisse hat er abgelegt, zum
Beispiel: „Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn.“
Christus nennt ihn ja wegen seines Bekenntnisses auch Petrus,
einen Felsenmann, der auf Christo, dem Felsen, im Glauben
festgegründet ist. Wir können viel von Petrus lernen. Frei—
lich, vollkommen war er nicht. Er war auch ein armer Sün—
der, der manchen Fehler beging, der zuweilen töricht redete,
der sogar so tief fiel, daß er seinen HErrn dreimal verleugnete.
Auch war er nicht der Fürst unter den Aposteln, wie die römische
Kirche behauptet. — Nur der erste Teil dieses Referates konnte
Die letzte Hälfte,
die von der apostolischen Wirksamkeit Petri handelt, wird dann
wohl auf der nächsten Versammlung der Synode vorgelegt wer—
den. Das wird, so Gott will, im Juni 1915 sein in Willow
City, N. Dak.

„Der SErr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere

das Werk unserer Hände bei uns; ja, das Werk unserer Hände—

wolle er fördern!“ Ps. 90, 17. W. Friedrich.

Der Oregon- und Washington⸗Distrikt

St. Petri⸗

hielt seine diesjährige Versammlung inmitten der

gemeinde bei Cornelius, Oreg., vom 2. bis zum 8. Juli. Im
Eröffnungsgottesdienste predigte Vizepräses J. W. Miller.

über Röm. 3, 28. P. O. Fedder referierte über das Thema:
„Das Christentum in seiner Betätigung nach Kol. 3, 1—4, 6.“

Die Angelegenheiten der Allgemeinen Synode wurden
durch Vizepräses Miller den Versammelten ans Herz gelegt.
Die Beamten unsers Distrikts erstatteten Bericht über den Fort—
gang der Inneren Mission, über unser College, über die Kirch—
baukasse, die Studentenkasse usw.

Die Hauptaufmerksamkeit in den Geschäftsverhandlungen
nahm die Tätigkeit der Inneren Mission in Anspruch. Unsere
Mission hier im Nordwesten ist eine sehr schwierige; sie erstreckt
sich über drei Staaten. Unsere Arbeit würde bedeutend er—
leichtert, wenn man uns sogleich in Kenntnis setzen würde, wenn
Wir möchten darum
aufs dringendste bitten, daß unsere lieben Amtsbrüder im Osten

uns in der Mission diese Liebe erzeigen. Trotz der spärlichen

Bedienung, die unsern vielen Missionsposten hat zuteil werden
können, und trotz des Verlustes von vier Arbeitern, die durch
Krankheit gezwungen wurden, ihr Amt niederzulegen, ist doch
das Werk des SErrn vorangeschritten.

Während der Synode hielt P. J. A. Schlichting eine
Schulpredigt, P. F. Schoknecht die Pastoralpredigt und P. H.“
Bohl die Beichtrede. Am Synodalsonutag feierten die Syno—
dalen mit der gastgebenden Gemeinde Missionsfest.

Neben all diesem, was zu unserer geistlichen Erbauung
diente, erquickte uns die liebe Gemeinde mit herzlicher Gast—
freundschaft.

Am Dienstagnachmittag vertagte man sich mit dem Singen
des dritten Verses von dem Liede 346. Die nächste Synode
versammelt sich, will's Gott, inmitten der Zionsgemeinde zu
Snohomish, Wash. Gott der SErr aber bleibe bei uns mit
seinem Segen und fördere das Werk unserer Hände!

A d. Gahl.

——

Bur kirchlichen Chronik.

Die Immannelsgemeinde in Chicago feierte am 4. Sonntag
nach Trinitatis das vierzigjährige Amtsjubiläum ihres Pastors
L. Hölter. ö E. H.

Der Wisconsinsynode und unserm Wisconsin⸗Distrikt, die
gleichzeitig ihre Versammlungen abhielten, lagen Eingaben vor,
die eine Verschmelzung der beiden Körper befürworteten. Die
Wisconsinsynode beschloß, daß sie den vielfach ausgesprochenen
Wunsch nach Vereinigung mit der Missourisynode, zunächst im
eigenen Staate, als berechtigt anerkenne, weil er eine verständige
Abgrenzung der synodalen Arbeitsgebiete in dem ursprünglichen
Sinne der Shnodalkonferenz bezwecke. Weil aber die Synode
in der Allgemeinen Synode mit mehreren andern Synoden in
Verbindung stehe, so müsse sie zunächst mit diesen Synoden über
die beregte Sache ins Einvernehmen konnnen. Es wurde des⸗
wegen ein Komitee eingesetzt, das mit jenen Synoden und dann
mit unserer Synode handeln soll. — Dem Wisconsin⸗Distrikt
lagen neun Eingaben vor, die teils eine Vereinigung im Staate
Wisconsin zu einer Staatssynode befürworteten, teils eine Ver⸗
schmelzung der beiden ganzen Synoden, teils eine Vereinigung
aller zur Synodalkonferenz gehörenden Synoden. Der Distrikt
sprach sich dahin aus, daß er eine Verschmelzung, die sich nur auf
den Staat Wisconsin beschränke und so noch eine Synode mehr
ergeben würde, nicht für ratsam halte. Dagegen sprach der
Distrikt es aus, daß es sein Bestreben sei, eine Vereinigung aller
rechtgläubigen Gemeinden zu einem Synodalkörper herbeizu—
führen. Das sei aber nicht Sache des Distrikts, sondern der
ganzen Synode. Und so wird die Frage vor unsere im nächsten
Jahre tagende Delegatensynode kommen. E. P.

Das neue Schulgebände unserer St. Paulusgemeinde in
Fort Waͤyne ist nach einem uns vorliegenden Bilde ein wahrer

2—
—

Prachtbau. Es macht den Eindruck eines stattlichen College⸗
gebäudes. Das Herz lacht einem im Leibe, wenn man sieht,

daß eine christliche Gemeinde so großen Wert auf ihre Gemeinde—
schule legt und auch sehr bedeutende Ausgaben für die
Herstellung stattlicher Gebäude nicht scheut. Es ist wahr, eine
christliche Schule kann ihre Heimat in der elendesten Blockhütte
haben. Eine christliche Schule in der ärmlichsten Behausung ist
einer Schule, der zwar ein Prachtbau zur Verfügung steht, die
aber Gottes Wort nicht hat, stets vorzuziehen. Aber es ist dem
Willen Gottes nicht gemäß, wenn eine christliche Gemeinde ihre
christliche Schule länger in einem armseligen und unzweckmäßigen
Gebäude wohnen läßt, als dies wegen Armut der Glieder un⸗

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