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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 5. August 1913, Seite 245
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Vereinigung 6
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Derausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Zynode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Lonis.
——
E
St. Louis, Mo., den 5. Rugust 1913.
Nr. 16.
69. Jahrgang.
über die beste Art und Weise, die Wahrheit ins Licht
zu stellen und die Einigkeit der Kirche zu fördern.
Während das „Gemeindeblatt“ der Ehrw. Wisconsin—
synode seiner Freude darüber Ausdruck verlieh, daß in dem
Buch, betitelt: „Zur Einigung“, auch das Wahre in den
norwegischen Vereinigungssätzen herausgestellt und anerkannt
sei, und dieses Blatt sich dahin äußerte, daß das Buch der Einig—
keit der lutherischen Kirche wohl dienen könnte, ist die innerhalb
derselben Synode erscheinende „Theologische Quartalschrift“ der
entgegengesetzten Ansicht. Die „Quartalschrift“ meint: „Zur
Verständigung und Einigung mit den Vertretern des „Opgjör““
(das ist, der norwegischen Vereinigungssätze) „können wir nicht
dadurch kommen, daß wir an diesem Dokument allerhand An—
erkennenswertes hervorheben, als ob mit diesem oder jenem
Stück den Gegnern gegenüber etwas Wesentliches gewonnen
worden sei.“ Demgemäß ist die „Quartalschrift“ auch der An—
sicht, daß die Schrift „Zur Einigung“ der Einigung nicht dien⸗
lich sei.
Wir erlauben uns einige Bemerkungen zu diesem verschie—
denen Urteil der Zeitschriften der Wisconsinsynode. Es han—
delt sich ja nicht um eine Differenz in der Lehre, sondern um
die beste Art und Weise, wie die Wahrheit ins Licht gestellt,
dem Irrtum gewehrt und die Einigkeit in der Wahrheit ge—
fördert wird. In bezug auf diesen Punkt können wir noch
fortwährend voneinander lernen. Es ist dies auch ein Punkt,
der nicht nur für alle Lehrer der Kirche, sondern auch für alle
Christen insgemein von der allergrößten Wichtigkeit ist. Auch
alle Christen sollen ja fortwährend durch das Bekennen der
Wahrheit und durch Aufdeckung des Irrtunis zur Förderung
der Einigkeit der Kirche tätig sein.
Wir, unsererseits, bekennen, daß wir in unserer Schrift
absichtlich und mit großer Freude auf das Wahre in
den norwegischen Vereinigungssätzen hingewiesen haben. Diese
Weise gewährte uns einen großen Vorteil. Sie gewährte uns
den Vorteil, daß wir nun auch die Mängel, die den Vereini⸗
gungssätzen anhaften, den Lesern verständlich aufzeigen und
zur Beseitigung derselben ermuntern konnten. Um zwei
Hauptpunkte anzuführen: Nachdem wir nachgewiesen und an⸗—
erkannt hatten, daß die norwegischen Vereinigungssätze die
sogenannte „erste Lehrform“ oder die Lehre der Synodalkon—
ferenz von der Gnadenwahl für die Lehre der Heili⸗—
gen Schrift und des lutherischen Bekenntnisses
erklären, konnten wir nun auch allseitig darlegen und ver—
ständlich machen, daß und warum die sogenannte „zweite
Lehrform“ (die Lehre der späteren Dogmatiker: „Erwählung
in Ansehung des beharrlichen Glaubens“) von den Vereini⸗
gungssätzen auszuscheiden sei. Ferner: Nachdem wir
nachgewiesen und anerkannt hatten, daß in Satz 5 der Verei—
nigungssätze die Lehre ausgesprochen ist, daß die bekehrende
und erwählende Gnade sich nicht nach dem guten menschlichen
Verhalten, sondern allein nach Gottes Gnade und Christi Ver⸗
dienst richte, konnten wir nun auch allgemeinverständlich auf—
zeigen, welcher Ausdruck in Satz 4 („des Menschen Verant—
wortlichkeitsgefühl gegenüber der Annahme oder Verwerfung
der Gnade“) damit nicht stimme und auszuscheiden sei.
Endlich: Durch Aufzeigung und Anerkennung des Wahren
in den Vereinigungssätzen waren wir imstande, den Vertretern
derselben zu helfen, wie sie von dem Wahren aus, das
sie selbst bekennen, die Mängel an ihren Sätzen er⸗
kennen und abtun könnten. Dies hat uns bewogen, nicht
bloß „allerlei Anerkennenswertes“, sondern das ganze An⸗
erkennenswerte den Hauptpunkten nach sorgfältig hervor—
zuheben.
Die gegenteilige Weise, nach der man nur das Irrige
in einem Dokument hervorhebt, nicht aber auch das darin ent—
haltene Wahre aufzeigt und anerkennt, ist mit mehreren Nach—
teilen behaftet. Man läuft mit dieser Weise Gefahr, allerlei
Gedanken hervorzurufen, die der Einigung in der Wahrheit
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