Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 16 › Seite 250

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 5. August 1913, Seite 250

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Zeitſchriften 6

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Ser 7 utheranee

bedingt nötig ist. Es freut uns jedesmal, wenn wir im Gebiet
der Synode in den Städten und auf dem Lande auch äußerlich
ansehnliche Schulgebäude sehen. Gott verleihe aus Gnaden, daß
mit dem äußerlichen Schmuck auch stets der rechte innerliche
Schmuck verbunden bleibe, nämlich die reine, unverfälschte Lehre
des Wortes Gottes! F. P.

Der Seemannsmissionar der Norwegischen Synode in San
Francisco, P. L. Carlson, ist Ende Mai dieses Jahres gestorben.
über die Tätigkeit dieses Mannes, den auch manche Glieder unse—
rer Synode kennen gelernt haben, berichtet der „Lutherische Bot—
schafter“, das Blatt unserer Brüder an der Pacificküste: „Der
Raum unsers Blattes gestattet es nicht, die einzelnen Züge aus
dem tatenreichen und bewegten Leben dieses Mannes, der das
Evangelium in drei Erdteilen, nämlich Europa, Australien und
Amerika, verkündigen durfte, zu schildern. Es sei hier nur an
die zehnjährige Tätigkeit als Missionar unter den Seeleuten zu
San Francisco erinnert. Da diese Seeleute beständig kommen
und gehen, so bestand seine Hauptarbeit in der Privalseelsorge.
Und so stand der ehrwürdige Greis im Silberhaar niehr als ein
Vater unter den jungen, wettergebräunten Recken des Nordens.
Er leitete sie mit Rat und Tat nach Leib und Seele. Nicht nur
spendete er ihnen Lehre und Trost aus Gottes Wort, damit sie
den vielen Versuchungen des Seemannslebens widerstehen könn⸗
ten, sondern leistete ihnen auch große Dienste in ihren äußeren
Angelegenheiten. Er munterte sie auf zu einem regen brieflichen
Verkehr mit den Ihren zu Hause und half mit, die Briefe zu be⸗
fördern. Ja, es gingen eine Million Dollars in diesen zehn
Jahren durch seine Hände. Dieses Geld, der sauerverdiente Lohn
seiner lieben Seeleute, deponierte er für seine Jungens“ in Spar⸗
banken oder sandte es an die Eltern und sonstige Angehörige in
der alten Heimat.“ F. P.

Das sechzigjährige Jubiläum der „Abendschule“. Wir wer⸗
den darauf aufmerksam gemacht, daß die „Abendschule“, das in
unserer Synode allgemein bekannte und weitverbreitete Blatt, am
7. August 60 Jahre alt wird. Die „Abendschule“ ist ja kein
Synodalblatt, sondern ein Privatblatt. Sie ist auch kein Kirchen⸗
blatt, sondern ein Blatt, das der christlichen Familie gesunden
Lesestoff zur Belehrung und Unterhaltung darbieten will. Frei⸗
lich sollten in jeder christlichen Familie unserer Synode zunächst
kirchliche Blätter, vor allen Dingen der „Lutheraner“, ge—
lesen werden. Aber ebenso wissen wir auch, daß daneben in der
christlichen Familie das Bedürfnis für ein Blatt vorhanden ist,
das in durchaus christlichen Geiste der Belehrung und Unter⸗
haltung dient. Hier bietet die „Abendschule“ ihre Dienste an.
Zwar ist auch bei der Redaktion der „Abendschule“ hin und wieder
das Vollbringen hinter dem Wollen zurückgeblieben. Aber unsers
Wissens gibt es gegenwärtig kein ähnliches Blatt in der ganzen
Welt, das grundsätzlich alle Lebensverhältnisse und ge—
schichtlichen Ereignisse so im Lichte des Wortes Gottes beurteilte,
wie dies in der „Abendschule“ geschieht. Das „Daheim“, das
früher auch „die christliche Weltanschauung“ vertreten wollte, hat
diesen Charakter längst abgestreift. Daß aber die „Abendschule“
ihrem ursprünglichen Charakter treu geblieben ist, war der Grund,
weshalb der selige D. Walther sich fortgehend für dieses Blatt
interessierte und auch manche Pastoren, zum Beispiel auch die
Doktoren Gräbner und Stöckhardt, für dieses Blatt geschrieben
haben. Auch wir wollen es daher bei dieser Gelegenheit im
Interesse der Sache nicht unterlassen, auf die trefflichen Dienste
hinzuweisen, die die „Abendschule“ der christlichen Familie ge—
leistet hat und durch Gottes Gnade fernerhin noch leisten wird.

F. P.

Auf die Feier des Lutherjubiläums im Jahre 1917 rüstet
man sich auch in Deutschland. Die einen schlagen eine allgemeine
„Lutherspende“ vor, um den in der Zerstreuung lebenden Prote⸗

stanten Kirchen bauen und bezahlen zu helfen.
ein Institutum Lutheranum errichten, wo man mit „wissenschaft⸗
lichen Mitteln“ gelehrte Lutherstudien treibt. „Wir haben“ —
schreibt jemand — „in Jerusalem ein Institut für Altertums⸗
wissenschaft, warum nicht auch eins für Luther?“ — Dazu wäre
zu sagen: Luther gehört nicht in das Gebiet der „Altertums⸗
wissenschaft“, sondern Luther gehört als der Reformator der Kirche
und als ihr größter Lehrer seit der Apostel Zeit mitten in die
Kirche der Gegenwart hinein. Die Aufforderung zu einer

würdigen Lutherfeier in Deutschland muß vor allen Dingen in

der Aufforderung bestehen, daß alle Protestanten Deutschlands sich
wieder auf Luthers Lehre stellen, auf die Lehre, die Luther
aus Gottes Wort wider Papst und Schwärmer vorgetragen hat.
Die deutschländische Theologie muß wieder den Mut gewinnen zu
bekennen, daß die Heilige Schrift Gottes unfehlbares Wort ist
und der Mensch aus Gnaden, ohne jedes eigene Verdienst, durch
den Glauben an das Evangelium gerecht und selig wird. Nur

durch die Rückkehr zu diesen Grundwahrheiten der Reformation

gewinnt die protestantische Kirche Deutschlands das Recht, das
bevorstehende Jubiläum zu feiern. Es gibt bereits in Deutsch⸗

land eine Kirchengemeinschaft, die voll und ganz auf Luthers

Lehre steht. Das ist „Die evangelisch-lutherische Freikirche von
Sachsen und andern Staaten“.
Sie hat auch wiederholt unter schweren Ärgernissen zu leiden ge—
habt durch den Abfall früherer Glieder, gerade wie die Kirche der
Reformation zur Zeit Luthers. Aber sie steht, wie gesagt, noch
immer voll und ganz auf der Lehre Luthers. So gewiß dies ist,
so gewiß ist auch, daß nach Gottes Willen die Protestanten
Deutschlands sämtlich zur Sächsischen Freikirche treten sollten.
Ein Schreiber in der Hengstenbergschen Kirchenzeitung ermahnt
die Kirche Deutschlands, „den großen Geist Luthers auf sich wirken
zu lassen“. Geschieht letzteres wirklich, so wird man bald er⸗
kennen, daß die Sächsische Freikirche die Kirche der Reformation
in Deutschland vertritt. F. P.

Ein Türke und ein Armenier verhandelten kürzlich in einer
St. Louiser Zeitung über das Verhalten der Türken gegen die
Christen. Der Türke behauptete, daß die Christenverfolgung nicht
mehr auf dem türkischen Programm stehe. Dazu ist zu sagen:
Sicherlich gibt es heutzutage viele Türken, die keine Christen⸗
verfolgung wollen, gerade wie es heutzutage und namentlich in
den Vereinigten Staaten viele Katholiken gibt, die keine Prote⸗
stantenverfolgung wollen. Aber Christenverfolgung liegt in der
Religion der Türken, und Protiestantenverfolgung liegt in der
Religion der Katholiken. Es braucht nur der religiöse Fanatis⸗
mus angefacht zu werden, so haben wir von seiten der Türken
Christenverfolgung und von seiten der Römischen Protestanten—

verfolgung. Die Beweise dafür haben wir auch gerade zu unserer
Zeit vor Augen. Wir haben also noch immer Veranlassung zu
beten:

Erhalt uns, HErr, bei deinem Wort
Und steur' des Papsts und Türken Mord! F. P.

Todesanzeigen.

Am Mittwoch, den 21. Mai, ist nach längerem Leiden der
greise P. emer. Friedrich Wilhelm Föhlinger zu
Honkers, N. Y., im Glauben an seinen Heiland zur Ruhe der
Kinder Gottes eingegangen.
4 Monate und 13 Tage. — Der Entschlafene wurde am 8. Ja⸗
nuar 1825 in Seebach, Preußen, geboren. Zum Lehrer ausge⸗
bildet, kam er in jungen Jahren — 1849 — in dies Land und
trat in das damals in Fort Wahne, Ind., befindliche Concordia—
Seminar ein. Am 3. Juli 1853 wurde er von Dr. W. Sihler
unter Assistenz Prof. Crämers und P. Kühns in Fort Wayne

Es ist eine kleine Gemeinschaft.

Sein Alter brachte er auf 88 Jahre,

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