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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 14. Oktober 1913, Seite 325
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Unzucht · Regiſter
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— —.—
*
—
Berausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Zynode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Lonis.
Nr. 21.
69. Jahrgang.
St. Louis, Mo., den 14. Oktober 1913.
Die Schuld in der Synodalkasse.
Am 31. August berichtete der Allgemeine Kassierer der
Synode, Herr J. F. Schuricht: „Gestern abend habe ich meinen
Monatsabschluß gemacht und finde die Synodalkassenschuld
noch immer sehr hoch — §63,411.51. Seit Wochen liegen für
laufende Ausgaben Forderungen auf meinem Pult, von Mil⸗
waukee für §5500.00, von Fort Wayne für 5800.00, von
Springfield für 5800.00; aber ich konnte sie nicht bezahlen.
Morgen ist der 1. September, also auch wieder Zahltag für
die Gehälter, etwa §10,000. Ich kann nicht auszahlen.“
So steht es also.
„Aber wie ist nur so etwas möglich? Eine Hauptkasse
der Synode nicht nur leer, nicht nur verschuldet, sondern so
tief verschuldet — §63,411.511“ so hören wir den Leser fragen.
Ja, wie sollen wir uns das nur erklären, daß die Kasse,
aus der die laufenden Ausgaben unserer Lehranstalten bestrit⸗
ten werden, also gewiß die Hauptkasse unserer Synode, so tief
verschuldet ist? Die Antwort: „Es sind eben die Beiträge
von seiten der Gemeinden ausgeblieben“ befriedigt nicht. Es
muß doch einen tieferen Grund dafür geben, daß die Synode
in solche Schuld geraten ist. Ganz gewiß wird mancher, der
es hört, auf den Gedanken kommen, daß bei uns lutherischen
Christen seit anderthalb Jahren der Eifer für das Werk, das
wir durch unsere Lehranstalten treiben, wohl matt geworden
sein muß. Das wird aber keiner sagen, der noch in Erinne—
rung hat, was unsere Gemeinden gerade in den letzten Jahren
für ihre Anstalten getan haben. Wer unter uns wüßte nicht,
daß gerade in letzter Zeit unsere Synodalgemeinden ihre Liebe
zu den Anstalten ihrer Kirche in höherem Maße bewiesen haben
als wohl je zuvor, indem sie für eine Anstalt allein, für unser
Lehrerseminar bei Chicago, die Summe von mehr als §5200,000
aufgebracht haben? Wir dürfen weiter gehen; wir dürfen
·
sagen, daß gerade in der letzten Zeit bei vielen, vielen unserer
lutherischen Christen die Liebe zu dem Anstaltswerk unserer
Synode erst recht wach geworden ist, daß viele, die sonst
kärglich gegeben haben, nun reichliche Geber geworden sind.
Das tritt ja auch auf andern Gebieten unserer kirchlichen Ar—
beit klar zutage. Man ist mit einigem Zagen vor die Mis—
sionschristen der Synode getreten und hat ihnen die Bitte vor—
gelegt: „Sind unter euch wohl §510,000 zu finden für“ —
man höre einmal! — „für ein Bergheim in den Gebirgen
Ostindiens, wo unsere Missionare sich erholen können?“ Die
Antwort kam: Tausende von Dollars mehr als die erbetenen
510,000 waren in kürzester Zeit zur Hand! Der Ruf kam:
„Helft den Glaubensbrüdern, die von Sturm und Überschwem—
mung gelitten haben!“ Einige Wochen nur, da kam die Mel⸗
dung: „Haltet ein! Es ist genug da, den ganzen Mangel zu
decken!“
Wer dürfte angesichts solcher Tatsachen behaupten, daß
die Glieder unserer Synode im allgemeinen das Geben müde
geworden sind? Wer kann es auch nur für möglich halten,
daß gerade für das Werk unserer Lehranstalten der rechte Eifer
nicht mehr unter uns zu finden sei? So lieb euch Christen die
Predigt des reinen Evangeliums ist, so lieb sind euch die An—
stalten, auf denen die Prediger für die Verkündigung des reinen
Evangeliums in eurer Mitte und im Heidenlande ausgebildet
werden! So gerne und willig ihr zur Erhaltung des Pfarr—
und Schulamtes in eurer Mitte beitragt, so gerne und willig
werdet ihr auch fortfahren, die Göomnasien und Seminare zu
bauen und zu erhalten, aus denen die Prediger hervorgehen,
die einst euren Kindern das reine Wort von der Gnade Gottes
in Christo IEsu verkündigen sollen. So lieb euch die christ⸗
liche Gemeindeschule ist, so lieb ist euch — das habt ihr ja
durch die Gaben für das Seminar in River Forest bewiesen —
die Erhaltung der Anstalten, in denen fromme und tüchtige
Lehrer für eure Kleinen ausgebildet werden. Und so gewiß
es ist, daß euch die seligmachende Lehre des Wortes Gottes,
die euch und euren Kindern vorgetragen wird, weit teurer ist
als das Kirch- oder Schulgebäude, in dem sie erschallt, so
gewiß ist's auch, daß ihr nicht nur für die Errichtung der
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