Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 21 › Seite 326

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 14. Oktober 1913, Seite 326

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SE Der utheranedes

Anstalts gebäude, sondern auch für den Unterhalt der Lehrer,
die ihr an diese Anstalten berufen habt, Fürsorge treffen werdet.

Und ist die Kasse, aus der eure Arbeiter an diesen An⸗
stalten ihren Unterhalt empfangen, trotzdem so übel bestellt,
so hat das wohl, wie so viele Dinge, die uns erst schwer ver⸗
ständlich erscheinen, einen ganz einfachen Grund. Wir wissen,
daß es in gar vielen Gemeinden am geordneten Geben
für Synodalzwecke fehlt. Suchen wir einen tieferliegenden
Grund für das Vorhandensein dieser Schuld in unserer Syn⸗
odalkasse — hier ist er. Es fehlt in unsern Gemeinden nicht
an Liebe zum Werk der Kirche, es fehlt auch nicht an den irdi⸗
schen Mitteln, aber es fehlt vielfach an Ordnung und
System in der Einsammlung von Gaben für
Synodalzwecke. Würden unsere Gemeinden allenthalben
oder doch, wo immer tunlich, eine feste Ordnung in der Ein⸗
sammlung der Gaben treffen, so daß jedes Glied wenigstens
einmal im Jahre um einen Beitrag angesprochen würde, so
wäre selten eine so tiefe Ebbe in den Kassen, aus denen die
Missionen und das Anstaltswesen der Synode erhalten werden.

Und das ist nicht nur eine nnahme, mit der wir
etwa versuchen, die Schuld von über §560,000 in unserer Syn⸗
odalkasse zu erklären, sondern so verhält es sich tatsächlich, und
zwar erwiesenermaßen. Was hören wir nämlich von Gemein—
den, die eine feste Ordnung im Einsammeln der Gaben für
Mission und andere Synodalkassen eingeführt haben? Wir
hören, daß solche Gemeinden ihren Beitrag ohne Mühe ver⸗
doppelt, verdreifacht, ja ohne Mühe verzehnfacht haben!
Weil es aber im allgemeinen noch an System in der Einsamm⸗
lung dieser Gaben, besonders auch an dem persönlichen
Anspruch, fehlt, darum haben wir jetzt wieder in einer
Hauptkasse unserer Synode eine große Schuld zu beklagen.
Würden die Gemeinden immer mehr die Einrichtung treffen,
daß ihre Glieder auch nur einmal im Jahre persönlich an⸗
gegangen und gefragt würden: „Wieviel willst du dieses
Jahr für die Synodalkasse geben?“ so brauchten wir uns jetzt
nicht mit der Frage zu beschäftigen:

Wie kaunn die Schuld unserer Synodalkasse getilgt werden?
Diese Frage nun ist in einem Schreiben, das von der
Pastoralkonferenz des Nord-Illinois⸗-Distrikts ausgeht, beant—
wortet. Diese Konferenz regt den Gedanken an, ob es nicht
möglich sei, unter den 132,292 stimmberechtigten
Gemeindegliedern unserer Synode 7000 zu fin⸗
den, die willig wären, je §10.00 für Schulden⸗
tilgung der Synodalkasse zu geben. Sie weist
darauf hin, daß durch eben einen solchen Plan die vor acht
Jahren in der Synodalbaukasse vorhandene Schuld mit einem
Schlag getilgt worden ist. Jeder Distrikt wird gebeten, einen
gewissen Teil der Schuld auf sich zu nehmen, und dieser Ge⸗
sanitbeitrag des Distrikts ist auf die Gemeinden nach Größe und
Gebekraft zu verteilen. Die Meinung ist also nicht die, daß
denmeinzelnen etwas Bestimmtes aufgelegt werden soll, sondern
nur — so heißt es in diesem Schreiben — „daß wir aus jedem
Synodaldistrikt, aus jedem Konferenzdistrikt, aus jedem Visi⸗
tationskreis eine bestimmte Summe zur Schuldentilgung be⸗
kommen. Wie jeder Pastor das von ihm Übernommene kol⸗
lektiert, ist ihm ja ganz überlassen, ob er es durch gewöhnliche
Sonntagskollekten oder durch Kuvertkollekten oder dadurch, daß
er einzelne um §10.00 oder 55.00 oder §3.00 anspricht —
alles, wie es ihm und seiner Gemeinde gut deucht. Wir wollten

nur hier unsere Meinung aussprechen, daß es uns nach ge⸗
machter Erfahrung leichter erscheint, von einzelnen Wohlhaben⸗
den, die Christi Sinn haben, das Gewünschte zu bekommen, als
auf anderm Wege. Wenn wir dem einzelnen aufs freundlichste
sagen: „Mein Lieber, unsere Synode ist in großer Finanznot.
Wir suchen 7000 Personen, denen Gott das rechte Herz und
auch die irdischen Mittel gegeben hat; diese wollen wir um
Christi willen bitten, uns je §10.00 zu geben. Nicht wahr,
mein Lieber, du bist auch einer?' — wir glauben, daß es nur
einzelne sein werden, die uns abweisen“.

Dieselbe überzeugung hegen auch wir. Ja, es werden sich,
wie P. L. Hölter im nachfolgenden Brief an den Leser schreibt,
viele finden, die ungefragt ihre Gabe, je nach Vermögen,
bringen werden. Auch geht aus Zuschriften, die das Komitee
der Nord⸗Illinois⸗Konferenz erhalten hat, hervor, daß der 14

Plan schon allenthalben als ein praktischer, zielbewußter, er⸗

probter und vor allem gottwohlgefälliger aufgenommen worden
ist. Aus sechs Distrikten kamen schon in der ersten Woche nach
Aussendung des Schreibens der Konferenz zustimmende Ant⸗
worten. Man will mit ganzer Energie für den Plan eintreten.
Ein Präses schreibt dem Komitee: „Der HErr wird Gnade
geben, daß das Unternehmen den gewünschten Erfolg hat.
Wohl haben wir auch als Distrikt Schulden, sonderlich in un—
serer Missionskasse, und müssen auch da gründlich zugreifen.
Aber es muß hier heißen, das eine tun und das andere
nicht lassen. Wohl hat auch jede Gemeinde ihre besondere
Ausgabe, ich gerade jetzt sonderlich, da der Blitz neulich in
unsern Turm eingeschlagen hat, und wir infolgedessen wohl
ziemlich kostspielige Veränderungen vornehmen müssen; allein
das große Ganze darf deswegen doch nicht übersehen werden.“
Man beherzige das Schreiben, welches auf unsere Bitte
P. Hölter inn Namen des Komitees an die Leser richtet. Und
wer es gelesen hat, und wem die Not der Kirche zu Herzen
geht, der lege frisch Hand ans Werk! Und wer nicht §10.00
seinem Pastor bringen kann, der bringe einen, und wer
ganz arm ist und auch eine noch geringere Gabe nicht opfern
kann, der tue, was auch wir tun wollen, die wir uns an der
Kollekte beteiligen, der bete für das Gelingen dieses oder eines
andern gottwohlgefälligen Planes zur Tilgung dieser Schuld.
Und so unser Gebet ernstlich ist, werden wir erfahren, daß auch
von diesem Berg von Schulden gilt, was der SErr der Kirche
seinen ersten Jüngern verhieß: „Wahrlich, ich sage euch, so
ihr Glauben habt und nicht zweifelt — so ihr werdet sagen
zu diesem Berge: „Hebe dich auf und wirf dich ins Meer!' so
wird es geschehen.“ G.

Lieber Leser des „Lutheraner“!

Ein zuerst an alle Distriktspräsides und schon an fast alle
Visitatoren, dann auch an die Pastoren gesandtes und nun zur
fast allgemeinen Kenntnisnahme gelangtes Gesuch bedarf kaum
einer weiteren Begründung oder Unterstützung, gar noch von
mir; aber die Bitte der Redaktion um anderthalb Spalten
durfte doch nicht unberücksichtigt bleiben. Die Sache ist auch
so wichtig, daß der Geringste sich nicht sperren darf. Die
Pastoralkonferenz von Nord-⸗Illinois tritt mit einem Vorschlag
und mit einer Bitte vor unsere Synodalgemeinschaft. Wie
kommt sie dazu? Unsere Synodalkasse hat eine Schuld von
über 863,000. Unser Allgemeiner Kassierer hatte am 1. Sep⸗
tember Zahltag für Gehalte und andere Forderungen im Be—⸗

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