Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 21 › Seite 332

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 14. Oktober 1913, Seite 332

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SWer 2utsierane

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gehen. Hoffe, daß dieser Klang überall ein freundliches Echo sätzen fortwährend auf das Gebiet des Staates übergreift. Die
findet.“ Ein anderer: „Go ahead; Lm with you morning, noon, römische Kirche ist der unaufhörliche Revolutionär im Staat durch

and night.“ Ein Pastor berichtet: „Komme soeben heim von der
Konferenz. Die ersten §10.00 für Schuldentilgung habe ich schon
bekommen.“ Auch in Gebieten, in denen die diesjährige Ernte
nicht gut ausgefallen ist, will man die Sache nach Kräften unter⸗
stützen. Aus einem Distrikt kam die Zuschrift: „Ist auch in
unserm Staat die erhoffte reiche Ernte durch heiße Winde und
anhaltende Dürre durchweg kaum eine halbe Ernte, stellenweise
sogar eine Fehlernte geworden, so werden wir doch noch für unsere
Synodalhaushaltskasse einige Dollars übrighaben.“ G.

Rom und die Irländer. Die Wirren in Irland haben in
den letzten Wochen wieder die Aufmerksamkeit der ganzen Welt
auf sich gezogen. Die protestantischen Irländer drohen mit einem
eigenen Parlament (The Parliament of Ulster“), falls die
Home Rule Bill durchgehen würde und ein irisches Parlament
zustande käme, in dem die Katholiken die Mehrheit haben und
ihre Majorität zur Unterdrückung der Protestanten benutzen
würden. Auch die katholischen Irländer Amerikas klagen dar⸗
über, daß die Protestanten in Irland ihren katholischen Lands⸗
leuten drüben nicht trauen wollen. Indessen, wenn sie ge—⸗
recht sein wollen, so müssen sie anerkennen, daß die Bedenken der
protestantischen Irländer nicht unbegründet sind, solange der Papst
es allen Katholiken zur Pflicht macht, für die römische Kirche als
Staatskirche und die staatliche Entrechtung aller Nichtkatholiken
einzutreten. Um den Frieden herzustellen, möchten wir den
Katholiken in Irland einen guten Rat erteilen. Die katho⸗
lischen Irländer sollten sich an den Papst wenden.
Sie sollten in den Papst dringen, daß er alle seine Schreiben und
die Schreiben seiner Vorgänger widerruft, in denen den
weltlichen Regierungen zur Pflicht gemacht wird, die römische
Kirche zur Staatsreligion zu machen und die Nichtkatholiken zu
entrechten. Will der Papst nicht widerrufen, so sollen sie ihn
absetzen, was sie schon längst hätten tun sollen, da der Papst das
Evangelium von der freien Gnade Gottes in Christo verwirft und
wider die Heilige Schrift der Oberste in der christlichen Kirche
sein will. Das eigentliche Elend Irlands ist der Papst. Unser
Rat an die Katholiken Irlands geht daher dahin, daß sie sich
Mann für Mann ein Exemplar der Heiligen Schrift anschaffen
und die Heilige Schrift ohne die Auslegung ihrer Priester lesen.
Dann werden sie durch Gottes Gnade erkennen, daß der Papst
der Erzfeind sowohl der christlichen Kirche als auch des Staates
ist, und den Papst fahren lassen. Alle Home Rule, die es in der
Welt gibt, hilft den Irländern nicht, solange sie unter dem Papst
bleiben. F. P.

Die Klagen der römischen Kirche über Beraubung seitens des
Staates in Frankreich, Spanien und Portugal nehmen kein Ende.
Die Römischen in den Vereinigten Staaten sind kürzlich so weit
gegangen, Präsident Wilson zu ersuchen, bei der Regierung von
Portugal wegen Beraubung der römischen Kirche durch den portu⸗
giesischen Staat vorstellig zu werden. Präsident Wilson wird das
natürlich nicht tun. Denn die portugiesische Regierung würde
wahrscheinlich antworten, daß Portugal sein Verhältnis zur
römischen Kirche selbständig regele. Wenn aber der Präsident der
Vereinigten Staaten sich ja der römischen Kirche annehmen wolle,
so möge er dieser Kirche zunächst abgewöhnen, daß sie in das Ge—
biet des Staates übergreift. In Portugal, Spanien und überall,
auch bei uns in den Vereinigten Staaten, stellt die römische Kirche
bekanntlich die Forderung, daß der Staat die römische Religion
als Staatsreligion anerkenne und andere Kirchengemeinschaften
nur so lange dulde, als er nicht über die äußere Macht zu ihrer
Unterdrückung verfüge. Die römische Kirche hat kein Recht, sich
darüber zu beklagen, daß Staatsregierungen auf das kirchliche
Gebiet übergreifen, weil die römische Kirche nach ihren Grund⸗

die Forderung, daß der Staat die Pflicht habe, andere Kirchen⸗
gemeinschaften zu unterdrücken. Was insonderheit die „Be⸗
raubungen“ betrifft, die darin bestehen, daß katholische Regie⸗
rungen von Zeit zu Zeit Eigentum der römischen Kirche für
Staatseigentum erklären, so sollte die römische Kirche durch diese
„Beraubungen“ sich zur Buße leiten lassen. Sie sollte
in die Heilige Schrift sehen und erkennen, daß sie ihr Gut nicht
durch das Lehren des Evangeliums von Christo, sondern durch
Verleugnung des Evangeliums, nämlich durch antichristische Werk⸗
lehre, durch die Lüge vom Fegfeuer und durch den Greuel der
Messe, erworben hat. Die römische Kirche sollte daher angesichts
der „Beraubungen“ reumütig bekennen: „Unrecht Gut gedeihet
nicht“, und: „Wie gewonnen, so zerronnen.“ F. P.

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Wirkliches Vergnügen.

„Aber, Jakob, alter Bursche“, sagte jemand, der einem Mann

begegnete, der jüngst zur Bekehrung gekommen war, „ich höre, daßʒ.

du alle deine Vergnügungen aufgegeben hast.“ „Nein, nein“,
sagte Jakob, „die Sache ist ganz anders. Ich habe eben erst alle
meine Vergnügungen gefunden und habe nur meine Torheiten
aufgegeben.“

Das kann jeder sagen, der ein Christ geworden ist. Wir,
die wir an IEsum glauben, haben kein wirkliches Vergnügen ver—
loren, sondern wir haben nach dieser Seite hin unermeßlich ge—
wonnen.

Gesetz und Evangelium.

Der Straßenprediger Flockhardt in Edinburgh pflegte zu
sagen: „Wenn ich predige, so fange ich mit dem Gesetz an und
bringe das Evangelium hinterher; denn das ist, wie wenn eine
Frau näht. Mit dem Faden allein kann man nicht nähen. Erst
sticht sie eine scharfe Nadel hindurch und dann zieht sie den Faden
hinterher. So macht es der HErr mit uns: erst sticht er mit der
scharfen Nadel der Selbsterkenntnis, mit der Nadel des Gesetzes,
in unsere Herzen und durchs Herz; dann aber zieht er den langen,
seidenen Faden des Trostes hindurch.“

Neue Drucksachen.

Alle an dieser Stelle angezeigten Bücher, Musikalien, Bilder usw. kön⸗
nen durch das Concordia Publishing House, St. Louis, Mo., zu den bei⸗
gefügten Preisen bezogen werden. Wo eine andere Bezugsquelle angegeben
wird, wolle man, bitte, bemerken, ob zu besorgen, falls nicht vorrätig.

Siebenundvierzigster Synodalbericht des Michigan-Distrikts der
Deutschen Ev.-⸗Luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. Con-
cordia Publishing House, St. Louis, Mo. 1913. 80 Seiten.
Preis: 15 Cts.

Fünfter Synodalbericht des Atlantischen Distrikts der Deutschen
Ev.⸗Luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. Concordia Pub-
lishing House, St. Louis, Mo. 1913. 84 Seiten. Preis: 16 Cts.

Was Gottes Wort „den Eltern, den Kindern und der gemeinen

Jugend gebietet laut Luthers Zusammenstellung in der Haustafel unsers

Katechismus, das hat im Michigan-Distrikt der Referent, P. W. Hagen,

auf Seite 8 bis 67 dieses Berichts nachdrücklich und erwecklich dargelegt

unter eingehender Berücksichtigung der Sünden unserer Zeit. — Dagegen
lernen wir aus dem Bericht des Atlantischen Distrikts, wodurch sich die

Wunder des Teufels von den göttlichen Wundern unterscheiden. Auch

wendet sich der Referent, P. P. Nösener, gegen diejenigen, welche die gött—

lichen Wunder leugnen; und er zeigt vortrefflich, wie nichtig ihre Ein⸗

wände sind. K.

—*

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