Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 15, Nummer 3 › Seite 19

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 21. September 1858, Seite 19

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Heiligung 10 · Werke 21 · Werke 26 · Werke 32 · Parochialgrenze 5

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Weile studiren auf den hohen Schulen und viel sondern bleibt im vorigen bösen Wesen, der muß
Geld geben, daß sie Doctores würden.“ (Kleinere einen anderen Christum von den Antinomern
Auslegung von 1 Mos. 29, 1-8.) (Geschessürmern) baben. Der rechte Chri⸗

Endlich zeigt aber unsere liebe lutherische! stus ist nicht da, und wenn alle En⸗-
Kirche auch allein die wahre Bedeutung und gel schreien eitel Christus! Christus!
den rechten Werth der guten Werke. Sie und muß mit seinem neuen Christus verdammt
erklärt dieselben für nöthig um des göttlichen, werden.“ (Opp. Tom. XVI, 2741. 42.)
ewig gültigen, unwiderruflichen Gebotes und Auch dieser Punkt aber von der wahren Bedeu-⸗
Willens Gottes und um der nie aufhörendenit u ng der Heiligung und guten Werke findet

menschlichen Pflicht und Schuldigkeit willen,
und weil sie dem wahren lebendigen Glauben
nothwendig folgen. Sie lehrt ferner, daß alle
wahrhaft guten Werke, auch die scheinbar ge—
ringsten, eine große Belohnung haben wer⸗
den, aber sie zeigt zugleich, daß diese Belohnung
nur ein Gnadenlohn um Christi willen sei,
da der Mensch eben nur seine Schuldigkeit thne

fleckt seien und daher ohne Christo nur verdamm⸗—
lich und verwerflich wären. Endlich bezeugt sie,
die reine Lehre von der Rechtfertigung und Se—
ligkeit aus Gnaͤden allein durch den Glauben
festhaltend, daß die Werke wohl nöthig seien,

aber nicht nöthig zur Seligkeit genannt wer⸗

fönnen. Wie ernstlich in unserer Kirche u. A
gung und guten Werke gepredigt werde, dies zu
belegen, erinnern wir nur an Eine Stelle aTus
Luther's Schrift von der Kirche, worin er folgen-
dermaßen schreibt: „Solcher Christus ist nichts und

sich rein, wie gesagt, allein in der luth. Kirche. d

Wie unbiblisch auch bierüber die römische

Secte lehre (die den Werken selbst das Verdienst
der Seligkeit zuschreibt und sogar behauptet, daß
Menschen selbst mehr gute Werke thun können

und wirklich gethan haben, als Gott fordert!),

dies bedarf keines Beweises. Was aber die s.

g. protestantischen Secten betrifft, da bei densel⸗
und da auch die besten Werke noch mit Sünden be⸗

ben die Lehre von der Rechtfertigung nicht rein

und richtig getrieben wird, so kann bei ihnen
auch die Lehre von der wahren Bedeutung der keine Gnade und Vergebung und kein Vaterunser
Heiligung und guten Werke ebenso wenig rein mehr braucht.
und richtig sein.

Daher denn auch die meisten
ausdrücklich lehren, daß die Werke zur Se—
ligkeit nothwendig seien, und die Ver—

A. werfung dieser Lehre als etwas höchst Gefährli- ren eigenen Kleidern vor Gott erscheinen.
auch von der Nothwendigkeit der Heili⸗ ches und Schädliches verabscheuen, wozu noch 64, 6.
die, Christum gänzlich verleugnende, Lehre der

am meisten schwärmerischen Secten kommt, daß

der Christ schon in diesem Leben volllkommene

Liebe und vollkommene Heiligung

Mabtth. 22, 37 — 40.“
kann also der Christ das Gesetz vollkommen er—
fullen und dahin kommen, daß er keinen Heiland,

nirgends, der fur solche Sünder gestorben sei, die
nicht nach Vergebung der Sünden von den
Sunden lassen und ein neues Leben

erreichen könne. Dies ist nicht nur in dem öf=
fentlichen Bekenntnisse der hiesigen Evangelischen
oder Albrechtsleute klar ausgesprochen, sondern

liche papistische Irrlehre immer mehr überhand.
So heißt es z. B. in dem, von der in Boston
gehaltenen Generalconferenz 1852 bestätigten,
englischen methodistischen Katechismus No. 2.
(Sunday- School Union, 200 Mulberry Str.,
New Vork): „Fr. 58. Kann jeder Gläubige
völlig geheiligt werden in die sem Leben? Jaz
Gottes Gebot ist: Ihr sollt heilig sein, denn
Ich bin heilig; und seine Verheißung ist,
aß, so wir unsere Sünden bekennen, er uns
von aller Untugend reinigen wolle. 1 Pet. 1, 16.
1 Joh. 1, 9. — Fr. 59. Was gehört dazu, ein
vollkommener Christ oder völlig geheiligt zu sein?
Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer
Seele, von ganzem Gemüthe und von allen
Kräften und unseren Nächsten als uns selbst.
Nach den Methodisten

Schrieb doch vor längerer Zeit

der „Apologete,“ es schicke sich ja gewiß nicht,
daß die Braut in den Kleidern des Bräutigams
einhergehe! Die Methodisten wollen also in ih—

Jes.
Nicht der thuende, nur der leidende Ge⸗
horsam Christi, sagen sie daher, werde uns zu⸗
gerechnet; nach der um Christi Leidens willen er⸗
langten Vergebung müsse daher der Mensch nun
selbst sich eine Gerechtigkeit erwerben. —
Summa: wir bleiben bei unserer l. luth.
Kirche, die auch von der Heiligung und

den guten Werken allein rein und richtig

führen. . Wer nun nicht aufhört von Sünden, selbst unter den Methodisten nimmt diese gräu- lehrt. (Schluß folgt.)
Auszu g Hr. H. Ludwig v. New⸗York, geh. z. Syn. v. New⸗York.
aus den Verhandlungen der freien evangelisch-lutherischen Konferenz, E» Past. Mour „ Inandn. .
während der dritten Versammlung derselben zu Clevelaud, O., vom J. F. 90 aufer Sandub, d. Obie.
5. bis 11. inel. August 1858. „ „ ZJ. F. (. Nützel „ Marysville, O., „ „ Misouri.
„ Christian Piepenbrink „ Fort Wayne, Ja., 1 Missouri.
In Folge fruher getroffener Bestimmungen und demgemäß ergangenen „ Past. J. Rupprecht „ North Dover, O. „ „ Missouri.
Aufrufs hatten sich folgende Personen eingefunden und ließen ihre Namen „ „E. Röder „Canada, „ „ Missouri.
als Mitglieder einzeichnen: „ „ D. Rothacker „Chippewa, O., „ „ Ohio.
Hr. Past. F. Auch v. Sibiwayiung, geh z. Syn. v. Missouri ꝛc. „ J. C. Schulze „ Springfield, O, „ Ohio.
„ „ S. Bächler „New Berlin, O. „ Ohio. „Past. H. C. Schwan „GCleveland, O., „ „ Missouri.
„ „ E. A. Brauer „ Pittsburg, Pa.,„ „ Missouri. „ Prof. G. Seyffarth, A. A.M., Ph. Th. D.
„Cantor Brauer „Cleveland, O., „ „ Missouri. v. St. Louis, „ „ Missouri.
„Past. J. F. Bunger „St. Louis, Mo.,, 1 Missouri. „ Past. u. Prof. Dr. Sihler, von Fort
„ „ P. J. Bühl „Akron, O., „ Ohio. Wayne, Ind., „ „ Missouri.
„Professor A. Crämer „ Fort Wayne Ind., „ Missouri.. „ J. Schladermund v. Petersburg O./„ „ Ohio.
„ Past. P. Eirich „Lithopolis, O., „ „ Ohio. „H. Schönewald v. Cleveland, O., „ „ Missouri.
„Schullehrer H. Gils „Cleveland, O., „ „ Missouri. „ Past. J. Strieter v. Newburgh, O., „ „ Misuri.
„Past. W. Engelbert „Mount Hope, O., Missouri. „ Prof. E. Schmid v. Columbus, O., 1 Ohio.
„ „ R. Herbst „Marysville, O.„ „ Ohio. „ Past. W. Steimle v. Brooklyn, N.⸗Y., Synode v. New-York.
„ „ Hugo Hanser „ Canada, „ „ Missouri. „ P. H. Voth, v. Cleveland, O., „ 1 Missouri.
„ „ H. Jüngel „Liverpool, O., „ „ Missouri. „ Past. u. Prof. C. F. W. Walther v.
„ „ A. Kleinegees „Bridgewater, Mich. „ Ohio. St. Louis „ Missouri.
„ „ ZJ. G. Kranz „ North enna, O. „„ „ Ohio. „„ E. H. Weisel v. Brooklyn, N.-Y., „ „ New⸗York.
„ „ H. Kühn „Cleveland, O., „ „ Missouri. „ P. H. Wambsgans, Root P. O.,
„ „ Lazar „ Wamnecturg. O. „ „ Odhio. Ind., „ Missouri.
„Prof. W. F. Lehmann „ Columbus, O., „ 1 Ohio. „ „ E. Wernle v. Old Hickory, Wayne
„August Lehmann „Cleveland, O., „ „ Missouri. Co., O. „ Ohio.
„Past. W. Lindemann „Elevelaud, O., „ „ Missouri. „ H. Wetzel v. Mount Solon, Va., „ „ Tennessee.
„Past. u. Prof. M. Loy „ Delaware, O., „ „ Ohio. „ „ F. Wyneken v. St. Louis, „ „ Missouri.

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