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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 31. Mai 1859, Seite 161

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Luthers Schriften. — · Luthers Schriften. — 3

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ö

ö

MIa ich sahe einen Engel

fliegen mitten durch den Him⸗
mel, der hatte ein ewig Evan⸗
gelium, zu verkündigen denen,
die auf Erden sitzen und woh⸗
nen, und allen Heiden, und Ge⸗
schlechtern, und Sprachen, und
Völkern,
Offenb. Joh. 14, 6.

—

I

AI sprach mit groher Stim⸗
me: Fürchtet Gott, und gebet
ihm die Ehre; denn die Zeit
seines Gerichts ist kommen, und
betet an den. der gemacht hat
Himmel und Erde, und Meer,
und die Wasserbrunnen.

Offenb. Joh. 14, 7.

ottes Wort und Luthers Lehr vergehet nun und nimmermehr.

*—

Redigirt von C. F. W. Walther.

Jahrgang 15.

St. Louis, Mo., den 31. Mai 1859.

Bedingungen: Der Lutheraner erscheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen Subseri;
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(Einges. von Prof. Dr. G. Seyffarth.)
Der amerikanische Lutherverein

zur
Nerausgabe Tutherscher Schrikten
für das Volk. *

Seit Luthers Bidelubersetzung haben keine
Bücher so viel Segen und Heil in der Welt,
namentlich unter den Deutschen gestiftet, als
Luthers zahlreiche, für das Volk herausgegebene
Schriften. Kaum war eine derselben erschienen,
so ging sie in tausenden von Exemplaren unter
das Volk und wurde in Millionen von Familien,
selbst im Auslande zum Theil in Uebersetzungen
gelesen) und, vom Vater auf den Sohn und
Enkel forterbend, gelesen. Und was war der
Erfolg? Millionen von Menschen lernten daraus
zum ersten Male, was Christenthum und Pabst-
thum sei, welche Lehren im Worte Gottes stehen
oder nicht stehen; wie die christliche Kirche durch
allerlei Menschen satzungen und Irrlehren ver-—
wüstet worden; daß wir allein durch den Glauben
gerecht werden, was wahre Buße, was gute
Werke, was ein wahrhaft christliches Leben sei,
wie man alle Anfechtungen überwinden und
getrost und selig sterben könne, und dergleichen
mehr. In kurzer Zeit sagten sich Millionen vom

*) Schon im Jahre 1519 schrieb der Buchhändler Frobe⸗
nins zu Basel, daßert die in Sachsen herauskommenden
Schriften Luthers immer eilends nachdrucke und nach Frauk⸗
reich, England, Spanien, Italien, Brabant versende, wo sie
reißend abgingen; noch nie habe er „mit einem Buch glück⸗
licher gefahren.“ Selbst der Cardinal von Sitten habe nach
Durchlesung einer Lutherschen Schrift aus gerufen: „Luther,
du bist in der That der Luther“! S. Luthers Werke xXv, 1631.

Pabstthum los und kehrten zur apostolischen
Kirche zurück, in der sie Friede und Freude und
den Weg zum ewigen Leben fanden.

So lieblich sieht es heutzutage, Gott sei es
geklagt, nicht mehr in der Lutherschen Kirche
aus. Das Licht was Gott durch seinen Knecht
Luther in der Kirche wieder auf den Leuchter
stellte, ist wieder verdeckt und verdunkelt worden.
Der Glaube, den keine Macht der Hölle zu erschüt⸗
tern im Stande war, worauf die Apostel ihr Blut
vergossen, womit Luther, Pabst, Kaiser und Fuͤrsten
und dem Tode entgegentrat; worauf Huß und
so viele Bekenner der reinen Lehre sich einkerkern,
ins Elend treiben oder verbrennen und enthaup—
ten ließen; dieser Glaube ist jetzt in vielen Glie-
dern der Lutherschen Kirche fast erloschen. Die
christliche Liebe, die einst einen Luther trieb, sein
ganzes Leben dem Herrn zu opfern, keine Mühe
und Arbeit zu scheuen, täglich nur drei Stunden
zu ruhen, selbst während des Mittags zu arbeiten;
in welcher so viele seiner Nachfolger alle Todesge⸗
fahren verachteten und Leib und Leben, wie
Gustav Adolph, der Kirche darbrachten; solche
Liebe ist mit dem wahren Glauben in vielen
Herzen erkaltet.

Woher dies? die Hauptursache dieses großen
Verfalles ist ohne Zweifel die se: Weil Luthers
Schriften und der Geist, der in ihnen lebt
und immer leben wird, allmählig unter dem
christlichen Volke in Vergessenheit kamen. Wären
dieselben in der Hand des Volkes geblieben, wie
es zur Zeit der Reformation der Fall war; die
Wölfe in Schafskleidern würden nicht im Stande
gewesen sein, ganze Gemeinden und Länder, end⸗

lich sogar zum offenbaren Unglauben, der soge⸗
nannten Vernunftreligion (Rationalismus) zu
verführen, sondern das Bolk würde die Irrlehrer
von den Kanzeln und Lehrstühlen vertrieben
haben; es würde unmöglich gewesen sein, so
viele Personen wieder unter das römische Joch zu
fangen; es würde keinem Könige gelungen sein,
in ganzen Ländern die Luthersche Kirche zu zer⸗
stören und an deren Stelle einen Mischmasch von
Wahrheit und Unwahrheit, von Gottes⸗ und
Menschenwort, den man Union nennt, zu setzen;
es würden Tausende nicht in den Wahn verfallen
sein, daß zwischen den verschiedenen Kirchenpar-

Herausgegeben von der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Synode von Missouri, Ohio und andern Staaten.

teien kein großer Unterschied sei, und daß es nur auf
christliche Liebe ankomme, während doch falscher

Glaube nothwendig falsche Liebe erzeugt; Tau⸗
sende würden Bedenken getragen haben, die feste

Burg unseres Gottes zu verlassen und zu der

Fahne der Reformirten, Methodisten, Anabap⸗
tisten, Schwedenborgianer, Milleriten, Mormo-
nen und ähnlicher Secten und Schwärmer zu
schwören.

Vielleicht wird Dieser oder Jener einwenden,
daß hiermit Luthers Schriften ein viel zu großer
Werth beigelegt werde. Wohlan, so höre man,

wie von jeher Männer aller Classen, Gelehrte

und Ungelehrte, Hohe und Niedrige, Lutheraner
und Fremdgläubige, Freunde und, von der Wahr⸗
heit überwunden, selbst Feinde, darüber geurtheilt
haben.

D. J. Brentius, der Reformator Würtem-
bergs, der als Lutherscher Probst zu Stutt-
gart 1570 starb, sagt: „Lutherus allein lebt
in seinen Schriften; wir alle, gegen ihn zu rechnen,

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