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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 12. November 1862, Seite 41

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Mua ich sahe einen Engel
fliegen mitten durch den Him⸗
mel, der hatte ein ewig Evan⸗
gelium, zu verkündigen denen,
dit auf Erden sitzen und woh⸗
nen, und allen Heiden, und Ge⸗
schlichtern, und Sprachen, und
Völkern,

ISDSDRDRSRSRSSSSSSSSE

Offend. Joh. 14., 6.

Mud sprach mit groher Stim⸗
me: Fürchtet Gott, und gebet

ihm die Ehre; denn die Zeit
seines Gerichts ist kommen, und
betet an den. der gemacht hat
Himmel und Erde, und Meer,
und die Wasserbrunnen.

Offenb. Joh. 14, 7.

Herausgegeben von der Deutschen Eonngelish⸗ Lutherichen Spnode v⸗ von u Misomt, Obio und andern Staaten.
Redigirt von C. F. W. Walther.

Jahrgang 19.

St. Louis, Mo., den 12. November 1862.

No. 6.

ĩBedingungen: Der Lutheraner erscheint alle wei Wochen einmal für den jäbrlichen Subscrip⸗ ö
tlonspreis von einem Dollar für die auswärtigen Unterschreiber, welche denselben voraus beza hlen und
bas Poftgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne Nummer für 5 Cents verkauft.

Nur die Briefe, welche Mittheilungen für das Blatt entbalten, sind an den Redakteur, alle andern
aber, welche Geschäftliches, Bestetlungen, Abbestellungen, Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adresse:
NMr. M. C. Barthel, care 0f C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anherzusenden.

—

(Eingesandt.)
Wistonsinische Angriffe auf vermeintliche
missourische Eingriffe.

Unter dem Titel: „Missourische Ein-
griffe in die Ev.⸗-Lutherische Ge—
Ineinde in Racine, Wisconsin,“ hat
jüngst der Kirchenrath dieser zur Wisconsin-
Eynode gehörenden Gemeinde im Ludwig'schen
nHerold“ einen Angriff auf uns Missourier, in-
sonderheit aber auf die Einsender dieses gemacht
Vunderlicher Weise nennt er seine Einsendung
eine „Rechtfertigung,“ mit der er „die Kirche
belaͤtigen“ müsse — und doch ist er vor der
Kirche noch mit keiner Silbe verklagt worden!
Wie es daher nicht anders kommen konnte, so

zu einm eigentlichen Angriff gera⸗
then und zwar zu einem ebenso ungeschickten,
als unchristlichen; dabei geschah er mit solcher
Hast, daß ihn nicht allein der „Herold“ flugs
tringen mußte und nach seiner bekannten Liebe
zu den Missouriern natürlich gar gern brachte,

„Lutherischen Zeitschrift“ durch Einsendung die—

ser „Rechtfertigung“ in Verlegenheit gerieth und
nach seiner bekannten Friedensliebe einerseits
zwar die Aufnahme verweigerte, andrerseits aber
doch den Rath gab, mit den Unterzeichneten
nach Matth. 18, v. 15 ff. zu verfahren, ja aufs
neue vom Kirchenrath gequält, in einer andern
Nummer die Erklärung abgab, daß diese Ein⸗

ist die sogenannte Rechtfertigung;

sondern das auch der arme Herausgeber der

sendung „kein „Schimpfartikel““ war,“*) sondern anderm auch unser Gesangbuch zu dereinstiger

nur eine Geschichte und Erklärung
der Sache, um die es sich handelte, enthielt.“
Nun, wir wollen sehen, was sie war. Hat der
Kirchenrath, resp. Past. Conrad — seine Spra⸗
che verräth ihn ja doch! — es nicht lassen kön⸗
nen, als öffentlicher Ankläger wider uns vor
der Kirche aufzutreten, so dürfen wir es
nicht lassen, uns vor derselben zu rechtfertigen,
wie gerne wir auch außerdem geschwiegen hätten.
Es ist aber nothwendig, daß wir nicht allein

eine genaue und wahrheitsgetreue Darstellung
der Vorgänge in Racine geben, sondern uns

auch hierbei über unser Verhältniß zur Wis⸗
consinsynode offen aussprechen.

Der Gründer der Gemeinde in Racine, der
sel. Past. Weinmann, war während seines
Aufenthalts in Racine der Missourisynode im
Herzen mehr zugethan, als der Wisconsin synode,

deren Glied er war, und hätte der ersteren sich

schon damals gliedlich angeschlossen, hätte er sich
vom Chiliasmus los machen können. Als daher
vor 11 Jahren Herr Past. Dulitz sich einer
rechtgläubigen Synode anschließen wollte und sich
dieserhalb mit dem ihm befreundeten Past. Wein⸗
mann besprach, rieth ihm dieser dringend, sich
nicht der Wisconsin-, sondern der Missourisynode
anzuschließen. Kein Wunder, wenn derselbe sich
in anerkennender Weise auch gegen Gemeinde-⸗
glieder über unsere Synode aussprach und unter

*) So oft nehmlich Pastor Brobst von Schimpfartikeln
und von Grobheiten redet, stichelt er ganz offenbar auf die
Missourier. D. R.

Einführung ernstlich empfahl. So kam es dann,
daß die Gemeinde schon vor mehr, denn 9 Jah-
ren sich nach einem Prediger aus der Mis⸗
sourisynode umsah, als sie durch die Weg⸗
berufung Past. Weinmann's nach Baltimore pre-
digerlos geworden war, und zwar ohne
irgendwie voneinem missourischen
Prediger dazu angeregt worden zu
sein. Sie wandte sich deshalb zunächst mit
einem Aufnahmsgesuch an den Präses unserer
Synode, Herrn Past. Wyneken, und verband
damit die Anfrage, ob sie den ihr durch seine
freundschaftliche Beziehung zu Past. Weinmann
ihr bekannt und liebgewordenen Past. Dulitz,
damaligen Pastor an der hiesigen St. Johannes
Kirche, berufen könne? worauf sie unterm 4.
April 1853 die Versicherung erhielt, daß die
Synode sie mit Freuden aufnehmen würde und
dazu den Rath, einen Delegaten zur bevorste⸗
henden Synodalversammlung nach Cleveland zu
senden oder ihr schriftliches Aufnahmsgesuch zu
erneuern, inzwischen aber Herrn Past. Dulitz zu
berufen. Diese Berufung erfolgte denn auch
unterm 14. April, verbunden mit der Meldung,
daß die Gemeinde gleichzeitig ein Entlas-
sungsgesuch aus dem Verband der Wis⸗
consinsynode bei deren damaligen Präsidenten,
Hrn. Past. Mühlhäuser dahier, eingereicht habe.
Weil jedoch Past. Dulitz durch Außerungen des
letzteren, als sei dies Alles nicht von der Ge—-
meinde, sondern nur vom Kirchenrath
ausgegangen und dgl., bedenklich wurde und dies
in seinem Antwortschreiben der Gemeinde zu

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