Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 19, Nummer 23 › Seite 182
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 15. Juli 1863, Seite 182
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Sklaverei
demselben Blatt die Beschuldigung als eine „Luͤge“
zurück. Was thut nun der „Herold 2 Anstatt
nun seine Beschuldigung zu beweisen, fordert er,
Hr. P. Tirmenstein solle beweisen, daß die Be⸗
schuldigung nicht wahr sei!! — Ein würdiges
Seitenstück zu einem gleichen Manöver, welches
jungst auch ein gewisser Pastor Conrad in dem-
selben „Herold“ ausgeführt hat. Diese Herren,
ohne Gefühl fur Gerechtigkeit, wie sie sind, ken⸗
nen natürlich noch weniger die alte bekannte
Regel: Affirmanti incumbit probatio, das
heißt, der, welcher etwas behauptet hat, nicht
der, welcher es verneint, ist schuldig, den Beweis
zu liefern; gemäß dem andern Sprüchwort:
Quis erit innocens, si aceusasse sufficiat?
Das heißt: Wer wird noch unschuldig sein,
wenn es genug ist, angeklagt zu haben?
„Entsagest du dem Teufel“ Diese
Frage wollen jetzt viele Eltern in Haunover bei
der Taufe ihres Kindes nicht gethan wissen, und
manche selbst für gläubig angesehene Prediger
fügen sich. Nicht so Pastor Harms in Hermanns⸗
burg. Derselbe schreibt ganz richtig in seinem
Missionsblatt vom Monat April: „Ich kann in
dem jetzigen Sturm gegen die Ent sagung
nichts anders sehen, als einen Sturm des Teu—
fels gegen die heilige Taufe selbst. Und gibt
man hierin nach, so wird die Taufe bald ganz
hinter her stürzen. Die Taufe selbst ist dem
Teufel ein Greuel, denn sie zerstört das Reich
des Teufels; darum will er, daß die Taufe falle,
mit dem Sturme gegen die Entsagung fängt er
nur an. Ich will eher mein Predigtamt aufgeben,
ehe ich die Entsagung bei der Taufe fallen lasse,
und ich rathe das einem jeden Prediger, der es
treu und redlich mit seiner lieben Kirche meint.
Und wenn man wirklich die Entsagung aufgeben
durfte, was man nicht darf, so dürfte
man es gerade in dieser Zeit am
allerwenigsten, da es lediglich eine Nach-
giebigkeit gegen den Unglauben sein würde, dem
man nie das Geringste nachgeben darf.“
Unsere Quittungsliste
auf der letzten Seite scheint manchem Leser zu
viel Platz wegzunehmen und daher lieber wegzu⸗
lassen zu sein. Wir können damit nicht überein⸗
stimmen. Erstlich istfes nöthig, daß nach Gottes
Wort gerade in Geldsachen alles nicht nur vor
dem HErrn, sondern auch vor den Menschen
redlich zugehe. (2 Cor. 8, 21.) Dazu gehört
aber nothwendig, daß der Empfang der Liebesm
gabe bescheinigt werde und der Geber so erfahre,
daß seine Gabe ihr bestimmtes Ziel erreicht habe.
Zum andern, ist auch unsere Quittungsliste ein
Schmuck unserer Kirche, den ihr der HErr ja
immer lassen möge, nehmlich ein Zeugniß, daß
der Glaube in unseren Gemeinden nicht unfrucht-
bar, sondern durch Gottes Gnade auch thätig in
der Liebe ist, Gott zu Preis und Ehren. 2 Cor.
9, 12. 13. Hieran wurden wir wieder in diesen
Tagen durch einen Aufsatz im „Lutheran and
Missionary'' vom 25. Juni erinnert, worin des
„Lutheraners“ und zwar vor allem seiner Quit—
tungsliste Erwähnung gethan wird. Es heißt
darin unter Anderem: „In Wahrheit, dieses
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Volk in der Missouri⸗Synode übt beständig die
Gnade des Gebens und vollbringt mit seinen
geringen Mitteln und willigen Herzen und Hän-
den Wunder. Obgleich wir von ihnen in einigen
Punkten abweichen, so erkennen wir doch ihren
Eifer mit Freuden an, und wir hoffen, daß sie
uns alle zu Liebe und guten Werken reizen mö⸗
gen.“ Mag dieses Zeugniß, daß die Liebesthätig⸗
keit unserer Gemeindeglieder Gott zu Ehren ge⸗
reicht, dieselben anspornen, auch ferner Gutes
zu thun und nicht mude zu werden, sie aber auch
daran erinnern, daß eben nur die Gabe eine Lie⸗
besgabe ist, die, aus dem Glauben kommend, nicht
eitlen Eigenruhm, sondern Gottes Ehre sucht,
bei welcher die linke Hand nicht weiß, was die
rechte thut. Matth. 6, 1 — 4. Besonders wich·
tig ist hierbei auch dies, daß die Falschgläubigen,
namentlich die hiesigen Unirten, unseren Eifer
für reine und gegen falsche Lehre dadurch zu ver⸗
dächtigen, und das Wort Gottes dadurch unter
uns zu hindern suchen, daß sie uns als Menschen
verleumden, die ein todtes Christenthum zu ver⸗
breiten suchten, did die Lehre zwar im Kopfe, aber
nicht im Herzen trügen. Es ist nehmlich daher
zur Lehre des reinen Evangeliums von hoher
Wichtigkeit, daß wir diese richterischen Pharisäer
unserer Zeit, deren Gemeinden sich gerade am
allerwenigsten der Herrschaft christliches Lebens
und Wesens und christlicher Zucht in ihrer Mitte
vor andern zu rühmen haben, mit der That
widerlegeen, und zeigen, daß gerade da, wo
viel Liebesgeschrei ist, sich gewöhnlich am wenig⸗
sten Liebe findet, und daß hingegen da, wo man
von keiner Liebe ohne Wahrheit etwas wissen
will, die wahre Liebe am lieblichsten erblüht und
reichlich ihre süßen Früchte trägt; dab also das
eine falsche Liebe sei, die darin besteht, daß man
Gottes Wort und Wahrheit Menschen zu gefal⸗
len, verkauft und verräth, die aber die rechte
Liebe, welche erst die reine göttliche Wahrheit,
und dann Friede und Einigkeit sucht. Sach. 8, 19.
*
(Eingesandt.)
Die rechte Gestalt
tiner
vom Staate unabhängigen
Evangelisch-Lutherischen Ortsgemeinde.
Eine
Sammlung von Zeugnissen aus den Bekenntinißschriften
der evangel.⸗luth. Kirche und aus den Privatschriften
rechtgläubiger Lehrer derselben.
Unter diesem Titel hat so eben ein Werk
unseres theueren Hrn. Prof. C. F. W. Walther
die Presse verlassen, über dessen Inhalt und Zweck
sich das Vorwort des Verfassers also ausspricht:
„Enthielt die vor elf Jahren erschienene Schrift:
„Die Stimme unserer Kirche in der
Frage von Kirche und Amt“ (Erlan-
gen 1852, bei A. Deichert) die Lehre, auf
welche sich die rechte Gestalt einer vom Staate
unabhängigen Particularkirche grundet, so soll die
gegenwärtige Schrift die praktische Aus-
führung dieser Lehre darlegen und zeigen, daß
jene Lehre keineswegs, wie vielfach ausgesprochen
worden, consequent zu anarchischen, ochlokrati⸗
schen, anabaptistischen und independentistischen
Zuständen fuhre, sondern gerade die festeste Grund⸗
lage bilde, auf welcher sich eine Particularkirche
in rechter Gestalt erbaue. Zugleich liefert die
gegenwärtige Schrift den Thatbeweis dafur, daß
unsere alten rechtgläubigen Lehrer, obwohl in
einer Staatskirche unter consistorialer Verfassung
lebend, sich auf Grund ihrer Lehre von Kirche,
Amt, Kirchenregiment ꝛc., die Gestalt einer vom
Staate unabhängigen Ortsgemeinde nicht an-
ders gedacht haben, als sich dieselbe hier darge⸗
stellt findet.“ —
Das Werk enthält also in seinen X und 228
Seiten eigentlich den zweiten, und zwar den
praktischen, zumal auch fur das christ⸗-
liche Volk berechneten Theil von dem
Buch: „Die Stimme unserer Kirche“ ꝛc., dessen erste
Auflage bereits vergriffen ist, war ursprünglich,
wie auch das Vorwort meldet, zu einem Referat
fur die vorjährigen Sitzungen unserer Synode
westlichen Distrikts bestimmt und sollte, da dort
nur die ersten 16 Paragraphen besprochen wer⸗
den konnten, auf unsrer diesjährigen allgemeinen
Synode weiter durchgenommen werden, um dann
schließlich —das konnte nicht fehlen —im Namen
unsrer Synode im Druck zu erscheinen. Allein
die hiesige Prediger Conferenz, die die ganze
Arbeit kennt und sie von unberecheubarem Werth
für die Kirche hält, namentlich in unseren jetzigen
Zeitläuften, da einerseits in Deutschland das
morsche Gebäude der Staatskirchen einem ra⸗
schen Einsturz entgegenzugehen scheint und sich
dann vielfach Rathlosigkeit zeigen dürfte, ande⸗
rerseits unsre, auf die reine Lehre von Kirche,
Amt, Kirchenregiment ꝛc. gegründete Synode nun
eines festen, fleißigen und umsichtigen Ausbaues
bedarf, überzeugte sich, daß auf diesem Weg
nicht nur das treffliche Buch zu langsam im
Druck erscheinen würde, sondern auch bei einer
Durchnahme Paragraph für Paragraph auf
unsrer diesjährigen Synode gar manche höchst
wichtige und nöthige Punkte noch gar nicht zur
Sprache kommen dürften. Sie ging daher, fest
üuberzeugt, damit der ganzen Kirche und zunächst
vornehmlich unseren l. Synodalbrüdern einen
wesentlichen Dienst zu thun, fröhlich ans Werk,
das Buch sofort in ihrem Namen in Druck aus⸗
gehen zu lassen, daß es jeder Pastor und jede
Synodalgemeinde noch rechtzeitig in die
Hand bekomme, um es durchgehen und dann auf
der Synode die Besprechung gerade der Punkte
beantragen zu können, die sie als die nöthigsten
erachten. Zu dem Ende haben denn die Herren
A. Wiebusch und Sohn allen Fleiß angewendet,
den Druck möglichst zu beschleunigen, und so
liegt es denn bereits — auch äußerlich schön aus⸗
gestattet, auf weißem Papiere und mit guten
Lettern gedruckt, in Pappe und Leinwandrücken ge⸗
bunden, in demselben Format wie das Buch: —
„Die Stimme unserer Kirche“ ꝛc. — fertig zur
Versendung da, und kann für den billigen Preis
von 50 Cts., mit Post Porto 62 Cts. per Ex.,
54,80 per Duzend, mit Post Porto §5,40 von
dem Agenten, Hrn. M. C. Barthel dahier, bezo⸗
gen werden.
Ich könnte nun — und das Herz ist mir aller⸗
dings voll davon — noch vieles Wohlbegrundete
zur Empfehlung des Buches hinzusetzen. Aber
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