Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 26, Nummer 8 › Seite 63
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 15. Dezember 1869, Seite 63
Scan: Internet Archive item DerLutheraner26.
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription machine transcription, uncorrected
Der Qutheramner.
Abend die Freunde der Mission befriedigt und
freudig zum häuslichen Heerde zurück. Die dies⸗
mal erhobene Collecte betrug 56 Dollars, also daß
sih die gssammte Collecte auf 81 Dollars beläuft.
Dem HErrn sei Dank und Preis für sein
qnädiges Herniederblicken und erwecke noch größe⸗
un Eifer in uns für das heilige Werk der Mission,
wie überhaupt in allen, deren Pflicht und Schul⸗
digkeit es ist, Mission zu treiben.
E. Aulich.
Das vierte Missionsfest im Westen
souri wurde am 15. und 16. August d. J. in der
Gemeinde des Unterzeichneten gefeiert. An dem—
selben nahmen Theil die Pastoren Mießler, Biltz
und Köhler mit ihren Gemeinden, die Pastoren
Wesemann und Schilling mit etlichen Gliedern
ibrer Gemeinden, die Herren Professoren Brauer
und Dr. Preuß und Herr M. Wege. Herr Prof.
Brauer zeigte uns aus Spr. Salom. 14, 13.:
D
„Die Sünde ist der Leute Verderben“ die Wahr-
heit dieses Gottes-Wortes und den rechten Ge⸗
brauch derselben. Ihm folgte Herr Dr. Preuß,
der uns in gründlicher und leicht faßlicher Weise
die Bekehrung der Norddeutschen, sonderlich der
—Hannoveraner, vor Augen stellte. Am zweiten
Tage stellte uns Herr Pastor Wege auf Grund
von 3 Joh. 7. 8. vor, daß wir nur die luthe⸗
rische Mission unterstützen können, weil wir Ge—
hülfen der Wahrheit sein sollen, und wie dies ge—
scheben könne. Nach ihm folgte abermals Herr.
Dr. Preuß, welcher uns aus Hebr. 10, 22. 23. klar
und gründlich, überzeugend und erquickend dar⸗
legte, daß die Hoffnung der Christen nicht bestehe
in Reichthum und Macht, noch in einer all—
gemeinen Weltverbrüderung, noch auch in der
imerquicklichen Chiliastensuppe eines tausend⸗
jihrigen Reiches, denn dasselbe habe gar keinen
Grund in der Schrift, sondern in der gänzlichen
Freiheit von allem Uebel, und in der Hoffnung
des ewigen Lebens. Den Schluß machte Herr
von Mis⸗
Jastor Wesemann mit einem freien Gebet. Die
Colleete an beiden Tagen betrug P157.75. Dem
treuen Gott und HErrn sei für den reichen Segen
dieser beiden Tage allein Lob und Dank gesagt!“
Benton Co., Mo. J. M. Hahn.
— — —— —— —
Kirchliche Nachrichten.
Belvidere heißt die schöne, gegen 80 Meilen
nordwestlich von Chicago gelegene Countystadt,*)
wo Herr Pastor Ph. S. Estel, früher in Wis⸗
consin und von da, natürlich im Frieden, entlassen,
am 26. Sonntag nach Trinitatis (21. November)
feierlich in sein Amt eingeführt wurde. Selbst—
veiständlich wurde diese Handlung nach luthe—
rscher Ordnung und empfangenem Auftrage voll⸗
zogen, und zwar durch Unterzeichneten, weil er
im vorigen Jahre diese Leute (jetzt Inmanuels—
Gemeinde) längere Zeit mit Gottes Wort und
S nt bedient hatte. Später und ein gan⸗
Sacrame
ees Jahr lang halfen ihm manche seiner l. Amts-—
brüder treulich. Daß dies alles nicht umsonst
war, beweist die geschehene erfreuliche Einführung,
und daß es dahin gekommen ist, dafür sei Gott
gepriesen! Jene lieben Leute waren früher wider
Wissen und Wollen in die Hände der Unirten
gerathen. Ohne einen Beruf ausgestellt zu haben,
ließen sie sich deren Bedienung so lange gefallen,
bis sie etwas klarer zu sehen anfingen. Dann
verbaten sie sich dieselbe, wie auch die bevorstehende
*) Sie wird von der Chicago & North-Western R. Road
durchschnitten, liegt in einer herrlichen und fruchtbaren Ge⸗
Einführung eines unlutherischen Gesangbuches,
und erklärten, Lutheraner und bei der reinen Lehre
der lutherischen Kirche und ihren guten Büchern
bleiben zu wollen. Das war schön, und es ver⸗
dient hier ausgesprochen zu werden. Nun hat
die liebe Gemeinde, wonach sie sich gesehnt, einen
eigenen Pastor; aber niemand denke, daß es nun
an nichts mehr fehle. Leider hat sie noch kein
Eigenthum, also auch keine Kirche; ihre Gottes—
dienste hält sie bis jetzt in dem Courthause. Sie
wollte, ohne einen Pastor an der Spitze zu haben,
nicht gerne Schritte zur Erlangung irdischen
Eigenthums thun. Damit sie nun auch dazu
und dann immer weiter komme, so möge der liebe
Leser nicht unterlassen, eine gläubige Bitte für das
bis jeßt noch schwache Häuf lein zu thun. Vor
allem aber wolle es Gott geistlich erstarken und
wachsen lassen, Ihm zur Ehre und noch vielen
Seelen zum ewigen Heile, daß auch von da aus
das Licht des Evangelii sich noch weiter verbreite!
Gott segne die Gemeinde reichlich!
dem Hirten viel Gnade, Weisheit, Eifer, Treue
und Beständigkeit zum Pflanzen, Begießen und
Pflegen, um IEsu Christi willen. Amen.
A. Wagner.
Adresse: Rev. Ph. S. Estel,
Box 297. Belvidere, III.
Der 18. November d. J. war für die deutsche
ev.⸗lutherische Dreieinigkeits-Gemeinde zu Town
Chester, Ottawa Co., Mich,, ein rechter Fest⸗ und
Freudentag. Denn
1. konnte endlich ihre wohleingerichtete und
schön geschmückte Kirche eingeweiht und dem
Dienste des dreieinigen Gottes übergeben werden,
wobei außer dem L'astor loci noch die Herren
Pastoren Joseph Schmidt, J. Karrer und J. E.
Bergh in Verkündigung göttlichen Wortes, theils
in deutscher, theils in englischer Sprache, thätig
waren.
2. Ist ihr neuberufener Pastor, Herr J. F.!
Niethammer, der, Gott sei Dank! so weit wieder
genesen ist, daß er aufs Neue im Weinberg des
OErrn arbeiten kann, von dem Unterzeichneten
im Auftrag des hochw. Herrn Präses des nörd⸗
lichen Districts unter Assistenz der obengenannten
Pastoren in sein Amt feierlich eingeführt worden.
Möge der treue Gott diesem seinem Knecht um
Christi willen gnädiglich verleihen, daß er mit
Kraft und Gesundheit, mit Muth und Weisheit
auch in dieser Gemeinde sein Werk treibe zu seines
heiligen Namens Preis und Ehre, sowie zum Heil
der ihm anvertrauten Seelen.
Grand Rapids, Mich., den 26. Nov. 1869.
J. L. Daib.
Adresse: Rev. J. F. Niethammer,
Lisbon P. O. Kent Co., Xich.
Herr Pastor E. Multanowski ist am Mittwoch
nach dem 26. Sonntag nach Trinit., nachdem er
von seiner früheren Gemeinde im Frieden ent—
lassen worden war und einen Beruf von der ev,⸗
luth. St. Pauls⸗Gemeinde in Waterford, Raeine
Co., Wisc., angenommen hatte, im Auftrage des
Herrn Vice-Präses F. Lochner von dem Unter—
zeichneten in sein neues Amt eingeführt worden.
Racine, Wisc., den 25. November 1869.
W. Ph. Engelbert.
Adresse: Rev. E. Multanowski,
Waterford, Racine Co., Wis.
Kircheinweihungen.
In unserm lieben Chicago, wo der treue Gott
Er gebe auch
Kirchweihe freundlich bescheert. Es war dies am
20. Sonntag nach Trin., da in derselben St. Jo⸗
hannis⸗Gemeinde des Herrn Pastor Große gerade
vor zwei Jahren die Kirche eingeweiht wurde.
Diese war längst zu klein und ist jetzt zu einer
sehr geräumigen Kreuzkirche geworden, hat unten
vier schöne Schulen und in der Front einen hohen
Thurm mit Glocke bekommen. Es wurden drei
Fest⸗Gottesdienste gehalten. Doch genug. Der
gnädige Gott baue und helfe weiter! Amen.
A. W.
Am 24. Sonntag nach Trinit. d. I. hatte die
ev. ⸗lutherische St. Pauls-Gemeinde in Egypten,
Mason Co., Ill., die Freude, ihre neuerbaute
Kirche einweihen zu können. Herr Pastor Rei⸗
singer sprach das Weihgebet. Die Weihpredigt
hielt der Unterzeichnete über den 122sten Psalm
und Nachmittags predigte er, auf dringendes Ver—
langen, in englischer Sprache über Matth. 18, 11.
Des Abens fand wieder Gottesdienst statt, wobei
Herr Pastor Reisinger predigte. Herr Pastor
Recker, aus der Illinois-Sonode, war auch ein⸗
geladen, konnte aber leider nicht kommen.
Der liebe Gott bescheerte einen sehr freundlichen
Tag, weshalb denn auch sehr viele Kirchweih—
Gäste von allen Seiten über die Prairie herbei
kamen. Von der lieben Gemeinde zu Pekin kam
eine große Anzahl auf einem Ertra-Bahnzug an.
Die Kirche ist ein schönes Frame-Gebäude,
26 Fuß breit, 40 Fuß lang und 14 Fuß hoch,
mit einem netten Thurm, der 52 Fuß hoch ist.
Sie kostet 1700 Dollars, und obwohl die Ge⸗
meinde nur 18 stimmberechtigte Glieder zählt,
so steht die Kirche doch schuldenfrei da. Sie sieht
weit über die große Ebene hin und ladet mit
ihrem freundlichen Aussehen zu den schönen
Gottesdiensten ein.
Der sehnlichste Wunsch der Gemeinde ist nun,
daß sie doch recht bald ihren eigenen Seelsorger
erhalten möchte. Herr Pastor Reisinger hat sie
gesammelt und sie seit mehreren Jahren von
Pekin aus bedient. Könnte der Wunsch der Ge—
meinde bald in Erfüllung gehen, so könnten, mit
Gottes Hülfe, in der Umgegend noch zwei kleine.
Gemeinden gesammelt werden.
Der große Herr der Ernte, IEsus Christus,
unser Heiland, sei mit dieser Gemeinde. Er
erhalte sie im rechten Bekenntniß und verleihe,
daß sein liebes Wort allezeit wohne und wachse
in der Kirche, in den Häusern und in den Herzen;
daß endlich Jung und Alt durch dasselbe mögen
ewig selig werden.
Peoria, Ill., den 19. November 1869.
Paulus Heid.
Schulsache.
Am Aten Januar 1870 wird, so Gott will,
ein neuer Cursus im hiesigen Evangelisch-Luthe⸗
rischen Collegium seinen Anfang nehmen. Es
können deshalb neue Schüler sowohl in die
Gymnasial-, als auch in die Neal-Abtheilung
eintreten. Die Aufnahme geschieht unter den
folgenden Bedingungen: Solche, die künftig
der lutherischen Kirche als Prediger dienen wollen,
sind vom Schulgeld frei und haben für Wohnung
und Kost nur 15 Dollars für jeden der drei
Jahrescurse (Terms), also 45 Dollars das Jahr,
zu entrichten. Andere, sowie die Studirenden
seine Kirche auch gnädig bauet, hat uns derselbe
gend und he eine Meuge englischer Kirchen. Wie wohl⸗
shuend ist die dort herrschende sonntägliche Stille!
nach Verfluß eines Jahres abermals eine
der Englischen Real-Abtheilung, bezahlen als
Schulgeld 10 Dollars, für Koßt 30 Dollars,
English translation
Not yet translated.