Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 5, Nummer 1 › Seite 4
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1848-09-12, Seite 4
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Miſſion 29
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Dorfe ein Schulhaus bauen und hinkommen, um dort an Ort und Stelle nicht blos die Kinder seiner Bande, sondern auch die Alten selbst zu unterrichten. Das haben wir uns trotz unserer spärlichen Mittel nicht zweimal sagen lassen. Schon ist ein Haus dort aufgerichtet und Missionär Baierlein mit dem Dolmetscher dahin abgegangen. Den ersten Sonntag, da er dort eine Zusammenkunft veranstaltete, um ihnen das Wort vom Kreuz zu predigen, zählte er an siebenzig Zuhörer. Laßt uns ja fleißig beten, daß der HErr seinen Worten Kraft verleihe und ihrer vielen Ohr und Herz öffne, daß sie sich bekehren von der Finsterniß zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott, zu empfangen Vergebung der Sünden und das Erbe sammt uns, die geheiligt werden durch den Glauben an Christum. — Ein anderer Häuptling, dessen Sohn sich auch in unserer Schule befindet, hat uns angelegen, ihm ein Stück Land zu kaufen, das er mit dem Gelde, welches sie noch immer jährlich von den Vereinigten Staaten zu empfangen haben, abbezahlen will. Auch diesem Wunsche ist willfahret worden, und sie haben bereits angefangen, sich ein Stück zu regelmäßiger Bebauung abzuklären. Die Indianer auf unserem Missionslande sind gleichfalls durch die schönen Früchte ihres Fleißes, die ihnen der HERR in diesem Jahre geschenkt hat, angereizt worden, sich für das kommende noch ein weiteres Stück Land zuzurichten. Daneben feiern freilich auch die Methodisten nicht, ihr altes Unwesen zu treiben. Nicht nur pflügen sie fortwährend mit großer Schamlosigkeit auf fremdem Felde, sondern bedienen sich dazu auch noch immer der alten Lügen, als da sind, daß die Indianer fortgeschafft würden, wofern sie nicht Methodisten werden, daß sie kein Geld mehr bekommen, und dergleichen mehr. Dabei thun sie häufig weiter nichts, als daß sie sie durch allerlei Beredung nur schnell zu Methodisten fabriziren, um sie dann schändlich zu vernachlässigen, sie entweder gar nicht in Gottes Wort zu unterrichten, oder ihnen gleich aus ihrer Mitte Prediger zu setzen, die selber vom Worte Gottes gar nichts wissen. So haben sie jüngst einen aus unserer Schule entlaufenen Knaben, der bei uns nicht einmal das Vater Unser auswendig lernen mochte, nicht nur gar schnell bekehrt, sondern auch alsbald zum Prediger des Wortes gemacht, das er nicht lesen, geschweige denn lehren kann, und davon er sie nur einigemale hat heulen hören. Aber er besitzt eben eine gute Kehle und kann tüchtig schreien, da hat er ja die nöthigen Eigenschaften eines Methodistenpredigers. — Hier gilt es in der That, sich mit Gebet dawider legen, und den HERRN ernstlich anflehen, daß ER sich zu unserer guten Sache, die ja die Seine ist, bekennen, jenem Unfug aber in Gnaden steuern wolle. So betet denn fleißig mit, und helfet auch sonst, zumal jetzt von Deutschland her so wenig Hilfe zu erwarten ist. Jüngst lasen wir, daß bereits die Barmer Missionsanstalt aus Mangel an Theilnahme habe eingehen müssen. Mit Basel soll es gleichfalls traurig stehen. Das läßt auch für die arme lutherische Mission nichts Gutes ahnen, doch hören wir, daß der Nürnberger Centralverein mehr und mehr geneigt werde, mit seinem lutherischen Gelde künftig die lutherische Mission kräftiger zu unterstützen.
Der HERR, der barmherzige Gott, fördere das Werk unserer Hände, und öffne vieler Herzen, daß wir mehr und mehr ein Volk werden, das fleißig ist zu guten Werken, und auch durch uns Sein Name immer weiter ausgebreitet, das Reich der Finsterniß aber, so viel an uns liegt, zerstört werde. A. C.
Der Lichtfreund.
Es wird den lieben Lesern im Osten bekannt sein, daß wir hier im Westen nur einen einzigen Mann haben, der sich der Verbreitung des Lichtes unter uns redlich annimmt, nämlich Herr Mühl in Hermann, Mo., der sich aus großer Bescheidenheit nicht einmal Lichtmann, sondern nur Lichtfreund nennt; wie sich denn von jeher die großen Weisen nicht Sophen (Weise), sondern nur Philosophen (Weisheitsfreunde) genannt haben. Ein jeder wird einsehen, daß wir hier bei so bewandten Umständen immer nur spärlich mit Licht haben versorgt werden können und daß so der Westen bis diese Stunde die Schattenseite von Nordamerika hat bleiben müssen. Doch — wer sollte es glauben? — es hat sich leider hier selbst unter den „Lichtfreunden“ so wenig Empfänglichkeit für Licht und Aufklärung gezeigt, daß selbst jenes einzige uns leuchtende Licht aus Mangel an dem bekannten nöthigen Brennstoff, dem lieben Gelde, vor mehreren Monden plötzlich gänzlich erloschen ist. Welche greuliche Finsterniß von dieser Zeit an über den ganzen Westen sich gelagert habe, das zu beschreiben, wollen uns die lieben Leser erlassen. Doch was ist geschehen? Der genannte Herr Mühl, der für die Sache der Aufklärung schon so viele Opfer gebracht hat, hat nun seinem edlen Eifer die Krone aufgesetzt und — erst die dankbare Nachwelt wird es völlig zu würdigen wissen — selbst zu dem demüthigenden Geschäfte sich verstanden, von Stadt zu Stadt zu ziehen und im Interesse der zu erleuchtenden westlichen Welt zur Mildthätigkeit aller Lichtfreunde seine Zuflucht zu nehmen. In Folge dieser gemachten Anstrengungen ist dann Herr Mühl wieder in den Stand gesetzt worden, sein Licht auf's Neue leuchten zu lassen, worin auch uns wieder eine Probe in der neuesten Nummer des wieder zum Leben erweckten „Lichtfreund“ zugekommen ist. Wie es aber immer in der Welt zu geschehen pflegt, daß selten ein Unglück allein kommt, so ist es auch leider Herrn Mühl geschehen. Derselbe hat nämlich das Unglück gehabt, wahrscheinlich von einem verkappten Finsterling, der sich einen Lichtfreund nennt, eine Correspondenz aus St. Louis zu erhalten, die wahrscheinlich nichts anders bezweckt, als dem armen, dem Tode kaum entrissenen und kaum wieder athmenden „Lichtfreund“ aufs neue den Todesstoß zu versetzen. So lesen wir nemlich in der neuesten Nummer desselben:
„Inquisitionswesen der Altlutheraner. Aus St. Louis wird uns von dem Wesen der Altlutheraner folgender Vorfall berichtet, der an das Inquisitionswesen in der römischen Kirche der vergangenen Zeit erinnert, und verdient mitgetheilt zu werden.“
„Ein Mann genannter altlutherischen Gemeinde hatte gegen das sechste Gebot gesündigt und wurde deshalb in der Kirche, nachdem er mehrere Male das Thema der Predigt gewesen war, aus der Gemeinschaft gestoßen, und zwar, nachdem ein völliger Bann über ihn ausgesprochen worden war, in dem, nach dem uns zugekommenen Berichte, gesagt wurde: „„„Daß den Ausgestoßenen Niemand unter sein Dach aufnehmen und ihn in seinem bürgerlichen Geschäft unterstützen solle.““““
Diesen Bericht nimmt nun Hr. Mühl in seiner Gutmüthigkeit als einen wahren an und liest den sogenannten Altlutheranern in St. Louis in dem Folgenden tüchtig den Text, indem er sie belehrt, daß ja „die Kirche eine moralische Anstalt sei, und daher ihre Strafmittel auch nur moralische sein dürfen“. Die ganze Ermahnung ist so ernst gehalten, daß man wahrhaft von Mitleid ergriffen wird, zu sehen, wie arglos der unglücklichste unter den Redacteuren wieder in die ihm von einem Schalk gelegte Falle gegangen ist. Wir können nemlich versichern, daß von allem dem, wessen hier die sogenannten Altlutheraner in St. Louis beschuldigt werden, auch nicht ein Wort wahr ist. Dieselben wissen recht wohl, daß der Kirchenbann keine weltliche Strafe einschließen und daher keine nachtheiligen Folgen für das bürgerliche Leben des Gebannten bezwecken darf. Die Lutheraner in St. Louis sind natürlich besser, als der Lichtfreund, welcher ein großer Feind aller kirchlichen Symbole ist, mit solchen Aussprüchen ihrer Kirche, wie der folgende, bekannt:
„Den großen Bann, wie es der Pabst nennt, halten wir für eine lautere weltliche Strafe, und gehört uns Kirchendienern nichts an, aber der kleine, das ist, der rechte christliche Bann ist, daß man offenbarliche, halsstarrige Sünder nicht soll lassen zum Sacrament oder andern Gemeinschaft der Kirche kommen, bis sie sich bessern, und die Sünde meiden. Und die Prediger sollen in diese geistliche Strafe oder Bann nicht mengen die weltliche Strafe.“ (Siehe: Christliches Concordienbuch. Ausgabe von Ludwig in New York. Seite 311.) —
Wir wünschen von Herzen, daß die Prostitution, die der Herr Lichtfreund durch einen verstellten Freund hierbei fast unschuldiger Weise erfahren muß, dazu dienen möge, daß ersterer nicht nur durch einen Widerruf sich bestens reinige, sondern auch hinfort sich besser vorsehe, seinen „Lichtfreund“ nicht zu einem Träger der Finsterniß zu machen, denn nur Wahrheit ist Licht, Lüge aber ist eben Finsterniß.
Kircheinweihung.
Am vergangenen Sonntag, den 10ten nach Trin., hatten wir die Freude, unser neuerbautes Kirchlein bei Waterloo, Monroe Co., Ill., einweihen zu können. Es war für uns in doppelter Beziehung ein Tag des Dankes und Lobes, nämlich nicht blos darum, weil wir nun ein anstän-
English translation AI translation
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village, and should go thither, in order to instruct on the spot not merely the children of his band, but also the old people themselves. This we did not need to be told twice, notwithstanding our scanty means. A house has already been erected there, and Missionary Baierlein has gone thither with the interpreter. On the first Sunday, when he held a meeting there in order to preach to them the Word of the cross, he counted about seventy hearers. Let us by all means pray diligently that the LORD may give His words power and open the ear and heart of many of them, that they may be converted from darkness to light and from the power of Satan unto God, to receive forgiveness of sins and inheritance together with us who are sanctified by faith in Christ. — Another chief, whose son is also in our school, has urged us to buy him a piece of land, which he will pay off with the money which they still receive yearly from the United States. This wish also has been granted, and they have already begun to clear a piece for regular cultivation. The Indians on our mission land have likewise been stimulated by the fine fruits of their diligence, which the LORD has given them this year, to prepare a further piece of land for the coming year. Meanwhile, of course, the Methodists also do not cease to carry on their old mischief. Not only do they continually plow with great shamelessness in another man's field, but they still make use for it of the old lies, such as that the Indians would be removed unless they become Methodists, that they will receive no more money, and the like. In doing so they often do nothing more than to fabricate them quickly into Methodists by all manner of persuasion, in order then to neglect them shamefully, either not instructing them in God's Word at all, or setting over them at once preachers from their own midst who themselves know nothing at all of the Word of God. Thus they have lately not only converted very quickly a boy who ran away from our school, and who would not even learn the Lord's Prayer by heart with us, but have also at once made him a preacher of the Word, which he cannot read, much less teach, and of which he has only heard them howl a few times. But he has, to be sure, a good throat and can shout lustily; so he has, indeed, the necessary qualifications of a Methodist preacher. — Here it is indeed needful to set ourselves against it with prayer, and earnestly to entreat the LORD that HE would acknowledge our good cause, which is indeed His own, and graciously check that mischief. So pray diligently with us, and help also otherwise, especially now when so little help is to be expected from Germany. Lately we read that the Barmen mission institution has already had to close for lack of sympathy. With Basel, too, it is said to stand sadly. This bodes nothing good for the poor Lutheran mission also; yet we hear that the Nuremberg Central Society is more and more inclined to support the Lutheran mission more vigorously in future with its Lutheran money.
May the LORD, the merciful God, prosper the work of our hands, and open the hearts of many, that we may more and more become a people zealous of good works, and that His name may be spread ever wider also through us, and the kingdom of darkness, so far as lies in us, be destroyed. A. C.
The Lichtfreund.
It will be known to the dear readers in the East that we have here in the West only a single man who honestly takes up the spreading of light among us, namely Mr. Mühl at Hermann, Mo., who out of great modesty calls himself not even a Man of Light, but only a Friend of Light; just as the great wise men from of old called themselves not Sophists (wise men), but only Philosophers (friends of wisdom). Everyone will see that under such circumstances we here could always be supplied with light only sparingly, and that thus the West has had to remain, to this hour, the shady side of North America. Yet — who would believe it? — there has, alas, shown itself here even among the "Friends of Light" so little receptiveness for light and enlightenment that even that one light shining upon us, for lack of the well-known necessary fuel, dear money, went out suddenly and wholly several months ago. What a horrible darkness has settled since that time over the whole West, the dear readers will excuse us from describing. But what has happened? The said Mr. Mühl, who has already brought so many sacrifices for the cause of enlightenment, has now set the crown upon his noble zeal and — only grateful posterity will be able fully to appreciate it — has even submitted to the humiliating business of going from city to city and, in the interest of the western world to be enlightened, of taking refuge in the benevolence of all Friends of Light. In consequence of these efforts Mr. Mühl has then been put in a position again to let his light shine anew, of which we also have received a specimen in the latest number of the "Lichtfreund," raised again to life. But as it ever happens in the world that seldom a misfortune comes alone, so it has also, alas, befallen Mr. Mühl. For he has had the misfortune to receive, probably from a masked obscurantist who calls himself a Friend of Light, a correspondence from St. Louis, which probably aims at nothing else than to give the poor "Lichtfreund," scarcely snatched from death and scarcely breathing again, the death-blow anew. For thus we read in the latest number of the same:
"Inquisition-practices of the Old Lutherans. From St. Louis there is reported to us, concerning the ways of the Old Lutherans, the following occurrence, which recalls the Inquisition in the Roman Church of times past, and deserves to be communicated."
"A man of the said Old Lutheran congregation had sinned against the sixth commandment, and was therefore, after he had been several times the theme of the sermon in the church, thrust out from the communion, and indeed, after a full ban had been pronounced over him, in which, according to the report that has reached us, it was said: "'That no one shall receive the excommunicated under his roof, and support him in his civil business.'""
This report Mr. Mühl now takes, in his good nature, as true, and reads the so-called Old Lutherans in St. Louis a sound lecture in what follows, instructing them that "the church is a moral institution, and therefore its means of punishment may also be only moral." The whole admonition is delivered so earnestly that one is truly seized with pity to see how guilelessly the most unfortunate of editors has again walked into the trap laid for him by a rogue. For we can assure you that of all that the so-called Old Lutherans in St. Louis are here accused of, not a word is true. They know very well that the church ban may include no civil penalty and therefore may aim at no injurious consequences for the civil life of the one banned. The Lutherans in St. Louis are naturally better acquainted than the Lichtfreund, who is a great enemy of all churchly symbols, with such utterances of their church as the following:
"The great ban, as the Pope calls it, we hold for a mere secular penalty, and it does not belong to us ministers of the church; but the small, that is, the true Christian ban is, that open, obstinate sinners shall not be allowed to come to the Sacrament or other communion of the church until they amend and avoid the sin. And the preachers shall not mingle the secular penalty into this spiritual punishment or ban." (See: Christliches Concordienbuch. Edition of Ludwig in New York. Page 311.) —
We wish from the heart that the prostitution which Mr. Lichtfreund must experience, almost innocently, at the hands of a feigned friend in this matter, may serve that the former may not only cleanse himself as well as possible by a retraction, but also henceforth take better care not to make his "Lichtfreund" a bearer of darkness, for only truth is light, but lie is just darkness.
Dedication of a Church.
On last Sunday, the 10th after Trinity, we had the joy of being able to dedicate our newly built little church near Waterloo, Monroe Co., Ill. It was for us in a twofold respect a day of thanks and praise, namely not only because we now have a decent