Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 5, Nummer 6 › Seite 45

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1848-11-14, Seite 45

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Geſangbuch 1 · Union 1 · Vereinigung 1 · Gemeindegeſang

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innern, daß sie die Getadelten nach der Ordnung Christi zu vermahnen haben. Nur erst, wenn dieses geschehen ist und nichts gefruchtet hat, ist der Prediger berechtigt, mit Berufung auf die Zeugen die Angeklagten vorzunehmen.

Zweite Sitzung am Nachmittage.

Es wurde erwähnt, daß die lutherischen Gesangbücher des nördlichen Deutschland's außer den Kirchenliedern auch die sonntäglichen Episteln und Evangelien, die Geschichte des Leidens Christi und der Zerstörung Jerusalems enthalten. Auch herrscht dort die Sitte, daß die Gemeinde, während die Episteln und Evangelien beim Gottesdienste vorgelesen werden, dieselben im Gesangbuch nachlies't. Diese Sitte wünschen manche hiesigen Gemeinden beizubehalten und haben deswegen den Wunsch ausgesprochen, daß die erwähnten Stücke ins Gesangbuch aufgenommen werden möchten.

In Rücksicht darauf beschloß die Conferenz, die ev.-luth. Gemeinde zu St. Louis zu ersuchen, zum Besten der aus Norddeutschen bestehenden Gemeinden die erwähnten Stücke als Anhang zu dem von ihr herausgegebenen Kirchengesangbuche drucken zu lassen.

Man besprach sich darüber, wie unerläßlich für einen Prediger die Pflicht der eignen Fortbildung sei. Da es aber für die Landprediger bei dem Mangel an den nöthigen Geldmitteln nicht möglich ist, sich die theuren theologischen Zeitschriften anzuschaffen, so beschloß man, eine Lesegesellschaft zu errichten. Zum Director derselben wurde Herr P. Bünger erwählt. Die Zeitschriften, deren Anschaffung man wünschte, sind: 1) die von Hengstenberg, 2) Guericke, 3) Harleß, 4) Schaff, 5) Reynolds. — Sämmtliche Conferenz-Glieder werden ersucht, ihren Beitrag, der in einem Dollar besteht, bis Weihnachten dieses Jahres an Herrn P. Bünger einzusenden.

Von den Deutschen (d. h. in Deutschland herausgegebenen) Zeitschriften ist der letzte Jahrgang zu bestellen, die amerikanischen Zeitschriften sind von jetzt an zu verschreiben. Der Director wird für eine zweckmäßige Circulation derselben Sorge tragen.

Auch unsere theuere Missionssache wurde zum Gegenstande der Besprechung gemacht. Große Freude erregte ein von dem Verwaltungs-Ausschusse des protestantischen Central-Missions-Vereins für Baiern an die Missions-Commission eingegangenes brüderliches Schreiben, welches für die Zukunft ein inniges Zusammenwirken auf dem Grunde unseres Bekenntnisses in Aussicht stellt, und für die nordamerikanische Heidenmission die Summe von 1800 Gulden bestimmt. So wären im Ganzen etwa 1000 Dollars für unsere Mission disponibel. Man gab sich der Hoffnung hin, daß die Ausführung unsrer Mission nach Oregon nicht mehr ferne sei.

Da die Herren Pastoren Ernst und Bünger abgehalten waren, die Missionsreisen, welche ihnen die Synode übertragen hatte, zu unternehmen, so forderte die Conferenz Herrn P. Lochner auf, jene Reise wo möglich noch diesen Herbst zu machen, und die Städte Quincy, Burlington, Bloomington und wo möglich auch Galena und Dubuque zu besuchen, und sich dort nach dem Zustande der verlassenen Lutheraner zu erkundigen. Von Quincy hatte nämlich Jemand den Vorwurf gegen uns erhoben, daß wir uns der dortigen Lutheraner noch nicht angenommen hätten. Herr P. Lochner erklärte sich auch dazu bereit, wenn er dazu die Einwilligung seiner Gemeinde erhalte. Die Conferenz beschloß, an die Gemeinden des Herrn P. Lochner in dieser Sache ein Schreiben zu richten und den Präses zu ersuchen, denselben zu seiner Reise aus der Synodalkasse mit den nöthigen Geldmitteln zu versehen.

Ueberhaupt wurde die Nothwendigkeit solcher Missionsreisen erkannt. — Warum haben Sie uns noch nicht besucht? Diesen Vorwurf, welcher uns von Quincy aus gemacht wurde, erheben gewiß auch noch jetzt viele verlassene Lutheraner. Daher unsre Pflicht, so viel nur in unsern Kräften steht, dieselben aufzusuchen, ihre Bedürfnisse kennen zu lernen, um ihnen zu Predigern, Lehrern und christlichen Schriften zu verhelfen. Die traurige Folge davon, wenn diese Pflicht versäumt wird, ist, daß unsre kirchlich verwaisten Glaubensgenossen dem Unglauben oder dem Methodismus als Beute anheimfallen.

Dritte Sitzung am 14. October.

Schon auf der Synode war man übereingekommen, für unsere bedrängten Glaubensgenossen in Deutschland auch in unseren Kirchen zu beten. Als passende Form einer solchen Fürbitte wurden die Worte angenommen, welche in einer Mittheilung des Herrn P. Brohm, „Lutheraner“, Jahrgang 5, Nro. 2, Seite 13, enthalten sind: „Erbarme Dich auch, o HErr, unserer Glaubensbrüder im alten Vaterlande. Siehe an ihre große Noth und Anfechtung. Verkürze die Tage ihrer Trübsale. Rüste sie aus mit Beständigkeit und Geduld, und erlöse sie endlich nach Deinem väterlichen Wohlgefallen.“ In der Löhe'schen Agende werden diese Worte am Besten eingeschoben, Seite 25, nach dem Passus des Kirchengebetes, welcher beginnt mit den Worten: Alle, die in Trübsal u. s. w.

Als ein beklagenswerther Uebelstand tritt bei uns leider immer mehr die Schwierigkeit hervor, Diener der Kirche heranzubilden. Nur wenige Knaben und Jünglinge sind bereit, sich dem heiligen Predigtamte zu widmen und mit demselben Armuth und Verfolgung zu übernehmen, die meisten ziehen den sichern Lohn vor, welchen anderweitige Arbeit hier zu Lande einbringt. Die Conferenz beschloß, auch darüber einen Passus in's Kirchengebet aufzunehmen, welcher im Kirchengebete der Löhe'schen Agende einzuschieben ist nach den Worten: Wollest uns auch — Segen krönen, und etwa so lauten könnte: „Segne auch in Gnaden alle rechtgläubigen Pflanzschulen für Prediger in diesem Lande, daß treue Arbeiter an Deinem Worte aus ihnen hervorgehen; Du weißt ja, HErr, wie wenig solcher treuer Arbeiter hier zu Lande ist; darum bitten wir Dich auch, Du wollest Dir doch aus der Jugend recht Viele erwecken, die sich dem Dienste Deiner Kirche aufopfern.“

Die Form dieser Bitte ist natürlich für Andere unmaßgeblich; wenn nur überhaupt der HErr um Abhülfe dieser Noth gebeten wird.

Die allein und einsam stehenden Prediger klagten sich ihre Noth, daß sie so häufig von Schwermuth angefochten würden, eine Anfechtung, welche von dem leidigen Trauergeiste, dem Satan, herrührt. Es ist dagegen vor allem anzukämpfen mit fleißigem Gebet und gegenseitiger Fürbitte, mit andächtigem Lesen der heiligen Schrift, treuer Arbeit, steter Beschäftigung, Briefwechsel mit Freunden u. s. w.

In litterarischer Beziehung sprach die Conferenz mehre Wünsche aus. So fehlt uns noch eine Schrift, welche sich zu einer Mitgabe für das Leben an Confirmanden eignete. Ein bloßer Confirmations-Schein, welchen Einige geben, ist zu ungenügend. In dieser Mitgabe würde passend der Gedenkspruch und Name des Confirmanden, Name des Predigers, der Gemeinde u. s. w. geschrieben werden. Es wurden dazu Woltersdorfs fliegender Brief, Hunnius' Dogmatik, passende Abschnitte aus Scheitberger vorgeschlagen. Am zweckmäßigsten würde es sein, wenn dazu eigens eine kleine Schrift ausgearbeitet würde, welche den lutherischen Christen als Wegweiser durch das amerikanische Sectengewirr diente. Dieselbe müßte kurz und klar aus der Uebereinstimmung unserer Lehre mit der heiligen Schrift nachweisen, daß die lutherische Kirche die wahre sei; in herzlicher Weise die Jugend zur Liebe gegen unsere Kirche aufmuntern, und eine Sammlung kräftiger Trost- und Kernsprüche für die verschiedenen Begegnisse des Lebens enthalten. Auch wurde es für sehr nützlich erkannt, wenn eine Erklärung der christlichen Fragestücke ausgearbeitet würde, welche denen, die zum Sacrament gehen wollen, einen kurzen aber gründlichen Unterricht ertheilte, und als Tractat verbreitet werden könnte.

(Fortsetzung folgt.)

(Eingesandt von P. Brohm.)

Die Generalsynode und der Lutheran Standard.*)

Wir waren nicht wenig erstaunt und trauten kaum unsern Augen, als wir in No. 225 des Lutheran Standard dessen Exposition (Auseinandersetzung) seiner Unionsgedanken lasen. Er meldet nemlich, daß die Generalsynode die Absicht habe, alle bisher noch von ihr getrennten lutherischen Synoden zu einer großartigen Vereinigung mit ihr einzuladen, und begrüßt dieses Project mit unbedingtem Beifall, indem er mit zehn Gründen darthut, warum diese Vereinigung nicht blos zulässig, sondern selbst wünschenswerth sei.

Dem Standard ists nicht unbekannt, und er giebts selbst zu, daß lutherische Rechtgläubigkeit

*) Als wir eben im Begriff waren, die in voriger Nummer angekündigte Kritik der Gründe niederzuschreiben, welche der Lutheran Standard für eine Vereinigung aller lutherischen Synoden dieses Landes mit der s. g. Generalsynode vorgelegt hat, so erhielten wir obige Beleuchtung. Mit Freuden theilen wir dieselbe anstatt der von uns versprochenen mit, überzeugt, daß dadurch die Leser nur gewinnen können. Die Redaction.

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remind them that they are to admonish those who have been censured according to the order of Christ. Only when this has been done and has borne no fruit is the preacher entitled, appealing to the witnesses, to proceed against the accused.

Second Session in the Afternoon.

It was mentioned that the Lutheran hymnals of northern Germany contain, besides the hymns of the church, also the Sunday Epistles and Gospels, the history of the Passion of Christ and of the destruction of Jerusalem. There, too, the custom prevails that the congregation, while the Epistles and Gospels are read aloud during divine service, read along in the hymnal. Many congregations here wish to retain this custom and have therefore expressed the wish that the pieces mentioned might be included in the hymnal.

In view of this the Conference resolved to request the Ev. Lutheran congregation at St. Louis to have the pieces mentioned printed as an appendix to the church hymnal published by it, for the benefit of the congregations composed of North Germans.

There was discussion of how indispensable the duty of one's own continued education is for a preacher. But since it is not possible for the country preachers, for lack of the necessary means, to procure the expensive theological periodicals, it was resolved to establish a reading society. Pastor Bünger was chosen as its director. The periodicals which it was desired to procure are: 1) that of Hengstenberg, 2) Guericke, 3) Harleß, 4) Schaff, 5) Reynolds. — All members of the Conference are requested to send their contribution, which consists of one dollar, to Pastor Bünger by Christmas of this year.

Of the German periodicals (that is, those published in Germany) the latest volume is to be ordered; the American periodicals are to be subscribed for from now on. The director will see to a suitable circulation of the same.

Our dear cause of missions was also made a subject of discussion. Great joy was aroused by a brotherly letter received by the Mission Commission from the Administrative Committee of the Protestant Central Mission Society for Bavaria, which holds out the prospect of a close cooperation in the future on the ground of our Confession, and has appropriated for the North American heathen mission the sum of 1800 guilders. Thus about 1000 dollars in all would be available for our mission. They indulged the hope that the carrying out of our mission to Oregon is no longer far off.

Since Pastors Ernst and Bünger were prevented from undertaking the mission journeys which the Synod had entrusted to them, the Conference called upon Pastor Lochner to make that journey, if possible, still this autumn, and to visit the cities of Quincy, Burlington, Bloomington, and if possible also Galena and Dubuque, and to inquire there into the condition of the forsaken Lutherans. For someone from Quincy had raised the reproach against us that we had not yet taken up the cause of the Lutherans there. Pastor Lochner declared himself willing to do so, provided he obtain the consent of his congregation for it. The Conference resolved to address a letter to the congregations of Pastor Lochner in this matter, and to request the President to furnish him with the necessary funds from the synodical treasury for his journey.

In general the necessity of such mission journeys was recognized. — "Why have you not yet visited us?" This reproach, which was made to us from Quincy, is certainly raised even now by many forsaken Lutherans. Hence it is our duty, as far as ever lies in our power, to seek them out, to learn their needs, in order to help them to preachers, teachers and Christian writings. The sad consequence, if this duty is neglected, is that our fellow believers, orphaned in the church, fall prey to unbelief or to Methodism.

Third Session on the 14th of October.

Already at the Synod it had been agreed to pray in our churches also for our oppressed fellow believers in Germany. As a suitable form of such an intercession, the words were adopted which are contained in a communication of Pastor Brohm, "Lutheraner," Jahrgang 5, No. 2, page 13: "Have mercy also, O LORD, upon our brethren in the faith in the old fatherland. Behold their great need and tribulation. Shorten the days of their afflictions. Equip them with steadfastness and patience, and deliver them at last according to Thy fatherly good pleasure." In the Löhe Agenda these words are best inserted, page 25, after the passage of the church prayer which begins with the words: All who are in affliction, etc.

As a lamentable evil, the difficulty of training servants of the church emerges among us, alas, more and more. Only few boys and young men are ready to devote themselves to the holy ministry and with it to take upon themselves poverty and persecution; most prefer the sure wages which other labor brings in here in this country. The Conference resolved to include in the church prayer a passage on this also, to be inserted in the church prayer of the Löhe Agenda after the words: Be pleased also — crown with blessing, and which might read somewhat thus: "Bless also in mercy all orthodox nurseries for preachers in this land, that faithful laborers in Thy Word may come forth from them; Thou knowest, LORD, how few such faithful laborers there are here in this land; therefore we pray Thee also, that Thou wouldest raise up for Thyself from among the youth very many who devote themselves to the service of Thy church."

The form of this petition is naturally not binding on others; if only the LORD is prayed to at all for relief from this need.

The preachers who stand alone and solitary complained of their distress, that they were so frequently assailed by melancholy, a temptation which proceeds from the baneful spirit of sadness, Satan. This is to be combated above all with diligent prayer and mutual intercession, with devout reading of the Holy Scripture, faithful work, constant occupation, correspondence with friends, etc.

In literary respects the Conference expressed several wishes. Thus we still lack a writing suitable as a gift for life to confirmands. A mere certificate of confirmation, such as some give, is too inadequate. In this gift there would be written, as appropriate, the memorial verse and name of the confirmand, the name of the preacher, of the congregation, etc. Woltersdorf's flying letter, Hunnius' Dogmatics, and suitable selections from Scheitberger were proposed for it. It would be most expedient if a small writing were composed expressly for this purpose, to serve Lutheran Christians as a guide through the American tangle of sects. It would have to demonstrate briefly and clearly, from the agreement of our doctrine with the Holy Scripture, that the Lutheran Church is the true one; encourage the youth in a heartfelt manner to love toward our church; and contain a collection of powerful sayings of comfort and of kernel truth for the various events of life. It was also recognized as very useful if an explanation of the Christian catechism questions were composed, which would give to those who wish to go to the Sacrament a brief but thorough instruction, and could be circulated as a tract.

(To be continued.)

(Sent in by P. Brohm.)

The General Synod and the Lutheran Standard.*)

We were not a little astonished and scarcely trusted our eyes when we read in No. 225 of the Lutheran Standard its exposition (explanation) of its union thoughts. It reports, namely, that the General Synod has the intention of inviting all Lutheran synods hitherto still separated from it to a grand union with it, and welcomes this project with unconditional applause, demonstrating with ten reasons why this union is not merely permissible but even desirable.

It is not unknown to the Standard, and it itself admits, that Lutheran orthodoxy

*) Just as we were about to write down the criticism, announced in the previous number, of the reasons which the Lutheran Standard has put forward for a union of all the Lutheran synods of this country with the so-called General Synod, we received the above elucidation. With joy we communicate the same in place of the one we promised, convinced that the readers can only gain thereby. The Editors.